{"id":4213,"date":"2024-02-02T16:51:16","date_gmt":"2024-02-02T15:51:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?page_id=4213"},"modified":"2024-02-29T12:46:51","modified_gmt":"2024-02-29T11:46:51","slug":"leserbriefe-2000","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/leserbriefe-2000\/","title":{"rendered":"Leserbriefe 2000"},"content":{"rendered":"<p><a name=\"andreashomepage\"><\/a><br \/>\n<b>18.6., zu: 16:06:00 Wege ins Netz <\/b><\/p>\n<p>Hallo Claudia,<\/p>\n<p>Gruess Dich, Claudia,<\/p>\n<p>Du schreibst in Deinem Diary:<br \/>\n&#8218;Mit der eigenen Homepage zu beginnen, ist jedenfalls ein guter Anfang. &#8222;Sich zeigen&#8220; ist der erste Schritt &#8211; auch im Urwald ist der eigene K\u00f6rper f\u00fcr die anderen Wesen sichtbar und in der Stadt hat jeder eine Meldeadresse, eine Wohnung, eine Basis. &#8218;<\/p>\n<p>Recht hast Du!<\/p>\n<p>Wie oft hoere ich von Leuten den Spruch: &#8218;Ich bin im Internet&#8216;. Und sie meinen doch nur, dass sie sich umgesehen haben auf fremden Seiten. Es ist, als ob ich sage: &#8218;Ich bin im Fernsehen&#8216;, obwohl ich nur eine Fernbedienung in der Hand habe und von Sender zu Sender flaniere. Ein Mensch, der das Netzt nutzt, sollte auch seinen Teil dazu beitragen, oder besser: einen Teil von sich mit einbringen. Tut er das nicht, beweist er, dass der Geist in ihm steckt, an dem die Welt krankt: Der Geist vom Stamme &#8218;Nimm&#8216;, der Konsumgeist.<\/p>\n<p>Das war auch der Grund, weshalb ich mich entschloss, eine Webseite, eine Homepage auf die Beine zu stellen. Hoffe, es ist mir gelungen.<\/p>\n<p>Viele Gruesse,<br \/>\nAndreas<br \/>\n&#8212;<br \/>\nJede Wochen eine Kolumne,<br \/>\n* <a href=\"http:\/\/www.kolumne.ixy.de\/\" target=\"_top\" rel=\"noopener\">www.kolumne.ixy.de<\/a> *<br \/>\n<a name=\"robert\"><\/a><br \/>\n<b>15.6., zu: Digidiary<\/b><\/p>\n<p>Hallo Claudia,<\/p>\n<p>wirklich beachtlich, wie Du Dich mich Deinen Erlebnissen und den eigenen Schlu\u00dffolgerungen auseinandersetzt.<br \/>\nBeachtlich desweiteren, wie Du es verstehst, die deutsche Sprache zu Deinem Vorteil &#8222;fast schon&#8220; weiter entwickelst.<br \/>\nDas vermochte ich nie. Oder besser, es fehlte mir &#8222;je&#8220; der Anreiz dazu.<\/p>\n<p>Ich las nun heute Abend eine geschlagene Stunde Deine Eintr\u00e4ge und werde mir bestimmt auch in Zukunft die Zeit nehmen, dies zu tun.<br \/>\nEs gibt einfach zu wenig &#8222;Beachtenswertes&#8220; im Netz.<\/p>\n<p>Weiterhin viel Spass<br \/>\nRobert<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/goto.gif\" alt=\"\" width=\"10\" height=\"10\" border=\"0\" \/> <a href=\"http:\/\/members.aol.com\/minusmann\" target=\"_top\" rel=\"noopener\">http:\/\/members.aol.com\/minusmann<\/a><br \/>\n<a name=\"falko\"><\/a><br \/>\n<b>14.6., herzlichen gl\u00fcckwunsch zum &#8222;docsnuggle webaward &#8211; may 2000&#8220;<\/b><\/p>\n<p>hallo, ich m\u00f6chte mich vorstellen, mein name ist falko kuschel und ich bin leidenschaftlicher websurfer sowie auzbi zum webdesigner. auf einer meiner t\u00e4glichen surftouren durchs www bin ich, mehr oder weniger zuf\u00e4llig, \u00fcber ihre seite gestolpert und dort auch recht lange verblieben.<\/p>\n<p>aus respekt zu ihrer leistung verleihe ich ihnen den 3. docsnuggle webaward f\u00fcr den monat mai. ich habe somit einen link von meiner homepage auf die ihre eingef\u00fcgt und hoffe auf ihr einverst\u00e4ndnis. falls sie mit einem link auf ihre seite nicht einverstanden sind werde ich den link selbstverst\u00e4ndlich entfernen. sie finden ihren eintrag auf meiner homepage unter der rubrik &#8222;docsnuggle webawards&#8220;<\/p>\n<p>ich w\u00fcnsche ihnen noch viel gl\u00fcck mit ihrer webpage und verbleibe mit freundlichen gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p>fok\/ docsnuggle<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.docsnuggle.de\/\" target=\"_top\" rel=\"noopener\">www.docsnuggle.de<\/a><br \/>\n<a name=\"ingo3\"><\/a><br \/>\n<b>zu: 12:05:00 Der K\u00f6rper als Text<\/b><\/p>\n<p>Hallo Claudia,<\/p>\n<p>&#8230;zu den drei Punkten:<\/p>\n<p><b>der Koerper als Text,<\/b><br \/>\n<b>und die Welt als Text-Baukasten?<\/b><\/p>\n<p>Geschaetzte Claudia, dein Diary ist hinreissend. Wer kennt sie nicht, die Freuden der Jugend. Es ist nicht nur eine bestimmte Sorte Mensch, die in koerperlichen Dingen unterlegen ist, auf dem Spielplatz, Freibad, Raufen und all dem.<\/p>\n<p>Man muss eben frueh genug lernen, seine Grenzen zu finden. Dass unser Schulsystem nicht unbedingt der optimalen Persoenlichkeitsbildung dient und frueh genug durch Lob\/Tadel\/Noten selektiert, ist normal. Es gibt wohl kein machbareres System?<\/p>\n<p>Dein Beispiel mit dem Lesen kann ich gut nachvollziehen, ich hatte damals -nach dem ausser- schulischen Lesenlernen- mangels anderer Quellen Maerchenbuecher zum Teil abgeschrieben, nur so zum Spass. Schule war langweilig.<\/p>\n<p>Die Dinge wiederholen sich erstaunlicherweise; meine Tochter konnte auch schon sehr frueh lesen und fuehlte sich in den Grundschulklassen eher belaestigt denn gefordert.<\/p>\n<p>Das hat sich dann grundlegend gewandelt; heute ist sie eher mittelmaessig, faellt nicht mehr auf und schummelt sich so durch. Allerdings als eigene Persoenlichkeit, nicht als Mitlaeuferin.<\/p>\n<p>Alex hat den Schulkram bald hinter sich, gerade macht er ein Praktikum, dann noch ein halbes Jahr und das wars dann vorlaeufig mit Noten und all dem.<\/p>\n<p>Du schreibst von der Angst vor koerperlich erfahrbaren Entschluesselung der MuskelCodes? Warum: &#8211; es gibt keinen vernuenftigen Grund, sich vor seinen (Un)Moeglichkeiten zu verstecken. Allein eine verinnerlichte Haltung, andern etwas beweisen zu muessen, koennte diese Angst vor eigenen Unzulaenglichkeiten begruenden, und da denke ich, brauchst du dich vor niemand zu verbergen.