{"id":1517,"date":"2014-08-12T13:14:26","date_gmt":"2014-08-12T11:14:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=1517"},"modified":"2014-08-12T14:19:12","modified_gmt":"2014-08-12T12:19:12","slug":"code-rules-das-follower-chaos-ist-ursache-vieler-gates","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2014\/08\/12\/code-rules-das-follower-chaos-ist-ursache-vieler-gates\/","title":{"rendered":"Code rules: Das Follower-Chaos ist Ursache vieler #Gates"},"content":{"rendered":"<p>Nun ist #fappygate schon ein paar Tage durch, das Stadium der nachdenklichen Blogpost zum Thema &#8222;Wie gehen wir im Internet miteinander um&#8220; ist erreicht. Ich verzichte hier darauf, die Geschichte des Gro\u00dfstreits auf Twitter nachzuerz\u00e4hlen, denn worauf ich hinaus will, hat nichts mit dem gegebenem Anlass zu tun, sondern gilt allgemein f\u00fcrs &#8222;aneinander geraten auf Twitter&#8220;.<\/p>\n<p>Juna schreibt dazu in ihrem Blogpost <a href=\"http:\/\/www.junaimnetz.de\/marktschreier-2-0-oder-reden-in-zeiten-des-internet\">Marktschreier 2.0 oder Reden in Zeiten des Internet:<\/a><\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Vielfach wird postuliert, Social Media beg\u00fcnstige Konflikte zwischen Menschen. Vor allem das auf 140-Zeichen pro \u00c4u\u00dferung begrenzte <a title=\"Ein paar Gedanken zur Rolle von twitter bei Konflikten von Christoph Kappes\" href=\"http:\/\/denktagebuch.de\/notizen-zum-flappygate-wie-rauchende-radfahrer\/\" target=\"_blank\">Twitter steht nachhaltig im Verdacht, eine Art Emp\u00f6rungskultur zu katalysieren<\/a> \u2013 soll hei\u00dfen: Das schnelle, direkte, allen Internetnutzerinnen offen stehende Medium, das grunds\u00e4tzlich alle Beitr\u00e4ge erst einmal gleichwertig nebeneinander existieren l\u00e4sst, soll Streitereien und Missverst\u00e4ndnisse f\u00f6rdern&#8230;.<\/p>\n<p>&#8230;Einem Medium die eigene Nutzung dieses Mediums vorzuwerfen ist allerdings ein wenig kurzgegriffen. Das Medium ist zun\u00e4chst einmal neutral, oder auch: Soziale Netzwerke lassen eher selten aktiv Nutzer auf Nutzer los und genie\u00dfen dann die Show. &#8222;<\/p><\/blockquote>\n<p>Juna besteht also auf der Selbstbestimmtheit des jeweils streitbaren Verhaltens, ruft zur M\u00e4\u00dfigung und Achtsamkeit auf und verweist auf die Beschr\u00e4nktheit eines Mediums, in dem wir nur per Text kommunizieren und die Reaktionen des Gegen\u00fcbers auch maximal als Text zur\u00fcck bekommen. W\u00fcrden wir in ein erschrockenes, beleidigtes, ver\u00e4ngstigtes oder emp\u00f6rtes Gesicht sehen, w\u00fcrde es deutlich schwerer fallen, mal eben &#8222;nachzulegen&#8220;, nachdem wir erkannt haben, was ein locker dahin geschriebener Satz angerichtet hat. <!--more--><\/p>\n<p>Soweit, so bekannt. Auch der Gedankenreiter (der den Gro\u00dfkonflikt \u00fcbrigens Punkt f\u00fcr Punkt chronologisch bespricht) schreibt in <a href=\"http:\/\/www.gedankenreiter.de\/wp\/2014\/08\/08\/vergiss-nie-dass-auf-der-anderen-seite-ein-mensch-sitzt\/\">Vergiss nie, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Wenn sich vor 20 Jahren zwei Menschen im Internet gestritten h\u00e4tten, h\u00e4tten andere die Beteiligten zur M\u00e4\u00dfigung aufgerufen. Damals gingen die Menschen davon aus, dass die Kommunikation im und durch das Internet niemals die tats\u00e4chliche Kommunikation von Angesicht zu Angesicht ersetzen k\u00f6nne. Die gesamte nonverbale Kommunikation z. B. fehlt. Aber auch das geschriebene Wort k\u00f6nnte schnell missverstanden werden, wenn der Kontext nicht ersichtlich ist.