{"id":136,"date":"2008-03-04T06:07:33","date_gmt":"2008-03-04T04:07:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2008\/03\/04\/alltaegliches-aus-phnom-penh\/"},"modified":"2024-07-26T10:35:39","modified_gmt":"2024-07-26T08:35:39","slug":"alltaegliches-aus-phnom-penh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2008\/03\/04\/alltaegliches-aus-phnom-penh\/","title":{"rendered":"Allt\u00e4gliches aus Phnom Penh"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" id=\"image141\" class=\"rechts alignleft\" style=\"margin-right: 10px;\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/hausaltar.jpg\" alt=\"Hausaltar\" \/>Wo ich denn mit meinem Reisebericht abgeblieben sei, fragte Mohnblume in den Kommentaren zum <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2008\/02\/18\/erste-spaziergaenge-in-phnom-penh\/\">ersten Kambodscha-Artikel<\/a>. Recht hat sie, der ist nun schon fast drei Wochen her und ich h\u00e4tte l\u00e4ngst mehr schreiben wollen! Aber wollen und machen sind hier zweierlei Dinge, die in der tropischen Hitze erstmal zusammen finden m\u00fcssen. Wenn ich dazu noch soviel erlebe, dass ich gar nicht wei\u00df, wo anfangen, wenn ich dann endlich vor dem Laptop sitze, dann belasse ich es oft genug beim N\u00f6tigsten, n\u00e4mlich meinen Auftragsarbeiten, die auch aus der Ferne erledigt werden m\u00fcssen.<!--more--><\/p>\n<p>Das Anstrengende an so einer Reise in einen ganz anderen Kulturkreis ist &#8211; neben dem Klima, an das ich mich mittlerweile gew\u00f6hnt habe &#8211; die komplette Andersartigkeit s\u00e4mtlicher Dinge des Alltags.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image138\" class=\"links alignleft\" style=\"margin-left: 0px;\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/gecko.jpg\" alt=\"Gecko im Toaster\" \/> Meist berichten Reisende ja vor allem das Spektakul\u00e4re, die gro\u00dfformatigen auff\u00e4lligen Besonderheiten, die man dann auch immer wieder liest. Mir erscheint dagegen gerade erw\u00e4hnenswert, dass nicht einmal ein Flaschen\u00f6ffner so ist, wie man das bei uns gewohnt ist. Gestern hab&#8216; ich n\u00e4mlich einen besch\u00e4digt, indem ich versuchte, mittels einer in Blech gefassten \u00d6ffnung an dem seltsam geformten Teil einen Kronkorken zu \u00f6ffnen. Tja, der Korken blieb dran, das Blechteil sprang ab, es war nur eine VERZIERUNG!<\/p>\n<p>Die Andersartigkeit der Toiletten findet eher meinen Beifall: \u00dcberall dort, wo die traditionellen Bodensch\u00fcsseln schon durch Sitz-Klos ersetzt wurden, gibt es neben der Wassersp\u00fclung einen zus\u00e4tzlichen Schlauch mit eigenem Wasseranschluss. Nat\u00fcrlich auch noch Toilettenpapier f\u00fcr die, die es dennoch brauchen, doch finde ich den Schlauch sehr fortschrittlich und weit hyginischer als unseren heimischen Purismus, der vom franz\u00f6sischen Bidet nichts gelernt hat. Klar, kostet ja mehr wegen des zus\u00e4tzlichen Wasseranschlusses &#8211; doch in einem ARMEN Land wie Kambodscha leistet man sich das!<\/p>\n<h2>Armut ist relativ<\/h2>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image139\" class=\"mitte\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/fahrradrikscha2.jpg\" alt=\"Fahrrad-Rikscha in Phnom Penh\" \/><\/p>\n<p>So relativieren sich manche Bewertungen, die beim ersten Hinsehen so naheliegend erscheinen. Phnom Penh hat zum Beispiel kein \u00f6ffentliches Nahverkehrssystem. Versuche mit einer Buslinie durch die Hauptstra\u00dfen sind gescheitert, da diese von der Bev\u00f6lkerung nicht angenommen wurden. Na klar, denn hier kann man sich von \u00fcberall nach \u00fcberall bequem von T\u00fcr zu T\u00fcr transportieren lassen &#8211; mittels Fahrrad-Rikscha, TukTuk oder Moped, die nicht nur f\u00fcr Touristen sehr erschwinglich sind.