<\/p>\n<p>nobody is perfect, nicht?<\/p>\n<p>Haten wir uns nicht schoneinmal ueber &#8222;angst&#8220; unterhalten? Ueber den notwendigen &#8222;schutzreflex&#8220;, der zum ueberleben notwendig ist, und dessen Fehlen kurzlebige, alberne Helden gebiert? Ich fuer meinen Teil bin froh darueber, meine koerperlichen Grenzen ziemlich genau zu kennen. Wenn beispielsweise blutige Struempfe abends von den stinkenden Gehwerkzeugen abgepuhlt werden, weiss ich, den Bogen mal wieder ueberspannt zu haben.<\/p>\n<p>Also: kuerzer treten. Keiner kann unmoegliches verlangen. Zumindest nicht auf Dauer. Und der Gedanke daran, dass die anderen auch nur mit Wasser kochen, gibt mir die Gelasenheit -und damit die Freiheit-, auch mal ein begruendetes &#8218;Nein&#8216; sagen zu koennen. Unser Textbaukasten Welt ist wie ein Setzkasten der in Vergessenheit geratenden Drucker. Manchmal bleiernde Schwere, dann wieder formvollendete Schoenheit in winzigen Details. Ich versuche, mir die Freiheit zum eigenen Text herauszunehmen, schreibe taeglich ein wenig Reallife auf den Baustellen mit Hammer und Bohrmaschine und bins zufrieden. (Der Gedanke, die Besucher, die bei der Expo 2000 im Jugenddorf zur Toilette gehen, koennen dies, _weil_ ich dort Trennwaende aufgebaut habe, ist einer jener Textbausteine, die ein stoisches Weitermachen, einfach weitermachen erleichtert. Gewiss denkt keiner an die Arbeiter, die das ganze hingestellt haben, allein: nuetzliche Dinge sind aus Taetigkeit entstanden. Der Text kann fliessen. :)<\/p>\n<p>Manchmal ist es schon ein Hundeleben, gewiss. allerdings: hast du schon in ihr Tun versunkene sich selbst voellig genuegende, herumtollende Hunde beobachtet?<\/p>\n<p>und ? hast du gegrinst?<br \/>\n:) Gruesse aus Salzgitter<br \/>\ningo<br \/>\n<a name=\"volker\"><\/a><br \/>\n<b>zu: 06:05:00 I love you<\/b><\/p>\n<p>Hallo Claudia,<\/p>\n<p>&#8230;zu den drei Punkten:<\/p>\n<p><b>1. Sex, Pics, XXX:<\/b><br \/>\nSozusagen Fortsetzung der Affenfelsen-Erlebnisse. Ohne tats\u00e4chliche K\u00f6rperlichkeit (Anwesenheit zu zweit) ist das Leben wohl nicht zu geniessen (das ist was anderes \/ mehr als &#8222;bestreiten&#8220; oder &#8222;verbringen&#8220;). Auch das sog. Wissensmanagement kommt ohne die direkte Kommunikation zwischen zwei real anwesenden langfristig nicht aus. Denn Wissenstransfer geschieht nicht allein durch Schrift. Durch die anderen Kan\u00e4le \/ Sinne und vor allem deren Zusammenspiel kommt erst das entscheidende beim Empf\u00e4nger von Wissen an.<\/p>\n<p><b>2. Reich werden ohne Arbeit in 14 Tagen<\/b><br \/>\nDas erinnert so sch\u00f6n an die Missions- und Motivationsz\u00fcge von Bodo Sch\u00e4fer und Nachahmer. wer keine Ziele hat, der will wenigstens Geld. Am besten soviel, dass es gar nichts mehr n\u00fctzt. Was hat denn Bill Gates von der Milliarden (die er ja nur hat, wenn er die Anteile versilbert!)? Klar er will 3).<\/p>\n<p><b>3. Geliebt werden<\/b><br \/>\nJa,ja &#8211; die Aufmerksamkeit oder die Beachtung sind wohl wirklich die neuen Zahlungsmittel bzw. der Geldersatz. Oder das eigentliche &#8222;Gl\u00fccks-Ziel&#8220;. Und das hat wohl wieder einiges mit 1) zu tun &#8211; aber nicht virtuell sondern real.<\/p>\n<p>Jetzt kommt mir noch Maslow in den Sinn. Wie befriedigen wir denn die einzelnen Bed\u00fcrfnisse der jeweiligen Stufen? Die Grundbed\u00fcrfnisse zum Teil noch direkt im Austausch ohne Geld, durch Selbermachen oder neuerdings (Bsp. Pflegeversicherung) immer st\u00e4rker \u00fcber das Medium \/ den Umweg Geld. Sicherheit, Zugeh\u00f6rigkeit und Anerkennung bed\u00fcrfen des Geldes &#8211; oder manchmal auch des Bettelns oder des Diebstahls. Manch einer kommt inzwischen auch mit Verzicht weiter. Bei der Anerkennung und zum Teil der Selbstverwirklichung spielt Geld keine Rolle mehr, da ist Aufmerksamkeit schon das entscheidende Mittel der Befriedigung: Prominent sein, in den Medien sein &#8230; Geld hat man &#8211; oder tut so als h\u00e4tte man es (Casanova-Effekt). Bei der Selbstverwirklichung schliesslich spielt irgendwann auch die Aufmerksamkeit durch andere keine Rolle mehr, da werden Dinge \/ Gedanken um ihrer selbst Willen getan \/ erreicht &#8211; man k\u00f6nnte das auch den &#8222;permanenten Flow&#8220; nennen.<\/p>\n<p>Warum dies feststellen und in die Diskussion bringen? Cui bono? Weil daraus spannende Diskussionen und Erkenntnisse f\u00fcr den entstehen k\u00f6nnen, der sie entstehen lassen m\u00f6chte, der also offen f\u00fcr Neues ist. Dies wirklich und bewusst ohne Wertung. Denn Mission bringt Krieg, weil sie Einmischung ist. Offene Diskussion befl\u00fcgelt. Tsch\u00fc\u00df<br \/>\nVolker<\/p>\n<p><a name=\"michael\"><\/a><br \/>\n<b>zu: 21.4.00 Vom Plaudern der Bilder<\/b><\/p>\n<p>Liebe Claudia<\/p>\n<p>Um auf den Eintrag vom 21.4. zur\u00fcckzukommen, m\u00f6chte ich anmerken, dass deine Feststellung, dass erst nach dem du zu schreiben begonnen hast, deine kreativen Impulse eintreten, ich f\u00fcr meine Person nur best\u00e4tigen kann. Meine Gedanken und mein Wissen etc. dass in meinem Kopf gespeichert ist, erscheint mir wie langsam aber stetig flie\u00dfender Strom. Wenn ich nun auf etwas in meinem Kopf zur\u00fcckgreifen will, und es niederschreiben m\u00f6chte, entsteht sozusagen eine Engstelle des Stromes, aus der dann ebenso wie es ein physikalisches Gesetz beschreibt ein Drive entsteht, der Energie freisetzt. Der Akt des Schreibens stellt f\u00fcr mich eine Fokusierung der geistigen Schaffenskraft auf ein bestimmtes Thema dar. In meinem Kopf schwirren unz\u00e4hlige Gedanken unher, die vor meinem geistigen Auge angerissen, nicht vollends ausgef\u00fchrt und durch externe Einfl\u00fc\u00dfe abgelenkt werden; sozusagen ein Chaos. Die Energien heben sich gegenseitig auf, oder gehen verloren. Erst wenn ich schreibe b\u00fcndeln sich diese Energien und ich kann mich voll und ganz konzentrieren (naja meistens jedenfalls). Das Chaos ordnet sich, und die Energien verwandeln sich in Kreativit\u00e4t.