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und er appelliert an alle User:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Erwachsene Menschen unterscheiden sich von Kindern dahingehend, dass sie sich ab und an auch ihrer Verantwortung bewusst sind und entsprechend handeln. Das Internet ist kein Vakuum und wir sind nicht alleine hier. Trolle sollten die Ausnahme, nicht die Regel sein. H\u00f6rt auf, \u00d6l ins Feuer zu gie\u00dfen, und vergesst nie, dass auf der anderen Seite immer auch ein Mensch sitzt. Nicht, dass hier der Eindruck entsteht, damals w\u00e4re alles viel besser gewesen. Die <strong>Netiquette<\/strong> ist entstanden, weil es auch damals schon Leute gab, die unangenehm aufgefallen sind. Das ist wohl leider normal. Ich hatte aber damals den Eindruck, weil das Internet damals f\u00fcr uns alle Neuland war, waren wir vorsichtiger und h\u00f6flicher im Umgang miteinander. Und wir haben uns eher entschuldigt. Fehlermachen war da ganz nat\u00fcrlich, wenn auch vermeidbar.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Einspruch: Nicht nur die Nutzer, auch das Medium ist schuld! Ich zitiere die beiden beispielhaft f\u00fcr viele, doch wundert mich bei solchen ermahnenden Texten, dass kaum je auf einen wichtigen Unterschied e\u00edngegangen wird, der das fr\u00fchere Internet (1.0) vom Netz der sozialen Medien (2.0) unterscheidet, n\u00e4mlich das <strong>Follower-Prinzip<\/strong> und die &#8222;Ordnung&#8220; der Inhalte entlang an Personen, nicht an Themen. <\/p>\n<h2>Gemeinschaft zerschossen, Themenbezug eliminiert<\/h2>\n<p>Diese beiden Ver\u00e4nderungen haben bewirkt, dass der gemeinsame &#8222;Raum der Erfahrung&#8220; zerst\u00f6rt wurde &#8211; und damit die wichtigste Voraussetzung f\u00fcr das Funktionieren einer Nettikette! Das Follower-Prinzip hebelt jegliche Chance, eine &#8222;virtuelle Gemeinschaft&#8220; zu bilden, effektiv aus. F\u00fcr jene Menschen, die sich dem noch nicht erlebend ausgesetzt haben, hier ein Vergleich:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Im fr\u00fcheren Internet<\/strong> traf man sich in Foren, die ein Thema hatten. Man war dort Mitglied und hatte Schreibrechte an f\u00fcr ALLE Mitglieder lesbaren &#8222;Tafeln&#8220;, die jeweils wieder mit einem Subthema \u00fcbertitelt waren.  Auch Mailinglisten hatten Teilnehmende, die dann alle Botschaften aller bekommen haben. Man konnte sich vom System anzeigen lassen, WER da alles angemeldet ist, die Foren bekamen schon bald Profilseiten, die den \u00dcberblick unterst\u00fctzten.<br \/>\nAlles in allem entstand so eine <strong>virtuelle Gemeinschaft<\/strong>, zwar ein bisschen fluktuierend, aber doch \u00fcberschaubar (hier ein <a href=\"http:\/\/claudia-klinger.de\/archiv\/MissingLinkAusstell\/familie.htm\">erlebtes Listen-Beispiel aus den 90gern<\/a>). Vor allem konnte man davon ausgehen, dass die anderen, ansonsten unbekannten Mitglieder, auf irgend eine Art ins Thema involviert waren und auch diesselben Erfahrungen im Forum machen konnten wie jedes Mitglied. Also alle Beitr\u00e4ge