{"id":1726,"date":"2015-05-26T13:14:37","date_gmt":"2015-05-26T11:14:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=1726"},"modified":"2015-05-26T14:55:31","modified_gmt":"2015-05-26T12:55:31","slug":"bereinigte-filter-bubbles-hilfsweise-gebloggt-wg-unueberwindlichem-captcha","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2015\/05\/26\/bereinigte-filter-bubbles-hilfsweise-gebloggt-wg-unueberwindlichem-captcha\/","title":{"rendered":"Bereinigte Filter-Bubbles &#8211; hilfsweise gebloggt wg. un\u00fcberwindlichem Captcha"},"content":{"rendered":"<p>Vielleicht bin ich ja neuerdings blinder als bisher, wenn ich auch &#8211; versehen mit einer funktionierenden Brille &#8211; normalerweise die allermeisten Bildschirminhalte klar erkennen kann. Captchas, diese verwitterten Zeichen, durch deren Lesen und Eintippen man beweist, dass ein Mensch und kein Programm kommentieren will, schaffe ich in der Regel gleich oder mindestens beim zweiten oder dritten Mal. Nicht so heute auf &#8222;Haltungsturnen&#8220;, wo ich sehr gerne kommentiert h\u00e4tte, denn das ganze Posting <a href=\"http:\/\/www.haltungsturnen.de\/2015\/05\/ein-lob-der-filterblase.html\">&#8222;Ein Lob der Filterblase&#8220;<\/a> bezieht sich auf einen Tweet, den ich gestern Abend \u00fcber Twitter schickte:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/twitter.com\/HumanVoice\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/tweet.jpg\" alt=\"tweet\" width=\"476\" height=\"168\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1727\" srcset=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/tweet.jpg 476w, https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/tweet-300x106.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 476px) 100vw, 476px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wollte ich den Artikel kommentieren, tippte meinen Kommentar ein und probierte das Captcha: einmal, zweimal, dreimal, sechs mal&#8230; zwischen den Versuchen lie\u00df ich mir mehrfach ein neues anzeigen, um eines zu finden, das wenigstens halbwegs erkennbar war. Aber nix! Hier ein paar Beispiele: <!--more--><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/captcha.jpg\" alt=\"Captchas\" width=\"456\" height=\"246\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1728\" srcset=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/captcha.jpg 456w, https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/captcha-300x162.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 456px) 100vw, 456px\" \/><\/p>\n<p>Regelm\u00e4\u00dfig scheiterte ich offensichtlich an der Unterscheidung der Buchstaben r,m,n und u.<br \/>\nZum allerersten Mal im Leben h\u00f6rte ich mir also das AUDIO-File an, das f\u00fcr Sehbehinderte eine Alternative darstellen soll. Aber das verrauschte Geraune, das da zu h\u00f6ren ist, ist noch weit weniger erkennbar als die Buchstaben. Wolfgang kann nichts daf\u00fcr, so ein Captcha haben viele und vermutlich h\u00f6rt sich fast niemand dieses Audio-File mal an. Es ist jedenfalls mehr Verh\u00f6hnung jener, die wom\u00f6glich darauf angewiesen sind, als Hilfe! Ich h\u00e4tte eine glasklare Stimme erwartet, die die Buchstaben einzeln gut betont ausspricht &#8211; und nicht den idiotischen Versuch, das Captcha &#8222;nachzusprechen&#8220;!<\/p>\n<p>Genug davon, ich bin also gescheitert und konnte nicht kommentieren. Deshalb nun hier meine Antwort auf den Artikel, in dem Wolfgang L\u00fcnenb\u00fcrger-Reidenbach <a href=\"http:\/\/www.haltungsturnen.de\/2015\/05\/ein-lob-der-filterblase.html\">Sinn und Nutzen der Filterblasen<\/a> beschreibt.  <\/p>\n<p><strong>ClaudiaBerlin hat gesagt&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>    Wow, freut mich, dass mein launiger Tweet einen ganzen Blogpost inspiriert hat!