{"id":1134,"date":"2013-08-12T10:39:32","date_gmt":"2013-08-12T09:39:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=1134"},"modified":"2013-08-12T14:45:26","modified_gmt":"2013-08-12T13:45:26","slug":"zur-zeitungsdebatte-die-frage-nach-den-inhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2013\/08\/12\/zur-zeitungsdebatte-die-frage-nach-den-inhalten\/","title":{"rendered":"Zur  Zeitungsdebatte: Die Frage nach den Inhalten"},"content":{"rendered":"<p>Der SPIEGEL versucht seit ca. einer Woche, eine breitere Debatte \u00fcber die Zukunft der Zeitung anzusto\u00dfen. Dazu sind durchaus interessante Beitr\u00e4ge erschienen. Der Journalist <strong>Richard Gutjahr<\/strong> schreibt nun in seinem Blogposting <a href=\"http:\/\/gutjahr.biz\/2013\/08\/ausgeraschelt\/\">&#8222;Killergurke, anyone?&#8220;<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Die Debatte um die Zukunft der Zeitung will nicht so recht z\u00fcnden. Vielleicht liegt es daran, dass wir der eigentlichen Frage aus dem Weg gehen \u2013 der Frage nach den Inhalten.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Mein Kommentar dazu ist lang geraten, deshalb halte ich ihn hier auch mal fest.<\/p>\n<p><strong>Inhalte?<\/strong> Oh  ja, da h\u00e4tte ich durchaus Bedarf, da bin ich lange schon wandelnde unbefriedigte Nachfrage! Und  nicht nur ich&#8230;<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDie Krux des real existierenden Journalismus ist es, immer \u00fcber AKTUELLES schreiben zu m\u00fcssen. Klar es gibt gute l\u00e4ngere Artikel, die auch mal Hintergr\u00fcnde, vergangene Entwicklungen und beteiligte Interessen beschreiben. Auch mal &#8222;pro&#8220; und &#8222;kontra&#8220; oder gar einen &#8222;Schwerpunkt&#8220; mit Beitr\u00e4gen mehrerer zu einem Thema.<\/p>\n<p>ABER: all das ist jeweils am Aktuellen aufgehangen und verschwindet mit diesem in der Versenkung &#8211; sowohl gedruckt als auch online. Sowohl in Zeitungen als auch in Blogs! <\/p>\n<p>Was fehlt, sind bleibende, aktuell gehaltene Gesamtdarstellungen eines Themenkomplexes, verst\u00e4ndlich und gern auch multmedial aufbereitet. So als Basis, um sich zu informieren, als Schaffung von Transparenz, die Voraussetzung f\u00fcr Teilhabe ist. <\/p>\n<p><strong>Beispiel: FREIHANDEL<\/strong><\/p>\n<p>In den letzten Wochen gab es hier und da ein paar versprengte Artikel zu den anstehenden Verhandlungen \u00fcber das Freihandelsabkommen USA\/EU. Aufgehangen am Aktuellen, da diese demn\u00e4chst starten sollen. Bef\u00fcrchtungen gibt es dazu jede Menge, die kamen in den Artikeln auch durchaus vor. Und dann war wieder Schluss mit dem Thema. <\/p>\n<p>Statt dessen bzw. zus\u00e4tzlich w\u00fcnsche ich mir ein Medium, das es mir erm\u00f6glicht, mich \u00fcber das Ganze zu informieren. Also \u00fcber<\/p>\n<ul>\n<li>Geschichte und aktuellen Status des Freihandels in der EU bzw. gegen\u00fcber anderen L\u00e4ndern<\/li>\n<li>welche Vertr\u00e4ge zwischen wem regeln was? <\/li>\n<li>Wer sind die Akteure, Lobbies, Institutionen und Interessen?<\/li>\n<li>Welche F\u00f6rdergelder flie\u00dfen in diesem Zusammenhang an wen?<\/li>\n<li>Mit welchen L\u00e4ndern gibt es welche Streitigkeiten?<\/li>\n<li>Welche Auswirkungen haben Freihandelsabkommen bisher in diversen L\u00e4ndern?<\/li>\n<li>Gibt es NGOs und B\u00fcrgerinitiativen, die sich hierzulande oder in den Partnerl\u00e4ndern mit diesen Themen befassen?<\/li>\n<li>und dann auch aktuelle Artikel \u00fcber den Stand der jeweiligen Verhandlungen, die beteiligten Personen, den Kampf der Interessen&#8230;<\/li>\n<li>alles nat\u00fcrlich mit Links zu Quellentexten, Personen und Institutionen &#8211; so dass man sich einmischen kann, wenn man will. <\/li>\n<\/ul>\n<h2>Zu sperrig? Interessiert niemanden?