{"id":149,"date":"2008-03-25T09:21:24","date_gmt":"2008-03-25T07:21:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2008\/03\/25\/kaelte-ruhe-ordnung-wieder-daheim\/"},"modified":"2008-08-24T11:40:15","modified_gmt":"2008-08-24T09:40:15","slug":"kaelte-ruhe-ordnung-wieder-daheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2008\/03\/25\/kaelte-ruhe-ordnung-wieder-daheim\/","title":{"rendered":"K\u00e4lte, Ruhe, Ordnung: wieder daheim"},"content":{"rendered":"<p>Es ist zehn vor sieben, doch bin ich schon seit f\u00fcnf Uhr fr\u00fch wach und fit. Wie unglaublich ruhig es hier ist! In Phnom Penh lebte ich vergleichsweise in einem niemals endenden Sound-Orkan aus Verkehrsl\u00e4rm, Baustellen-Sounds, Gehupe, buddhistischen Ritual-Kl\u00e4ngen ab morgens um vier und Muezzin-Rufen alle  paar Stunden.  Hunderttausende Mopeds knattern zu allen Tageszeiten durch die Stra\u00dfen, was schon mal eine &#8222;Grunddr\u00f6hnung&#8220;  ergibt, die an Lautst\u00e4rke jeden mir bekannten Berliner Stra\u00dfenl\u00e4rm um viele Dezibel \u00fcbertrifft.<\/p>\n<h2>Und jetzt diese Stille!<\/h2>\n<p>Der Erstkontakt mit der winterlichen <strong>K\u00e4lte<\/strong> war ebenfalls beeindruckend und erstaunlich angenehm. Ein anheimelndes Gef\u00fchl freudigen Wiedererlebens f\u00fcr den K\u00f6rper, der lange lange in der tropischen Hitze lebte, aus der es kein Entkommen gibt: weder nachts, noch unter der Dusche,  noch in einem Hotel-Swimming-Pool. Einzig die Klima-Anlage schafft K\u00fchle, die jedoch andere Leiden mit sich bringt, so dass man gerne darauf verzichtet und sich lieber an die Temperaturen gew\u00f6hnt. Was ja auch klappt: Sobald ich die Suche nach Abk\u00fchlung aufgegeben hatte und nur noch die verschiedenen Stadien des Schwitzens und Nichtschwitzens beobachtete, war da kein Leiden mehr, meistens jedenfalls nicht.<\/p>\n<p>Als ich dann aber \u00fcber die Treppe des Fliegers in die vier Grad kalte Berliner Luft trat, war es doch eine tiefe Erleichterung: die Z\u00e4rtlichkeit der K\u00e4lte umfing mich und gab mir ein erstes Gef\u00fchl des Heimkommens, des Ankommens in MEINER Normalit\u00e4t europ\u00e4ischer K\u00fchle.<!--more--><\/p>\n<h2>Und Ordnung&#8230;<\/h2>\n<p>Mein K\u00fchlschrank ist komplett verschimmelt. Zwar hatte ich ihn abgetaut, doch muss zwischenzeitlich die T\u00fcr zugefallen sein, was dem Schimmel optimale Lebensbedingungen bot.  Damit hab&#8216; ich also angefangen: B\u00f6den und Schuber rausnehmen, alles sp\u00fclen und putzen &#8211; und wenn ich mich so umsehe, k\u00f6nnte ich damit gleich weiter machen &#8211; tage- und wochenlang! Ich war noch nie eine gute Hausfrau oder gar &#8222;Putzfee&#8220; und wollte es auch nie werden, doch nach sechs Wochen Aufenthalt in t\u00e4glich von der Maid nass gewischten R\u00e4umen erscheint mir meine mittlerweile sowieso renovierungsbed\u00fcrftige Wohnung als ein wahrer Saustall!<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass mich nach drei Wochen Phnom Penh endlich der allergische Schnupfen verlie\u00df, der mich seit letzten Herbst qu\u00e4lte. Vermutlich eine \u00fcber die Jahre entwickelte Hausstaub-Allergie, vor der mich regelm\u00e4\u00dfiges Staubsaugen bei weitem nicht bewahren konnte. Nicht in meinem gem\u00fctlichen Zimmer mit dickem Berber-Teppich, vielen Kissen und Decken, dem riesigen Polster-Sofa und offenen B\u00fccher-Regalen, allesamt Staubf\u00e4nger par excellence. Dazu das seit drei Jahren wieder auf den Boden bzw. nur einen Lattenrost verlegte Bett, optimale Heimstatt f\u00fcr die Hausstaubmilbe, deren Lebenszyklus durch W\u00e4sche wechseln kaum tangiert wird, wie ich mittlerweile wei\u00df.<\/p>\n<p>Mein nun wieder aufzunehmendes &#8222;normales Leben&#8220; erscheint mir im Moment als eine riesige Baustelle, auf der ich nicht recht wei\u00df, wo anfangen. Auf dem Tisch t\u00fcrmt sich die Post und wo ich hinschaue oder auch nur hindenke, f\u00e4llt mir jede Menge ein, was dringlich zu tun und zu \u00e4ndern ist. Gleichzeitig f\u00fchl&#8216; ich mich v\u00f6llig au\u00dferhalb &#8211; es ist (noch) der Zustand bei getretener Kupplung, bevor man den neuen Gang einlegt. Ein irritierender, aber wunderbar abenteuerlicher Zustand, den ich jetzt nicht mit blindem Aktionismus \u00fcberschreiben will.<\/p>\n<p><em>&#8222;Der h\u00f6chste Weg ist ohne Wahl&#8220;<\/em>, hei\u00dft es in der Meiselschrift vom Glauben an den Geist. &#8222;Ohne Wahl&#8220; war das Putzen des verschimmelten K\u00fchlschranks &#8211; ich bin gespannt, was sich als n\u00e4chstes aufdr\u00e4ngt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist zehn vor sieben, doch bin ich schon seit f\u00fcnf Uhr fr\u00fch wach und fit. Wie unglaublich ruhig es hier ist! In Phnom Penh lebte ich vergleichsweise in einem niemals endenden Sound-Orkan aus Verkehrsl\u00e4rm, Baustellen-Sounds, Gehupe, buddhistischen Ritual-Kl\u00e4ngen ab morgens um vier und Muezzin-Rufen alle paar Stunden. 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