{"id":4173,"date":"2024-02-02T13:36:30","date_gmt":"2024-02-02T12:36:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/?page_id=4173"},"modified":"2024-02-02T16:48:39","modified_gmt":"2024-02-02T15:48:39","slug":"leserbriefe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/leserbriefe\/","title":{"rendered":"Leserbriefe 1999"},"content":{"rendered":"<p><a name=\"ingo4\"><\/a><br \/>\n<b>zu: 08:12:99 Im gr\u00fcnen Bereich<\/b><br \/>\n<span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica;\"> hi, gelangweilte goettin<br \/>\n:)<\/span><\/p>\n<p>Was sind eigentlich die Ereignisse unserer Tage?<br \/>\nErlebte Erinnerung? Wiedergefundene Antworten auf Fragen, die wir nie zu stellen wagten und deren Inhalt der Gattung Mensch doch schon immer klar vor Augen stand?<\/p>\n<p>Das Leben ist eine Baustelle, keine Frage. Manchmal haben wir Kontakt zum Bauleiter, manchmal verstehen wir nicht mal die simpelsten Striche auf der Montagezeichnung. In solchen Zeiten ist es m\u00f6glicherweise angebracht, sich auf die einfachsten Dinge seiner selbst zur\u00fcckzunehmen und dem Tagestrubel gelassen zuzusehen.<\/p>\n<p>Unser menschgemachtes Spiel ist so reichlich mit \u00dcberaschungen best\u00fcckt, so widersinnig und doch so vorw\u00e4rtsgerichtet, da\u00df es mich eigentlich wundert, wie Langeweile am Sein auch nur die geringste Chance hat.<\/p>\n<p>Es ist wie im Schach: Einzelne Spielz\u00fcge werden hundertfach wiederholt, im Partieverlauf sind die Ergebnisse jedoch niemals die selben. Das ist es, was das Spiel der K\u00f6nige so unendlich vielseitig macht. Es (das Spiel) lebt von der &#8218;Interaktion&#8216; der jeweiligen Spieler. Von der stetigen Kommunikation, dem friedlichen Wettstreit der Ideen und nicht zuletzt von der jederzeitigen M\u00f6glichkeit, das Spiel durch einen einzigen, unbedachten Zug zu verlieren.<\/p>\n<p>Auch Lange Weile ist Bestandteil im Bauplan unserer Baustellen. Sie zu umschiffen, die Untiefen in der Fahrrinne zu erkennen und die gef\u00e4hrlichsten Riffe zu vermeiden, diese eventuell mit Bojen f\u00fcr andere Fahrensleute zu markieren, kann eine Variante unserer Aufgaben sein, wer weiss das schon? :)<\/p>\n<p>So schippern wir durch das unendliche Meer unserer M\u00f6glichkeiten, lassen gelegentlich das Nebelhorn ert\u00f6nen und sollten froh dar\u00fcber sein, immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel zu haben.<\/p>\n<p>Der Preis f\u00fcr unsere Reise quer durch die Geheimnisse des Alltags ist eben jene Erkenntnis, selbst st\u00e4ndig der Motor unseres Lebens zu sein (gelegentliches Stottern inbegriffen). Ebenso, wie vor langer Zeit behauptet wurde, es sei schon alles geschrieben und durchlebt, steht doch jedem offen, jenes &#8222;alles&#8220; f\u00fcr sich selbst als &#8217;neu&#8216; zu erleben? Nur G\u00f6tter, sehr betagte G\u00f6tter, d\u00fcrften damit gelangweilt sein. Wir Zweibeinigen, ausgestattet mit Verstand, Herz und zehn Fingern an zwei H\u00e4nden, leben zu kurz um &#8218;wirklich alles&#8216; mitzubekommen. Und das ist gut so, sonst h\u00e4tten wir wirklich Grund zur Langeweile.<\/p>\n<p>Gr\u00fc\u00dfe aus Salzgitter<br \/>\nIngo<\/p>\n<p><a name=\"christiane\"><\/a><br \/>\n<b>zu: 08:12:99 Im gr\u00fcnen Bereich<\/b>&#8230;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica;\"> Hallo, Claudia,<\/span><\/p>\n<p>wie Du heute in Deinem diary schreibst, hast Du das Prinzip, wie Erfolg funktioniert, offenbar schon zum xten Male wiederholt und erlebt: Der Erfolg folgt auf die entsprechende Leistung, ist die notwendige Folge einer bestimmten Leistung, so das dies im Moment keine Motivation in Dir ausl\u00f6st. Zumindest ist der \u00dcberraschungseffekt des Neuen, n\u00e4mlich zu erleben, wie bzw. dass das funktioniert, bei Dir im Moment nicht mehr da. Offenbar ist das Interessante daran, herauszubekommen, ob dieses Prinzip bei einem selbst funktioniert, was bei Anderen auch eingetreten ist, und wenn es dann ein paar Mal geklappt hat, ist es schon langweilig. Ich glaub schon, dass einem das den Boden unter den F\u00fc\u00dfen wegzieht, vor allem, wenn man sich angew\u00f6hnt hat, sein Selbstwertgef\u00fchl vorrangig an der eigenen Leistung und den erlebten Feedbacks festzumachen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica;\"> &#8222;&#8230;Doch irgendwann wird das ganze Spiel transparent: tue ich dies, dann geschieht das&#8230;. da ist gar kein Geheimnis!&#8220;<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica;\"> Die Langeweile, die sich daraufhin einstellen kann, ist allerdings auch ein interessantes Untersuchungsfeld. Sie ist im gewissen Sinne ein kreativer Zustand, weil man beobachten kann, was jetzt wieder mit einem passiert. Zum einen signalisiert sie, dass ein Zustand des Gleichgewichts, der Befriedigung und Ordnung eingetreten ist. Zum anderen entsteht die Frage: Was tritt nun als Motor an die Stelle dessen, was Dich vor dieser Erkenntnis angetrieben hat? Sich diesem Phaenomen aussetzen, einfach abwarten, beobachten und analysieren: Ein Luxus, dass alles im gruenen Bereich ist!