<\/p>\n<p>Dietmar Kamper beschreibt das Papier als Haut und die Tinte als Blut oder Samen, und somit erh\u00e4lt das Schreiben f\u00fcr mich Medium Charakter. Laut eines ber\u00fchmten amerikanischen Medien\u00f6kologen, der den Satz formulierte &#8222;Das Medium ist die Botschaft&#8220;, gelten f\u00fcr ein Medium bestimmte Regeln, die reflexsiv auf den im Medium Agierenden wirken. Die Regeln des Schreibens sind f\u00fcr mich schwer in Worte zu fassen, doch ich bin davon \u00fcberzeugt, dass es sie gibt. Die Art und Weise wie Gendanken durch Sprache zum Ausdruck gebracht werden ist f\u00fcr mich faszinierend. Die Gedanken erscheinen mir oft verworren und durch dass, durch Regeln bestimmte Schreiben, werden sie geordnet und zum Ausdruck gebracht.<\/p>\n<p>Wenn ich beginne einen Gedanken schriftlich auszuarbeiten, entsteht bereits w\u00e4hrend ich einen Satz formuliere ein Link zum n\u00e4chsten, wie gerade eben als ich die Paralelle zum Hypertextsystem zog. Durch die Niederschrift beendet mein Gehirn ein gewisses Kapitel und kann dadurch den logisch n\u00e4chst folgenden Schritt t\u00e4tigen, und verliert sich nicht in einem rotierenden Gedanken, der wenn am Ende angelangt wieder zum Anfang zur\u00fcckf\u00fchrt und von neuem beginnt.<\/p>\n<p>Die Frage f\u00fcr mich ist jedoch ob dieser lineare Ablauf, der dem Menschen so vertraut ist (Verlauf der Zeit und so), also ein Gedanke nach dem anderen, nicht manchaml durchbrochen werden soll. Du hast in deiner Tagebucheintragung bereits M\u00f6glichkeiten wie brain storming usw. angef\u00fchrt, die darauf zielen die &#8222;Regeln&#8220; zu brechen, aber wie du auch erw\u00e4hntest ist dein Kontrollorgan schneller. Innerhalb des Systems Sprache ist dies auch schwer m\u00f6glich, denke ich, aber warum sollte man nicht versuchen einen v\u00f6llig neuen Zugang zur Energie des menschlichen Geistes zu finden?<\/p>\n<p>Mit dieser offenen Frage (zumindest f\u00fcr mich) m\u00f6chte ich schlie\u00dfen, nur noch eine Bemerkung. Ich bin total begeistert von deiner Arbeit und deinem Stil zu schreiben, der mir immer neue Gedankenimpulse vermittelt.<\/p>\n<p>Mit freundlichen gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p>Michael<br \/>\n<a name=\"wodile2\"><\/a><br \/>\n<b>zu: 25.4.00 360 Jahre leben&#8230;<\/b><\/p>\n<p>Hallo,<\/p>\n<p>ich bin doch immer wieder erstaunt, mit was die Wissenschaft uns alle begl\u00fccken m\u00f6chte. Demn\u00e4chst also auch 360 Jahre Lebenserwartung, wahrscheinlich begleitet von w\u00fcrfelf\u00f6rmigen Tomaten, auf B\u00e4umen wachsendem Nutella und K\u00fchen, in deren Euter der fertige Erdbeerquark mit 0,3 Prozent Fettgehalt pl\u00e4tschert.<\/p>\n<p>Ich frage mich dann immer, ob der Mensch nicht akzeptieren kann, da\u00df Momente des Gl\u00fccks fl\u00fcchtige Zust\u00e4nde sind, die auch durch ein endlos verl\u00e4ngertes Dasein weder h\u00e4ufiger noch besser werden. Und wenn ich mir vorstelle, ich w\u00fcrde mich mit der n\u00e4chsten jungen Frau unterhalten und w\u00fcrde dabei in Gedanken bereits die Tage bis zu meinem 176. Geburtstag z\u00e4hlen, dreht sich irgendwie mein Magen um. Wozu das alles?<\/p>\n<p>Ein Beispiel aus einem anderen Lebensumfeld. Anfang bis Mitte der 90er unterlag die damalige Rave-Szene einem \u00e4hnlichen Irrtum, indem die Partys auf 24, 36 oder 48 Stunden ausgedehnt wurden. Tanzen bis zum Kreislaufzusammenbruch, in der Hoffnung, da\u00df dadurch alles noch toller, phetter, gl\u00fccklicher werden w\u00fcrde. Nur hat das irgendwie auch nicht so recht funktioniert. Den Moment, in dem man vom Ambiente, von der Atmosph\u00e4re aufgesaugt und in eine andere, spirituelle Dimension geschleudert wurde, erlebte man trotzdem nur einmal. Ob man in dieser Dimension dann 2 oder 20 Stunden blieb, machte eigentlich gar keinen Unterschied mehr, schlie\u00dflich erlebte man es gar nicht bewu\u00dft. Wozu also die weiteren 18 Stunden?<\/p>\n<p>Wenn man einmal an den Punkt angelangt ist, an dem man das Leben nicht mehr als durchg\u00e4ngig bitteren Ernst betrachtet, sondern als eine mehr oder weniger willk\u00fcrliche Aneinanderreihung skurriler, am\u00fcsanter oder auch \u00e4rgerlicher Ereignisse, die man teils kopfsch\u00fcttelnd, teils laut lachend an sich vorbeiziehen l\u00e4\u00dft, dann stellt sich eine \u00e4hnliche Frage: was macht es f\u00fcr einen Unterschied, ob diese Aneinanderreihung nun 35 oder 335 Jahre dauert? Den Moment der inneren Befreiung von einem wie auch immer anerzogenen &#8222;Pflichtgef\u00fchl&#8220; erlebt man auch nur ein einziges mal (wenn \u00fcberhaupt &#8211; die meisten ja nicht). Und der ist so ziemlich das wertvollste, was man erleben kann. Dar\u00fcber gibt es nicht mehr viel.<\/p>\n<p>Und irgendwann mu\u00df dann auch mal Schlu\u00df sein. Dann will ich mich hinlegen k\u00f6nnen, mit dem Gedanken &#8222;So, das war\u00b4s jetzt. War nett, machts gut.&#8220; Warum will uns die Wissenschaft diesen zweiten, wichtigen Moment nehmen, der uns durch die recht begrenzte Zeitspanne bis dahin immer verdeutlicht, da\u00df die Aneinanderreihung von Ereignissen irgendwann auch mal ein Ende hat &#8230; und uns dadurch \u00fcberhaupt erst ein bewu\u00dftes Erleben erm\u00f6glicht?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/goto.gif\" alt=\"\" width=\"10\" height=\"10\" border=\"0\" \/><a href=\"http:\/\/www.wodile.de\/\" target=\"_top\" rel=\"noopener\">www.wodile.de<\/a><br \/>\n<a name=\"netzwanderer\"><\/a><br \/>\n<b>zu: 25.4.00 360 Jahre leben&#8230;<\/b><\/p>\n<p>Hallo Claudia,<\/p>\n<p>&gt; 360 Jahre Spiegel-Headlines!