{"id":1566,"date":"2002-12-07T13:09:01","date_gmt":"2002-12-07T11:09:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=1566"},"modified":"2014-10-12T13:12:02","modified_gmt":"2014-10-12T11:12:02","slug":"weihnachtszeit-ii-geben-wirs-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2002\/12\/07\/weihnachtszeit-ii-geben-wirs-weiter\/","title":{"rendered":"Weihnachtszeit II: Geben wir&#8217;s weiter?"},"content":{"rendered":"<p>Ob sie denn nur eine \u00fcbriggebliebene Unverbesserliche sei, fragt Marianne in derselben Mail, in der sie mich auf die Aktion <a href=\"http:\/\/www.gibesweiter.de\/\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"goto.gif\" alt=\"*\" border=\"0\" height=\"10\" width=\"10\">&#8222;Gib es weiter&#8220;<\/a> aufmerksam macht. Offensichtlich haben wenige Stunden gereicht &#8211; die Website ist seit dem 4. Dezember online &#8211; um die verschiedensten freundlichen und unfreundlichen Kritiker herauszufordern: Das geht nicht, weil&#8230;, das kann doch nicht klappen, das ist doch total naiv! Deutschland im Stimmungstief ist nicht so easy in adventliche N\u00e4chstenliebe oder gar Weltverbesserungslust zu versetzen!<\/p>\n<p>Worum geht&#8217;s? Ich surfe hin und lese: <\/p>\n<blockquote class=\"fett\"><p>Das Gib-es-weiter-Prinzip:<\/p><\/blockquote>\n<blockquote class=\"fett\"><p>Du tust etwas f\u00fcr einen Menschen. Wenn m\u00f6glich, einen gro\u00dfen Gefallen. Es sollte etwas sein, was diese Person alleine ohne Hilfe nicht bew\u00e4ltigen kann. Anstatt eine Gegenleistung oder Dank zu erwarten, erlegst du ihr auf, dass sie es an 3 andere Menschen weitergeben soll.<\/p><\/blockquote>\n<p>War da nicht mal so ein amerikanischer Film, in dem alle st\u00e4ndig gestrahlt und liebevoll gel\u00e4chelt haben? Die Erinnerung an den Trailer untermalt den Ansturm meiner ganz pers\u00f6nlichen Niedermach-Gedanken: Das geht doch nicht! Das ist doch unendlich naiv! Wer will denn wissen, was f\u00fcr einen Anderen ein &#8222;gro\u00dfer Gefalle&#8220; ist? Vielleicht rei\u00dft ihn ja genau die Wunscherf\u00fcllung, die ich ihm erm\u00f6gliche, vollends in den Abgrund? Helfen ist doch nicht SO einfach, ja, praktisch ganz unm\u00f6glich&#8230;. und \u00fcberhaupt: Tu ich nicht auch ohne Aktion etwas &#8222;f\u00fcr einen Menschen&#8220;? Bin ich nicht die Hilfsbereitschaft in Person? Soll ich denn jetzt auf die Stra\u00dfe rausgehen und rufen: Hallo, braucht jemand was???<\/p>\n<p>Ich guck eine Zeit lang diesem inneren Theater zu und meine Sympathie f\u00fcr die Aktion steigt. Was solche Widerst\u00e4nde auf den Plan ruft, trifft auf jeden Fall ins Schwarze. Anstatt mit eigenen Argumenten \u00fcber Sinn und Unsinn einer solchen Initiative zu streiten und so nur den graubraunen Sumpf der \u00fcblichen Schei\u00dfe einmal gut umzur\u00fchren, k\u00f6nnte man einfach der Empfehlung folgen und sehen, was passiert. Gewi\u00df w\u00fcrde man etwas Neues erleben, denn etwas &#8222;Unm\u00f6gliches&#8220; w\u00e4re auf einmal m\u00f6glich geworden &#8211; jenseits aller zweifelhaften Ideen vom Helfen-Wollen-K\u00f6nnen-Sollen ist es DAS, worauf es ankommt!