<\/span><\/p>\n<p>Was uns antreibt, uns motiviert, sind in letzter Konsequenz unsere unbefriedigten Bed\u00fcrfnisse, wenn wir es auch oft eher mit anderen Worten umschreiben. Nach dem amerikanischen Psychologen Abraham Maslow sind diese unser Antrieb und Motor, und indem wir uns auf der &#8222;Bed\u00fcrfnispyramide&#8220; nach oben leben oder ausleben (ohne eine Stufe auslassen zu k\u00f6nnen, das klappt nicht), entwickeln wir uns. Irgendwann ist etwas &#8222;abgegessen&#8220;, im tiefsten Innern ausgelebt und dann folgt etwas Neues.<\/p>\n<p>Unter unerf\u00fcllten Grundbed\u00fcrfnissen, was bei ihm die Basis der Bed\u00fcrfnispyramide darstellt, (bekannterweise vor allem im Osten Deutschlands auch von Karl Marx formuliert: Man kann erst dem Bed\u00fcrfnis zur Arbeit folgen, wenn der Bauch satt ist) d\u00fcrfte hierzulande wohl kaum einer leiden (rein theoretisch nat\u00fcrlich, ich weiss von meiner Zeit als Krankenschwester, dass es totzdem oder gerade in der Zivilisationsgesellsachaft paradoxerweise viele Defizite gibt), also k\u00f6nnen wir alle ziemlich ungest\u00f6rt von unausgelebten Trieben an unserer Selbstverwirklichung arbeiten. Diese ist ja schon das Spannendste, was man sich vorstellen kann. Herauszufinden, was man werden muss, ob Sockenverk\u00e4ufer oder Kunstmaler oder was, um man selbst und gl\u00fccklich zu sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica;\">&#8222;Musiker m\u00fcssen Musik machen, K\u00fcnstler malen, Dichter schreiben, wenn sie sich letztlich in Frieden mit sich selbst befinden wollen. Was ein Mensch sein kann, mu\u00df er sein.&#8220; abraham maslow<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica;\"> Die B\u00fccher von Abraham Maslow &#8222;Motivation und Pers\u00f6nlichkeit&#8220; und &#8222;Psychologie des Seins&#8220; haben mir viele Antworten auf diesem Gebiet gegeben. So direkt formuliert hatte ich \u00fcber die Ursachen menschlichen Handelns zuvor noch nie gelesen, wenn auch in meiner T\u00e4tigkeit in der Krankenpflege vieles Zusammenh\u00e4nge aber schon beobachtet. Man lernt doch gerade bei Alten oder Menschen an Grenzen, auch Grenzen des Lebens, wie das Leben funktioniert, was existentiell ist.<\/span><\/p>\n<p>Interessant fand ich vor allem, dass Maslow seine psychologischen Studien nicht an Patienten, also psychisch Kranken, gemacht hat (wie die meisten Psychologen), sondern an gesunden, erfolgreichen, selbstverwirklichten Menschen.<\/p>\n<p>Vielleicht arbeitest Du Dich jetzt bereits an den kleinen oberen Kegel der Pyramide vor. Es m\u00fc\u00dften dann solche Sachen folgen wie das Bed\u00fcrfnis nach Mystik und Transzendenz. ;-)) So suchst Du doch, wie Du schreibst, jetzt schon nach neuen Geheimnissen. Sollten das die ersten Anzeichen daf\u00fcr sein, dass Du die Selbstverwirklichung bereits ausgelebt hast???<\/p>\n<p>Wie auch immer, Langeweile ist kreativ!<\/p>\n<p>Dies meint Christiane.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.hal-screen.de\/\" target=\"_top\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.hal-screen.de<\/a><\/p>\n<p><a name=\"ingo3\"><\/a><br \/>\n<b>zu: 20.11. 99 Suchen Sie doch weiter!<\/b>&#8230;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica;\"> Hi Claudia,<br \/>\ndie freundliche Bemerkung:<br \/>\n<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica;\">Sehr geehrte Frau Klinger, hier empfehlen wir Ihnen, einfach weiterzusuchen. Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>will ich dir mit der Unternehmensphilosophie der &#8222;gefunden-habenden&#8220; Macher dahinter, eine Aktiengesellschaft (oder soll &#8222;ag&#8220; arbeitsgemeinschaft heissen? 310K sind nicht soviel, angesichts der sonstigen, am Wirtschaftsleben der Firma Germony beteiligten Unternehmen :) mit DM 310 000.&#8211; Gesellschaftskapital, erweitern:<\/p>\n<p class=\"zitat\">&lt;zitat&gt; &#8222;Nur zehn Jahre nach der Schaffung des World Wide Web durch den Physiker Tim Berners-Lee und f\u00fcnf Jahre, nachdem Netscape-Gr\u00fcnder Marc Andreessen mit der Software \u201eMosaic&#8220; das Netz f\u00fcr jedermann \u00f6ffnete, ver\u00e4ndert das Internet die Art des Wirtschaftens auf radikale Weise.&#8220;<\/p>\n<p>\u201eE-Business wird zur Massenbewegung&#8220;.<\/p>\n<p>\u201eDie Konkurrenz im Internet ist nur zwei Mausklicks entfernt.