<br \/>\n&gt; 360 Jahre Hauen &amp; Stechen,<br \/>\n&gt; 360 Jahre Skandale und Entlarvungen,<br \/>\n&gt; 360 Jahre RTL2<\/p>\n<p>&#8230;320 Jahre Arbeitsleben; was die gerade ver\u00f6ffentlichte Arbeitslosenprognose von weniger als 2 Millionen Arbeitslosen in 10 Jahren geh\u00f6rig durcheinander bringt,<\/p>\n<p>&#8230;Windows2360 und die nun wirklich, wirklich allerletzte DOS-basierte Version in 16bit,<\/p>\n<p>&#8230;360 Jahre als Konsument von der Werbung verf\u00fchrt,<\/p>\n<p>&#8230;die 130.000 Sendung GuteZeiten-schlechteZeiten, immer noch ohne Schauspieler,<\/p>\n<p>&#8230;der 333. Geburtstag im Kreis der engsten 1215 Familienmitglieder und zahllose Geschenke,<\/p>\n<p>&#8230;mindestens 120 Jahre Rot-Gr\u00fcn mit Gerhard<\/p>\n<p>&#8230;nach 300 Jahren T-Online-Aktien verkaufen<\/p>\n<p>&#8230;immer noch Millionen, die t\u00e4glich an Krieg, Hunger und Krankheiten sterben<\/p>\n<p>&#8230;und wir selbst: Immer noch kein bisschen weiser?<\/p>\n<p>Sch\u00f6ne Aussichten!<\/p>\n<p>Matthias<br \/>\nvielleicht noch mehr als 300 Jahre Digital diary lesend ;)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/goto.gif\" alt=\"\" width=\"10\" height=\"10\" border=\"0\" \/> <a href=\"http:\/\/www.netzwanderer.de\" target=\"_top\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.netzwanderer.de<\/a><br \/>\n<a name=\"iris\"><\/a><br \/>\n<b>zu: 21.4.00 Vom Plaudern der Bilder &#8211; Warum noch schreiben?<\/b><\/p>\n<p>&#8222;innere notwendigkeit&#8220; erinnert mich an kreativit\u00e4t als das blut, das aus einer offenen halsschlagader pulst. schreiben als notwendigkeit um wie auf einer leinwand aus einzelnen strichen eine momentaufnahmen zu zeichnen ja &#8211; publiblizieren nein. selbstausdruck wird mit rosa haarschleifen und leggingw\u00fcrsten praktiziert, mit furzen und r\u00fclpsen, als hooligan, als politiker, mit dem schwarzen kasten. was ist selbstausdruck?<\/p>\n<p>ist selbstausdruck erstrebenswert? was sollen wir ausdr\u00fccken? sind wir individuuen? singul\u00e4re ereignisse in einem raum -zeitgef\u00fcge? was wir als teil einer gattung wahrnehmen k\u00f6nnen, ist die art in ihrer vielf\u00e4ltigkeit, doch die individualit\u00e4t scheint begrenzt zu sein, zumal man \u00fcber sein eigenes universum hinaus nicht ihre essenz erfahren kann. und damit tun sich schon manche, die daran interessiert sind, gr\u00e4sslich schwer. unsere eigene individualit\u00e4t stellt die barriere dazu dar, jegliche individualit\u00e4t, die mitgeteilt werden soll, zu erfahren und zu verstehen. jede fremde geschichte wird nur verstanden, wenn ein st\u00fcck daraus in der eigenen geschichte passt, nacherlebt wird. was sollen wir also ausdr\u00fccken, wenn es uns durch unsere subjektivit\u00e4t nicht m\u00f6glich ist, das wirkliche zu verstehen?<\/p>\n<p>f\u00fchrt der ausdruck des selbst als einem singul\u00e4ren ereignis in seiner zwanghaftigkeit ein solches zu sein nicht wieder zur einer inszenierung, etwas stilisiertem &#8211; zu etwas das am wirklichen vorbeigeht? ist ein innerer drang in uns, zu inszenieren, zu stilisieren? ich kenne den drang, wenn ich mit klopfendem herzen und zitternden fingern mich hinsetze und irgendetwas schreiben muss, das handelt aber nur bedingt von mir, ich dr\u00fccke mich nicht aus, etwas dr\u00fcckt sich aus durch mich, ich bin nur ein instrument, durch das es hindurchfliesst. es ist, als ob man auf einen gemeinsamen pool zur\u00fcckgreifen w\u00fcrde aus einer vielschicht von stimmen den exakten n\u00e4hrungswert an die wirklichkeit heraush\u00f6ren k\u00f6nnte und diesen ton durch sein instrument bl\u00e4st. es ist dieses ohrensausen und rauschen der gedanken, das blut, das pocht,der pr\u00e4zise cut des wortes, eingesetzt in einer reihe ohne absehbares ende und auf einmal ist sie da: die essenz der realit\u00e4t aus dem brennspiegel der worte<\/p>\n<p>es gibt kein warum daf\u00fcr, es ist. so wie ich auch keinen selbstausdruck erstrebe, sondern das sein einfach da ist, in seiner pr\u00e4senz manigfaltig, un\u00fcberschaubar und wundersch\u00f6n.<\/p>\n<p>have a nice week<br \/>\niris<br \/>\n<a name=\"ingo2\"><\/a><br \/>\n<b>zu: 31.3.00 Wissensgesellschaft<\/b><\/p>\n<p>Hallo Claudia,<\/p>\n<p>&#8222;weisst du noch, die Anfaenge der ML &#8218;webkultur&#8216;,&#8230;&#8220; -so koennte ich jetzt anfangen:)..<\/p>\n<p>Du hattest einmal unter <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/goto.gif\" alt=\"\" width=\"10\" height=\"10\" border=\"0\" \/><a href=\"http:\/\/home.snafu.de\/klinger\/nicht.htm\" target=\"_top\" rel=\"noopener\">&#8222;das internet existiert nicht&#8220;<\/a> einen fulminanten Aufsatz geschrieben; jetzt, knapp 3,5 Echtzeit Jahre spaeter wird das Internet zu einem Megaevent, der aus keinerlei Oeffentlichkeit mehr wegzudenken ist. Fuer mich, als privaten ex-Homepager ist es immer noch ein virtueller &#8222;Nicht-ort&#8220;, manche werden nach der anfaenglichen Begeisterung wahrscheinlich die Segel wieder streichen und es bei einer schlichten &#8222;ErreichbarkeitsAdresse&#8220;, einer Email-Anschrift belassen.<\/p>\n<p>Und doch sind sie &#8222;dabei&#8220;. Seit dem ersten gemeinschaftlich organisierten Nahrungskampf in der Grassamen-Steinzeit fanden sich immer Rabauken, die &#8222;die Gesellschaft&#8220; umkrempeln wollten; der letzte Radikale war unter vielen anderen ein gewisser Herr Marx. Ebensowenig, wie es &#8222;das Internet&#8220; gibt, existiert &#8222;die Gesellschaft&#8220;.<\/p>\n<p>Und daran sind bislang gluecklicherweise alle Radikalen gescheitert. Es tut gut, zu vergessen. Es ist kaum noch vertretbar, soviel wie moeglich *wirklich* wissen zu wollen, in einer Umgebung, die auf Halbwissen und reinem strukturellem Funktionieren basiert und so wird die Entscheidung, sehr viel garnicht mehr wissen zu wollen, leichtgemacht.<\/p>\n<p>Wir kommen auch ohne jene vorgegaukelte &#8222;Macht durch Wissen&#8220; zurecht, die ein jederzeit verfuegbarer Internetconnect bieten *koennte*, sollte der Chip im Hirn demnaechst verwirklicht werden koennen. Ich zumindest glaube daran. Glaube an eine Lebensweise, die nicht nur noch durch Onlinebanking, ecommerce Warentausch und Bannerwerbungsgeflimmer bestimmt ist.