<\/h2>\n<p>Glaube ich nicht! Die B\u00fcrger sind oft weit informierter und interessierter als sich das mancher Verlagsmensch und Journalist denkt. Blo\u00df weil &#8222;Lady Gaga nackt&#8220; \u00f6fter angeklickt wird, hei\u00dft das nicht, dass die genannten Bef\u00fcrchtungen keine Rolle spielten und da kein Info-Interesse w\u00e4re. Man denke nur an die Ablehnung von GenFood, den Kampf ums Wasser und vieles mehr.<\/p>\n<p>Mit einer &#8222;Themenseite&#8220;, die dann auch nur die einzelnen (und bald nicht mehr aktuellen) Artikel des je eigenen Mediums dazu versammelt, ist es aber nicht getan. <\/p>\n<p><strong>Anderes Beispiel:  GELD.<\/strong><\/p>\n<p>In Nischenpublikationen und &#8222;alternativen&#8220; Blogs streitet man sich lange schon, ob nun das (Falsch-)Geldsystem (&#8222;Fiat-Money&#8220;) oder die Verzinsung das Grund\u00fcbel ist, das kommende Mega-Crashs des Finanzsystems unausweichlich mache. Irgendwelche Vertreter herrschender \u00d6konomie nehmen an diesen Diskussionen in aller Regel nicht teil &#8211; und sie werden auch nicht von Qualit\u00e4tsjournalisten dazu aufgefordert. Geschweige denn, dass mal ein Medium das Thema ganz gro\u00df und nachhaltig aufnimmt und aufbereitet &#8211; und so als 4.Gewalt den meinungsbildenden Dienst leistet, alle Seiten zu Wort kommen zu lassen, bzw. zu Stellungnahmen zu &#8222;motivieren&#8220;. <\/p>\n<p>Evtl. lassen sich solche Gro\u00dfthemen auch per Crowdsourcing finanzieren &#8211; einen Versuch w\u00e4re es jedenfalls wert. Ein Blog kann sowas jedenfalls nicht &#8222;mal eben so&#8220; leisten, bzw. wird in der Regel nur die pers\u00f6nliche Meinung und einen dazu passenden Ausschnitt des Ganzen bringen &#8211; keine halbwegs neutrale \u00dcbersicht. <\/p>\n<p>Ich denke, das Menschenbild der Verlagsleute und vieler Journalisten ist durch den Blick auf die Klickraten &#8222;spannender&#8220; News ziemlich mies geworden. Sie halten das Volk f\u00fcr bl\u00f6d und nur am &#8222;Kick&#8220; interessiert &#8211; vergessen dabei aber, dass auf Reize (Katastrophen, Gefahren, Promis, Witze, Sex &#038; Crime) zwar reagiert wird, aber DAF\u00dcR ZAHLEN wird heute kaum noch jemand wollen. &#8222;Aufreger&#8220; finden n\u00e4mlich unter allen Umst\u00e4nden ins Netz, eher zu viele als zu wenige!<\/p>\n<p>Anstatt nun in Richtung nachhaltiger und vertiefter Information zu gehen, zu der immer auch ein Bereich mit aggregierten aktuellen Artikeln VIELER MEDIEN geh\u00f6ren m\u00fcsste, stellten sich &#8222;die Verlage&#8220; in all ihrer Ignoranz auch noch selbst ein Bein:  das herbei lobbiierte Leistungsschutzrecht verhindert nun die unaufw\u00e4ndige und kostenlos &#8222;suchmaschinen-\u00e4hnliche&#8220; Aufbereitung aller erdenklichen Quellen zu einem Thema &#8211; auch f\u00fcr Verlage. <\/p>\n<p>Allein f\u00fcr diesen Coup, der die ungemein n\u00f6tige und weltweit \u00fcbliche Aggregation in DE faktisch verunm\u00f6glicht (abgesehen von Google, das &#8222;to big to ignore&#8220; ist) verdienen sie den Untergang!<\/p>\n<p>Da hoffe ich schon mehr auf kreative Journalisten, die beweglicher und motivierter sind &#8211; und evtl. so auch n\u00e4her an den Interessen der Leser.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/thema\/2020_die_zeitungsdebatte\/\">2020 &#8211; Die Zeitungsdebatte<\/a>;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/zeitungskrise-die-loesung-bin-ich\/\">Sascha Lobo: Zeitungskrise? \u00bbDie L\u00f6sung bin ich!\u00ab<\/a> &#8211; der Text ist als kommentierte Linkliste zu allen erschienenen Beitr\u00e4gen nutzbar!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der SPIEGEL versucht seit ca. einer Woche, eine breitere Debatte \u00fcber die Zukunft der Zeitung anzusto\u00dfen. 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