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image137\" class=\"mitte\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/fahrradrikscha.jpg\" alt=\"Fahrrad-Rikscha\" \/><\/p>\n<p>Dass offensichtlich viele Rikscha-Fahrer keine Wohnung haben, sondern in ihren Gef\u00e4hrten n\u00e4chtigen, ist dann wieder undiskutierbar ARM. Und doch sieht man hier selten schlecht gelaunte Menschen, f\u00fcr mich der drastischste Unterschied zu Deutschland neben den K\u00f6rperformen: hier sind alle schlank, agil, sehr beweglich &#8211; an der Beleibtheit und sichtbaren Kr\u00e4nklichkeit erkennt man den Europ\u00e4er. Dabei sind es doch WIR, denen es richtig GUT geht &#8211; oder nicht?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image140\" class=\"rechts alignleft\" style=\"margin-right: 10px;\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/Kabelbaum.jpg\" alt=\"Kabelbaum\" \/> Dieses seltsame Objekt ist nicht etwa moderne Kunst, sondern ein Kabelbaum, wie sie hier \u00fcberall herum stehen. die Stromversorgung ist dennoch kontinuierlich, zumindest, soweit ich es in meinem Besserverdiener-Viertel an der Riverside von Phnom Penh mitbekomme. Stra\u00dfenbeleuchtung ist jedoch nicht weit verbreitet, manchmal stehen da zwar die Leuchten, doch es ist kein Geld da, sie auch zu betreiben. So kann es ganz sch\u00f6n finster werden in so manchen Gassen, und zwar schon um halb sieben, nicht nur im &#8222;Winter&#8220;.<\/p>\n<p>Kambodschaner stehen deshalb sehr fr\u00fch auf, die vielen M\u00f6nche noch fr\u00fcher &#8211; und da die Pagoden dicht ges\u00e4ht sind, wird man am fr\u00fchen Morgen des \u00f6fteren vom Singsang diverser Zeremonien geweckt. Meist sind es Begr\u00e4bnisse oder Hochzeiten, die dann den ganzen Tag \u00fcber zelebriert werden &#8211; mit einem Aufwand an Material und Einsatz, der auf mich recht befremdlich wirkt. Auch da relativiert sich das Verst\u00e4ndnis von Armut: wer h\u00e4tte denn bei uns soviel Zeit und Geld, dem Zeremoniellen so viele Ressourcen zu g\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Zum Schluss f\u00fcr heut wieder ein Bild, das f\u00fcr sensible Gem\u00fcter eher gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig sein d\u00fcrfte:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image142\" class=\"mitte\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/huehnertransport.jpg\" alt=\"Huehnertransport\" \/><\/p>\n<p>Auf Mopeds wird einfach ALLES transportiert, so auch diese H\u00fchner. Da es keine K\u00fchlkette gibt, vermeidet man vorzeitiges Schlachten. So negativ mich so ein Anblick ber\u00fchrt, so sehe ich doch auch das gl\u00fcckliche und artgerechte H\u00fchnerleben, das sich quasi \u00fcberall einsehen l\u00e4sst: auf den Stra\u00dfen, in Geh\u00f6ften und Hinterh\u00f6fen, in Restaurants und Werkst\u00e4tten: \u00fcberall laufen H\u00fchner frei herum und d\u00fcrfen machen, was sie wollen. Kein Vergleich zu unserer K\u00e4fig und sogar Freilandhaltung!<\/p>\n<p>Demn\u00e4chst schaffe ich es vielleicht, die &#8222;gro\u00dfen Themen&#8220; zu bringen, denen ich hier begegnete: die Khmer-Hochzeit, das Jatropha-Projekt &#8211; und nat\u00fcrlich die <strong>Brunnen in Tani<\/strong>, die ich hier nicht einfach dazwischen schieben und mit einem Absatz abfertigen wollte.<\/p>\n<p>Bis dahin alles Liebe aus der Ferne!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wo ich denn mit meinem Reisebericht abgeblieben sei, fragte Mohnblume in den Kommentaren zum ersten Kambodscha-Artikel. 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