lesen, die Kontexte verstehen und und und&#8230; <\/li>\n<li><strong>Im heutigen Web<\/strong> gilt auf Twitter, G+ und neuerdings auch FB das &#8222;Follower-Prinzip&#8220;: Eine Person kann nur die Botschaften jener User lesen, denen sie &#8222;folgt&#8220;. Entsprechend werden die eigenen Texte nur von Menschen gelesen, die sich irgendwann entschieden haben, einem\/einer zu folgen, bzw. den eigenen Stream zu abonnieren. Themensortierung findet nicht statt, s\u00e4mtliche \u00c4u\u00dferungen einer Person &#8211; egal zu wem und in welchem Kontext &#8211; erscheinen auf meiner &#8222;Timeline&#8220;, chronologisch geordnet oder vom System nach &#8222;Relevanz&#8220; vorsortiert, wie bei Facebook. Ich folge derzeit 614 &#8222;Quellen&#8220; auf Twitter, was nicht un\u00fcblich ist und es v\u00f6llig unm\u00f6glich macht, ALLES zu lesen. Und selbst wenn das ginge: Man bekommt den Kontext der \u00c4u\u00dferungen nicht mit, kann ihn allenfalls m\u00fchsam erforschen, sofern der jeweilige Tweet daf\u00fcr Hinweise beinhaltet &#8211; etwa ein @Twittername, aus dem man sehen kann, an wen ein Tweet speziell gerichtet ist. Dabei sind noch Feinheiten zu beachten: ein Tweet, der mit @Twittername beginnt, erscheint nur in der Timeline der adressierten Person, sowie (soviel ich wei\u00df!) bei jenen, die beiden folgen. Deshalb hat es sich eingeb\u00fcrgert, einen Punkt davor zu setzen, wenn man die &#8222;Antwort an&#8230;&#8220; m\u00f6glichst \u00f6ffentlich machen will.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Kommunikation auf Twitter ist also nichts als ein &#8222;hinein rufen&#8220; in einen in zig1000 Teilr\u00e4ume zersplitterten Raum, der es strukturell verunm\u00f6glicht, dass man erkennt, <strong>wer an wen warum gerade DAS schreibt<\/strong>, was da in 140 knappen Zeichen steht. Gleichwohl f\u00fchlt man sich berechtigt, diese Tweets als &#8222;Schreibimpulse&#8220; zu verstehen, also durchaus dazu zu sagen, was einem so durch den Kopf geht. Warum auch nicht? Schlie\u00dflich ist die vom System vorgegebene Struktur wie sie nun mal ist (Code rules!) und man geht automatisch davon aus, dass jede und jeder im Bewusstsein dieser Tatsache twittert.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich nutzen Menschen Twitter jedoch sehr vielf\u00e4ltig:<\/p>\n<ul>\n<li>Als Infomedium und Linkschleuder<\/li>\n<li>zur Verbreitung von lustigen Spr\u00fcchen und Lebensweisheiten<\/li>\n<li>f\u00fcr die Kommunikation mit Bekannten<\/li>\n<li>f\u00fcr Dialoge mit Freunden<\/li>\n<li>f\u00fcr die Bekanntmachung von Inhalten f\u00fcr spezielle eigene Zielgruppen<\/li>\n<li>zur politischen Agitation<\/li>\n<li>f\u00fcr den Ausdruck von aktuellen Stimmungen<\/li>\n<li>zur Selbstdarstellung<\/li>\n<li>zur Unterhaltung<\/li>\n<li>etc. usw.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Kontroversen, die mal eben so vom Twitter-Himmel fallen<\/h2>\n<p>Hier nun ein aktuell erlebtes Beispiel einer derart &#8222;zerschossenen&#8220; Kommunikation, bzw. ihrer Folgen: <\/p>\n<p>    Userin A schrieb: <\/p>\n<blockquote><p> &#8222;Hallo &#8211; dass Frauen \u00fcber ihren K\u00f6rper alleine entscheiden k\u00f6nnen, ist das noch f\u00fcr dieses Jahrhundert geplant? #nurnettfragen&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Das Hashtag #nurnettfragen versammelte auf gar nicht so unterschwellig aggressive Art Vorw\u00fcrfe an die b\u00f6se Welt. Da ein Hashtag eine Einladung ist, sich zu diesem Thema zu \u00e4u\u00dfern und ich immer schon \u00fcber meinen K\u00f6rper selbst entschieden hatte (na wie denn auch nicht?) twitterte ich dazu: <\/p>\n<blockquote><p>@UserinA: hast du \u00fcber deinen K\u00f6rper mal NICHT selbst entschieden?