{"id":1531,"date":"2014-09-03T11:00:14","date_gmt":"2014-09-03T09:00:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=1531"},"modified":"2014-09-03T12:00:48","modified_gmt":"2014-09-03T10:00:48","slug":"freiheit-statt-angst-eine-nachlese-mit-gedanken-zur-fehlenden-utopie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2014\/09\/03\/freiheit-statt-angst-eine-nachlese-mit-gedanken-zur-fehlenden-utopie\/","title":{"rendered":"Freiheit statt Angst &#8211; eine Nachlese mit Gedanken zur fehlenden Utopie"},"content":{"rendered":"<p>Dieses Jahr war ich nicht auf der Demo &#8222;Freiheit statt Angst&#8220; (#FsA), hab&#8216; sie nur <a href=\"http:\/\/www.modersohn-magazin.de\/2014\/08\/27\/30-august-am-brandenburger-tor-demo-freiheit-statt-angst\/\">&#8222;beworben&#8220;<\/a>. Schon letztes Mal war ich nur auf der Startkundgebung, auf den &#8222;Spaziergang&#8220; danach hab&#8216; ich verzichtet. Zu meiner Entschuldigung k\u00f6nnte ich anf\u00fchren, dass ich nicht lange ohne Beschwerden laufen kann und mich sp\u00e4testens nach 15 Minuten setzen muss. Aber auch davon abgesehen bin ich nicht sicher, ob ich diesmal dort gewesen w\u00e4re: Nicht mangels Interesse (das Thema emp\u00f6rt mich durchaus!), sondern weil meine Samstage verplant sind und ich auch ein bisschen denke: das sollen jetzt mal die J\u00fcngeren machen! :-)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/demo.jpg\" alt=\"Demo  Freiheit statt Angst\" width=\"460\" height=\"126\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1532\" srcset=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/demo.jpg 460w, https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/demo-300x82.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><\/p>\n<p>In der &#8222;Sammelmappe&#8220; fand ich dann <a href=\"http:\/\/www.claudiakilian.de\/freiheit-statt-angst-2\">Claudias Bemerkung \u00fcber ihr &#8222;ungutes Gef\u00fchl&#8220;<\/a>, das sie bei dieser Demo empfindet. Sie fand keine Zeit, das auszuf\u00fchren, postete jedoch Links zu Anderen, die sich entsprechend ge\u00e4u\u00dfert hatten: <!--more--><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/mspr0.de\/?p=3709\">Mspro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/medium.com\/@map\/feminismus-statt-angst-eff1f40ec53b\">Feminismus statt Angst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/t.co\/9HbcPCjeKw\">FrDingens statt Angst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.kulturnetz-drensteinfurt.de\/joomla\/index.php?option=com_content&amp;view=section&amp;layout=blog&amp;id=9&amp;Itemid=60\">Wie soll es weiter gehen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/hanhaiwen.wordpress.com\/2014\/08\/31\/wo-bleiben-die-losungen-uber-die-fsa14\/\">Wo bleiben die L\u00f6sungen?<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Artikel hab&#8216; ich mit Interesse gelesen und dann einen ellenlangen Kommentar dazu verfasst, den ich jetzt einfach mal hier &#8218;r\u00fcber ziehe:<\/p>\n<p>___________________Kommentar____________________<\/p>\n<p>Habe all deine verlinkten Artikel durchgelesen<\/p>\n<ul>\n<li><strong>mspro<\/strong> \u2013 weil ich dort auch die Kommentare las, bin ich fast erschrocken, einen recht langen eigenen dort anzutreffen. Aha, das war eine Resonanz aus 2013! Klang f\u00fcr mich dennoch aktuell, da sein Unbehagen \u00e4hnlich dem ist, das gegen die Montagsdemos formuliert wurde \u2013 ein Ph\u00e4nomen, das wir erst seit einem dreiviertel Jahr haben, das also NACH der FsA 2013 stattfand. Verwirrende Zeitl\u00e4ufte\u2026.