&#8220;<\/p>\n<p>F\u00fcr viele Firmen bietet der kreative Einsatz von E-Commerce Aktivit\u00e4ten eine Riesenchance. Nur noch wenige Unternehmen z\u00f6gern, wenn es um den Einstieg ins Internet-Gesch\u00e4ft geht. Vielen ist die praktischen Einsatzm\u00f6glichkeiten des neuen Mediums klar geworden. Die german networker Multimedia AG erarbeitet Konzepte, mit denen zukunftsorientierte Unternehmer die M\u00f6glichkeit bekommen, im Rahmen bestehender oder noch zu definierender Gemeinschaften mit gleichen Interessen und gleicher Zielgruppenansprache, E-Commerce zu betreiben. Wobei selbst kleinere Unternehmen ihren Weg zur virtuellen Erweiterung des Kundenkreises z\u00fcgig und kosteng\u00fcnstig organisieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Gesch\u00e4ftsleitung<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica;\">&lt;\/zitat&gt;<\/span><\/p>\n<p>Der Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Du bem\u00e4ngelst einen miesen Suchmaschinenalgorithmus; (&#8222;Trueffel&#8220; ergibt &#8222;olive&#8220;+ &#8222;wein&#8220;) und erh\u00e4lts ein schnippisches: gehn &#8217;se doch &#8222;ru\u00fcber&#8220;.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise sind die &#8222;nur noch wenigen Firmen&#8220;, die sich noch nicht am E-commerce Beteiligen nicht zukunfts- sondern Verbraucher-orientiert. Vorgestern war ich beispielsweise in einem kleinen Obst+Gem\u00fcseladen in der Hamburger Innenstadt. Besah mir die ausgestellten Angebote, roch den spezifischen Duft von Obst und Gew\u00fcrzen, erfreute mich an der Unzahl der verf\u00fcgbaren frischen Waren. Die Verk\u00e4uferin, kaum zu erkennen hinter den Stellagen, blinzelte mir freundlich zu und nahm den garnicht e-commerzigen zehnmarkschein. ich die Fr\u00fcchte. Dabei dachte ich mir, je \u00e4lter ich werde, umso reaktion\u00e4rer wird mein Kauf-verhalten.<\/p>\n<p>Der Grund-tenor: &#8222;nur bares ist wares&#8220; hat einen gewissen Reiz, dem ich mich kaum noch entziehen kann. Keine Datenspur, keine Schufa-Abfrage, kein: &#8222;sorry, Karte wurde mangels (.begr\u00fcndung beliebig..) einbehalten&#8220;; nichts von all dem. Ware gegen bar. Handschlaggesch\u00e4ft. Kein unternehmensphilosophisches konzeptorientiert kundenspezifisch zugeschnittenes Brimborium. Kein Zwischenhandelsgewinn von an der eigentlichen Leistung unbeteiligten Dienstleistern. &#8222;die Zukunft hat einen Namen: Internet&#8220;<\/p>\n<p>es ist f\u00fcr mich eine feine Sache, das Internet. das eigentliche Problem jedoch: ich glaub nicht dran. ich glaube nicht an die ganzen Heilsversprechungen und segensreichen arbeitsplatzschaffend-orientierten \u00c4usserungen der Beteiligten. Ich vermute, mit der &#8222;Zukunft&#8220;, wie sie die Damen und Herren der e-commercials meinen, wird der ganze Wirklichkeitsunfug, der schon immer aus der Pandora-Streusandb\u00fcchse in die Augen der wenigen Arbeits-Dinosaurier gestreut wurde, nur um eine lustig blinkende Nuance erweitert.<\/p>\n<p>Selbst die ansonsten auf dem Zukunftsauge eher blinden Finanzbeh\u00f6rden denken mittlerweile \u00fcber Zugriffsrechte auf die MarketenderInnen-Online-Transaktionen nach. w\u00e4re ja auch noch sch\u00f6ner, sollte das Steuervieh mittels elegantem Umgehen der Melkmaschine via virtuellem Geldverkehr die Milch f\u00fcr R\u00fcstungs-und andere Schweinereien verweigern.<\/p>\n<p>Ist &#8222;e-commerce&#8220; eine &#8222;windows-\u00e4hnliche&#8220; Anwendung, deren Pferdefuss darin begr\u00fcndet ist, scheinbare Freiheit in der Anwendung keineswegs jedoch im Basisprogramm?<\/p>\n<p>WER oder was ist dann &#8222;the billy (gates)&#8220;, der\/die sich daran dumm und d\u00e4mlich verdient?<\/p>\n<p>Ob sich dies Tim Berners-Lee oder Marc Andreesen alles so gedacht haben? Wohl kaum. Zukunft ist ein offenes Doppel-Tor, dessen Fl\u00fcgel wir nur an den R\u00e4ndern wahrnehmen. St\u00e4ndig stossen wir uns daran, Sand in den Augen und Tr\u00fcffel vor der Nase. Mir scheint, die Tr\u00fcffel sind an einem Stock, gerade etwas l\u00e4nger als unsere Reichweite, an einem Stirnband unserer Wahrnehmung befestigt, gedacht, Wege zu finden, die l\u00e4ngst begangen wurden.<\/p>\n<p>mit freundlichen Gr\u00fcssen vom Land<\/p>\n<p>ingo<br \/>\n:)<\/p>\n<p><a name=\"bjoern2\"><\/a><br \/>\n<b>23.11. 99 zu: &#8222;Innere Ruhe?&#8220;<\/b>&#8230;<\/p>\n<p>Hi Claudia,<\/p>\n<p>ein Philosoph (Name ist mir momentan entfallen) brachte einmal ein Beispiel zum Thema Gl\u00fcck bzw. gl\u00fccklich sein:<\/p>\n<p>Ein Mann ist gestorben und kann nur noch k\u00fcnstlich am Leben erhalten werden. An seinem Kopf sind Elektroden befestigt, die eine Verbindung zum Gehirn herstellen und in ihm einen andauernden Zustand des Gl\u00fccks erzeugen. Das ist die einzige M\u00f6glichkeit, ihn k\u00fcnstlich am Leben zu erhalten.<\/p>\n<p>Der Arzt fragte den Freund des Verstorbenen, ob er mit dem Verstorbenen tauschen m\u00f6chte. Dieser verneint.