<\/p><\/blockquote>\n<p>Es war eine ernst gemeinte Frage, die ich deshalb auch nur an die Userin A richtete (mit der M\u00f6glichkeit, dass nur Leute, die uns beiden folgen, es mitlesen). Daraufhin schrieb Userin A:<\/p>\n<blockquote><p>. @HumanVoice Schon mal die Pille danach gebraucht? Oder ne Abtreibung? Oder in der \u00d6ffentlichkeit gegessen?<\/p><\/blockquote>\n<p>Man beachte den Punkt am Anfang, sie wollte das also in einer maximalen \u00d6ffentlichkeit verhandelt sehen. Ohne dass diese \u00d6ffentlichkeit (wie auch immer IHRE verfasst ist) meine Frage h\u00e4tte lesen k\u00f6nnen.<br \/>\nInhaltlich brachte mich dieser Tweet schwer ins Gr\u00fcbeln. Einen Bezug zu &#8222;Fremdbestimmung&#8220; bei Abtreibung und Pille danach konnte ich mir noch vorstellen. Aber bei &#8222;\u00f6ffentlich essen&#8220;? Ich sa\u00df da wie der sprichw\u00f6rtliche Ochs vor dem Berg &#8211; und fragte dann einfach nach: <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;@UserinA Klar hab ich schon in der \u00d6ffentlichkeit gegessen. Themenbezug?&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Userin A: <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;. @HumanVoice Dann bist du wohl normsch\u00f6n und bekamst noch nie Kommentare, was du darfst und nicht darfst.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich:    <\/p>\n<blockquote><p>@UserinA ach so, du meinst blo\u00dfes Bewerten des Aussehens&#8230; seh ich nicht als Fremdbestimmung, sondern als asoziales Verhalten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Sie:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;. @HumanVoice Und was du machst, ist unn\u00f6tiges Belehren. Tsch\u00f6!&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich: <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;@UserinA Ich wollte dich nur verstehen, sorry!&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich erspare dem geneigten Publikum nun die Weiterungen, das Einklinken Dritter aus ihrem und &#8211; vielleicht &#8211; meinem Followerkreis. Es uferte in diverse Richtungen aus, M\u00e4nner beklagten, dass von ihnen nicht nur &#8222;schlank&#8220;, sondern auch &#8222;definiert&#8220; verlangt werde und vieles mehr. <\/p>\n<p>F\u00fcr mich war das ganze ein ungemein typisches Beispiel f\u00fcr die zersplitterte Kommunikation bzw. das Kommunizieren an unklare Adressaten. F\u00fcr SIE bzw. die Kreise, mit denen sie haupts\u00e4chlich interagiert, ist offenbar sonnenklar, dass alle erdenklichen Kommentare Dritter eine &#8222;Fremdbestimmung&#8220; darstellen. Sonst h\u00e4tte sie mir nicht mit &#8222;\u00f6ffentlich essen&#8220; geantwortet, ohne mir irgend einen Hinweis zu geben, was damit gemeint sein k\u00f6nnte. Zudem ist ihr an konkreten Dialogen nicht gelegen, was man an der fortgesetzten Verwendung des Punkts vor ihren Antworten sieht: Sie wei\u00df, dass meine Botschaften direkt an sie gehen sollen, ignoriert