{"id":1273,"date":"2014-02-05T23:34:04","date_gmt":"2014-02-05T22:34:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=1273"},"modified":"2014-02-06T10:21:06","modified_gmt":"2014-02-06T09:21:06","slug":"mein-kommentar-zur-care-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2014\/02\/05\/mein-kommentar-zur-care-krise\/","title":{"rendered":"Mein Kommentar zur &#8222;Care-Krise&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Auf &#8222;beziehungsweise weiterdenken&#8220; bin ich auf einen alarmierenden Artikel gesto\u00dfen: <a href=\"http:\/\/www.bzw-weiterdenken.de\/2014\/02\/care-krise-und-care-revolution\/\">Care-Krise und Care-Revolution<\/a>, von Dorothee Markert. Sie reisst mir sicher nicht den Kopf ab, wenn ich hier mal ein &#8222;Gro\u00dfzitat&#8220; bringe:<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<blockquote><p>W\u00e4hrend ein gro\u00dfer Teil politisch aktiver Frauen immer noch damit besch\u00e4ftigt ist, f\u00fcr flexiblere Teilzeitregelungen und bessere \u00f6ffentliche Kinderbetreuung zu k\u00e4mpfen, also f\u00fcr das, was verharmlosend mit \u201eVereinbarkeit von Beruf und Familie\u201c bezeichnet wird, damit M\u00fctter und auch die nach wie vor wenigen kinderbetreuenden V\u00e4ter ohne schlechtes Gewissen, \u00dcberforderung und Hetze berufst\u00e4tig sein k\u00f6nnen, sind l\u00e4ngst die Weichen gestellt, um die Wahlm\u00f6glichkeit aus der Welt zu schaffen, eine Zeitlang oder ein Leben lang zur Betreuung eigener Kinder, kranker oder alter Familienangeh\u00f6riger auf Erwerbst\u00e4tigkeit zu verzichten. Es ist noch nicht so lange her, dass wir Frauen aus der Frauenbewegung \u2013 zu Recht \u2013 gegen die patriarchalen Aspekte des einst von der Arbeiterbewegung erk\u00e4mpften \u201eErn\u00e4hrerlohns\u201c zu Felde zogen, vor allem gegen die damit verbundene Bevormundung der Frauen in den Familien. Doch jetzt reiben wir uns die Augen und sehen, dass die staatliche Familienpolitik Schritt f\u00fcr Schritt, zuletzt mit dem neuen Unterhaltsrecht 2009, die Pflicht aller Frauen zur (m\u00f6glichst vollen) Erwerbst\u00e4tigkeit festgeschrieben hat, ob sie Kinder haben oder nicht, so dass es eine Wahlm\u00f6glichkeit eigentlich gar nicht mehr gibt, wenn wir nicht den Absturz in die Armut riskieren wollen, sp\u00e4testens im Alter. <a href=\"http:\/\/www.bzw-weiterdenken.de\/2014\/02\/care-krise-und-care-revolution\/\">weiter lesen&#8230;<\/a>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Text ist inhaltlicher Vorspann zu einem Hinweis auf die <a href=\"http:\/\/care-revolution.site36.net\/\">&#8222;Aktionskonferenz Care-Revolution&#8220;<\/a>, die im M\u00e4rz in Berlin stattfindet. <\/p>\n<p>Mich hat der Text und die darunter gesetzten Kommentare inspiriert, mich zu \u00e4u\u00dfern &#8211;  entlang an ureigenen Assoziationen, wom\u00f6glich f\u00fcr die Autorin und die dortige Leserinnenschaft &#8222;off topic&#8220;:<\/p>\n<blockquote><p>Ein wirklich wichtiges Thema im Brennpunkt der aktuellen Auseinandersetzungen \u2013 ohne dass es ausreichend diskutiert w\u00fcrde, bzw. indem es nur unter schon vorformenden Fragestellungen abgehandelt wird.<\/p>\n<p>Ich pers\u00f6nlich glaube nicht, dass diese Entwicklungen bzw. deren negative Folgen erfolgreich bek\u00e4mpft werden k\u00f6nnen, wenn es wieder nur hei\u00dft: das ist halt das b\u00f6se Patriarchat, wie es oben Elisabeth <a href=\"http:\/\/www.bzw-weiterdenken.de\/2014\/02\/care-krise-und-care-revolution\/comment-page-1\/#comment-152865\">wieder andeutet.<\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr mein Empfinden \u2013 und das vieler anderer Frauen \u2013 sind wir lange nicht mehr im \u201cPatriarchat\u201d (jedenfalls weit entfernt von dem, wie es in den 60gern\/70gern noch existierte). Und immer mehr M\u00e4nner meinen, es g\u00e4be ein \u201cherrschendes Feminat\u201d, dass sie auf immer mehr Gebieten absichtsvoll oder unbewusst benachteiligt.<\/p>\n<p>Dem Mega-Trend \u201cjede\/r macht seins\/ihrs und muss f\u00fcr sich selber sorgen\u201d werden wir nicht viel entgegen setzen k\u00f6nnen, wenn wir nicht versuchen, die derzeitigen Gr\u00e4ben zwischen den Geschlechtern ernst zu nehmen und alle Basics des Miteinanders quasi neu zu verhandeln.<\/p>\n<p>Ich denke, dass das heute \u2013 jetzt im 21.Jahrhundert, nach mehreren Jahrzehnten erfolgreicher Frauenbewegung \u2013 sogar m\u00f6glich ist. Aus Gr\u00fcnden, deren Ausf\u00fchrung hier den Rahmen sprengen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wenn Frauen und M\u00e4nner dann mal neu sortiert haben, was gerecht ist, \u2013 in all den neuen, viel h\u00e4ufiger \u201cfluktuierenden\u201d Beziehungssituationen, insbesondere mit Kindern \u2013 DANN ist es auch m\u00f6glich, auf diesem Konsens aufbauend der totalen Vermarktung und Verdinglichung entgegen zu treten, bzw. sich ihr zu verweigern, sie zu bek\u00e4mpfen, ihr die Grundlage ihres schrecklichen Wirkens zu entziehen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dass Geld korrumpiert, haben wir ja gerade am Beispiel A.S. erfahren, ganz geschlechtsneutral. Also kann in dieser Hinsicht der Patriarchatsvorwurf nicht mehr stimmen &#8211; wie er auch in vielerlei anderer Sicht nicht mehr stimmt.<\/p>\n<p>Der ganze Themenkomplex ist 30 Diary-Artikel wert, mindestens &#8211; die auch zunehmend in meinem Kopf Gestalt annehmen. Gleichzeitig empfinde ich vielerlei Scheren im Kopf, die ich am leichtesten in spontanen Kommentaren anderswo ignorieren kann.<\/p>\n<p>Eins noch f\u00fcr jetzt: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BQVOB0URp0c\">ALLEIN MACHEN SIE DICH EIN!<\/a> Das gilt auch f\u00fcr ganze Geschlechter.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf &#8222;beziehungsweise weiterdenken&#8220; bin ich auf einen alarmierenden Artikel gesto\u00dfen: Care-Krise und Care-Revolution, von Dorothee Markert. 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