<\/p>\n<p>Dieses Beispiel war einmal eine Aufgabe in einer Ethik-Klausur. Wir sollten uns in die Person, die am Bett steht, hineinver- setzen und unsere Entscheidung (&#8222;Ich will tauschen&#8220; oder &#8222;Ich will nicht tauschen&#8220;) begr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich m\u00f6chte ich nicht tauschen. Das Leben w\u00e4re todlangweilig, wenn es nur positiv und voller Gl\u00fcck w\u00e4re. Negative Momente\/Erlebnisse geh\u00f6ren zum Leben einfach dazu. Und wer dies akzeptiert, der wird auch ein zufriedenes Leben f\u00fchren k\u00f6nnen, denke ich.<\/p>\n<p>Manchmal sind sogar negative Erlebnisse viel besser als die positiven. Oftmals kann man aus den negativen Momenten viel mehr lernen, viel mehr Erfahrung daraus ziehen.<\/p>\n<p>Was w\u00e4re ein Leben als Selbst\u00e4ndiger voller Webauftr\u00e4ge, die &#8222;in einem Rutsch&#8220; abgearbeitet werden k\u00f6nnen, ohne den kleinsten Zwischenfall. W\u00fcrde da nicht die Routine einkehren? Und wie bei allen Dingen, in denen Routine einkehrt, empfinden wir diese Dinge nicht mehr so intensiv, als wenn sie im Kern zwar gleich oder \u00e4hnlich w\u00e4ren, insgesamt jedoch variieren.<\/p>\n<p>Ist es nicht gerade spannend, einen Auftraggeber zu haben, der nicht nur abnickt, wenn man ihm Vorschl\u00e4ge zum laufenden Projekt macht, sondern aktiv mitarbeitet, einen konstruktiv kritisiert und so den Auftrag &#8222;lebendiger&#8220; gestaltet?<\/p>\n<p>Ich meine: ein Leben, das wie in einer Achterbahn H\u00f6hen und Tiefen beinhaltet, ist ein erf\u00fclltes Leben.<\/p>\n<p>In diesem Sinne,<\/p>\n<p>Bj\u00f6rn<\/p>\n<p><a name=\"ottmar\"><\/a><br \/>\n<b>20.11.99 Suchen Sie doch weiter: das Tr\u00fcffelproblem<\/b>&#8230;<\/p>\n<p>Hallo Claudia,<\/p>\n<p>interessant wie solche Themen eskalieren k\u00f6nnen.<br \/>\nMal ein schneller Mausklick und Du findest nicht gleich die gesuchten Tr\u00fcffel, sondern 3 Sachen die vermeintlich nichts mit dem Thema zu tun haben (Oliven\u00f6l, etc..). Du m\u00f6chtest schnell die Info weitergeben, es wird aber erst mal dieser Datenstriptease von Dir verlangt. Du wirst aggressiv und antwortest ein wenig pampig das_geht_sie_nichts_an, um die eigentliche Info bei SONSTIGES mitzuteilen. Die Antwort kommt dann relativ schnell (und scheinbar ebenso pampig): Wir empfehlen Ihnen: Einfach weitersuchen. Dann, weil offensichtlich verletzt, als &#8222;kleines Machtmittel&#8220; ins Diary. Au\u00dfer Frage: Der Datenstriptease ist hier fehl am Platz. Vermutlich h\u00e4tte ich versucht, in dem Quelltext kurz nach der email Adresse zu schauen, um dann eine e-mail ohne das Formular abzusenden. Oder einen weniger aggressiven Spruch &#8222;egal&#8220; &#8230; &#8222;hier_nicht_relevant&#8220; in den Formularfeldern angegeben. In dem Feld Sonstiges h\u00e4tte ich auf die vermeintlich nicht relevanten Such-Antworten und auf den ungerechtfertigten Datenstriptease hingewiesen.<\/p>\n<p>Wenn mann die (ebenso kanappe, pampige) Antwort der Dame ohne jede Vorverurteilung anschaut (einfach weitersuchen&#8230;) und sich die Produktzusammensetzung der 3 gefundenen Produkte (durch Klick auf die \u00dcberschrift) herholt, wird festzustellen sein: In allen 3 gefundenen Produkten ist das Wort Tr\u00fcffel enthalten.<\/p>\n<p>Warum nicht einfach (zumindest im Erstkontakt) den Tr\u00fcffelmenschen beste Absichten unterstellen und freundlich auf die gefundenen Probleme (wie ungeschickt dargestelltes Suchergebnis und Datenstriptease) hinweisen?<\/p>\n<p>Das Thema Tr\u00fcffel oder Schneckenzaun ist aber hier nicht das Thema. Mir f\u00e4llt etwas anderes auf. Du lebst in einer wundersch\u00f6nen Umgebung, hast eine wundersch\u00f6ne Schreibe, machst tolle WEB-Seiten und hast im Augenblick keinen Auftragsstre\u00df. Warum also solche KLICK-Hektik und Aggressivit\u00e4t? Fr\u00fcher Hektik in Berlin, jetzt im Internet? Wo ist Deine innere Ruhe?<\/p>\n<p>Beste Gr\u00fc\u00dfe aus Berlin<\/p>\n<p>Ottmar<\/p>\n<p><a name=\"juh\"><\/a><br \/>\n<b>16.11.99 Sterben &amp; Gesellschaft<\/b>&#8230;<\/p>\n<p>Hallo Claudia,<\/p>\n<p>obwohl ich im Moment mit wesentlich flacheren Themen besch\u00e4ftigt bin, m\u00f6chte ich doch schnell eine Bemerkung loswerden.<\/p>\n<p>Ich glaube, dass die Frage &#8222;Wie werde ich sterben?&#8220; ohne den gesellschaftlichen Hintergrund gar nicht beantwortet werden kann. Wobei ich bitte, das Wort &#8222;gesellschaftlich&#8220; mal ganz weit zu verstehen. Die Chance, in einem Hinterzimmer eines Krankenhauses allein zu sterben, ist heute, da sich alle vom Sterbenden abwenden, ziemlich gro\u00df. Das war nicht immer so und wird vielleicht auch nicht immer so bleiben.