{"id":10,"date":"2006-04-28T10:58:00","date_gmt":"2006-04-28T08:58:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2006\/04\/28\/updates-und-haeutungen\/"},"modified":"2009-06-16T08:57:42","modified_gmt":"2009-06-16T06:57:42","slug":"updates-und-haeutungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/2006\/04\/28\/updates-und-haeutungen\/","title":{"rendered":"Updates und H\u00e4utungen"},"content":{"rendered":"<p>Etliche Wochen sind vergangen seit dem letzten Diary-Eintrag. Ich brachte es nicht mehr \u00fcber mich, auch nur noch einen einzigen Satz \u201cin der alten Technik\u201d (h\u00e4ndisches Codieren!) hier zur Ansicht zu bringen! Nun ist es endlich geschafft: Das Digital Diary l\u00e4uft ab jetzt auf dem Blogscript WordPress, dass ich meinen Bed\u00fcrfnissen und optischen Vorstellungen wunderbar anpassen konnte. Wer hier irgendwelche Fehler bemerkt, m\u00f6ge mir bitte mailen!<br \/>\nNiemand braucht wegen der Umstellung bef\u00fcrchten, hier g\u00e4be es nun auch nur noch die aus vielen Blogs bekannten \u201cTexth\u00e4ppchen\u201d. Der \u201cContent\u201d kommt immer noch von mir, nicht von der Technik, die ihn zur Ansicht bringt. Die Neigung zu l\u00e4ngeren Texten werde ich in diesem Leben wohl nicht mehr ablegen, doch freu ich mich auch dar\u00fcber, dass es nun m\u00f6glich ist, auch \u201ceinfach mal so\u201d von \u00fcberall aus ins Diary zu schreiben &#8211; und nicht erst mindestens f\u00fcnf Dateien erstellen und mich um die stimmige Navigation k\u00fcmmern zu m\u00fcssen.<!--more--><\/p>\n<h2>Dieses Leben?<\/h2>\n<p>Ich denke zur Zeit \u00f6fter daran, was ich in diesem Leben noch tun will und was nicht. Im Sommer werde ich 52 &#8211; unglaublich! In meiner Jugend hab\u2019 ich mir 52-J\u00e4hrige anders vorgestellt! Nun ja, sie WAREN ja auch anders, jede Zeit erschafft ihre je eigene Weise zu altern.<\/p>\n<p>Angefangen hat das Denken ans Ende in der \u201cThemenwoche Krebs\u201d der ARD: ich sah den Film \u00fcber das Sterben eines Mittvierzigers &#8211; Lungenkrebs, es blieben ihm ab der Diagnose noch genau 16 Monate. Automatisch identifizierte ich mich mit ihm: Mir ist es bis heute nicht gelungen, mich aus der Sucht zu befreien, trotz immer wieder unternommener Versuche \u00fcber mehrere Wochen und Monate. (Der n\u00e4chste steht direkt an: Rauchfrei im Mai &#8211; ich bin dabei!). Mein Vater ist an Lungenkrebs gestorben und auch meine Mutter wird er dahin raffen &#8211; wir sind eine Suchtfamilie. Ich kann von Gl\u00fcck sagen, dass ich zumindest den Alkohol loslassen konnte, nachdem ich Mitte\/Ende 30 mit dieser langweiligsten Droge der Welt ein absolutes Tief erreicht hatte, aus dem ich als eine Andere hervor ging. Leider nicht so sehr anders, dass es auch mit dem Rauchen geklappt h\u00e4tte &#8211; und ich neige auch noch zu anderen, nicht stofflich gebundenen Formen des Suchtverhaltens, da mache ich mir nichts vor.<\/p>\n<p>Anders als sonst, motivierte mich der Anfall von \u201cTodesgedanken\u201d nicht zu hektischen \u00c4nderungsaktivit\u00e4ten: die Geste des Anlaufs \u00e1 la \u201cab morgen wird alles anders\u201d hab\u2019 ich schon so oft vollzogen, dass ich es mir nicht mehr abnehme, mich geradezu l\u00e4cherlich finde, wenn ich wieder zu glauben beginne, ich k\u00f6nne mich von einem Tag auf den anderen total \u00e4ndern, wenn ich mich nur zusammen rei\u00dfe.<\/p>\n<h2>Was w\u00e4re, wenn?<\/h2>\n<p>Alsdenn: Was w\u00e4re, wenn ich noch 16 Monate h\u00e4tte? Zu meiner Verwunderung wusste ich das sofort: ich w\u00fcrde meine s\u00e4mtlichen Texte (oder eine Best-of-Auswahl) als Book on Demand heraus bringen, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, ob sich diese Arbeit \u201clohnt\u201d, ob ich damit wenigstens die Investition heraus bekommen w\u00fcrde, und ob das in all den Jahren Geschriebene die Buchausgabe \u00fcberhaupt \u201cverdient\u201d.