{"id":1613,"date":"2014-11-27T11:40:25","date_gmt":"2014-11-27T10:40:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=1613"},"modified":"2015-12-12T15:19:25","modified_gmt":"2015-12-12T14:19:25","slug":"dienen-statt-ranten-vom-umgang-mit-aufregern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2014\/11\/27\/dienen-statt-ranten-vom-umgang-mit-aufregern\/","title":{"rendered":"Dienen statt ranten: Vom Umgang mit Aufregern"},"content":{"rendered":"<p>Gestern sah ich im RBB die Sendung <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=tQu5bNObkfQ\">&#8222;Krank durch Fr\u00fcherkennung&#8220;<\/a>. Die in der Doku vermittelten Fakten \u00fcber den fehlenden Nutzen der &#8222;Gesundheits-Checks&#8220; sowie g\u00e4ngiger Fr\u00fcherkennungsuntersuchungen sind erdr\u00fcckend, werden aber von bundesdeutschen Institutionen weitgehend ignoriert. Auch der Frage, warum das so ist, geht die Sendung nach und deckt das gro\u00dfe Interesse verschiedener Akteure auf, aus eigentlich gesunden Menschen Kranke zu machen. <\/p>\n<h2>Anklagen und beschimpfen reicht nicht<\/h2>\n<p>Das ist nur einer von vielen Missst\u00e4nden, denen ich im t\u00e4glichen Medienkonsum begegne. Ich rege mich dann furchtbar dr\u00fcber auf, dass hier eine ma\u00dflose Ressourcenverschwendung im Gange ist, w\u00e4hrend an anderer Stelle (etwa beim Personal, in der Pflege, etc.) gespart wird und vielen Menschen sogar die Kosten\u00fcbernahme f\u00fcr Medikamente verweigert wird, die ihnen helfen w\u00fcrden.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Und was folgt? Selten mal ein Blogpost, in dem ich das Thema kurz anreisse, meinen Abscheu kund tue, die b\u00f6se Welt beklage &#8211; und das wars. Meist kommt es aber nicht dazu, da die Aufregerthemen eigentlich viel zu viele sind, als dass ich sie alle &#8222;verbloggen&#8220; k\u00f6nnte. Aber selbst WENN ich dr\u00fcber schreibe, dann lesen das vielleicht ein paar Stammleser und einige wenige Spontanbesucherinnen. Die Infos im Film w\u00fcrde ich nicht alle wiedergeben, sondern ganz ebenso wie die dr\u00fcber schreibenden Journalisten nur einen Punkt rauspicken. Meist war das in den Reaktionen der Medien die Mammographie, die aber nur einen kleinen Teil der Sendung ausmacht. Das wirklich Wichtige, die gro\u00dfen Studien \u00fcber lange Zeit mit zigtausenden Patienten, die &#8222;Hard Facts&#8220; \u00fcber all die vielen &#8222;Checks&#8220; &#8211; grade sie gehen meist unter, denn es macht Arbeit, das mitzuschreiben, die Links zu den Studien zu suchen, und alles in einer komprimierten, nutzbaren und leicht zu findenden (!) Form darzustellen. <\/p>\n<h2>2. Beispiel: M\u00e4nnerbewegung versus Feminismus<\/h2>\n<p>Ich lese sowohl feministische als auch m\u00e4nnerbewegte Blogs und sehe da im wesentlichen &#8222;Kampfgeschehen&#8220;, fast nie eine wirkliche Auseinandersetzung mit Argumenten und Fakten. &#8222;Auseinandersetzung&#8220; bedeutet f\u00fcr mich, dass zwei unterschiedlich motivierte Seiten sich respektvoll mit dem Vortrag und den Interessen der Gegenseite befassen und man gemeinsam nach L\u00f6sungen f\u00fcr konkret benannte (!) Missst\u00e4nde sucht. Statt dessen dominiert das Niedermachen, die Brandrede, die Anklage (wenn mal nicht im Posting, dann in den Kommentaren), sowie komplette Ignoranz &#8211; und vor allem bleiben beide Seiten ganz in ihrer jeweiligen Filter-Bubble und best\u00e4tigen sich da gegenseitig, auch indem sie vom 100. ins 1000. kommen. Wie \u00f6d! Wie wenig n\u00fctzlich&#8230;.<\/p>\n<p>Im Kommentargeschehen mitzustreiten bringt da kaum etwas. Kommentiere ich als Frau in einem &#8222;M\u00e4nnerblog&#8220; und bringe sachliche Gegenargumente, bin ich sofort f\u00fcr die versammelte Stammleserschaft Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr alles, was sie Feministimmen oder Frauen insgesamt vorwerfen. Mache ich dasselbe in einem &#8222;netzfeministischen&#8220; Blog, werde ich oft gar nicht erst frei geschaltet oder es gibt nicht mal eine Kommentarfunktion. <\/p>\n<p>Klar, auch hier w\u00e4re die normale Blogger-Reaktion, einfach mal an einem Punkt einzusteigen und mitzustreiten. Meist w\u00e4ren das Artikel, die wenig Nutzen haben, weil man den gesamten Kontext kennen muss, um ihn zu goutieren. Also nur spannend f\u00fcr wenige zwischen den Welten schweifende Vielleser\/innen und sowieso schnell in der Vergangenheit versackt. Aber entlastend f\u00fcrs Gem\u00fct: ich hab immerhin gesagt, was ich denke &#8211; ab zum n\u00e4chsten Thema! <\/p>\n<h2>Informieren statt streiten<\/h2>\n<p>Mir reicht das nicht, das merke ich immer \u00f6fter und schreibe lieber gar nichts als etwas wenig Hilfreiches. Aber ich denke \u00fcber Alternativen zumindest nach. Informative Seiten zu konkreten Themen mit allen erh\u00e4ltlichen Infos und Fakten gespickt &#8211; das w\u00e4re echter Dienst an der Informations- und Diskussionskultur, denn Kontrahenten (und deren Mitlesende) k\u00f6nnten darauf verweisen, bzw. die Seite als Info-Steinbruch verwenden. <\/p>\n<p>Wie gerne w\u00fcrde ich auf diese Art webben: Dienen statt ranten! Aber verdammt nochmal, das macht viel Arbeit und im Moment sehe ich da kein Land. Vordringlich ist (neben meiner derzeit verdichteten &#8222;Brotarbeit&#8220;) im Moment das erneute Spenden sammeln f\u00fcrs <a href=\"http:\/\/www.kub-berlin.org\/formularprojekt\/was-im-ersten-halben-jahr-geschah-ein-projektbericht\/\">&#8222;Formularprojekt&#8220;<\/a>, das grade im 8.Monat l\u00e4uft und unbedingt ein zweites Jahr finanziert werden muss. <\/p>\n<p>Aber hey, die Hoffnung stirbt zuletzt! Immerhin hab ich jetzt schon mal dr\u00fcber geschrieben&#8230; :-)<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern sah ich im RBB die Sendung &#8222;Krank durch Fr\u00fcherkennung&#8220;. Die in der Doku vermittelten Fakten \u00fcber den fehlenden Nutzen der &#8222;Gesundheits-Checks&#8220; sowie g\u00e4ngiger Fr\u00fcherkennungsuntersuchungen sind erdr\u00fcckend, werden aber von bundesdeutschen Institutionen weitgehend ignoriert. 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