{"id":1161,"date":"2013-09-03T10:20:13","date_gmt":"2013-09-03T09:20:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=1161"},"modified":"2013-09-10T09:35:57","modified_gmt":"2013-09-10T08:35:57","slug":"visionen-unverzichtbar-oder-ein-grund-zum-arzt-zu-gehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2013\/09\/03\/visionen-unverzichtbar-oder-ein-grund-zum-arzt-zu-gehen\/","title":{"rendered":"Visionen: unverzichtbar oder ein Grund, zum Arzt zu gehen?"},"content":{"rendered":"<p>Menachem <a href=\"http:\/\/gemeinsamleben.wordpress.com\/2013\/09\/03\/visionen\/\">schreibt heute<\/a> in seinem Gemeinsam-Leben-Blog: <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Visionen, oder Tr\u00e4ume oder W\u00fcnsche, begleitet von der einzigartigen kraftspendenden \u201eHoffnung\u201c sie zu erreichen, betrachte ich als das Lebenselixier, dass wie Blut durch unsere Lebensadern flie\u00dft und uns in Bewegung h\u00e4lt \u2013 nach Vorne.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Und auf HolyFruitSalad <a href=\"http:\/\/www.holyfruitsalad.blogspot.de\/2013\/08\/drauen.html\">beschreibt die Bloggerin Claudine<\/a> ihr derzeitiges Lebensgef\u00fchl mit den Worten:<\/p>\n<blockquote><p>Ich bin weiterhin m\u00fcde, visionslos, kraftlos. Ich habe Angst vor dem Herbst, vor dem Winter, vor fehlendem Licht.<\/p><\/blockquote>\n<p><!--more--><br \/>\nVisionen als Antrieb, ihr Fehlen als Leiden &#8211; beides absolut g\u00e4ngige Beschreibungen. Und immer wieder frag ich mich, wenn ich derlei lese: Wie kann es sein, dass ich so &#8222;visionslos&#8220; ein recht zufriedenes, oft sogar gl\u00fcckliches Leben f\u00fchre? Weder bin ich reich, noch ist mein Berufsleben &#8222;sicher&#8220;, eher im Gegenteil. Durchweg hab&#8216; ich nie viel Kompromisse gemacht im Streben nach Arbeit, die mir Freude macht. Phasenweise war ich arbeitslos, dabei aber nie unt\u00e4tig. Seit 1997 bin ich als Webworkerin selbst\u00e4ndig, doch war und ist das nie besonders stressig. Es gab Zeiten schwerwiegender Geldsorgen, doch auch das hat mich nicht wirklich deprimiert &#8211; vielleicht, weil ich wusste: auch wenn ich &#8222;St\u00fctze&#8220; brauchen sollte, w\u00fcrde ich nicht verhungern. <\/p>\n<p>Der fr\u00fchere Bundeskanzler ist mit dem Spruch &#8222;Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen&#8220; aufgefallen. Damit l\u00e4utete er die AGENDA 2010 und das Zeitalter der Alternativlosigkeit ein (<a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2013\/09\/03\/visionen-unverzichtbar-oder-ein-grund-zum-arzt-zu-gehen\/#comment-32068\">Update: Ged\u00e4chtnis-Fail!<\/a>). Seitdem leben wir in einer visionslosen Zeit, Politik f\u00e4hrt &#8222;auf Sicht&#8220; und wenn man sich in die komplexen Themen einliest, wundert das auch nicht. Dennoch kotzt es mich an, MICH, die ich mit Visionen eigentlich nichts am Hut habe.<\/p>\n<p>Wer mein Blog und meine Linkschleuder-Gewohnheiten in den sozialen Medien kennt, wei\u00df, dass ich  Welt-verbessernde Aktivit\u00e4ten gerne unterst\u00fctze. Das passiert allerdings nicht aus einer Vision vom besseren Leben heraus, sondern aus der Kritik an allerlei sehr konkreten \u00fcblen Zust\u00e4nden hier und anderswo. Wer Durst hat, braucht Wasser, so einfach ist das. &#8222;Sauberes Wasser f\u00fcr alle&#8220; empfinde ich dann nicht als gro\u00dfartige &#8222;Vision&#8220;, sondern als Selbstverst\u00e4ndlichkeit, die ungerechterweise nicht f\u00fcr alle auf diesem Planeten verwirklicht ist, obwohl das durchaus machbar w\u00e4re. <\/p>\n<p>Dem Begriff &#8222;Vision&#8220; haftet irgendwie eine Gro\u00dfartigkeit an, die mir widerstrebt. Auch das damit verbundende Augenmerk auf Zukunft kann durchaus kontraproduktiv sein: etwa, wenn Menschen sich krumm legen und im Laufrad funktionieren, nur um IRGENDWANN mal ihre Erf\u00fcllung oder Befreiung zu erleben. Das verstellt den Blick auf das, was man JETZT tun und erleben kann zugunsten von Erwartungen, die vielleicht nie eintreten. Bzw. mit denen manche, wenn sie denn eintreten, gar nichts mehr anfangen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Der Garten ist mir ein Lernfeld in Sachen &#8222;Visionen&#8220;. Ich sah z.B. vor dem inneren Auge Gladiolen (die auf dem sandigen Boden schlecht wachsen) zwischen den h\u00fcbschen heimischen Ziergr\u00e4sern. Also hab ich welche gesetzt, von denen jedoch nur drei gewachsen sind, gebl\u00fcht hat keine. Aber drei Meter daneben erschien <a href=\"http:\/\/www.das-wilde-gartenblog.de\/2013\/08\/30\/welche-pflanze-ist-das\/\">ein fantastischer Blutweiderich<\/a>, viel sch\u00f6ner und in diesen halbwilden Garten viel passender. Zum Gl\u00fcck hatte ich f\u00fcr seine Ecke KEINE Vision gehabt, denn sonst h\u00e4tte ich ihn schon fr\u00fch ausgerissen. <\/p>\n<p>Genug f\u00fcr jetzt. Besonders stringent ist dieser Artikel nicht geworden &#8211; halt eine kleine Meditation \u00fcber &#8222;Visionen&#8220;, frei assoziiert. Vielleicht habt Ihr ja Lust, das in den Kommentaren fortzuschreiben?<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Menachem schreibt heute in seinem Gemeinsam-Leben-Blog: &#8222;Visionen, oder Tr\u00e4ume oder W\u00fcnsche, begleitet von der einzigartigen kraftspendenden \u201eHoffnung\u201c sie zu erreichen, betrachte ich als das Lebenselixier, dass wie Blut durch unsere Lebensadern flie\u00dft und uns in Bewegung h\u00e4lt \u2013 nach Vorne.&#8220; Und auf HolyFruitSalad beschreibt die Bloggerin Claudine ihr derzeitiges Lebensgef\u00fchl mit den Worten: Ich bin [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1161"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1161"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1161\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1161"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1161"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1161"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}