<\/p>\n<p>Die beiden Redenden in <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/goto.gif\" alt=\"\" width=\"10\" height=\"10\" border=\"0\" \/><a href=\"http:\/\/www.br-online.de\/politik\/herzog\/gespraeche.html\" target=\"_top\" rel=\"noopener\">Herzogs Talkrunde<\/a> (sein diesmaliger Gast war AOL- Oberhaeuptling Ortsteil Germany\/Europa) zeigen ihre *visionaere Kraft*. ich stelle fuer mich fest: es ist nicht meine Welt, von der diese Primaten inter pares so beilaeufig und selbstverstaendlich reden. Wobei ich anmerken moechte, dass das Event &#8222;Herzogs Talkrunde&#8220;an sich schon wieder ein Format zu sein scheint ist, welches dem Boten &#8211; weniger der Botschaft dient. Vgl. hierzu auch die kritischen Anmerkungen im <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/goto.gif\" alt=\"\" width=\"10\" height=\"10\" border=\"0\" \/><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/medien\/0,1518,70885,00.html\" target=\"_top\" rel=\"noopener\">Spiegelonline-Artikel<\/a>.<\/p>\n<p>Nicht, dass du denkst, ich wollte jetzt den Maschinensturm der Weber wieder aufleben lassen und alles zurueck zur Scholle und Handarbeit fordern; ganz im Gegenteil: mir macht es privates Vergnuegen mit der &#8217;neuen&#8216; Technik zu spielen. so ganz nebenbei eigne ich mir beim Rumstrolchen im Netz &#8222;Halbwissen&#8220; an, beispielsweise habe ich mir kuerzlich eine selbstinstallierende, kostenlose Firewall (ZoneAlarm) aus dem Netz geholt.<\/p>\n<p>Es ist dasselbe, wie im Diary-Text deine Bemerkung ueber dein zusehen beim &#8222;Herzbuben&#8220;-Motorhaubenevent.<\/p>\n<p>Es macht Spass. mehr nicht. Gemessen an den -vermuteten- Anstrengungen &#8222;echter&#8220; Systemoperatoren, die Tage\/Monatelang nichts anderes tun als zig-tausendmark teure Sicherheitsprogramme zu pflegen (und dazu wenigstens ein Informatik-Spezialstudium und\/oder *echtes, spezielles Wissen* brauchen) ist mein neuerliches &#8222;Spielzeug&#8220; ein weiteres Mosaik einer Halb-ab-bildung einer Wissenswelt, die auf virtuellen, manchmal skurillen, manchmal ernsthaften, zumeist aber auf unterhaltsamen Beinen steht.<\/p>\n<p>Gruesse aus Salzgitter<br \/>\ningo mack<br \/>\n<a name=\"stefan\"><\/a><br \/>\n<b>zu: 19.3.00 Putenfleisch<\/b><\/p>\n<p>Hallo Claudia,<\/p>\n<p>ich habe soeben Deine Gedanken zum Putenfleich gelesen:<\/p>\n<p>&#8222;Die &#8222;\u00d6ko-Schiene&#8220; sehe ich nicht als L\u00f6sung. Ich will im normalen Supermarkt einkaufen k\u00f6nnen und kein Aufhebens um meine Ern\u00e4hrung machen m\u00fcssen. Zudem n\u00fctzt es den Knastputen nichts, wenn es daneben noch ein paar \u00d6ko-Puten f\u00fcr Besser-Verdienende und \u00d6ko-Hardliner gibt. Eine Welt, die nur noch Ausw\u00fcchse produziert, widert mich an.&#8220;<\/p>\n<p>Das empfinde ich genauso. Leider liegt die Last beim Einzelnen, ob sich mit seiner Entscheidung etwas aendert? Ich glaube nicht, bin aber noch nicht ganz hoffnungsverloren.<\/p>\n<p>Immer oefter wird Oeko-Ware allerdings zum Supermarktprodukt, selbst bei Obst + Gemuese. Das waere vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen. Mit der eigenen Kaufentscheidung entscheide ich schon, ob diese Produkte zunehmend in den Supermarkt kommen, solange der Gewinn der Ketten stimmt.<\/p>\n<p>Doch dagegen steht ein zweiter Trend: Die Nahrungsmittel- synthese.<\/p>\n<p>So gibt es momentan zwei Richtiungen in der Produktion unserer Ernaehrung: die voellige Synthetisierung &#8211; aus NICHTS und ein paar Abfaellen, enzymatisch bearbeitet, wird leckeres Fleisch, welches durchaus auch nach Pute schmecken koennte und die oekologische Anbauweise, die zunehmend wirtschaftlicher wird, als die chemische Boden- und Tierbearbeitung und ohne deren Risiken.<\/p>\n<p>Vielleicht ist letztere nur eine Modeerscheinung, aber ich hoffe, sie wird es noch lange bleiben und modischer werden.<\/p>\n<p>Als Literatur kann ich Dir sehr &#8222;Aus Teufels Topf&#8220; von Hans-Ulrich Grimm empfehlen (leider kein Maerchen).<\/p>\n<p>Bald wieder mal in Deinem Tagebuch blaetternd.<\/p>\n<p>Matthias<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.netzwanderer.de\/litstart.htm\" target=\"_top\" rel=\"noopener\">www.netzwanderer.de\/litstart.htm<\/a><br \/>\n<a name=\"paul\"><\/a><br \/>\n<b>zu: 19.3.00 Putenfleisch<\/b><\/p>\n<p>Putenfleisch = Banane!<\/p>\n<p>Hallo Claudia Klinger,<\/p>\n<p>eine Anmerkung zum Thema &#8222;Pute&#8220; &amp; indirekte Mitt\u00e4terschaft&#8230; (&#8222;digital diary&#8220; vom 19.3.00) Seit mir einmal ein Buch zum Thema &#8222;Bananen &amp; Dritte Welt&#8220; in die H\u00e4nde kam [&#8222;Zum Beispiel: Bananen&#8220;] habe ich seit einem Jahr keine Banane mehr gegessen. \u00dcber die kriminellen Machenschaften der Bananenkonzerne und die Ausbeutung &amp; das Unrecht etc. dort in der dritten Welt zu lesen, hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Tja. Allerdings:<br \/>\nEin solches Verhalten \u00e4ndert leider nichts an der Realit\u00e4t, au\u00dfer da\u00df ich Hunger auf Bananen habe. Und, schlimmer noch: Ich bin immer noch durch tausend andere Faktoren indirekt an der Ausbeutung der 3. Welt und anderen beteiligt&#8230; Zum Beispiel trage ich durch den Kauf von preiswerten elektronischen Bauteilen, die mir ungeahnte Kreativit\u00e4t erm\u00f6glichen, daf\u00fcr Sorge, da\u00df irgendwo in S\u00fcdkorea erb\u00e4rmliche Arbeitsbedingungen herrschen. Man k\u00f6nnte auch behaupten, da\u00df ein gro\u00dfer Teil unseres hohen Lebensstandards dazu f\u00fchrt, da\u00df &#8222;dort unten&#8220; ein geringer Lebensstandard herrscht. Es ist dasselbe mit den Puten, blo\u00df auf Menschen angewandt, oder ?