{"id":1450,"date":"2014-05-09T12:32:45","date_gmt":"2014-05-09T11:32:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=1450"},"modified":"2014-05-09T12:35:49","modified_gmt":"2014-05-09T11:35:49","slug":"warum-immer-so-feindselig-aus-gegebenem-anlass","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2014\/05\/09\/warum-immer-so-feindselig-aus-gegebenem-anlass\/","title":{"rendered":"Warum immer so feindselig? Aus gegebenem Anlass&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Zum Gl\u00fcck ist &#8222;immer&#8220; \u00fcbertrieben: es gibt sie noch, die konstruktiven Beitr\u00e4ge, die weder die Haare in jeder Suppe finden und aufblasen noch Personen oder ganze Gruppen in die Tonne treten. Leider sind sie deutlich in der Minderheit, fast egal, wo man hinschaut, nicht etwa nur in den Kommentarspalten gro\u00dfer Medien, in denen <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/republica144.html\">die Post ganz besonders beschissen abgeht<\/a>.  <\/p>\n<p>Ja, ich wei\u00df: only bad news are good news und aus der Anonymit\u00e4t heraus leben Menschen gerne ihre dunkle Seite aus. Sie nutzen das Schreiben, Posten, Kommentieren als Ventil f\u00fcr ihre Aggressionen und Frustrationen, die ganz andere Wurzeln haben als den Text, unter dem sie sich \u00e4u\u00dfern. Das wird man nicht abgestellt bekommen, will man nicht die Anonymit\u00e4t opfern &#8211; und das will ich definitiv nicht.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<h2>Gestandene Netzb\u00fcrger\/innen machen sich gegenseitig nieder<\/h2>\n<p>Es sind aber nicht nur frustrierte Trolls, deren Hauptspa\u00df das Niedermachen Anderer ist, sondern auch viele gestandene Netzb\u00fcrger, die nach dem Motto &#8222;im Zweifel das Negative sehen&#8220; verfahren. Man br\u00e4uchte ein dickes Fell und m\u00fcsste f\u00e4hig sein, Mitgef\u00fchl und die eigene Identifikation mit einer guten Sache, die man mit den jeweils Betroffenen teilt, beim Lesen einfach abzustellen. <\/p>\n<p>Das aber kann ich nicht und wenn ich die Wahl h\u00e4tte, wollte ich es auch nicht k\u00f6nnen. Und so tut es mir halt immer in der Seele weh, wenn sich Menschen streiten und auseinander dividieren, deren Interessen doch &#8211; eigentlich! &#8211; diesselben sind. <\/p>\n<p>Ich nehme mal Hardys aktuelle Beschimpfung der &#8222;Netzgemeinde&#8220; als Beispiel, weil ich von ihm wei\u00df, dass er es gut ab kann, kritisiert zu werden und nicht gleich einschnappt. Zudem gilt: Wer austeilt, muss auch einstecken k\u00f6nnen &#8211; und naja, mein &#8222;Austeilen&#8220; ist ja nie besonders schlimm!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/hinterwaldwelt.blogspot.de\/2014\/05\/ein-gespenst-geht-um-in-deutschland.html\">So schrieb also Hardy<\/a> in Reaktion auf Sascha Lobos Rede an die Netzgemeinde: <\/p>\n<blockquote><p>&#8220; die &#8222;netzgemeinde&#8220; ist ein haufen sich selbst \u00fcbersch\u00e4tzender luschen, es gibt nur eine &#8222;boh\u00e8me&#8220;, eine schickeria, &#8222;echokammern gleichgesinnter&#8220;. &#8222;wer hat&#8217;s erfunden?&#8220; [=das Internet] nein, nicht die nerds, das waren doch die politiker und geheimdienstler &#8211; und nicht die ganzen selbstgef\u00e4lligen schw\u00e4tzer da draussen, die eine &#8222;netzgemeinde&#8220; brauchen, um sich selbst zu ihren h\u00e4uptlingen zu stilisieren &#8230; und genau das nicht tun: vorangehen und etwas tun, was \u00fcber das kommentieren und bejammern hinausgeht.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Erstens ist das eine sehr einseitige Sicht auf die Netzgeschichte. Das wurde n\u00e4mlich erst massenrelevant, als das WEB erfunden wurde:<\/p>\n<blockquote><p>\n&#8222;Das Web entstand 1989 als Projekt an der Forschungseinrichtung CERN, in der N\u00e4he von Genf auf schweizerischem und franz\u00f6sischem Gebiet liegend, an dem Tim Berners-Lee ein Hypertext-System aufbaute. Die Idee hierzu stellte er erstmals am 12. M\u00e4rz 1989 in der Forschungseinrichtung vor.