{"id":1722,"date":"2015-05-25T13:16:38","date_gmt":"2015-05-25T11:16:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=1722"},"modified":"2015-05-25T13:16:38","modified_gmt":"2015-05-25T11:16:38","slug":"pfingsten-kann-das-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2015\/05\/25\/pfingsten-kann-das-weg\/","title":{"rendered":"Pfingsten &#8211; kann das weg?"},"content":{"rendered":"<p>Aber nein, werden jetzt viele denken, blo\u00df nicht! Schlie\u00dflich ist so ein langes Wochenende nichts, was man gerne aufgeben w\u00fcrde. Aber davon mal abgesehen: Wer &#8222;feiert&#8220; eigentlich noch Pfingsten?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/pfingstgeist.jpg\" alt=\"Pfingstgeist\" width=\"214\" height=\"205\" class=\"alignright rechts_or size-full wp-image-1725\" \/>Ich komme auf dieses Thema, weil keines der Blogs aus meiner Blogroll oder meinem Feedreader irgendwelche Worte \u00fcber Pfingsten verliert. Auch auf Rivva finden sich nur die \u00fcblichen Alltagsthemen und selbst im Mainstream &#8211; gesichtetet \u00fcber Google News &#8211; muss ich die Suche bem\u00fchen, um ein paar wenige Artikel mit &#8222;Pfingsten&#8220; im Titel zu finden. Meist sind es Ausflugstipps oder <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/panorama\/pfingsten-christliches-fest-mit-altem-brauchtum-2195927.html\">oberfl\u00e4chliche Info-Artikel<\/a> mit lexikalisch anmutenden Antworten auf die Frage nach dem Pfingsochsen, dem Pfingstwunder und den Terminen f\u00fcr die Pfingstferien. <\/p>\n<p>Nur die gute alte Tante ZEIT m\u00fcht sich, etwas Gehaltvolles \u00fcber Pfingsten zu schreiben. In <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2015\/21\/pfingsten-religion-gesellschaft-einzelkaempfer\">&#8222;Das Ich ist die Sonne&#8220;<\/a> fragt Thomas Assheuer: <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Was h\u00e4lt eine Welt zusammen, die nur aus Einzelk\u00e4mpfern besteht? Eine Gesellschaft, in der unterschiedlichste Kulturen aufeinanderprallen, die oft nur eines gemeinsam haben, n\u00e4mlich ihre schier un\u00fcberwindliche Fremdheit?&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p> Ausgehend von zeit-typischen Slogans wie &#8222;Unterm Strich z\u00e4hl ich&#8220; schaut der Autor zur\u00fcck auf die multikulturelle, aber unfriedliche Gesellschaft im Jud\u00e4a der drei\u00dfiger Jahre, in der sich das Pfingstwunder laut Bibel ereignet haben soll. Es herrschte &#8222;babylonische Sprachverwirrung&#8220;, die Strafe Gottes f\u00fcr den Versuch, durch Bau eines hohen Turms gottgleich zu werden. Und dann das Wunder: <!--more--><\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Was dann am j\u00fcdischen Wochenfest geschieht, tr\u00e4gt zu Recht den Namen &#8222;Wunder&#8220;. Ein &#8222;Brausen&#8220; entsteht, und pl\u00f6tzlich h\u00f6rt jeder den anderen in seiner eigenen Muttersprache reden. Wildfremde Menschen sprechen mit einer Zunge. &#8222;Sie gerieten au\u00dfer sich vor Staunen: Sind das nicht alles Galil\u00e4er, die hier reden?&#8220; Jedenfalls sind die Menschen seltsam beseelt und &#8222;eines Geistes&#8220;. R\u00f6mer, Kreter, \u00c4gypter, Parther, Meder, Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Jud\u00e4a und Kappadozien, Menschen aus Phrygien und Pamphylien.<br \/>\nMit anderen Worten: Die menschlichen Sprachen bleiben zwar immer noch voneinander geschieden, aber sie sind keine undurchdringlichen Universen mehr \u2013 sie lassen sich vollst\u00e4ndig ineinander \u00fcbersetzen. Jeder versteht jeden, und man muss nicht Muttersprachler sein, um eine fremde Kultur verstehen zu k\u00f6nnen.