<\/p>\n<p>    Normalerweise poste ich auf Twitter fast nur Links zu anderen Medien-Inhalten &#8211; 140 Zeichen sind mir einfach zu wenig, f\u00fcr nahezu alles. Obiger Tweet hat Hintergr\u00fcnde, die dort gar nicht vermittelbar sind, zu aufw\u00e4ndig einerseits, zu banal andrerseits.<\/p>\n<p>    F\u00fcr mich sind soziale Medien (Twitter, FB, G+&#8230;) und auch Blogs \u00d6ffentlichkeit, kein Austauschmedium &#8222;mit Freunden&#8220;. Nat\u00fcrlich sammeln sich in einer Blog-Stammleserschaft oder auch unter Twitter-Followern\/FB-Freunden durchaus etliche Leute, die mir insgesamt n\u00e4her stehen als komplett Fremde. Sie sind aber immer eine Minderheit, die meisten kenne ich nicht, die meine Postings verfolgen. Deshalb \u00e4u\u00dfere ich mich in aller Regel auch im Bewusstsein, &#8222;an XYZ&#8220; bzw. &#8222;an alle&#8220; zu senden.<\/p>\n<p>    Je weniger &#8222;potenziell \u00f6ffentlich&#8220; die Kommunikation auf einer Plattform ist, desto uninteressanter wird sie f\u00fcr mich.<\/p>\n<p>    Warum? Weil mein Bloggen, weiter Melden und Teilen f\u00fcr mich alltagspolitisches Handeln ist. Ich m\u00f6chte von mir f\u00fcr gut &#038; richtig befundenen Ideen, Sichtweisen, Bewertungen zu mehr Verbreitung verhelfen und sie auch gerne im Detail und in der Tiefe diskutieren. Auch blo\u00df &#8222;m\u00f6gliche Sichtweisen&#8220;, die ich interessant und diskussionsw\u00fcrdig finde, ohne dazu schon eine feste Meinung zu haben, poste ich gelegentlich weiter.<\/p>\n<p>    So richtig Sinn hat das nat\u00fcrlich nur, wenn man nicht nur mit Menschen &#8222;diskutiert&#8220;, die sowieso derselben Meinung sind. Was ich erlebe, ist jedoch ein Abschotten und Ausgrenzen von Menschen mit kontr\u00e4ren Meinungen &#8211; quer durch die verschiedensten Medien.<\/p>\n<p>    Gef\u00fchlt gibt es (in ganz unterschiedlichen Szenen) jede Menge Blogs, die anscheinend durchweg Kommentare nicht frei schalten, die auch nur ein wenig abweichen bzw. minimale Kritik am Posting-Inhalt \u00fcben. So eine &#8222;Kommenardiskussion&#8220; wirkt dann wie reines Beifall klatschen bzw. es werden Beispiele und Erlebnisse gepostet, die die Thesen des Bloggers\/der Bloggerin best\u00e4tigen.<br \/>\n    Wie arm! Wie wenig konstruktiv! Als &#8222;Sinn&#8220; mag \u00fcbrig bleiben, dass die Publisher sich wohl f\u00fchlen im warmen Strom der Zustimmung. Von au\u00dfen verst\u00e4rkt sich der Eindruck: da brauch ich gar nicht erst kommentieren&#8230;<\/p>\n<p>    Auf Twitter geht das alles schneller und k\u00fcrzer ab. Und missverst\u00e4ndlicher. Es passiert, dass Leute Tweets als irgendwie feindselig empfinden, die v\u00f6llig anders gemeint sind &#8211; und schon wird geblockt. Aber auch das Blocken wg. &#8222;anderer Meinung&#8220; ist offenbar sehr \u00fcblich &#8211; deine Erl\u00e4uterung des Sinns l\u00e4sst mich schlie\u00dfen, dass es heute evtl, vielen an realen Gespr\u00e4chen im kleinen Kreis mangelt, wo sich Meinung erst bildet (un\u00fcberwacht, unarchiviert) und man versucht, so etwas durch eine &#8222;Bubble&#8220; zu simulieren.<\/p>\n<p>    Meine Sorge ist, dass sich Menschen immer mehr in unterschiedlichen Filter-Bubbles voneinander abgrenzen und schon strukturell gar nicht mehr \u00fcber die Themen des Gemeinwohls (kontrovers!) diskutiert werden kann.<br \/>\n    Die Art und Weise, wie es dann oft abgeht, wenn doch mal Kontroverse abl\u00e4uft, l\u00e4sst mich begreifen, warum k\u00fcrzlich laut einer Umfrage 75% der Befragten das Schulfach &#8222;Benimm&#8220; sinnvoll f\u00e4nden.<\/p>\n<p>    Mich deprimiert das gelegentlich &#8211; und das hab ich in dem Tweet eben mal raus gelassen! :-)<\/p>\n<p>    Ein weites Feld &#8211; evtl. werd&#8216; ich mal wieder dr\u00fcber bloggen&#8230;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vielleicht bin ich ja neuerdings blinder als bisher, wenn ich auch &#8211; versehen mit einer funktionierenden Brille &#8211; normalerweise die allermeisten Bildschirminhalte klar erkennen kann. 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