<\/p>\n<p>Ob man Einfluss auf sein eigenes Sterben nehmen kann, wei\u00df ich nicht: in der &#8222;Reise nach Jerusalem&#8220; habe ich zu dieser Frage die Ironie des Schicksals auftreten lassen. Generell bin ich der Ansicht, dass die Art, wie \u00fcblicherweise gestorben wird, uns allen einen Spiegel vorh\u00e4lt. In einer individualistischen Gesellschaft hilft wohl nur noch die Gr\u00fcndung einer Selbsthilfegruppe, die &#8222;Anonymen Sterbenden&#8220;. Dies alles zeigt aber, dass das Sterben ein emminent gesellschaftlicher Vorgang ist und es z.Z. eben gesellschaftliche \u00dcbereinkunft ist, diesen Vorgang hinter verschlossenen T\u00fcren au\u00dferhalb der Gesellschaft stattfinden zu lassen. Welche Auswirkung das auf den Sterbenden hat, ist schwer zu sagen, f\u00fcr die Nach- und Mitwelt ist es eine Verarmung. Ich glaube sogar Verarmung an einer Urerfahrung, die urspr\u00fcnglich vielleicht Gemeinschaft \u00fcberhaupt erst gestiftet hat. Aber das driftet schon wieder ins Allgemeine ab.<\/p>\n<p>Du hast schon recht, das *Dranbleiben* an dieser Frage ist die wirkliche Herausforderung und die Leiter, auf der wir geistig, intellektuell und sozial nach oben steigen.<\/p>\n<p>Ciao!<br \/>\njuh<\/p>\n<p>&#8212; Gerade ein Konstruktivist, der die sog. Realit\u00e4t fuer subjektiv konstruiert haelt, muss auf einem verbindlichen normativen Kontext bestehen, und der w\u00e4re hier: Krieg als Mittel der Politik war immer und ist ein Unding! (W.H. in der Mailingliste PhilWeb)<\/p>\n<p><a name=\"michael\"><\/a><br \/>\n<b>15.11.99 death on demand?<\/b>&#8230;<\/p>\n<p>Liebe Claudia, zu einer durchargumentierten Auseinandersetzung mit dem Thema DOD (death on demand) fehlt mir heute die Mu\u00dfe. Aber ich m\u00f6chte die Hauptlinien meines Widerspruchs skizzieren.<\/p>\n<p>Im Zentrum steht dabei der Gedanke der Verf\u00fcgbarkeit des menschlichen Lebens. Ich m\u00f6chte nat\u00fcrlich dem einzelnen alle Freiheit lassen, die er ohnehin faktisch hat &#8211; aber ich m\u00f6chte den Staat da raushalten. Keine Todesstrafe. Keine Euthanasie, keine angeordnete T\u00f6tung\/Zwangsabtreibung &#8222;lebensunwerten&#8220; Lebens. Das Leben des Individuums ist gesellschaftlich nicht verf\u00fcgbar. Noch nicht einmal durch die explizite Er\u00f6ffnung eines Freiraumes, der faktisch ja ohnehin besteht.<\/p>\n<p>An zweiter Stelle steht ein tiefes Mi\u00dftrauen gegen\u00fcber dem medizinisch industriellen Komplex. Die Leute, die immer hinter den frischen Ersatzteilen her sind, treiben ohnehin ein sch\u00e4ndliches Spiel mit der Definition des Todes, den zu enteignen sie sich entschlossen haben. Nat\u00fcrlich werden sie bei einer gro\u00dfz\u00fcgigen Regelung f\u00fcr DOD nicht gleich annoncieren: &#8222;Ihre Schulden lassen Ihnen keinen anderen Ausweg? Dann tun Sie wenigstens was f\u00fcr einen Schwerkranken und Ihre Familie. Telefon&#8230;.&#8220; Aber sie werden sich schon etwas einfallen lassen, das dem nahe kommt. Das Verwertungsinteresse greift nach allem, was sich verwerten l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich fehlt die Kategorie des Interesses in Deinen \u00dcberlegungen ganz. Das spricht f\u00fcr Dich als Mensch, aber nicht als politische Beobachterin. Ich sehe da nicht nur kommerzielle Interessen am Werk. Ich sehe ein &#8222;gro\u00dfes&#8220; gesellschaftliches Interesse, den Widerspruch aufzul\u00f6sen, da\u00df heute immer mehr Menschen ein Alter erreichen, in dem Lebenserhaltung zwar m\u00f6glich, aber sehr kostspielig ist &#8211; und den begrenzten Mitteln, die daf\u00fcr zur Verf\u00fcgung stehen bzw. gestellt werden. Ich kann mir schon vorstellen, wie sich angesichts von Soziallasten bedr\u00fcckten jungen Leuten ein gesellschaftliches Klima ausbreitet, das allzulanges Leben sp\u00fcrbar mi\u00dfbilligt.<\/p>\n<p>Wie im Gro\u00dfen, so auch im Kleinen. Alte und Gebrechliche st\u00f6ren ja nicht nur die Bilanz des Gesundheitswesens, sie belasten auch Familien und strapazieren die Geduld von Erbberechtigten. Schon sollen, was ich jetzt nicht belegen kann, zu Beginn der gro\u00dfen Urlaubssaison nicht nur geliebte vierbeinige Mitbewohner, sondern auch der eine oder andere tattrige Opa an einer Autobahnhaltestelle &#8222;vergessen&#8220; worden sein. Man mu\u00df ja nicht so weit gehen. Es reicht sicher, da\u00df man ihm, wenn in der Nachbarstadt eine freundliche Klinik die Pforten \u00f6ffnet, das des \u00f6fteren unter die Nase reibt, wenn ihm die Kreuzschmerzen gerade wieder so schrecklich zusetzen.<\/p>\n<p>Ich traue dieser Gesellschaft nicht zu, mit DOD so umgehen zu k\u00f6nnen, wie Du es dir w\u00fcnschst und f\u00fcr Dich sehr wahrscheinlich auch k\u00f6nntest.<\/p>\n<p>Liebe Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p>Michael<\/p>\n<p><a name=\"ingo 2\"><\/a><br \/>\n<b>15.11. finaler Mausklick, Ingos Antwort auf Bj\u00f6rn<\/b>&#8230;<\/p>\n<p>Hallo Bjoern, hallo Claudia,<\/p>\n<p>heikle Dinge entstehen nur dann, wenn Grenzen gesteckt sind. Mir ist klar, dass die gesellschaftliche Freigabe eines &#8222;finalen Mausclics&#8220; erhebliche Bedenken in wacheren Geistern hervorrufen muss. Ich bin mir sicher, es lebten und leben wachere Denker, die mit diesen Lebensformalen Angelegenheiten ihren Lebensunterhalt eintr\u00e4glich bestreiten. warum auch nicht, schliesslich leben wir in der schlechtesten, allerdings einzig funktionierenden aller denkbaren Gesellschaftsformen, der Demokratie.