{"id":1255,"date":"2014-01-01T16:40:37","date_gmt":"2014-01-01T15:40:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=1255"},"modified":"2014-01-01T17:42:16","modified_gmt":"2014-01-01T16:42:16","slug":"kulturelle-trends-2014-selbstzensur-matschbirne-mannerrechtler-weniger-fleisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2014\/01\/01\/kulturelle-trends-2014-selbstzensur-matschbirne-mannerrechtler-weniger-fleisch\/","title":{"rendered":"Kulturelle Trends 2014: Selbstzensur, Matschbirne, M\u00e4nnerrechtler, weniger Fleisch"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich sollten es ja sieben Trends werden, doch hab&#8216; ich heute noch anderes vor, also m\u00fcssen die folgenden vier erstmal reichen: <\/p>\n<ul>\n<li><strong>Totale \u00dcberwachung hat totale Folgen:<\/strong> Je mehr sie ins Bewusstsein dringt, desto mehr \u00fcbernimmt die &#8222;Schere im Kopf&#8220; das Ruder. Bei jedem Klick und jedem Wisch, jeder Suche, jeder privaten (!) Nachricht, bei jedem Telefongespr\u00e4ch und jeder Online-Bestellung &#8211; sogar beim Abspeichern  selbst geschaffener oder legal erworbener Inhalte <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/digital\/datenschutz\/2013-12\/nsa-hackereinheit-tao\">auf der eigenen Festplatte<\/a> werden wir uns immer bewusst sein: All das ist potenziell \u00f6ffentlich, weil es ausspioniert, aufgezeichnet, abgespeichert und &#8222;m\u00f6glicherweise&#8220; irgendwann von Algorithmen ausgewertet wird. Ausgewertet im Sinne fremder Interessen, die wir nicht ansatzweise \u00fcberschauen und auf deren Bewertung aus dem Zusammenhang gerissener Daten wir keinen Einfluss haben. Gerade im alternden Europa wird dieses &#8222;neue \u00dcberwachungsbewusstsein&#8220; zur Mega-Bremse f\u00fcr das Wachstum der IT- und Internet-Wirtschaft. Und wo sonst findet Wachstum denn noch merklich statt?\n<\/li>\n<li><strong>&#8222;Allways online&#8220; gef\u00e4hrdet das Individuum:<\/strong> Ob man sich passiv berieseln l\u00e4sst oder aktiv Informations- und Unterhaltungsm\u00f6glichkeiten ausw\u00e4hlt, ist in einer Hinsicht dasselbe: Es ist INPUT, der eigentlich erst mittels eigener Gedanken und Gef\u00fchle verarbeitet werden muss.  Der Trend, keine L\u00fccken mehr zuzulassen, in denen man abseits jeglichen Tuns &#8222;mit sich selbst alleine&#8220; ist (Wartezimmer, Haltestellen, <a href=\"http:\/\/mishaanouk.com\/2013\/12\/22\/das-heimwegtelefon-bringt-dich-nachts-sicher-nach-hause\/\">Heimwege<\/a>, Supermarktkassenschlange&#8230;), f\u00fchrt direkt in den Ameisenstaat. In dem dann allerdings niemand mehr da ist, der das bedauern k\u00f6nnte, weil man sich das &#8222;Innenleben&#8220; (=selber denken, Gef\u00fchle wahrnehmen, aus beidem Bewertungen entwickeln) abgew\u00f6hnt hat. <\/li>\n<li><strong>Die neue M\u00e4nnerrechtsbewegung sortiert sich:<\/strong> Waren zun\u00e4chst nur einige recht verr\u00fcckt und vorgestrig wirkende Frauenhasser und &#8222;Masku-Trolle&#8220; ins breitere (Netz-)\u00f6ffentliche Bewusstsein getreten, so kristallisiert sich jetzt eine &#8211; noch kleine &#8211; m\u00e4nnerbewegte Blogger-Szene heraus, die in mancher Hinsicht gespr\u00e4chsf\u00e4hig wirkt und sich inhaltlich zunehmend von jenen distanziert, die man eigentlich l\u00e4ngst auf dem M\u00fcllhaufen der Geschichte w\u00e4hnte. Eine gute Entwicklung, wenn auch erst in den Anf\u00e4ngen. (Informativ und mit weiter f\u00fchrenden Links dazu der <a href=\"http:\/\/genderama.blogspot.de\/2013\/12\/blogstockchen-der-erzahlmirnixe-immer.html\">\u00dcberblick von Arne Hoffmann<\/a> anl\u00e4sslich eines Blog-St\u00f6ckchens, das eine Frau in die Runde der M\u00e4nnerbewegten warf). <\/li>\n<li><strong>&#8222;Weniger Fleisch&#8220; und Kritik an der Massentierhaltung<\/strong> ist im Mainstream angekommen. Zwar ist das noch bei vielen ein Lippenbekenntnis, doch steigt der Anteil jener Menschen, die es auch im Alltag umzusetzen versuchen. Dabei hilft eine breite Veggie-Szene, die neben ethischen auch gesundheitliche, umwelt- und sozialpolitische Begr\u00fcndungen liefert, aber auch mittels <a href=\"http:\/\/www.unverbissen-vegetarisch.de\/2012\/12\/vom-umgang-mit-sojafleisch-steaks-medaillons-schnetzel-co\/\">schmackhafter Fleischalternativen<\/a> zeigt, dass vegan\/vegetarische Ern\u00e4hrung nicht asketisch sein muss. Dass mit der hierf\u00fcr erforderlichen Lernkurve zur Zeit noch &#8222;mehr selber kochen&#8220; angesagt ist, ist Fluch und Segen zugleich. Segen, weil engagierte junge Frauen und M\u00e4nner so quasi aus politischen Gr\u00fcnden kochen lernen. Aber eben auch Fluch, weil Superm\u00e4rkte, Restaurants, Imbisse und Convenience-Produkte noch kaum auf die neue Nachfrage eingestellt sind. Was es im Alltag immer noch schwer macht, mit der &#8222;zunehmend pflanzlichen&#8220; Ern\u00e4hrung Ernst zu machen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und was siehst du als Zukunfstrend im Jahr 2014? <\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Wer mag liest auch das erste Neujahrsposting:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2014\/01\/01\/alsdenn-2014-meine-politische-agenda-in-sieben-punkten\/\">Alsdenn: 2014 \u2013 meine politische Agenda in sieben Punkten<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich sollten es ja sieben Trends werden, doch hab&#8216; ich heute noch anderes vor, also m\u00fcssen die folgenden vier erstmal reichen: Totale \u00dcberwachung hat totale Folgen: Je mehr sie ins Bewusstsein dringt, desto mehr \u00fcbernimmt die &#8222;Schere im Kopf&#8220; das Ruder. Bei jedem Klick und jedem Wisch, jeder Suche, jeder privaten (!) 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