<\/p>\n<p>Dann k\u00f6nnte ich allerdings auch sagen, da\u00df ich von der Welt, in der ich lebe, dazu gezwungen werde&#8230; It makes me sick to think about it. Also tue ich dies nicht allzu lange und mache weiter wie bisher, wobei von Zeit zu Zeit ein diffuses Schuldgef\u00fchl in Form einer schwarzen Wolke den blauen Himmel meiner sorglosen Konsumwelt durchkreuzt.<\/p>\n<p>Mu\u00df man die Welt retten, wo man schon genug mit dem eigenen Durchkommen besch\u00e4ftigt ist?<\/p>\n<p>Jan<\/p>\n<p>P.S. dein digital diary und die verschiedenen projekte finde ich sehr interessant&#8230; ich habe mich gefreut, etwas &#8222;mit sinn&#8220; im Netz zu finden.<br \/>\n<a name=\"chris\"><\/a><br \/>\n<b>zu: 15.3.00 Morgens um 7<\/b><\/p>\n<p>Hallo Claudia,<\/p>\n<p>Ob ich einen Tanker man\u00f6vriere, oder mit einem Tretroller unterwegs bin, &#8222;motivationstechnisch&#8220; ist es dasselbe.<\/p>\n<p>Dieser Satz hat mich an ein Zitat von Rodolf Arnheim erinnert (Autor von wahrnehmungstheoretischen Werken wie &#8222;Kunst der Sehens&#8220;, entdeckt vor Jahren in einem kleinen und ziemlich unbekannten Aufsatz aus dem B\u00fcchlein &#8222;Diskussion um ein Zimmerm\u00e4dchen&#8220;):<\/p>\n<p>&#8222;Glaubt ihr nicht, da\u00df es die Aufgabe jedes Menschen ist, einen Kerl aus sich zu formen, der noch in der geringsten Handlung er selbst ist? Es ist gleichg\u00fcltig, ob einer Abhandlungen schreibt oder Zuckerr\u00fcben anbaut. Ein richtiger Mensch tut vielerlei am Tage: Er arbeitet, er erholt sich, er liebt, er kalkuliert, er kuriert sich seinen Schnupfen, er erzieht seine Kinder, aber immer ist er derselbe Mensch, und nirgendwo hat sein Werk eine Bruchstelle. Und das, meine Damen und Herren, nennt er sein Leben!&#8220;<\/p>\n<p>Diese S\u00e4tze fand ich Anfang 1990, als ich sie mir notierte, sehr elementar, so da\u00df sie mich bis heute begleiten und nichts an Aussagekraft eingeb\u00fc\u00dft haben. Sie haben mir auch in den folgenden Jahren t\u00e4glich gezeigt, da\u00df man es schaffen kann, im Leben zwischen den unterschiedlichsten Funktionen und T\u00e4tigkeiten eine Balance zu finden. N\u00e4mlich wenn man jede T\u00e4tigkeit mit dem gleichen Einsatz seiner Person ausf\u00fchrt. Man empfindet den Flu\u00df des Lebens und jede Bedeutung, die in den einzelnen Handlungen liegt; ohne Wertung. Die einzige Wertung ist, da\u00df man ganz selbstverst\u00e4ndlich seine Person \u00fcberall vollst\u00e4ndig einbringt. (Das mu\u00df eben nicht mit besonderem Krafteinsatz und Brechstangenmentalit\u00e4t verbunden sein.)<\/p>\n<p>Ganz pers\u00f6nlich: So bin ich 94 bis 97 als Krankenschwester nebenbei (nebenbei geht das eigentlich gar nicht) arbeiten gegangen, w\u00e4hrend ich ein Aufbaustudium Designinformatik an mein Modestudium anschlo\u00df. Vielleicht war auch das Studium nebenbei und die Krankenpflege die Hauptsache; genau das ist eigentlich unwichtig.<\/p>\n<p>Manchmal war in diesen Jahren nicht erkennbar, was mein Leben ist und ohne Motivation h\u00e4tte ich diesen Spagat sicher nicht geschafft. Stundenweise war ich t\u00e4glich als Schwester Christiane in der Hauskrankenpflege im Einsatz (mit allen Konsequenzen und ohne mich vor was zu dr\u00fccken), obwohl ich dies nur tun &#8222;mu\u00dfte&#8220; bzw. wollte, um mein Studium zu finanzieren. Keinen Moment hatte ich das Gef\u00fchl, meine Zeit zu verschenken oder irgendein Ziel aus den Augen zu verlieren. Im Gegenteil, ich habe gelernt, die Motivation f\u00fcr meine T\u00e4tigkeiten aus dem Gesamtzusammenhang zu sch\u00f6pfen, und den definiere ich gern auch so wie Rudolf Arnheim mit &#8222;das Leben&#8220;.<\/p>\n<p>Danke f\u00fcr die Anregungen, die Du durch Deine Offenheit in Deinem diary gibst!<\/p>\n<p>Sch\u00f6ne Gr\u00fc\u00dfe aus Halle von Christiane<br \/>\n[<a href=\"http:\/\/www.hal-screen.de\" target=\"_top\" rel=\"noopener\">www.hal-screen.de<\/a>]<br \/>\n<a name=\"paul\"><\/a><br \/>\n<b>zu: 29.2.00 Medien<\/b><\/p>\n<p>Hallo Claudia,<\/p>\n<p>ich m\u00f6chte Dir ein paar Zeilen zu Deinem letzten Tagebucheintrag widmen, weil er sich zuf\u00e4llig (???) mit einer \u00dcberlegung von mir kreuzt;<\/p>\n<p>der Text ist \u00fcbrigens ein Baustein meines gerade entstehenden digitalen Tagebuches, zu dem mich unter anderem auch Deine WebSite ermuntert hat; ein Baustein, mit dem ich nicht ganz einverstanden bin, wie Du gleich lesen wirst:<\/p>\n<p>In den letzten Tagen las ich bei Sartre \u00fcber die &#8222;Unaufrichtigkeit&#8220;. Dabei irritierte mich gerade seine psychologische Argumentation. Seit heute Morgen wei\u00df ich auch, warum: Mich st\u00f6rt der Mangel an Faktizit\u00e4t. Selbst die verstiegenste philosophische Argumentation hat ausreichend Faktizit\u00e4t. Denn ich kann stets die Gedanken, denen sie folgt, als faktisch hinnehmen und diskutieren. Ein psychologische Aussage aber gibt vor mehr zu sein. Sie behauptet eine (wissenschaftliche) Beschreibung von Realit\u00e4t. Diesen Anspruch kann ich nicht nachvollziehen.<\/p>\n<p>Die Aussagen der Psychologie sind schlussendlich doch nur Vermutungen. Die sich zugegebener Weise zwar als Ausfluss aus einem Modell zur Erkl\u00e4rung innerpers\u00f6nlicher Abl\u00e4ufe und Zusammenh\u00e4nge pr\u00e4sentieren. Die jedoch die Wirklichkeit nicht in der selben Weise beschreiben wie etwa mathematische Formeln oder physikalische Aussagen dies tun. Wohl sind die S\u00e4tze der Naturwissenschaften auch blo\u00df Ausfl\u00fcsse von Modellen. Doch ihr Anteil an Spekulation ist wesentlich geringer als in der Psychologie.<\/p>\n<p>Gestern Abend war ich wieder einmal auf Claudia Klingers WebSite zu Gast und las in Ihrem digitalen Tagebuch den Abschnitt \u00fcber authentische Texte. Ihr Grundgeadanke: Die Texte der (digitalen) Tageb\u00fccher, die E-Mails, die Diskussionsbeitr\u00e4ge in Foren und Newsgroups sind ehrlich und frei von den Attit\u00fcden professioneller Artikel.