<\/p>\n<p>Den ein wenig harschen Vorwurf des grenzenlosen Egoismusses muss und lasse ich mir gerne gefallen. Wo w\u00e4re unser vielgelobtes System, ohne diese Egomanen? Wobei mir nicht so recht einleuchtet, warum sich ein k\u00f6rperloses M\u00e4chtegef\u00fcge in die inneren Angelegenheiten eines lt. christlicher \u00dcberzeugungen frei gebohrenen Einzelnen derart einmischen darf und muss, dass diesem die Abstimmung per Fuss unm\u00f6glich gemacht wird.<\/p>\n<p>Nimm an, ich als Einzelner spreche dieser Gesellschaft das Verwertungsrecht an meiner Arbeitskraft ab. Du wirst mich als unsoziales Element, als St\u00f6renfried einer gut geschmierten Maschinerie, eventuell auch als krassen, mit allen verf\u00fcgbaren Mitteln zu verfolgenden Outlaw klassifizieren. Damit kann ich leben, da ich meine direkten, realen Lebensumst\u00e4nde wahrscheinlich klarer einsch\u00e4tzen kann, als &#8222;du&#8220; in deiner eigenen &#8222;heilen&#8220; Welt.<\/p>\n<p>Mir liegt nichts mehr an Schlagwoertern wie &#8222;soziale Gerechtigkeit, gleiches Recht fuer alle&#8220; und all sowas. Es ist eine geschickt verpackte Mogelpackung, nichts mehr und nichts weniger. Der einzig massgebliche Vorteil ist, dass es funktioniert.<\/p>\n<p>Mir ist klar, dass solche Bemerkungen leicht andere \u00dcberzeugungen in helle Aufregung versetzen koennen, nun, warum nicht? Wer bin ich, anzunehmen, &#8222;meine&#8220; Wahrheiten k\u00f6nnten mit denen von anderen \u00fcbereinstimmen?<\/p>\n<p>Ich halte mich an Regeln, die ich verstanden habe. Oktroierte Verschleierungen lehne ich zun\u00e4chst schlichtweg ab. Dar\u00fcberhinaus habe ich wohl vergessen, dass neben den von mir angesprochenen Rechten selbstverst\u00e4ndlich auch die meist kleiner geschriebenen, allerdings umso nachhaltiger eingeforderten Pflichten ebenso zu den Regeln einer funktionierenden Gesellschaft geh\u00f6ren. Ich neige oft zu Verallgemeinerungen, polemischen Seitenhieben und -aus Platzgr\u00fcnden- starkt vereinfachten Darstellungen. Ein Fehler? Mag sein. Wir schreiben hier jedoch von einer &#8222;Gesellschaft&#8220;; Ordnung in derselben und Sichtweisen aus verschiedenen realen Gegebenheiten heraus. Dabei lassen sich Verk\u00fcrzungen (meiner Meinung nach) nicht vermeiden.<\/p>\n<p>Ich denke, es ist ein wesentlicher Vorteil der technischen Voraussetzungen, die uns unsere bisherige Entwicklung beschert hat, diese solange wie m\u00f6glich auf alle erdenklichen Arten zu nutzen. Rechte k\u00f6nnen nur auf der Basis von Pflichten existieren, auch und nicht zuletzt auf der Pflicht zu \u00fcberleben.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise ist die Vorstellung einer unbeschr\u00e4nkten, grenzenlosen Freiheit in einer friedlichen, globalen Wirtschaftsordnung ohne fehlerbehaftete Versuche in die ein oder andere Richtung eine &#8222;fabelhafte Utopie&#8220;; ich f\u00fcr meinen (an)Teil an diesem &#8222;etwas&#8220; nehme jedoch zur Zeit gern daran teil.<\/p>\n<p>Gr\u00fc\u00dfe aus Salzgitter<br \/>\ningo mack<\/p>\n<p><a name=\"bjoern\"><\/a><br \/>\n<b>14.11. finaler Mausklick, zu Ingos Brief<\/b>&#8230;<\/p>\n<p>Hallo Claudia,<br \/>\nhallo Ingo,<br \/>\nheute m\u00f6chte ich einige Worte zu Ingos Brief schreiben. Es drehte sich um den &#8222;finalen mausclic&#8220;. Ingo schreibt: &#8222;Erst die Freigabe aller pers\u00f6nlichen Rechte macht meiner Ansicht nach das Wesen eines wirklich demokratischen Staatsgef\u00fcges aus; [&#8230;]&#8220;<\/p>\n<p>Dies bei\u00dft sich meiner Ansicht nach mit den Grundregeln einer Gesellschaftsordnung. Ingo m\u00f6chte (zumindest habe ich das so verstanden) grenzenlosen Egoismus, die Freigabe aller pers\u00f6nlichen Rechte. Was aber, wenn durch diese Freigabe _deiner_ pers\u00f6nlichen Rechte die eines anderen Menschen verletzt werden? Wer hat nun ein *Recht* darauf, sein _pers\u00f6nliches_ Recht durchzusetzen? Wer soll dies entscheiden? Aus diesen Gr\u00fcnden gibt es, wie in jeder normalen Gesellschaft, gewisse Regeln an die man sich halten mu\u00df\/sollte, um ein normales friedliches Leben, ein _Mit_einander zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Zum &#8222;finalen mausclic&#8220;: ein heikles Thema. Ich \u00fcbersehe einfach mal die leichte Polemik, die sich in Ingos S\u00e4tzen bez\u00fcglich des Steuerzahlers wiederspiegelt. Ich selbst sitze &#8222;zwischen den St\u00fchlen&#8220; und kann mich nicht so recht f\u00fcr oder gegen den finalen click entscheiden; selbst nach unz\u00e4hligen Gespr\u00e4chen und Diskussionen mit vielen Leuten.<\/p>\n<p>Ich denke, Hospize gehen schon einen Schritt in die richtige Richtung &#8230; davon k\u00f6nnte es ruhig mehr geben.