{"id":1264,"date":"2014-01-27T13:53:13","date_gmt":"2014-01-27T12:53:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=1264"},"modified":"2015-12-29T13:48:33","modified_gmt":"2015-12-29T12:48:33","slug":"keine-zeit-oder-mein-problem-mit-links-zu-podcasts-und-videos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2014\/01\/27\/keine-zeit-oder-mein-problem-mit-links-zu-podcasts-und-videos\/","title":{"rendered":"Keine Zeit &#8211; oder mein Problem mit Links zu Podcasts und Videos"},"content":{"rendered":"<p>Immer mehr Videos und Podcasts werden im Netz verbreitet. Zwar hab&#8216; ich nicht das Gef\u00fchl, dass deshalb die Textmenge abnimmt, doch begegnen mir immer \u00f6fter Diskussionsbeitr\u00e4ge in Form solch &#8222;zeit-dominierender&#8220; Formate.  Damit hab&#8216; ich als diskussionsfreudige Netzteilnehmerin grunds\u00e4tzliche Probleme &#8211; was bitte nicht als Kritik an Podcasts und Videos verstanden werden soll. Weit eher w\u00e4re es Selbstkritik: mangelnde Hingabef\u00e4higkeit und -Willigkeit, Konzentrationsm\u00e4ngel, Beschleunigungs- und Klicksucht und was mir da noch alles mit einigem Recht vorzuwerfen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Egal, es ist wie es ist; Schon ein einziger <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2014\/01\/17\/jugend-im-wartezimmer-julia-engelmann-gegen-traurige-konjunktive\/#comment-50419\">aktiver Gespr\u00e4chsteilnehmer<\/a>, der H\u00f6rformate zur Illustrierung und Weiterf\u00fchrung eigener Meinungen postet, reicht, um die eigenen Grenzen in Sachen Zuh\u00f6r-Willigkeit drastisch ins Bewusstsein zu heben. Ein guter Grund, das Thema mal breiter anzugehen.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<h2>Wo ist das Problem? Lebenszeitvergewaltigung!<\/h2>\n<p>Einen Podcast muss ich durchh\u00f6ren und kann mich w\u00e4hrenddessen mit nichts Anderem besch\u00e4ftigen. Was ja nicht schlimm w\u00e4re, wenn die in einem H\u00f6rst\u00fcck verbreiteten Gedanken und Fakten konzentriert, komprimiert, kurz genug daher k\u00e4men. Dem ist aber fast nie so, was ja auch die Qualit\u00e4t des Mediums ausmacht &#8211; f\u00fcr jene, die es gewohnt sind, sich die Zeit zu nehmen, Zeit f\u00fcr all das andere, was so ein H\u00f6rst\u00fcck neben den d\u00fcrren mentalen Aussagen \u00fcblicherweise f\u00fcllt. <\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist es jedoch &#8211; \u00e4hnlich dem unangek\u00fcndigten Telefonieren &#8211; eine Art Lebenszeitvergewaltigung: weil ich nicht selbst bestimmen kann, in welcher Geschwindigkeit ich die Inhalte aufnehme und in welcher Tiefe, wie ich es vom Umgang mit unz\u00e4hligen Texten gewohnt bin. Gibt mir jemand einen Textlink, erkenne ich an den \u00dcberschriften, am Gesamtbild des Textes (Gliederung, L\u00e4nge, evtl. Bebilderung, Aufteilung auf mehrere Seiten, Optik des Umfelds) und am ersten Absatz, ob ich den Text ganz lesen werde. Ein Link zu einem Video oder Podcast mutet mir zu, einfach mal so die H\u00f6r- oder Sehzeit zu investieren, oft gar ohne jede Angabe, wie lange es dauern wird. <\/p>\n<p>Dazu bin ich nur seltenst geneigt, das ist die traurige Wahrheit. So hab&#8216; ich z.B. nur zu Beginn der Serie mal in einen einzigen <a href=\"http:\/\/besondereumstaende.podcaster.de\/\">Podcast mit Antje Schrupp im Gespr\u00e4ch mit Benni B\u00e4rmann<\/a> reingeh\u00f6rt und kurz nach Start auch wieder beendet. Denn: bis die \u00fcberhaupt mal zu einem Thema kommen &#8211; und das pl\u00e4tschert dann so dahin&#8230;. so zumindest mein Eindruck, der in Sachen selber h\u00f6ren aber nun mal ausschlaggebend ist. Wobei ich <a href=\"http:\/\/antjeschrupp.com\/\">Antje Schrupp sehr gerne LESE<\/a> &#8211; in ihren Artikeln kommt sie z\u00fcgig zur Sache und ben\u00f6tigt auch nie viel \u00fcberfl\u00fcssige F\u00fcllsel, um eine spannende Diskussion auszul\u00f6sen (allein das Theme-Hopping bzgl. des Blogdesigns finde ich immer wieder irritierend, aber es h\u00e4lt mich nicht ab). <\/p>\n<h2>Pr\u00e4gnante Podcasts &#8211; schnelle \u00dcberforderung<\/h2>\n<p>Nun sind Podcasts bekannter Netz-Publizistinnen eher Amateur-Produkte, wogegen es ja auch eine Menge &#8222;Profi-H\u00f6rst\u00fccke&#8220; gibt, die f\u00fcr Radiosender erstellt wurden. Solche <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2014\/01\/17\/jugend-im-wartezimmer-julia-engelmann-gegen-traurige-konjunktive\/#comment-50419\">verlinkt Hardy hier gerne<\/a>, was dennoch <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2014\/01\/17\/jugend-im-wartezimmer-julia-engelmann-gegen-traurige-konjunktive\/#comment-50421\">die \u00fcblichen Vorbehalte und Irritationen<\/a> im jeweiligen Gespr\u00e4ch ausl\u00f6st.