{"id":1648,"date":"2015-02-03T13:26:51","date_gmt":"2015-02-03T12:26:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=1648"},"modified":"2015-07-28T10:42:18","modified_gmt":"2015-07-28T08:42:18","slug":"mehr-bewegung-wie-krieg-ich-das-hin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2015\/02\/03\/mehr-bewegung-wie-krieg-ich-das-hin\/","title":{"rendered":"Mehr Bewegung &#8211; wie krieg ich das hin?"},"content":{"rendered":"<p>Das ist jetzt der Blogpost f\u00fcr Sportmuffel. Heut fr\u00fch bin ich aufgestanden und hab&#8216; tats\u00e4chlich den Schwingstab ergriffen, der bei mir seit Jahren meist ungenutzt herum steht. Ein bisschen damit &#8222;rumgezittert&#8220;, dann zwanzig Kniebeugen an der Sprossenwand probiert, die mich bereits an den Rand von &#8222;au\u00dfer Atem&#8220; brachten &#8211; und schon hatte ich keine Lust mehr, kam mir l\u00e4cherlich vor mit diesem Gestrampel und machte mir einen Kaffee. Bis zum &#8222;gesunden Schwitzen&#8220; hab ichs mal wieder nicht gebracht! <!--more--><\/p>\n<h2>Wie ich wurde, was ich bin<\/h2>\n<p>Ich bin ein Sportmuffel, immer schon. Als Kind war ich die Kleinste und Schw\u00e4chste in der Kinderbande, zudem als Zugezogene mit anderem Dialekt oft Mobbing-Opfer, wie man heute sagen w\u00fcrde. Ich schw\u00e4chelte bei jeglicher forciert sportlichen Disziplin, die sich die mehrheitlich aus Jungs bestehende Kindergruppe einfallen lie\u00df: <\/p>\n<ul>\n<li>Wettlauf um die gro\u00dfe Hinterhof-Wiese? Ich war nat\u00fcrlich Letzte und wurde entsprechend geh\u00e4nselt. <\/li>\n<li>An W\u00e4schestangen hoch klettern? Ich &#8222;sprang die Stange an&#8220; so hoch ich konnte, klammerte mich dran und hing dann da wie ein nasser Sack, \u00fcber den sich die Mitkinder belustigten. <\/li>\n<li>Fussball? Furchtbar langweilig und anstrengend! Nat\u00fcrlich versagte ich, mehr oder weniger zum Mitmachen gezwungen, sowohl auf dem Feld als auch im Tor.<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00dcbergewichtig war ich nicht, doch trug ich die falschen Klamotten, Trainingshose statt Jeans, die damals grade in Mode kamen. Auch ein Grund, mich zu &#8222;dissen&#8220; &#8211; und wenn es mal zu Handgreiflichkeiten kam, hatte ich gar keine Chance. K\u00e4mpfen war nicht meins, ich lag immer gleich auf dem R\u00fccken und gab auf, bzw. fl\u00fcchtete, bevor es dazu kam. <em>(Zur Info: Damals hatte man als Kind komplett unbeaufsichtigten Auslauf: jeden Nachmittag bis zum Abendessen, solange es das Wetter zulie\u00df).<\/em><\/p>\n<p>Zuhause machte mein Vater mich zur Schnecke, wenn ich etwas von meinen Problemen in der Kinderbande verlauten lie\u00df. Ich sollte mich gef\u00e4lligst wehren, zur\u00fcck schlagen, nicht so ein Feigling sein. Und er drohte (!), mich in einem Sportverein anzumelden, damit ich mal lerne, was Sache ist. Zum Gl\u00fcck geriet diese wahnsinnige Idee wieder in Vergessenheit, f\u00fcr mich h\u00e4tte es nur eine neue Arena der Dem\u00fctigungen bedeutet.  <\/p>\n<p>Im Schulsport ging es dann genauso weiter. Alle wettk\u00e4mpferischen Disziplinen und Mannschaftsspiele waren der reine Horror f\u00fcr mich. Zum Gl\u00fcck fiel Sport oft aus und vor dem Abitur erfuhren wir, dass es f\u00fcr eine &#8222;4&#8220; ausreichen w\u00fcrde, auf der Laufstrecke von 1500 Metern das Ziel zu erreichen, egal wie. Also ging ich gar nicht erst zum Training, denn &#8222;Ankommen&#8220; traute ich mir ja durchaus zu, zur Not im Spazierg\u00e4ngertempo. Am Ende bekam ich sogar noch eine &#8222;drei&#8220;, ohne je ge\u00fcbt zu haben. Zum Sport motiviert hat mich das nicht, ich war froh, dass es mit diesen Zwangsveranstaltungen endlich ein Ende hatte! <\/p>\n<h2>Yoga, meine Rettung<\/h2>\n<p>1991 besuchte ich mal einen Vortrag \u00fcber ZEN im Westen, fand den Vortragenden wunderbar und bewarb mich f\u00fcr seinen Meditationskurs. Er empfing mich in einem wundersch\u00f6nen, ganz in wei\u00df gehaltenen Zimmer und stellte meinen Irrtum richtig: Er lehre Yoga, aber keine &#8222;extremen Verrenkungen&#8220;, sondern \u00dcbungen, die jeder machen k\u00f6nne. Wir Westler seien durch unsere sitzende Lebensweise so verspannt, dass wir gar nicht meditieren K\u00d6NNTEN, bevor diese Verspannungen nicht gel\u00f6st seien &#8211; deshalb die Asanas und erst im Anschluss Meditation.<\/p>\n<p>Ich zweifelte zwar an meinen F\u00e4higkeiten, die \u00dcbungen zu schaffen, vertraute ihm aber und wurde Teil seiner Samstagsgruppe: Immer nur vier bis f\u00fcnf Sch\u00fcler\/innen pro Gruppe, es waren optimale Bedingungen, von denen heute die meisten Yoga-Interessierten nicht mal tr\u00e4umen k\u00f6nnen! Und ja, es hat mich ver\u00e4ndert, ich \u00fcbte nicht nur Samstags, sondern ca. dreimal die Woche, machte Fortschritte und bekam ein ganz neues K\u00f6rpergef\u00fchl. Nach drei Monaten rutschte ich irgendwo auf einer Bananenschale aus, erreichte aber den Boden nicht: der K\u00f6rper fing das ab, ganz eigendynamisch. Ich staunte nicht schlecht! <\/p>\n<p>Yoga hat mich k\u00f6rperlich davor bewahrt, g\u00e4nzlich unbeweglich zu werden bzw. zu erstarren. Es hat mir auch abseits der k\u00f6rperlichen Ebene ungemein viel gebracht, doch das ist jetzt grad nicht mein Thema. Noch heute \u00fcbe ich einmal die Woche mit einem alten Freund den ZEN-inspirierten &#8222;Hempel-Yoga&#8220;, wie wir es nach unserem Ex-Lehrer <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans-Peter_Hempel\">Hans Peter Hempel<\/a> nennen, allerdings in einer ziemlich soften Art und Weise. <\/p>\n<h2>Es reicht nicht<\/h2>\n<p>Das reicht, um nicht v\u00f6llig einzurosten, aber es reicht nicht, um fit zu werden, um Ausdauer und Kraft zu steigern, was bei mir dringend n\u00f6tig w\u00e4re. Mittlerweile muss ich nach dem zweiten Stockwerk ein P\u00e4usschen machen, weil ich au\u00dfer Atem komme. Von &#8222;Freude an der Bewegung&#8220; bin ich insbesondere im Winter, der Garten-losen Zeit, extrem weit entfernt. Walken oder forciert Spazieren-gehen kommt nicht in Frage, da ich h\u00f6chstens noch 10 Minuten gut laufen kann, dann setzen Beschwerden ein, die es mir vermiesen. &#8222;Spinale Stenose&#8220; hei\u00dft das \u00dcbel, das schon nach kurzer Zeit Taubheitsgef\u00fchle und dann Schmerzen in den Oberschenkeln erzeugt, die mich zum Sitzen oder Hocken zwingen, um den Signaldurchlauf durch die geklemmten Nerven wieder in den Fluss zu bringen.  Laufen scheidet als m\u00f6glicher Alltagssport also leider aus!<\/p>\n<p>Aber Rad fahren geht. Doch jetzt im Winter? Eigentlich wollte ich diesen Worten Taten folgen lassen und eine Runde fahren, schaue aus dem Fenster und sehe: es schneit!<br \/>\nAlso nein, das ist einfach das falsche Wetter, da muss ich jetzt nicht raus&#8230; (seufzt erleichtert).<\/p>\n<p>Fortsetzung folgt!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist jetzt der Blogpost f\u00fcr Sportmuffel. 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