{"id":1084,"date":"2013-05-15T23:31:44","date_gmt":"2013-05-15T22:31:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=1084"},"modified":"2017-12-11T03:21:56","modified_gmt":"2017-12-11T02:21:56","slug":"mannlichkeit-was-ist-das-was-war-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2013\/05\/15\/mannlichkeit-was-ist-das-was-war-das\/","title":{"rendered":"M\u00e4nnlichkeit: Was ist das? Was war das?"},"content":{"rendered":"<p>Ich fange an mit &#8222;was war das?&#8220; &#8211; denn grade hab&#8216; ich auf ein Twitter-Statement (eines Mannes) reagiert, das so lautete: <\/p>\n<blockquote><p>\n&#8222;Schei\u00df doch auf die Seemannsromantik Ein Tritt dem Trottel, der das erfunden hat. Niemand ist gern allein mitten im Atlantik &#8211; Element of Crime&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Meine Resonanz: Ja, richtig, aber&#8230; h\u00f6r doch mal:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/2zE1-48AAYc?rel=0&amp;controls=0\" frameborder=\"0\" gesture=\"media\" allow=\"encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Dieser Uralt-Song transportiert ein archaisches M\u00e4nnlichkeitsbild, das frau erst dann freundlich-nostalgisch zitieren und wertsch\u00e4tzen kann, wenn es definitiv \u00fcberwunden ist. Verr\u00fcckt, nicht wahr? :-) <!--more--><\/p>\n<p>Es gibt eine <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ABvlBtmL18o\">deutlich peinlichere deutsche Fassung<\/a>: <\/p>\n<blockquote><p>\n<em>Mit 14 Jahren fing er als Schiffsjunge an,<br \/>\nEr war der J\u00fcngste aber er war schon ein Mann<br \/>\nEin Mann wie ein Baum und stark wie ein B\u00e4r,<br \/>\nSo fuhr er das erste mal \u00fcber das Meer<\/p>\n<p>Sie hie\u00df Mary- Ann und war sein Schiff<br \/>\nEr hielt ihr die Treue was keiner begriff<br \/>\nEs gab so viele Schiffe so sch\u00f6n und gro\u00df<br \/>\nDie Mary- Ann aber lie\u00df ihn nicht los&#8230;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>und sp\u00e4ter dann: <\/p>\n<blockquote><p>\n<em>Und als er eines Tag`s erster Steuermann war<br \/>\nDa liebte er ein M\u00e4dchen mit strohblondem Haar<br \/>\nEr gab ihr sein Herz doch sie war ihm nicht treu<br \/>\nSo fuhr er bald wieder zur See Ahoi.<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Das markiert &#8211; abgesehen vom archaischen Besitzdenken &#8211; ein f\u00fcr mich noch immer relevantes Attraktivit\u00e4tsmerkmal der M\u00e4nnlichkeit: Unabh\u00e4ngigkeit, Interessen abseits und jenseits von &#8222;Beziehung&#8220;, die IHN letztlich halten, auch wenn ansonsten alles den Bach runter geht. Ein &#8222;Heldentum der Autonomie&#8220;, das komplett irreal, aber doch irgendwie attraktiv ist. Auch f\u00fcr Frauen. <\/p>\n<p>Ich schreibe \u00fcber dieses Thema im gleichen Geiste wie ein ehemaliger Raucher nach der Befreiung ein sch\u00f6nes nostalgisches Buch \u00fcber die Freuden und Sch\u00f6nheiten des Rauchens, \u00fcber die Erotik des Sargnagels verfassen kann. :-)<\/p>\n<p>Denn &#8222;nachhaltig&#8220; ist diese Art M\u00e4nnlichkeit nicht. Es handelt sich eher um das kollektive sch\u00f6n-reden der Drohnen-Existenz: es braucht letzlich nicht viele M\u00e4nner f\u00fcr die Reproduktion der Art. Das wei\u00df selbst der zitierte Song-Text:<\/p>\n<p><em>&#8222;Nach jeder Reise schwur er jetzt mustre ich ab<br \/>\nEr schwur`s als Kapit\u00e4n doch sie wurde sein Grab<br \/>\nDie Mary-Ann sank am 19 Mai<br \/>\nBei einem Orkan vor der Hudson Bay&#8220;.<\/em><\/p>\n<p>Einer weniger. Wen k\u00fcmmerts&#8230;<\/p>\n<p>Liebe M\u00e4nner, liebe Frauen: wir sollten verdammt froh sein, dass all das hinter uns liegt! SPIELERISCH kann man solche Geschlechter-Imagos im erotischen Kontext nat\u00fcrlich gerne zur beiderseitigen Lust inszenieren. Aber im Ernst, im richtigen Leben haben solche Bilder keinen f\u00f6rderlichen Platz mehr in der Welt.<\/p>\n<p>Das ist meine Meinung. Nicht etwa Feminismus. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich fange an mit &#8222;was war das?&#8220; &#8211; denn grade hab&#8216; ich auf ein Twitter-Statement (eines Mannes) reagiert, das so lautete: &#8222;Schei\u00df doch auf die Seemannsromantik Ein Tritt dem Trottel, der das erfunden hat. 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