<\/li>\n<li><strong>Feminismus statt Angst<\/strong> &#8211; guter Rant! (selber war ich nicht auf der Demo, hab also keine eigenen Eindr\u00fccke) Wobei es wie eine versch\u00e4rfte Illu zum Kommentargespr\u00e4ch bei Mspro wirkt, wo debattiert wurde, ob es nicht manchmal n\u00f6tig ist, mit Andersdenkenden \/ auch mal Arschl\u00f6schern gegen eine Sache zu demonstrieren, in der man gleicher Meinung ist.<br \/>\nWenn die allerdings auch noch \u00fcbergriffig werden, ist nat\u00fcrlich Schluss mit solcher hamonie-lastigen Denke!<\/li>\n<li><strong>Wie soll es weiter gehen?<\/strong> \u2013 klasse Text mit den richtigen Fragen. Umso mehr \u00e4rgert es mich, dass die Autorin \/ der Autor (wie w\u00e4r denn hier die perfekt gegenderte Fassung?) sowas wie Kommentare unwichtig zu finden scheint, denn die sind dort nicht m\u00f6glich.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Deshalb nehme ich die Gelegenheit war und sag hier was zu:<\/p>\n<blockquote><p>\u201cEs wird Zeit, dass wir alle begreifen: Wir machen aus \u00c4rztinnen, Sozialarbeitern, Grundschullehrerinnen, Busfahrern und Krankenschwestern keine Nerds.<br \/>\nTrotzdem muss zu diesen Menschen eine funktionierende Kommunikation aufgebaut werden. Denn \u2013 wir werden die Machtfrage stellen m\u00fcssen, damit sich in diesem Land etwas \u00e4ndert. Wir m\u00fcssen deutlich machen, dass die Mehrheit die fortgesetzte Massenaussp\u00e4hung nicht hinnehmen wird. Und genau daf\u00fcr brauchen wir Ideen \u2013 die eben kommunizieren: \u201cEs geht auch Dich an! Und Du kannst etwas tun! Ein solcher Ansatz k\u00f6nnte die bevorstehende Ausweitung des Geheimdienst-Etats sein.\u201d<\/p><\/blockquote>\n<p>G\u00e4\u00e4hhhhhhhhhnnnnnnnnnnnnn ! So ein guter Anlauf und dann wieder auf dem Bettvorleger gelandet! Die \u201cAusweitung des Geheimdienst-Etats\u201d ist doch nur wieder ein neuen Hoffnungsthema, mit dem man meint, endlich ein paar mehr Menschen zu emp\u00f6ren. Klar, die emp\u00f6ren sich dann auch, mal so kurz beim Lesen der Info, aber dann wenden sie sich wieder anderen\/dringlicheren Dingen zu \u2013 wie wir doch auch.<\/p>\n<p>Was wirklich anst\u00fcnde, wenn die Analyse ernst genommen w\u00fcrde, w\u00e4re pers\u00f6nliche Kommunikation (und Vermittlung verst\u00e4ndlicher Info-Texte) in Kreisen au\u00dferhalb der imaginierten \u201cNetzgemeinde\u201d \u2013 n\u00e4mlich \u00fcberall dort, wo Menschen das Netz f\u00fcr IHRE Interessen nutzen.<\/p>\n<p>Er schreibt (ich hab mittlerweile ins Impressum geschaut):<\/p>\n<blockquote><p>\u201cDie meisten Menschen wissen nicht, worin der Vorteil freier Software besteht. Sie wissen ja noch nicht einmal, was Software \u00fcberhaupt ist. Die Mehrheit dort drau\u00dfen benutzt das Smartphone als n\u00fctzliches Statussymbol, dass ihnen nahezu kostenlos einen niederschwelligen Einstieg in die globale Informationsgesellschaft bereit stellt. Sie haben kein Wissen dar\u00fcber, dass sie damit die urspr\u00fcnglichen Rechte des Subjekts an sich selbst abgeben und zum Objekt kapitalistischer und geheimdienstlicher Interessen werden.\u201d<\/p><\/blockquote>\n<p>Ja, ja \u2013 dann hilft es aber nichts, ein neues hoffentlich-mehr-vom-Hocker-reissendes Thema in der Filterblase zu promoten. Da muss man dann halt hinab steigen in die Niederungen der Hobby-Blogs, der Garten-, Mode- , Koch- und Test-Blogs \u2013 in die Foren der Interessengruppen, der von allerlei \u00dcbeln Betroffenen, der besonders Geneigten und speziell Interessierten.