<\/p>\n<p>Wer ist &#8222;man&#8220;? Die Widerst\u00e4nde wirken bis in die Wortwahl hinein: werde ICH denn der Empfehlung folgen? Oder m\u00f6chte ich nur dem geneigten Surfer Ratschl\u00e4ge geben, deren Verwirklichung ich doch lieber bei Anderen beobachte als sie selber auszuprobieren?<\/p>\n<p>Mal sehen, ehrlicherweise lasse ich das offen. Es kommt drauf an, wer bzw. was f\u00fcr eine Aktivit\u00e4t sich mir als Gelegenheit anbietet, &#8222;es weiter zu geben&#8220;. Dass da etwas kommen wird, ist gewi\u00df, wenn ich mich f\u00fcr die Idee \u00f6ffne &#8211; und zumindest daf\u00fcr hat mir Mariannes Inititative den Ansto\u00df gegeben.<\/p>\n<p>\u00fcbrigens: nicht nur, weil es weihnachtet, unterst\u00fctze ich diese Idee. Ich w\u00fcrde gerne f\u00fcr viel MEHR Initiativen, Ideen, konkrete Projekte und ungew\u00f6hnliche Vorgehensweisen den roten Teppich ausrollen, wenn sie nur EINES leisten: einen Kontrapunkt in dieses Jammertal Deutschland setzen, in dem zur Zeit alle in kollektiver Untergangslust an den \u00c4sten s\u00e4gen, auf denen sie sitzen und ihr je eigenes entr\u00fcstetes &#8222;So nicht!&#8220; in die Welt hinaus rufen. Ich kann es nicht mehr h\u00f6ren: Wie hier jeder versucht, sich und die je eigene Interessengruppe mit gro\u00dfer Geste als das lange schon gemolkene Opfer darzustellen! Oder gar immer noch mehr rauszuholen, egal, ob die \u00f6ffentlichen Haushalte den Bach runter gehen und dann eben noch ein bi\u00dfchen mehr gestrichen und entlassen werden muss. Hauptsache, die Bediensteten mit den vergleichsweise sicheren Jobs bekommen ein paar Euro mehr &#8211; all das l\u00e4sst eigentlich keine Weihnachtslaune aufkommen, im Gegenteil. <\/p>\n<p>Wie kommt man aber von einem Bewusstsein, das immer nur die einstmals errungenen Besitzst\u00e4nde verteidigt, zu einem Denken &amp; F\u00fchlen,  das immer zuerst fragt: Was kann ich beitragen? Was kann ich noch abgeben? Wie kann ich Neues schaffen, damit mehr zum Verteilen da ist? Was kann ich dazu tun, damit diese miese Stimmung sich bessert? Denn aus den Stimmungen entstehen die Gedanken, aus den Gedanken die Pl\u00e4ne und Vorhaben, und schlie\u00dflich folgen die entsprechenden Handlungen. <\/p>\n<p>Wer hier kreativ ist, tut uns allen einen Gefallen. Wer dazu Ideen hat und gar selber ein paar Finger r\u00fchrt, geh\u00f6rt mit Orden bekr\u00e4nzt und mit Lob \u00fcberh\u00e4uft . Und wenn DU, geneigte Leserin und lieber Leser, dich heute oder in den n\u00e4chsten Tagen von einem lieben Mitmenschen oder einfach vom Leben beschenkt f\u00fchlst, dann behalt es nicht f\u00fcr dich, sondern gib es weiter! <\/p>\n<\/p>\n<p align=\"right\">","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob sie denn nur eine \u00fcbriggebliebene Unverbesserliche sei, fragt Marianne in derselben Mail, in der sie mich auf die Aktion &#8222;Gib es weiter&#8220; aufmerksam macht. Offensichtlich haben wenige Stunden gereicht &#8211; die Website ist seit dem 4. 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