<\/p>\n<p>Diese klare Vorstellung wunderte mich, da es mir sonst meist nicht gelingt, mich auf bestimmte Ziele \u201ceinzuschw\u00f6ren\u201d, wie es ja Selbst\u00e4ndigen gerne empfohlen wird, die \u201cihr Business optimieren\u201d m\u00f6chten. Ich bin erschreckend zufrieden mit den allt\u00e4glichen Dingen, lustvolles Konsumieren ist mir weitgehend fremd. Meist w\u00fcnsche ich mir nur, dass es keine Geldprobleme geben m\u00f6ge, da diese mich zur Befassung mit der Finanzlage zwingen und mich in ungewohnten Stress versetzen. Die Reise nach Kambodscha hat mich zwar aus meiner Gen\u00fcgsamkeit ein wenig aufgest\u00f6rt: gerne w\u00fcrde ich n\u00e4chstes Jahr wieder hin fliegen! Im Moment aber dominiert wieder der Alltag \u201cwie gehabt\u201d und Kambodscha ist wie ein ferner Traum, sch\u00f6n, ihn getr\u00e4umt zu haben. Ob ich wirklich noch einmal in die Ferne reise, wissen die G\u00f6tter.<\/p>\n<p>Noch sechzehn Monate &#8211; die durch den Film angesto\u00dfene Vorstellung hielt mich mehrere Tage wie in einem Bann fest. Das Denken und F\u00fchlen \u00e4ndert sich drastisch, wenn man vom Tod nicht nur wei\u00df und ihn auf \u201cirgendwann in ferner Zukunft\u201d ansiedelt, sondern auf einmal \u201crealisiert\u201d, dass es einen selbst erwischt: ICH werde enden &#8211; und evtl. dauert das gar nicht mehr so lange! Es erinnerte mich an die panische Angst beim Fliegen: JETZT st\u00fcrze ich ab, ICH SELBST!<\/p>\n<p>Irgendwo hab\u2019 ich mal gelesen, dass Menschen um 50 weit mehr zu solchen Gedanken neigen als z.B. Mittsechziger. Vielleicht ist es auch die nahende Menopause, die mir ein nicht mehr ignorierbares Gef\u00fchl der Verg\u00e4nglichkeit vermittelt, vielleicht wei\u00df aber auch mein K\u00f6rper um Dinge, die ich lieber (noch) nicht wissen will &#8211; ich gehe ja nie zum Arzt und arrangiere mich mit den sich nach und nach einstellenden \u201cZipperlein\u201d. Patient werden, mich dem Medizinbetrieb ausliefern vermeide ich, solange es geht.<\/p>\n<h2>Neue Freiheit<\/h2>\n<p>Anders als es diese S\u00e4tze vermuten lassen, ist mein Leben zur Zeit nicht etwa langweilig oder leidvoll &#8211; im Gegenteil! Ich f\u00fchlte mich nie zuvor so frei, so gelassen, so gl\u00fccklich wie in den letzten Jahren. Seit ich mich r\u00e4umlich von meinem Ex-Lebensgef\u00e4hrten trennte, mit dem ich \u00fcber ein Jahrzehnt in erotischer Askese verbrachte (wie sind immer schon ein Gespr\u00e4ch, kein \u201cPaar\u201d), erschlie\u00dfe ich mir neue, zuvor nie betretene Erlebnisfelder der Lust. Ich erfahre mich auf tiefere Weise selbst und begegne dem anderen Geschlecht endlich in Liebe und Freundschaft &#8211; ohne die bl\u00f6dsinnigen Verstrickungen fr\u00fcherer Jahrzehnte, in denen Eifersucht, Geltungsbed\u00fcrfnis, eigene Anspr\u00fcche, Erziehungsbem\u00fchungen, Streit und Resignation meine Beziehungen und Aff\u00e4ren \u00fcberschatteten. Alles, was ich heute erlebe, empfinde ich als Geschenk. Mein eigenes Tun oder Lassen entsteht nicht mehr aus Meinungen, wie die Dinge sein sollten, sondern aus der Wahrnehmung dessen, was sich ganz nat\u00fcrlich von selbst ergeben will. Alles, was ich dabei leisten muss, ist meine Wahrnehmung ernst nehmen und mich danach richten. Und seit ich mir immer \u00f6fter bewusst werde, wie endlich das alles ist, wird es immer sch\u00f6ner! Ich schreibe mein Leben in den Sand und sp\u00fcre den Wind, der ihn fort treibt &#8211; die Freude und Freiheit, die ich empfinde, sind un\u00fcbersehbar die helle Seite des Schreckens, der \u201cda vorne\u201d als Abgrund, Tod und Ende auf mich lauert. Ein seltsames Lebensgef\u00fchl!<br \/>\nMehr davon ein andermal. Jetzt werd\u2019 ich erstmal WordPress in Betrieb nehmen. Diesen Eintrag schreib\u2019 ich noch auf dem heimischen Apache-Server &#8211; hoffentlich klappt der Transfer auf claudia-klinger.de ohne Probleme!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Etliche Wochen sind vergangen seit dem letzten Diary-Eintrag. Ich brachte es nicht mehr \u00fcber mich, auch nur noch einen einzigen Satz \u201cin der alten Technik\u201d (h\u00e4ndisches Codieren!) hier zur Ansicht zu bringen! 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