{"id":1544,"date":"2014-09-09T23:40:13","date_gmt":"2014-09-09T21:40:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=1544"},"modified":"2022-12-29T19:21:10","modified_gmt":"2022-12-29T18:21:10","slug":"heute-bei-lidl-das-ist-kein-brot-das-ist-muell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2014\/09\/09\/heute-bei-lidl-das-ist-kein-brot-das-ist-muell\/","title":{"rendered":"Heute bei LIDL:  &#8222;Das ist kein Brot, das ist M\u00dcLL!&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Bin noch immer ganz fassungslos. Was ich vorhin bei LIDL erlebte, zieht mir echt die Schuhe aus! Ich WURDE LAUT, dort an der Kasse!<\/p>\n<p>Und es braucht wirklich einiges, um mich w\u00fctend zu machen,  meine Stammleser\/innen wissen das. Meist bin ich diejenige, die f\u00fcr viel Fehlverhalten und suboptimale Zust\u00e4nde Verst\u00e4ndnis hat, insbesondere f\u00fcr Menschen, die sich nun mal in den Zw\u00e4ngen ihrer \u00f6konomischen Bedingungen bewegen m\u00fcssen und nicht &#8222;alles anders machen&#8220; k\u00f6nnen, ohne ihren Job zu riskieren. Und auch f\u00fcr Unternehmen, f\u00fcr die ebenso gilt, dass sie nichts zu verschenken haben und sehen m\u00fcssen, wie sie ihren Marktanteil in Konkurrenz zueinander halten bzw. erweitern k\u00f6nnen (weil &#8222;Stillstand ist R\u00fcckschritt&#8220; und Wachstum ein Muss). <\/p>\n<p>Trotzalledem: Irgendwo ist Schluss mit lustig, mit Verstehen, mit brav sich alles bieten lassen, weil die Armen ja nicht anders k\u00f6nnen, nicht anders d\u00fcrfen&#8230;<!--more--><\/p>\n<h2>Was geschah?<\/h2>\n<p>Wer jetzt &#8222;was ganz Besonderes&#8220; erwartet, wird vermutlich entt\u00e4uscht. Es ging nur um einen halben Laib Brot, genauer gesagt um die Sorte &#8222;Weltmeisterbrot&#8220;, geschnitten, und es waren ca. zwei Scheiben MEHR als ein halber Brotlaib. <\/p>\n<p>Sowas bringt die LIDL-Maschinerie glatt zum ausrasten! Kundenfreundlichkeit, Mitmenschlichkeit, Vermeiden von Aufsehen, Flexibilit\u00e4t &#8211; vergesst es, das gibts bei LIDL nicht, wenn sich jemand anheischt, geschnittes Weltmeisterbrot in offenbar un\u00fcblicher Menge erwerben und nat\u00fcrlich bezahlen zu wollen. Denn merke: &#8222;Das ist kein Brot, das ist M\u00dcLL!&#8220;<\/p>\n<p>Es war so: Auf dem Weg vom Garten nachhause stoppte ich beim LIDL, der auf dem Weg liegt (Markgrafendamm 25c in 10245 Berlin-Friedrichshain). Zum Abendessen brauchte ich noch dies und das &#8211; und obwohl LIDL sich dadurch hervor tut, Veggie-Bed\u00fcrfnisse im Vergleich zu anderen Discountern massiv zu ignorieren, war mir das f\u00fcr den Moment egal. Unter anderem legte ich BROT in meinen anstatt Einkaufswagen genutzten Karton. In Sachen Br\u00f6tchen &#038; Brot hat LIDL seit einiger Zeit ein breites &#8222;Frische-Regal&#8220;, in dem die aufgebackenen vorfabrizierten Teilchen und diverse Brotlaibe und &#8222;St\u00fcckchen&#8220; angeboten werden. <\/p>\n<p>Im Brotregal gab es ganz unten eine gro\u00dfe Schublade bzw. ein Fach, in dem sich geschnittenes Brot befand, ca. ein geschnittener Laub Weltmeisterbrot in Scheiben. Zuvor hatte ich in Betracht gezogen, das 750-Gramm-Weltmeisterbrot am St\u00fcck zu kaufen, das aber verworfen, weil es mir zuviel ist und fr\u00fcher schimmelt als ich es verbrauchen kann.<\/p>\n<p>Wie sch\u00f6n! Offenbar hatten sie letzte Brote geschnitten, um sie vielleicht so noch loszuwerden. Ich fasste eine Scheibe an: frisch! Also nahm ich soviel Brot, wie ich brauchte, packte es in eine der dort angebotenen durchsichtigen T\u00fcten und setzte meinen Einkauf fort.<\/p>\n<p>An der Kasse dann das irritierte Einhalten der Kassiererin:<\/p>\n<p>Sie: &#8222;Was ist denn das?&#8220;<\/p>\n<p>Ich: &#8222;geschnittenes Weltmeisterbrot&#8220;<\/p>\n<p>Sie: &#8222;hm&#8230;. ein Ganzes oder ein Halbes?&#8220;<\/p>\n<p>Ich: &#8222;weiss ich nicht, mehr als ein Halbes, aber sicher kein Ganzes&#8220;<\/p>\n<p>Sie: &#8222;das kann ich aber nicht eingeben!