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Wo bleiben die L\u00f6sungen?<\/strong> \u2013 Auch ein sehr guter Rant, sprich mir punktuell aus dem Herzen. Seine Frage nach der fehlenden gesellschaftlichen Utopie trifft einen wunden Punkt, bzw. ein ganzes geistiges Geschw\u00fcr.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das pack ich aber heut nicht mehr an. Und zu \u201cFrau Dingens\u201d sag ich lieber nix.<\/p>\n<p>______________Kommentar Ende________________<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/hvlog.gif\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/hvlog.gif\" alt=\"Staunen\" width=\"149\" height=\"89\" class=\"aligncenter mitte size-full wp-image-1535\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das mit der fehlenden Utopie ist wirklich eine spannende Frage. Wer w\u00fcnscht sich heute noch etwas Anderes, als dass  &#8211; &#8222;bei uns&#8220; &#8211; doch m\u00f6glichst alles so bleiben soll, wie es ist? Nat\u00fcrlich w\u00fcnschen viele Verbesserungen im Detail, z.B. in der Hartz4-Gesetzgebung, in der Bildung, im Gesundheitssektor und (derzeit versch\u00e4rft) eine andere EU- und Au\u00dfenpolitik im Blick auf die kriegerischen Krisen (Ukraine, Nahost, IS). Einigkeit besteht \u00fcber die gew\u00fcnschten Ver\u00e4nderungen jedoch nicht und &#8222;Utopie-Charakter&#8220; hat das alles ja doch nicht, oder?<\/p>\n<p>Ich vermute, dass das Verschwinden der Utopien damit zusammen h\u00e4ngt, dass &#8222;wir&#8220; in den entwickelten alten Industriestaten (ehemals 1.Welt) mittlerweile ein Bewusstsein daf\u00fcr haben, wie privilegiert unsere &#8222;Wohlversorgtheit&#8220; angesichts der Lage in vielen anderen Weltgegenden doch ist. Merkels Spruch von den &#8222;kommunizierenden R\u00f6hren&#8220;, mit dem sie schon vor Jahren die Wirkungen der Globalisierung beschrieb, zeigt eine f\u00fcr uns eher erschreckende Zukunft auf: Wohlstandsverluste auf allen Gebieten, Verlust von Sicherheiten und Wegschrumpfen der Sozialstaatlichkeit.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/verpackt2.jpg\" alt=\"Angst\" width=\"160\" height=\"171\" class=\"alignright rechts size-full wp-image-1533\" \/>Da br\u00e4uchte es dann schon einen besonders ignoranten Geist, um noch ein UTOPIA im alten Sinne auszumalen, das ja immer ein MEHR an Gl\u00fcck und Entfaltungsm\u00f6glichkeiten bedeutete als der Status Quo gerade bietet. Und alternative, globale Utopien sind kaum mehr formulierbar, weil wir gelernt haben, was <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eurozentrismus\">Eurozentrismus<\/a> ist und dass man nicht mal eben so eine Weltordnung ausdenken kann, die ALLEN Kulturen, ihren jeweiligen Werten und Konflikten gerecht w\u00fcrde.<\/p>\n<p>So schauen wir also in verschiedene Abgr\u00fcnde und loben den Tag, an dem wir den Schritt vorw\u00e4rts noch nicht machen m\u00fcssen. <\/p>\n<p>Winter is coming.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Jahr war ich nicht auf der Demo &#8222;Freiheit statt Angst&#8220; (#FsA), hab&#8216; sie nur &#8222;beworben&#8220;. Schon letztes Mal war ich nur auf der Startkundgebung, auf den &#8222;Spaziergang&#8220; danach hab&#8216; ich verzichtet. Zu meiner Entschuldigung k\u00f6nnte ich anf\u00fchren, dass ich nicht lange ohne Beschwerden laufen kann und mich sp\u00e4testens nach 15 Minuten setzen muss. 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