<\/p>\n<p>Diese l\u00e4sst sich mildern, indem dem jeweiligen H\u00f6rst\u00fcck eine kleine Inhaltsangabe beigegeben wird, wie es Hardy in der Folge auch tut.  Womit auch gleich ein gutes Beispiel f\u00fcr &#8222;Profi-H\u00f6rst\u00fcck&#8220; zur Verf\u00fcgung steht:<\/p>\n<blockquote><p> <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2014\/01\/19\/dlf_20140119_1748_8539c5ca.mp3\">\u201czukunftsprojekt europa\u201d<\/a> &#8211; ich habe diesen podcast jetzt zb. verlinkt, weil robert menasse als ausgesprochener europa-kritiker einen besuch in br\u00fcssel machte, um zu beweisen, was f\u00fcr ein fauler haufen da sich den hintern breit sitzt \u2026 aber \u201cerleuchtet\u201d zur\u00fcck kam und nun so argumentiert wie in dem pod.<\/p><\/blockquote>\n<p>Um diesen Resonanzartikel zu schreiben, hab&#8216; ich mir das nun angeh\u00f6rt und stelle fest: Klickt man auf den Link, erf\u00e4hrt man immerhin die Gesamtdauer von nur 4.14 Minuten. Die erste H\u00e4lfte entspricht der kurzen Inhaltsangabe, die zweite handelt von europ\u00e4ischer Theaterkultur und den vielen europ\u00e4ischen Sprachen als herrlicher Vielfalt. All das wird in einer Geschwindigkeit und &#8222;Dichtigkeit&#8220; gesprochen, versehen mit ausf\u00fchrlichen Namens und Quellenangaben, dass ich nur mit \u00e4u\u00dferster Konzentrationsanstrengung zu folgen vermag. Vom &#8222;merken&#8220; all der Namen und Fakten kann schon gar keine Rede sein!  Kurzum: die erste H\u00e4lfte h\u00e4tte ich nicht gebraucht, die zweite hat mich nicht interessiert &#8211; und in Sachen europ\u00e4ische Sprachen leide ich eher unter der gr\u00f6\u00dferen Schwierigkeit der internationalen Kommunikation (z.B. \u00fcber &#8222;unser Europa&#8220;), die im anglo-amerikanischen Raum deutlich leichter f\u00e4llt.<\/p>\n<h2>Fazit?<\/h2>\n<p>Keineswegs will ich mit diesem Posting erreichen, dass hier keine Podcasts mehr zitiert werden! Ganz im Gegenteil sch\u00e4tze ich die Zumutung, mich mit eher unbequemen Formaten auch mal auseinander setzen zu sollen. Schlie\u00dflich bin ich Uveitis-Betroffene, eine chronisch wiederkehrende Augenerkrankung, die hierzulande h\u00e4ufige Ursache des Erblindens ist. Sollte mich das eines Tages treffen, werden H\u00f6rst\u00fccke, sowie diktieren und vorlesen lassen meine Rettung sein (ich hab nur eine &#8222;milde Form&#8220; und f\u00fcrchte das noch nicht wirklich). <\/p>\n<p>Wird ein H\u00f6rst\u00fcck oder ein Video ausreichend beschrieben, kann man mich auch durchaus verlocken, mir die Zeit zu nehmen. Wobei gilt: je k\u00fcrzer, desto eher. Das mag auch am Alter liegen, denn viele lange Videos und Podcasts enthalten mehrheitlich Gedanken, die ich lange schon kenne. Da kommt dann so eine schier unertr\u00e4gliche Ungeduld auf&#8230;. <\/p>\n<p>Tja, ich kanns nicht vom Kopf her \u00e4ndern, bin aber immer wieder mal bereit, zumindest &#8222;reizuh\u00f6ren&#8220;&#8230; <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer mehr Videos und Podcasts werden im Netz verbreitet. Zwar hab&#8216; ich nicht das Gef\u00fchl, dass deshalb die Textmenge abnimmt, doch begegnen mir immer \u00f6fter Diskussionsbeitr\u00e4ge in Form solch &#8222;zeit-dominierender&#8220; Formate. Damit hab&#8216; ich als diskussionsfreudige Netzteilnehmerin grunds\u00e4tzliche Probleme &#8211; was bitte nicht als Kritik an Podcasts und Videos verstanden werden soll. Weit eher w\u00e4re [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,7],"tags":[],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1264"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1264"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1264\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1264"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1264"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1264"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}