[2] Das Konzept wurde von dem Belgier Robert Cailliau mitentworfen. Das urspr\u00fcngliche Ziel des Systems war es, Forschungsergebnisse auf einfache Art und Weise mit Kollegen auszutauschen. Eine Methode daf\u00fcr war das \u201eVerflechten\u201c von wissenschaftlichen Artikeln \u2013 also das Erstellen eines Webs.&#8220;  (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/World_Wide_Web\">Wikipedia<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<h2>Die Netzgemeinde, die es nicht gibt<\/h2>\n<p>Zweitens tut das Hardysche Bashing der &#8222;Netzgemeinde&#8220; tausenden Menschen Unrecht, die sich im Rahmen ihrer M\u00f6glichkeiten engagieren, auch wenn das &#8222;nur&#8220; bloggen, mit Freunden und Bekannten diskutieren, Petitionen zeichnen, Kampagnen unterst\u00fctzen, und einschl\u00e4gig kommentieren bedeutet. Was tut denn der Kritiker Hardy MEHR &#8211; mal zur\u00fcck gefragt? <\/p>\n<p>Netzgemeinde? Fast jeder, der im Grunde dazu geh\u00f6rt, f\u00fcgt bei der Nennung an &#8222;die es eigentlich nicht gibt&#8220;. Zu Recht, denn es handelt sich um sehr unterschiedliche Menschen, Gruppen, Klein-Communities, StartUpler, Bloggende, Medienschaffende, Programmierer\/innen, politisch Aktive f\u00fcr verschiedenste Interessen, Marketing-Leute, Journalisten, Hobbyisten, Nerds jeglicher Coleur &#8211; sie alle, die das Netz nicht nur zum Konsumieren nutzen und die totale \u00dcberwachung ablehnen, das Netz insofern gerne &#8222;repariert&#8220; s\u00e4hen, sind &#8222;Netzgemeinde&#8220;. Man kann das Wort aus Gr\u00fcnden kritisieren, aber einen besseren Begriff hat offenbar noch niemand gefunden.<\/p>\n<p>Auch die verbitterte Resignation, die aus Hardys Text spricht, teile ich nicht. Gerade hat <a href=\"http:\/\/www.crn.de\/security\/artikel-102820.html?cid=topstory1\">ein US-Gericht entschieden<\/a>, dass amerikanische Unternehmen auch dann Kundendaten an NSA &#038; Co. heraus geben m\u00fcssen, wenn diese Daten in europ\u00e4ischen Datencentern gespeichert sind:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;&#8230;.neben den vorprogrammierten politischen Auseinandersetzungen werden damit auch die Bestrebungen einiger amerikanischer Anbieter wie Amazon und Google, die derzeit eigene europ\u00e4ische Rechenzentren planen, um die Spionage- und Sicherheitsbedenken der hiesigen Kundschaft nach der Aufregung um die Enth\u00fcllungen des NSA-Whistleblowers Edward Snowden auszur\u00e4umen, hinf\u00e4llig&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Wow! Das ist ja wie eine Damenvorgabe beim Schach f\u00fcr europ\u00e4ische Unternehmen! Auch der NSA-Untersuchungsausschuss ist ein <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/sascha-lobo-tiefpunkt-einer-aufklaerungssimulation-a-967993.html\">Stachel im Fleisch der aktuellen Politik der Ignoranz<\/a> und wird es noch einige Zeit bleiben, Str\u00f6bele sei Dank. Es ist nicht alles gegessen und aussichtslos! Und ich finde jede Initiative, jede Veranstaltung, jede einzelne Aktion, die gegen die sch\u00f6ne neue \u00dcberwachungswelt gerichtet ist, unterst\u00fctzenswert &#8211; sei es nun mit einem Blogpost, einem Retweet oder einem Dauerauftrag. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Gl\u00fcck ist &#8222;immer&#8220; \u00fcbertrieben: es gibt sie noch, die konstruktiven Beitr\u00e4ge, die weder die Haare in jeder Suppe finden und aufblasen noch Personen oder ganze Gruppen in die Tonne treten. 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