<\/p>\n<p>Ich habe diese \u00dcberlegung in Zusammenhang mit Sartres Gedanken zur Unaufrichtigkeit gebracht. Und bemerkt, wie \u00e4hnlich einander beide Gedankeng\u00e4nge sind: Sartres Unaufrichtigkeits-Modell geht aus von einer Teilung des Ich-Bewusstseins in ein Ich, das l\u00fcgt, und ein anderes, das belogen wird. Auf Claudias Idee und meine Schreib-Erfahrung \u00fcbertragen hie\u00dfe das: Als Schreiber eines Artikels teile ich mich in einen l\u00fcgenden, den Text kontrollierenden Autor, und einen fiktiven &#8222;fremden&#8220; Leser, der den Text auf Wirkung hin \u00fcberpr\u00fcft.<\/p>\n<p>Im Falle des professionellen Schreibens kollaborieren L\u00fcgender und Belogener im Auftrag der Sache. Sie spielen zusammen, damit ein \u00fcber beiden stehendes Ich, vielleicht das Erfolgsbewusstsein, zu einem Ziel, n\u00e4mlich einem verkaufbaren Text gelangt. Diese \u00dcbereinstimmung &#8211; der Umstand, dass das belogene Ich darum wei\u00df belogen zu werden und dem l\u00fcgenden Ich bewusst ist, dass das belogenen Ich nicht nur wei\u00df, sondern dass es sogar damit einverstanden ist &#8211; dieser diffizile Bewusstseinszustand macht das Wesen des professionellen Schreibakts aus und ihn zugleich so verd\u00e4chtig &#8230;<br \/>\n<a name=\"uwe\"><\/a><br \/>\n<b>zu: Gemeinsam vor dem Fernseher sitzen<\/b><\/p>\n<p>Hallo Claudia,<\/p>\n<p>Gratulation zur sch\u00f6nen, schlichten und ruhigen Homepage &#8211; die private meinte ich jetzt. Schloss Gottesgabe ist wunderbar, zum Sterben sch\u00f6n. Ich bin jetzt zu m\u00fcde, um auch noch gro\u00df in die Tagebuch-Seite rein zu lesen, aber immerhin haben mich bereits die ersten paar Zeilen inspiriert, dies ein anderes Mal zu tun. Diese Sache von wegen gemeinsam vor dem Fernseher sitzen, das kenne ich auch, und ich bin froh, dieser Generation anzugeh\u00f6ren (ich bin 32). Da gab es beispielsweise die Donnerstagabende, um 19.30 Uhr begann &#8222;Dalli Dalli&#8220; oder &#8222;Der gro\u00dfe Preis&#8220;. Und am Samstag Abend war die &#8222;gro\u00dfe Unterhaltung&#8220; angesagt, Rudi Carrells &#8222;Am laufenden Band&#8220; oder Kulenkampfs &#8222;Einer wird gewinnen&#8220;. Kam Miss Marple, durfte ich als Kind l\u00e4nger aufbleiben, bis um neun. Und ab und zu wurde auch beim &#8222;Musikladen&#8220; in der ARD ein Auge zugedr\u00fcckt. Mein Bruder durfte als Kind bei Bonanza wenigstens den Vorspann sehen &#8211; wenn das Feuer am Ende des Vorspanns loderte, war es f\u00fcr ihn an der Zeit, ins Bett zu gehen&#8230; Nichts ist davon geblieben, leider gar nichts. Auf den Fernseher k\u00f6nnte ich, w\u00fcrde mich jemand fragen (was Gott sei Dank niemand tut), als Erstes verzichten. Allm\u00e4hlich ist die Zeit gekommen, das Rad zur\u00fcck zu drehen. Meine Kinder jedenfalls sollen, wenn ich denn mal welche habe, beispielsweise mit Holzspielzeug, nicht mit den Teletubbies aufwachsen. Und statt dummer TV-Berieselung werde ich ihnen im Puppentheater was vorspielen oder schreibe ihnen eine sch\u00f6ne Geschichte.<\/p>\n<p>Das soll&#8217;s f\u00fcr heute gewesen sein, vielleicht liest man sich ja nochmal. Dir eine sch\u00f6ne Woche in Deinem m\u00e4rchenhaften Schloss.<\/p>\n<p>Uwe<br \/>\n<a name=\"wodile\"><\/a><br \/>\n<b>zu: 10:02:00 Verwahrlosung<\/b><\/p>\n<p>Hallo!<\/p>\n<p>Die Faszination alter Industriebauten hat mich auch vor einigen Jahren einmal gepackt und seitdem eigentlich nie wieder losgelassen. Zumal ich ja in direkter Nachbarschaft zum Ruhrpott aufgewachsen bin, wo es reichlich steingewordene Dokumente aus dieser anderen Zeit gibt. Es waren immer faszinierende Momente, wenn ich mal wieder die Kamera eingepackt habe, um auf die Suche nach dem sch\u00f6nsten Backsteinbogen, dem rostigsten Gitter und dem inspirierendsten Fliesenboden in alten Hallen zu gehen.<\/p>\n<p>Heute wohne ich selbst in einem Schuhkarton und sp\u00fcre alle paar Wochen das Gef\u00fchl, vor schlampig gestrichenem Beton und sterilen W\u00e4nden fl\u00fcchten zu m\u00fcssen. Das sind die Momente, wo ich ein paar Dinge zusammenpacke und mich f\u00fcr 2 oder 3 Tage bei Bekannten einquartiere. Endlich wieder den Blick auf Backsteinw\u00e4nde und Ziegeld\u00e4cher genie\u00dfen, um die Ecke eine br\u00f6selige, alte Industriehalle mit einem Schiefen Schornstein, vor dem Fenster keine Hecken, die wie mit dem Lineal gezogen wirken, sondern &#8230; Steine, die sich in 100 Jahren irgendwie angesammelt und zu etwas aufget\u00fcrmt haben, was man letztendlich als &#8218;Stadt&#8216; bezeichnet.<\/p>\n<p>Die Gesellschaft hat also in den letzten Jahrzehnten nicht nur die M\u00fcllkultur geschaffen, sondern noch weiteres, wenig erbauliches. Vor allem den Verlust der F\u00e4higkeit, aus ein paar Steinen und etwas M\u00f6rtel etwas zu schaffen, was den Menschen anregt und inspiriert. Auch wenn es urspr\u00fcnglich gar nicht die Bestimmung dieses &#8218;etwas&#8216; war, dies zu tun.<\/p>\n<p>Nur, woran liegt das eigentlich?<\/p>\n<p>wodile<\/p>\n<p>Wodiles Weekly &#8211; <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/goto.gif\" alt=\"\" width=\"10\" height=\"10\" border=\"0\" \/> <a href=\"http:\/\/www.wodile.de\/\" target=\"_top\" rel=\"noopener\">www.wodile.de<\/a><br \/>\n<a name=\"ingo\"><\/a><br \/>\n<b>zu: 01:02:00 Von PCs umstellt<\/b><\/p>\n<p>Hi Claudia,<\/p>\n<p>Du bist mit Sicherheit nicht die Einzige Anwenderin, die solcherlei Probleme hat. Mir ging es \u00e4hnlich; ich hatte auch einen Bekannten, der meine Schusseligkeit immer mit bewundernswerter Geduld und fachlicher Kompetenz wieder r\u00fcckgaengig gemacht hat.<\/p>\n<p>bis.. ja bis Bernd dann nach Berlin zog und dort einen Job als PC-Netzwerk Operator in einem grossen Krankenhaus antrat.<br \/>\nSchluss mit lustig, bei Ingo.<br \/>\n:)<\/p>\n<p>Ich hab mir notgedrungen dann doch die wesentlichsten Grundbegriffe beigebogen und bin eigentlich froh dar\u00fcber, jetzt so ganz langsam selber mein Ger\u00e4t so zurechtzufummeln, dass es das tut, wozu ich es eigentlich haben wollte.