{"id":1297,"date":"2003-01-03T13:06:44","date_gmt":"2003-01-03T12:06:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=1297"},"modified":"2014-02-09T13:07:50","modified_gmt":"2014-02-09T12:07:50","slug":"gutes-neues","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2003\/01\/03\/gutes-neues\/","title":{"rendered":"Gutes Neues!"},"content":{"rendered":"<p>Ein bi\u00dfchen sp\u00e4t, der Neujahrseintrag, aber mir war einfach nicht nach Diary in diesen stillen Tagen und N\u00e4chten, die so sehr zum nachdenklichen Nichts-Tun einladen. Und Nachdenken ist eigentlich auch schon zu viel gesagt, ich meine so ein inneres Verharren, schlichtes Aussetzen, das blo\u00dfe Dasein genie\u00dfen &#8211; es war jedenfalls sch\u00f6n!<\/p>\n<p>Anders als in den letzten Jahren kommt jetzt allerdings kein Alltag zur\u00fcck: mein liebster Freund ist dabei, auszuziehen und ich hole gerade Kostenvoranschl\u00e4ge f\u00fcr meinen Umzug in der letzten Januarwoche ein. (Braucht jemand zwei B\u00e4derliegen? Ein fast unbenutztes Keyboard? Einen Jahrgang Internet World?) Am 15. gibt&#8217;s den Mietvertrag und Ende Januar werde ich umgezogen sein. Himmel, was f\u00fcr eine Ver\u00e4nderung! Zwar geht&#8217;s nur einen halben Kilometer weiter, \u00fcber meine geliebte Modersohnbr\u00fccke mit dem tollen Weitblick auf die Skyline Berlins hin\u00fcber ins Rudolfkiez unterhalb der Oberbaum-City. Da es jedoch meine erste &#8222;Single-Wohnung&#8220; seit zw\u00f6lf Jahren sein wird, ist es doch eine gro\u00dfe Umstellung &#8211; nicht mal einen Fernseher werde ich zu Anfang haben, mal gucken, vielleicht schaff&#8216; ich ja gar nicht erst einen an.<\/p>\n<p>Hab ich Vors\u00e4tze? F\u00fcrs neue Jahr oder \u00fcberhaupt? Ich w\u00fcnsche mir, nicht so schnell von neuen Routinen verschluckt zu werden, das ist das einzige. Indem alles Gewohnte und lang Bekannte sich in letzter Zeit von mir verabschiedete, kommt ein anderes Lebensgef\u00fchl auf, das &#8211; wenn ich mich ihm zuwende &#8211; weit wunderbarer ist als alles, was mich &#8222;\u00fcblicherweise&#8220; durch den Alltag begleitet. Der n\u00e4chste Tag, die n\u00e4chste Stunde, der n\u00e4chste Augenblick kann das &#8222;ganz Andere&#8220; bringen &#8211; es ist nichts Konkretes, einfach ein Gef\u00fchl, das mir sehr gut gef\u00e4llt &#8211; es IST schon das Ganz Andere! Und doch werde ich vermutlich bald bemerken, dass ich wieder eine Reihe &#8222;verl\u00e4\u00dflicher Routinen&#8220; ein\u00fcbe, die mich durch die Tage tragen, weil es einfach bequemer ist, sich nicht st\u00e4ndig mit dem &#8222;alles-ist-m\u00f6glich&#8220; zu konfrontieren. Mal sehen, vielleicht gelingt es ja, den Freiraum der &#8222;gef\u00fchlten Unsicherheit&#8220; zumindest zu erweitern.<\/p>\n<p>Und die Krise? Das soziale Netz? Der Standort? Ich kann alles in allem einfach nicht begreifen, dass hierzulande bei einem &#8211; verglichen mit vielen anderen Weltgegenden &#8211; geradezu obsz\u00f6nen Reichtum die Laune derart im Keller ist, und zwar nicht erst seit der &#8222;Krise&#8220;. Die Weinerlichkeit, das Selbstmitleid, das Gejammere, die st\u00e4ndigen Schuldzuweisungen an Andere, diese Mut- und Ideenlosigkeit &#8211; man hat allen Grund, ein Misantrop zu sein! Allerdings: seit kurzem macht es mir keinen Spa\u00df mehr, und da ich bei meinem &#8222;Blick auf die Welt&#8220; immer von mir ausgehe, hoffe ich, dass es nicht nur mir so geht. Zeiten der Ver\u00e4nderung sind doch auch sehr spannende Zeiten &#8211; und vielleicht ist der Konsumismus ja doch nicht das letzte Wort zur Frage nach dem richtigen Leben gewesen?<\/p>\n<p>Mir scheint, heut&#8216; will mich die Muse nicht richtig liebevoll k\u00fcssen, ich wende mich also besser dem zu, was anliegt: Steuer 2001, oh je! Knietief steh ich im Papierkram, noch zwei, drei Stunden vielleicht. Wie ich das hasse und deshalb immer wieder vor mir her schiebe, schrecklich!!!<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsch Euch ein wunderbares 2003 und freu&#8216; mich \u00fcber gelegentliche &#8222;Besuche&#8220; an dieser Stelle. Ach ja, ein interessanter Spruch ist mir in einem Mail-Footer begegnet: &#8222;flexible Weisheit wird genutzt, unflexible zur Schau gestellt&#8230;&#8220; &#8211; es lohnt, dar\u00fcber ein wenig zu meditieren.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein bi\u00dfchen sp\u00e4t, der Neujahrseintrag, aber mir war einfach nicht nach Diary in diesen stillen Tagen und N\u00e4chten, die so sehr zum nachdenklichen Nichts-Tun einladen. Und Nachdenken ist eigentlich auch schon zu viel gesagt, ich meine so ein inneres Verharren, schlichtes Aussetzen, das blo\u00dfe Dasein genie\u00dfen &#8211; es war jedenfalls sch\u00f6n! Anders als in den [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[148],"tags":[335],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1297"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1297"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1297\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1297"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1297"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1297"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}