&#8220;<\/p>\n<p>Ich, harmonie-geneigt erl\u00e4uternd, wie ich dazu komme: <\/p>\n<p>&#8222;Die Scheiben lagen doch aber da in einem Fach im Brotregal. Ich dachte, man solle sich nehmen, wieviel man eben braucht und das werde halt an der Kasse ausgewogen oder gesch\u00e4tzt&#8220;.<\/p>\n<p>Sie: &#8222;N\u00f6\u00f6\u00f6\u00f6 &#8211; und ich kann das hier nicht eingeben, nur als Ganzes!&#8220;<\/p>\n<p>Ich: &#8222;Also f\u00fcr zwei Scheiben mehr als ein Halbes den Preis f\u00fcr ein Ganzes zu bezahlen, sehe ich nicht ein. Schlie\u00dflich bieten Sie das ja so an, es stand nirgends eine Erl\u00e4uterung, zu welchen Bedingungen man die Brotscheiben kaufen darf oder nicht!&#8220;<\/p>\n<p>Sie: &#8222;&#8230; hm&#8230; aber ich kann das nicht eingeben!&#8220;.<\/p>\n<p>Ich: &#8222;Sie werden doch aber irgend eine M\u00f6glichkeit haben, mit dieser nun mal eingetretenen Situation umzugehen?&#8220;<\/p>\n<p>Sie: &#8222;Ja, da muss ich nachfragen, muss den Kollegen fragen.. &#8220; <\/p>\n<p>Greift zum H\u00f6rer, bittet um Hilfe. Ich denke mir: jetzt kommt hoffentlich jemand, der die Sache einfach mal schnell und &#8222;kulant&#8220; regelt, damit die lange Schlange wartender Menschen und ich als Kundin nicht weiter mit der Problematik der &#8222;Nicht-Eingebbarkeit&#8220; von 600 Gramm Weltmeisterbrot bel\u00e4stigt werde.<\/p>\n<p>Weit gefehlt, ich h\u00e4tte kaum mehr daneben liegen k\u00f6nnen, ich Dummchen mit dem positiven Menschenbild! LIDL scheint keinen Wert auf die genannten WERTE zu legen, denn es erschien ein Mann, maximal dreissig, sp\u00fcrbar hochmotiviert, aber nicht in meinem Sinne. Was die Kassiererin noch f\u00fcr m\u00f6glich hielt (das &#8222;halbe Brot&#8220;), kam in seinem LIDL-Versum gar nicht erst vor. Auf meinen Vorschlag, mir eben den halben Preis zu berechnen, blaffte er mich (und die Kassiererin) an:<\/p>\n<p>&#8222;Wir verkaufen keine halben Brote!&#8220;<\/p>\n<p>Ich: Aber Sie bieten doch Brot in Scheiben an, dahinten im Brotregal in der untersten Schublade. Es stand keine Anleitung dran, dass man es nur in bestimmten Mengen entnehmen darf!&#8220;<\/p>\n<p>Er: &#8222;Nein, wir haben keine solchen Schubladen!&#8220;<\/p>\n<p>Ich: &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; ? &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; (verstummt, weil echt perplex!)<\/p>\n<p>Fassung wieder gewinnend: <\/p>\n<p>&#8222;Doch! Dahinten am Brotregal, wo soll ich es denn sonst herhaben?&#8220;<\/p>\n<p>Er reisst die T\u00fcte mit den nicht ins System passenden Brotscheiben aus der Hand der Kassiererin und h\u00e4lt sie mir vor die Nase:<\/p>\n<p>&#8222;DAS IST KEIN BROT! DAS IST <strong style=\"font-size:1.8em\">M\u00dcLL!<\/strong>&#8220;<\/p>\n<p>Ich, LAUT und ehrlich emp\u00f6rt:  <\/p>\n<p>&#8222;Diesen M\u00dcLL h\u00e4tte ich jetzt gerne zu Abend gegessen!!! Ist das Ihr Ernst? Ich darf das Brot nicht kaufen und Sie wollen es lieber wegwerfen?&#8220;<\/p>\n<p>Er: &#8222;Das ist M\u00fcll!&#8220; &#8211; entfernt sich mit der T\u00fcte.<\/p>\n<p>Meine Meinung zu diesem Event an der LIDL-Kasse hab ich dann tats\u00e4chlich noch laut zum besten gegeben. Die genaue Wortwahl erinnere ich nicht, vermutlich war es beleidigungstechnisch harmlos, aber inhaltlich deutlich. Im \u00f6ffentlich laut Fluchen &#038; Schimpfen bin ich unerfahren, doch die Ignoranz und Systemverfallenheit, die ich heute bei LIDL erleben musste, war einfach zuviel.<br \/>\nUnter anderem hab&#8216; ich angesagt, dass ich dar\u00fcber bloggen werde. Unter &#8222;Heute bei LIDL&#8220;, oder so.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bin noch immer ganz fassungslos. Was ich vorhin bei LIDL erlebte, zieht mir echt die Schuhe aus! Ich WURDE LAUT, dort an der Kasse! Und es braucht wirklich einiges, um mich w\u00fctend zu machen, meine Stammleser\/innen wissen das. 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