<\/p>\n<p>Viele Gr\u00fc\u00dfe, Bj\u00f6rn.<\/p>\n<p><a name=\"ingo\"><\/a><br \/>\n<b>8.11.99 Selbstbestimmtes Ableben, Novembergedanken<\/b>&#8230;<\/p>\n<p>Hallo Claudia,<\/p>\n<p>Dein Diary ist ein echter Leckerbissen. Du weisst, wie ich das meine. Eben noch Sommerlichtdurchflutete Fensterbilder, jetzt der Nebel. Im Herbst und in dem Wissen um den kommenden Winter kommt es wohl regelm\u00e4ssig vor, dass die \u00fcber 40&#8217;er andere Themen wichtiger nehmen? Das grosse Rad dreht sich auch ohne unsere Gedanken \u00fcber den Sinn oder Unsinn unserer &#8217;normalen&#8216;, ordnungsgew\u00f6hnten Lebensweise, allein: unsere pers\u00f6nliche, zeitablauf-bestimmte Sichtweise macht aus jeder Jahreszeit etwas ganz eigenes.<\/p>\n<p>Wie schnell sind wir bereit, was gestern noch so immens wichtig war, in einem ganz anderen Blickwinkel zu sehen.<\/p>\n<p>Wie leicht ist es tats\u00e4chlich, den ganzen erworbenen\/ anerzogenen Ballast von materiellen Dingen zu hinterfragen, angesichts des aufziehenden Nebels! Wir sehen nicht klar, die Ger\u00e4usche, der \u00fcbliche L\u00e4rm unserer Umwelt wirkt ged\u00e4mpft und l\u00e4sst uns ein wenig Zeit, unwichtige Dinge in ordentliche Schubladen zu sp\u00e4terer Verwendung zu packen. Durch die Unsch\u00e4rfe in der Tiefe gewinnen pl\u00f6tzlich so allt\u00e4gliche Dinge, wie zum Beispiel die blaugestrichene Holzbank mit den &#8222;schwebenden&#8220; W\u00e4scheklammern und dem kleinen Laubhaufen rechts im Bild eine eindringliche Bedeutung. Wenn man sich Zeit l\u00e4sst. Unsere Lebenszeit ist wom\u00f6glich das einzige, uns wirklich dienliche Kapital.<\/p>\n<p>Du verlangst die Freiheit, die letzte Freiheit, die einem lebenden Wesen -noch- von Staats wegen verwehrt wird. Ein Rufen in den dichten Nebel der kommenden Gesellschaftsordnung. soweit mir bekannt ist, steht versuchte Selbstt\u00f6tung in unserer Strafgesetzgebung als strafw\u00fcrdiges Unterfangen. Warum? Ist es der Versuch, eigentlich frei gebohrenen Mitgliedern die endg\u00fcltige Abstimmung &#8222;per Fuss&#8220; zu verwehren? Ich will hier nicht \u00fcberkommene Verhaltensweisen eines Staatssystems hinterfragen, es ist f\u00fcr mich eher eine zum Novembernebel passende Feststellung. Was nutzen uns G\u00fcter, all die angeh\u00e4uften Artikel, wenn wir sie nicht geniessen, oder -im Fall von k\u00f6rperlichen Gebrechen- nur noch als nutzlosen Ballast empfinden?<\/p>\n<p>Ich denke auch, dem Einzelnen sollte der &#8222;finale mausclic&#8220; frei gestellt sein. Erst die Freigabe aller pers\u00f6nlichen Rechte macht meiner Ansicht nach das Wesen eines wirklich demokratischen Staatsgef\u00fcges aus; auch und gerade, wenn durch Einzelentscheidungen der ein oder andere Ste\u00fcrzahlende nicht mehr in den Inkassob\u00fcchern als &#8222;nutzenfaktor&#8220; vermerkt werden kann.<\/p>\n<p>Ich setze mich auf die Bank, ruhe und blicke in den aufziehenden Nebel. Wozu all die sch\u00f6ne Ordnung, wenn schlichte Wassertropfen den weit \u00fcberzeugenderen Reiz bieten, zu ruhen, nachzudenken und ein wenig Freiraum f\u00fcr das eigentliche Chaos der Natur zu lassen.<\/p>\n<p>Ein wenig \u00fcber das \u00fcbliche Chaos unserer Ordnung hinauszusehen und einen Sinn hinter der Nebelwand unserer Aussenwelt zu suchen.<\/p>\n<p>Wir sind immer unterwegs. Manchmal im Nebel, manchmal im Klaren. Aber immer unterwegs. :) gr\u00fcsse aus Salzgitter ingo<br \/>\n<span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica;\">Gr\u00fc\u00dfe aus Salzgitter<br \/>\nIngo<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, Arial;\"><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica;\"><b>4.11.99 Selbstbestimmtes Ableben<\/b>&#8230;<\/span><\/span><\/p>\n<p>Hallo Claudia,<\/p>\n<p>in deinem Diary schriebst du:<\/p>\n<p>&#8222;Ich w\u00fcrde mich weniger vor dem Proze\u00df des Sterbens f\u00fcrchten, g\u00e4be es die M\u00f6glichkeit, zu jedem Zeitpunkt in diesem sicher gewalt\u00e4tigen und schmerzhaften Proze\u00df den finalen Mausklick zur Verf\u00fcgung zu haben. Vielleicht gelingt es meiner Generation noch, bevor es ernst wird, dieses Menschenrecht auf ein selbstbestimmtes Ableben durchzusetzen!&#8220;<\/p>\n<p>Oh Gott ja, wie ich das hoffe! Ich kann nicht begreifen, wieso diese Diskussion als so heikel angesehen wird, und ich mache mir schon lange Gedanken dar\u00fcber, weshalb immer wieder Gr\u00fcnde vorgeschoben werden, dem Menschen nicht dieses letzte Recht auf Selbstbestimmung zuzugestehen.