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Bedauerlich, dass dieser Geist heute einfach nicht auf uns herab kommen will! Grillen, Chillen, Feste feiern &#8211; das ist Pfingsten heute. Der &#8222;Karneval der Kulturen&#8220; in Berlin kann nicht dar\u00fcber hinweg t\u00e4uschen, dass es viele Menschen gibt, die gar nicht erst verstehen WOLLEN, mal ganz abgesehen vom K\u00f6nnen. <\/p>\n<h2>Einheimische und Fremde &#8211; wer will schon verstehen?<\/h2>\n<p>Der Fremdenhass, der in Kommentaren unter Artikeln \u00fcber Probleme mit Asylbewerbern zu Tage tritt, ist erschreckend und deprimierend zugleich. Es sind Medien entstanden, die sich exakt diesem Hass widmen und ihn verst\u00e4rken, wo sie k\u00f6nnen. Die werde ich nicht zitieren oder verlinken, doch funktioniert das beispielhaft immer so: Irgendwo in DE sind hunderte junge m\u00e4nnliche Asylbewerber in einer &#8222;Notunterkunft&#8220; (Turnhalle) untergebracht, ohne jede Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeit. Die Toiletten sind schnell in \u00fcblem Zustand, im Umfeld der Unterkunft liegt M\u00fcll herum und zudem nehmen es sich die jungen M\u00e4nner heraus, Anwohnerinnen auf Englisch anzusprechen mit dem Ansinnen, sie kennen lernen zu wollen. Das Hass-Medium nimmt sich nun dieser ach so furchtbaren Zust\u00e4nde an, die von den &#8222;Systemmedien&#8220; ja angeblich verschwiegen werden, vermischt Tatsachen, Ger\u00fcchte, \u00c4ngste von Anwohnern (da reicht schon eine interviewte Person, um dem Artikel den richtigen Drive zu geben) und zeichnet alles in grellen Farben. Darunter geht dann die Post ab, der zivilisatorische Lack spielt bei den Kommentierenden offenbar kaum mehr eine Rolle!<\/p>\n<p>Ich frag mich immer: Wessen Anliegen ist es, solchen Hass zu sch\u00fcren? Und wie primitiv denken eigentlich jene, die das dann noch verst\u00e4rken? M\u00fcsste nicht jedem vern\u00fcnftigen Menschen auffallen, dass diese Art der Unterbringung kaum Anderes zul\u00e4sst als die kritisierten &#8222;Zust\u00e4nde&#8220;? Wenn f\u00fcr zuviele Menschen zu wenige sanit\u00e4re Einrichtungen da sind, sind die nun mal schnell verdreckt. Und was sollen die jungen M\u00e4nner aus dem Beispiel den ganzen Tag tun? Ist es verwunderlich, dass sie versuchen, eine Frau kennen zu lernen? Ist &#8222;auf englisch angesprochen werden&#8220; denn schon eine extrem schlimme Bedrohung?<\/p>\n<p>Und der M\u00fcll: Genug Tonnen w\u00e4ren das Mindeste, dar\u00fcber hinaus bietet das Thema einen sch\u00f6nen Einstieg in die Kulturvermittlung, wenn sich denn jemand darum bem\u00fchen w\u00fcrde. Deutsche M\u00fclltrennung k\u00f6nnte regelrecht gelehrt werden und vielleicht w\u00e4re das in diesem Kontext anstehende &#8222;Umgebung reinigen&#8220; ja sogar sinnvoll auszudehnen auf jene W\u00e4ldchen und vernachl\u00e4ssigten Flecken, an denen die Einheimischen gerne ihren Dreck illegal entsorgen. So im Rahmen einer beil\u00e4ufig entstehenden Umwelt-Initiative aus freiwilligen Anwohnern, Fl\u00fcchtlingen und Migranten? Man h\u00e4tte friedlichen Kontakt, ein bisschen Besch\u00e4ftigung und sichtbare positive Beitr\u00e4ge zum Gemeinwesen. <\/p>\n<p>PFINGSTEN hat als blo\u00dfes Grillfest kaum noch einen Sinngehalt. Um es zum &#8222;Fest der Integration&#8220; zu machen, m\u00fcsste allerdings eine ganze Menge Geist von irgendwo herab kommen. Und der l\u00e4sst leider auf sich warten!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aber nein, werden jetzt viele denken, blo\u00df nicht! Schlie\u00dflich ist so ein langes Wochenende nichts, was man gerne aufgeben w\u00fcrde. 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