das aber, denn sie will eine gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche \u00d6ffentlichkeit involvieren &#8211; ohne dass diese \u00d6ffentlichkeit meine H\u00e4lfte des Dialogs mitbekommt. Nat\u00fcrlich h\u00e4tte ich auch &#8222;punkten&#8220; k\u00f6nnen, aber warum sollte ich? <\/p>\n<p>Ihr Vorwurf des &#8222;unn\u00f6tigen Belehrens&#8220; ist &#8211; gerade auch auf Twitter &#8211; definitiv verfehlt. Ich hatte sie endlich verstanden und es lediglich gewagt, meine EIGENE MEINUNG zum Besten zu geben. Das ist Selbstdarstellung, keine Belehrung. Und keine Nettikette der Welt rettet davor, dass Andere ihre Meinung zu einer \u00c4u\u00dferung sagen, die f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit gedacht ist. <\/p>\n<h2>Frieden auf Twitter? Wer will das denn? :-)<\/h2>\n<p>Genug davon! Es ist nur ein Beispiel unter vielen, die man t\u00e4glich erleben kann. Viele Streitigkeiten entstehen, weil kurze Statements, die im Rahmen eines Gespr\u00e4chs unter Bekannten ge\u00e4u\u00dfert wurden, von Dritten singul\u00e4r wahrgenommen und dann skandalisiert werden. Wer mag schon st\u00e4ndig nachfragen, warum und weshalb ein Tweet geschrieben und an wen er haupts\u00e4chlich gerichtet ist? Statt dessen reagiert man auf den &#8222;Schreibimpuls&#8220; und f\u00fchlt sich dabei total im Recht. <\/p>\n<p>R\u00fcckgriffe auf fr\u00fchere Nettiketten reichen in solchen Umfeldern nicht mehr aus. Das Follower-Prinzip erzeugt kommunikatives Chaos als Regelfall, nicht als Ausnahme. Um damit umzugehen, braucht es ein st\u00e4ndig waches Bewusstsein \u00fcber die atomisierte und chaotisch-vernetzte Struktur des neuen virtuellen Raums, dazu eine gute Portion Gelassenheit und die Bereitschaft, das eigene Ego nicht als oberste Handlungsmaxime anzusehen. <\/p>\n<p>Kurzum: Frieden auf Twitter et al wird es nicht geben. Sondern ein #Gate nach dem anderen und schwere Shitstorms bei jeder Gelegenheit. <\/p>\n<p>Gerade das ist aber auch etwas, das man sich insgeheim immer mal wieder w\u00fcnscht. Denn es hat auch gemeinschaftsbildenden Charakter, wenn ein richtig gro\u00dfer Streit breite Kreise zieht. Auf einmal ist da wieder eine \u00d6ffentlichkeit und ein Gef\u00fchl der Zugeh\u00f6rigkeit zur Gruppe jener, die sich dar\u00fcber einen Kopf machen. Emotionen sind im Spiel, &#8222;gro\u00dfes Kino&#8220;, wie zynische Menschen sagen. Aber das ist immerhin mehr als blo\u00dfer Text. Da wird &#8222;online&#8220; auf einmal zum ERLEBNIS. N\u00e4mlich etwas, das nicht nur den Verstand anspricht, sondern den ganzen Menschen, der da vor dem Bildschirm hockt und dabei doch immer ein bisschen &#8222;ganzheitlich verarmt&#8220; &#8211; wer wollte das ernsthaft leugnen? <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/twitter.com\/HumanVoice\" title=\"mein gelegentliches Gezwitscher\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" id=\"twitter\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/bilder\/meintweet.jpg\" alt=\"mein Twitter-Stream\" height=\"26\" width=\"100\"><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun ist #fappygate schon ein paar Tage durch, das Stadium der nachdenklichen Blogpost zum Thema &#8222;Wie gehen wir im Internet miteinander um&#8220; ist erreicht. 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