<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung mit den Telefonaten quer durch die Republik ist auf Dauer einfach zu l\u00e4stig. Liegt aber auch an der pers\u00f6nlichen Faulheit (UND an Billi&#8217;Gats Ignoranz den Anwendern gegen\u00fcber, aber dieser Seitenhieb ist eigentlich unfair.)<\/p>\n<p>Bspw ist die weitverbreitete Fritz-IsdnKarte NICHT von vorneherein in den plug-undplay Konfigurationen enthalten, der Anwender muss erst dem WIN 98 zu Fuss sagen, dass so ein Ding im Rechner steckt. Hat man das erstmal begriffen und kann es selbst, ist der Rest nicht mehr so wild. Die Welt der Programmer wird kleiner und aus b\u00f6hmischen D\u00f6rfern werden mehr und mehr eher hinderliche Features (wie bspw die T-online-Einwahlmaske) und ein wenig Interesse am Ger\u00e4t fuehrt den Anwender ganz von alleine in die sch\u00f6ne neue Welt der grenzenlosen Kommunikation. :)<\/p>\n<p>Ein Beispiel von heute?<br \/>\nich sass mit Arno in der Kneipe beim Mittagessen. er erw\u00e4hnte, dass er ein Bild von einem Oktopus braucht. &#8222;Kein Problem&#8220; meinte ich, liess mir von ihm seine E-Mail-Adresse geben, ging heim, suchte, fand und wollte Arno &#8217;ne mail r\u00fcberschieben.<\/p>\n<p>Da begann dann das \u00c4rgernis: Arno hatte mir eine falsche Emailadresse aufgeschrieben. Ich wusste nur, dass er bei gmx eine neue adresse &#8222;beantragt&#8220; hatte. Um ihn nicht anzurufen und eventuell wieder was falsches \u00fcbermittelt zu bekommen, &#8222;ging&#8220; ich zu gmx, trug mir dort eine eigene E-mail-Adresse ein und suchte daraufhin (als berechtigter User der innerbetrieblichen gmx Emailsuchmaschine) nach Arno, der auch hier in Salzgitter wohnt.<\/p>\n<p>Gefunden! Gmx \u00fcbermittelt jetzt die Mail an ein sogenanntes CHIFFRE-ZZZMZvAgGM4CgM(..)@gmx.net konto, fragt dort arno, ob er die Mail von mir haben will und der Fisch ist gegessen.<\/p>\n<p>Ohne gewisse Grundkenntnisse, die jeder Anwender unbedingt haben sollte, w\u00e4re das nicht gegangen.<br \/>\nDu kannst einwenden, ich h\u00e4tte Arno morgen wieder in der Kneipe treffen und die Sache f2f regeln k\u00f6nnen; wollt&#8216; ich aber nicht. Wozu gibt es das Netz??? :)<\/p>\n<p>Wissen ist eben wie Beton: kommt drauf an, was man daraus\/damit macht.<\/p>\n<p>Gruesse aus Salzgitter<br \/>\nIngo Mack<\/p>\n<p><a name=\"olivia\"><\/a><br \/>\n<b>zu: 21:01:00 Zuwenig Licht<\/b><\/p>\n<p>Hallo Claudia,<\/p>\n<p>in letzter Zeit lese ich dein Tagebuch besonders gern, weil es so viele Denkanst\u00f6\u00dfe liefert &#8211; und in deinem neuesten Eintrag finde ich mich 100% wieder. Es geht mir n\u00e4mlich genauso.<\/p>\n<p>Ich bin auf dem Weg, den ich mir gew\u00fcnscht habe, eins f\u00fcgt sich zum anderen, es gibt mehr Arbeit, als ich bew\u00e4ltigen kann, und zwischendrin kommen dann ganz radikale Tendenzen, der Wunsch, das Leben so intensiv zu sp\u00fcren, wie man es z. B. als Kind konnte, gerade in diesen kleinen Momenten. Und das kann dann der Duft von regennassem Asphalt sein, das Bewu\u00dftsein f\u00fcr die Elemente, ein Innehalten und nicht nur st\u00e4ndig auf irgendwelche Forderungen reagieren.<\/p>\n<p>Wenn ich meinen Gedanken nachh\u00e4ngen will, lege ich mich in die Badewanne. Das ist f\u00fcr mich der beste Ort, ich werde nicht abgelenkt, kann nicht schnell dieses oder jenes nachsehen, weil ich dann das warme Wasser verlassen m\u00fc\u00dfte. Da halte ich mich dann meist eine ganze Stunde auf und komme wieder zur Ruhe, versuche die Route neu zu definieren. (nicht von ungef\u00e4ht ist Skywalker&#8217;s Raum im Cafe Nirvana ein Badezimmer in einem Hotel im S\u00fcden!)<\/p>\n<p>Diese d\u00fcsteren Anwandlungen kommen ganz sicher vom Mangel an Licht &#8211; ich merke es an mir ganz deutlich. Wenn ich heimkomme von der Arbeit, ist es bereits dunkel. W\u00e4re es Sommer, w\u00fcrde ich mich gern aufs Rad schwingen und noch eine Runde drehen, jetzt will ich, angeregt durch einen Kollegen, wieder wenigstens regelm\u00e4\u00dfig schwimmen, damit sich mein Leben nicht nur vor dem Bildschirm abspielt. Nicht einfach, denn sowohl berufliches wie privates Leben werden durch den Bildschirm dominiert. Anderes wie z. B. die Musik hat da momentan keinen Platz mehr &#8211; so darf es aber nicht weitergehen.<\/p>\n<p>Ganz \u00fcbel wird es, wenn man sich bewu\u00dft entschlie\u00dft, mal einen Abend freizunehmen, frei von der Arbeit und frei vom Computer und dann nicht wei\u00df, was man eigentlich machen soll, weil alles, was einen reizen w\u00fcrde, nicht ohne den Computer geht.<\/p>\n<p>Ich werde dieses Jahr wieder umziehen. Hier steht immer noch zu viel rum, zu viel Ger\u00fcmpel, zu viel Ballast, zu viel Ablenkung. In der neuen Wohnung will ich endlich eine gem\u00fctliche Leseecke haben, mit einem gro\u00dfen Sessel und einer Stehlampe.<\/p>\n<p>Mach weiter so mit deinem Tagebuch, es ist ein echter Lichtblick &#8211; und hilft, einen zur\u00fcck auf die Spur zu bringen.<\/p>\n<p>cu<br \/>\nOlivia<\/p>\n<p><b>Ab jetzt sind Leser-Betr\u00e4ge im Forum!<\/b><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>18.6., zu: 16:06:00 Wege ins Netz Hallo Claudia, Gruess Dich, Claudia, Du schreibst in Deinem Diary: &#8218;Mit der eigenen Homepage zu beginnen, ist jedenfalls ein guter Anfang. &#8222;Sich zeigen&#8220; ist der erste Schritt &#8211; auch im Urwald ist der eigene K\u00f6rper f\u00fcr die anderen Wesen sichtbar und in der Stadt hat jeder eine Meldeadresse, eine [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4213"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4213"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4213\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4213"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}