{"id":1028,"date":"2004-03-24T08:40:48","date_gmt":"2004-03-24T07:40:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?p=1028"},"modified":"2013-03-10T12:43:57","modified_gmt":"2013-03-10T11:43:57","slug":"genug-gefastet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2004\/03\/24\/genug-gefastet\/","title":{"rendered":"Genug gefastet"},"content":{"rendered":"<p>Eine Woche gefastet, drei Kilo abgenommen, raus aus den achtlosen Gewohnheiten beil\u00e4ufiger V\u00f6llerei. Es war gut, aber f\u00fcr dieses Mal hat es mir gereicht. Fastend erlebe ich eine Verlangsamung, eine &#8222;meditative Verinnerung&#8220;, die mich psychisch und geistig vom Alltag abzieht. Sie lenkt den Blick auf das Wesentliche, stellt alles in Frage, l\u00e4sst mich immer wieder inne halten &#8211; ein Zustand, den ich am Fasten eigentlich sch\u00e4tze, doch diesmal sp\u00fcrte ich, dass ich ihn nicht verl\u00e4ngern oder vertiefen will. H\u00e4tte ich eine Arbeit, die mehr Routine beinhaltet, w\u00e4re es vielleicht anders. So aber kehre ich gerne in die &#8222;Welt der Essenden&#8220; zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Trotz der K\u00fcrze hat mich das Fasten inspiriert: ich verfolge eine neue Idee, die den bisherigen Rahmen meiner Netz-Publikationen erweitern und bereichern wird. Ja, f\u00fcr &#8222;etwas Neues&#8220; in 1000 Gestalten ist Fasten genau richtig, es untergr\u00e4bt die verfestigten Denk- und F\u00fchlweisen des Gewohnten und \u00f6ffnet f\u00fcr neue M\u00f6glichkeiten. Mich dann aber tats\u00e4chlich aufraffen, neben dem Allt\u00e4glichen auch das Neue umsetzen (und endlich mal meinen aufgelaufenen Verwaltungskram abarbeiten), dazu brauch&#8216; ich Kraft, Willen, Konzentration.<\/p>\n<p>Ich stellte fest, dass mir fastend das Gef\u00fchl der &#8222;Kraft&#8220; nicht mehr so ohne Weiteres zur Verf\u00fcgung stand. Als h\u00e4tte ich eine R\u00fcstung abgelegt, die ich f\u00fcr den allt\u00e4glichen &#8222;Kampf uns Dasein&#8220; und auch f\u00fcrs kreative Spielen brauche. Aus fr\u00fcheren Fastenzeiten wei\u00df ich, dass dieses Empfinden nicht physisch bedingt ist, sondern auf Gedanken beruht. Es schl\u00e4gt bei l\u00e4ngerem Fasten wieder um in andere Formen von &#8222;St\u00e4rke&#8220;. Doch darauf zu warten hatte ich keine Geduld: zu dr\u00e4ngend erscheinen mir die Dinge, die ich abarbeiten und angehen muss. Mir fehlt die &#8222;\u00e4u\u00dfere Ruhe&#8220;, um mich intensiver aufs Fasten einzulassen.<\/p>\n<p>Beeindruckt hat mich auch die soziale Bedeutung des Essens, die erst richtig bewusst wird, wenn ich es mal ein paar Tage weglasse. Was tut man mit einem oder mehreren anderen Menschen, wenn &#8222;nichts Besonderes&#8220; anliegt? Man geht essen. Irgendwie reicht es nicht, einfach da zu sitzen und zu reden, es fehlt das gemeinsame Erleben von etwas &#8222;Drittem&#8220;. Gemeinsam speisen ist das Simpelste, ohne Anstrengungen und Irritationen zu verwirklichen. Alle tun es, es bedarf keiner Begr\u00fcndung. Wogegen fast alle anderen physischen Aktivit\u00e4ten (laufen, tanzen, Sex, massieren, singen&#8230;) eine spezielle Beziehung oder besondere Vorbereitungen und Umgebungen ben\u00f6tigen. &#8222;In Bewegung kommen&#8220; ist deshalb erst mal ein einsames Unterfangen, gesellschaftlich kaum unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Jetzt werde ich fr\u00fchst\u00fccken. Ein bisschen Obst reicht mir f\u00fcr den Anfang.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Woche gefastet, drei Kilo abgenommen, raus aus den achtlosen Gewohnheiten beil\u00e4ufiger V\u00f6llerei. Es war gut, aber f\u00fcr dieses Mal hat es mir gereicht. Fastend erlebe ich eine Verlangsamung, eine &#8222;meditative Verinnerung&#8220;, die mich psychisch und geistig vom Alltag abzieht. 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