<\/p>\n<p>Gut, es k\u00f6nnte Missbrauch T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet werden, aber der Missbrauch w\u00fcrde voraussetzen, dass man sich nicht an die Regel h\u00e4lt, die an sich gn\u00e4dig und human w\u00e4re. Doch diese in Einzelf\u00e4llen vielleicht m\u00f6gliche Abweichung von der Regel rechtfertigt f\u00fcr mich nicht den Einsatz der kompletten Apparatemedizin, wenn abzusehen, dass am Ende keine Heilung stehen kann, denn auch sie ist ein Eingriff in den nat\u00fcrlichen Prozess. Argumentierte man religi\u00f6s, d\u00fcrfte auch das nicht sein. Leben erhalten, wenn abzusehen ist, dass dieses Leben nicht erhalten werden kann, dass es nur eine Verl\u00e4ngerung der Qualen ist? Ich will das f\u00fcr mich nicht, und ich verlange, dass mein Wunsch respektiert wird, dass endlich die rechtlichen Voraussetzungen daf\u00fcr geschaffen werden!<\/p>\n<p>Meine H\u00fcndin M\u00fctze war vierzehn Jahre alt, als sie an Bronchialkrebs erkrankte, der sich immer weiter \u00fcber den gesamten K\u00f6rper ausbreitete. Zum Schluss bekam sie kaum noch Luft, qu\u00e4lte sich entsetzlich, ein Organ nach dem anderen versagte. Um ihrem Leiden ein Ende zu setzen, lie\u00dfen wir sie einschl\u00e4fern, und ich dachte dabei, wie erl\u00f6send es doch auch f\u00fcr manchen Menschen sein k\u00f6nnte, k\u00e4me ihm eine ebensolche Gnade zuteil. Wieso geht man mit einem Tier derart gn\u00e4dig und human um und warum l\u00e4sst man Menschen in der gleichen Situation so verdammt starrsinnig leiden?<\/p>\n<p>Liegt es daran, dass medizinische Ger\u00e4te ausgelastet sein m\u00fcssen, um sich zu rechnen, dass Betten belegt sein m\u00fcssen? Ist das eine finanzielle Frage? Bastelt man sich die ethischen Begr\u00fcndungen zurecht, um ein Argument f\u00fcr die andauernde Folter zu haben, weil sie die Kassen f\u00fcllt? Was ist das nur f\u00fcr eine Welt, in der dem Menschen nicht zugestanden wird, selbstbestimmt und menschenw\u00fcrdig zu sterben, wenn es kein Leben mehr f\u00fcr ihn gibt?<\/p>\n<p>Liebe Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p>Ulrike<\/p>\n<p>&#8212;<br \/>\n<a name=\"volker\"><\/a><br \/>\n<b>Stadt? Land?<\/b>&#8230;<\/p>\n<p>Hallo Claudia,<\/p>\n<p>Deine Tagebucheintr\u00e4ge verfolge ich nun seit einigen Wochen. In den vergangenen Tagen war es f\u00fcr mich besonders spannend, die weitere Entwicklung Deines Land-Daseins zu lesen. Stadt \u2013 Land, das ist ein Thema, das mich brennend interessiert. Denn offensichtlich spielt es im Marktgeschehen eine wachsende Rolle. In der Trendliteratur allemal, wenn wir \u00fcber <b>Echtheit und Authentizit\u00e4t<\/b> lesen und nachdenken.<\/p>\n<p>Was Du ausdr\u00fcckst, \u00fcber das Landleben, und Du sagst es zwischen den Zeilen, ist etwas, wovon wir alle tr\u00e4umen. Die Frage ist nat\u00fcrlich, k\u00f6nnen die Bauern, die es noch gibt, daraus \u201eKapital&#8220; schlagen, denn sie haben ja einen wesentlichen Teil des Stoffes noch in sich. Ich gebe zu: Nat\u00fcrlich nicht alle, vor allem alle die nicht, die schon zu Marketingexperten neuerer Art geworden sind (\u00fcbrigens halte ich Casanova f\u00fcr einen Marketingexperten alter und echter Art, aber dazu sp\u00e4ter mal ein paar Gedanken).<\/p>\n<p>Marketingma\u00dfnahmen kommen dann langfristig gut an, wenn sie wirklich ernst gemeint sind oder wenn sie echt und nat\u00fcrlich her\u00fcber kommen. Denken wir nur an Italiener, Portugiesen, Griechen, T\u00fcrken in ihren Restaurants. Es macht Spa\u00df dort zu sein. Sie haben Zeit f\u00fcr einen kleinen Plausch. Sie haben ein St\u00fcck ihrer urspr\u00fcnglichen Lebenskultur hierher mitgenommen. Nicht mehr alle, das ist klar. Die Edelrestaurants in dieser Kategorie haben sich schon sehr verdeutscht.<\/p>\n<p>Aber warum haben die kleinen Kebab-Stuben, die kleinen Pizzerien so einen Zulauf? Dieser Zulauf ist vergleichbar mit dem Zulauf, zu der \u201eechten&#8220; Weinstube beim Winzer, mit dem \u201eechten&#8220; Bauernladen beim Bauern, der mit Herzlichkeit und weniger mit Hintergedanken seine G\u00e4ste bedient.<\/p>\n<p>Nun hei\u00dft es, nicht nur in der Erfolgsliteratur, da\u00df Du <b>dann erfolgreich bist, wenn Du ganz Du selbst bist<\/b>, dich also nicht verstellen mu\u00dft.<\/p>\n<p>Sicherlich kann man dieses Echt-sein auch lernen oder wieder lernen, weil alles was wir heute wirtschaftlich tun, diese Echtheit abstreift, einen Krampf hineinbringt. Nehmen wir nur, und Du hast es so wunderbar ausgedr\u00fcckt, die \u201egespielte Freundlichkeit von Call-Centern&#8220; oder von Servicemitarbeitern.<\/p>\n<p>Kundenorientierung, Kundenbindung sind Schlagworte daf\u00fcr, wie sehr oft das authentische Verhalten abgebaut wurde. Gespielte Freundlichkeit macht auf die Dauer niemandem Spa\u00df. Das ist was ich in chinesischen Restaurants empfinde: das L\u00e4cheln geht mir auf den Keks. Ich sp\u00fcre, da\u00df es \u00fcberhaupt nicht ich bin, der angel\u00e4chelt wird, sondern einzig und allein mein Portemonnaie.<\/p>\n<p>Eine Frage die mich umtreibt ist nun: <b>Wie weit ist das Echte wirklich ein bestimmender Faktor im Marktgeschehen? <\/b>Imagestudien haben das, was Du ausdr\u00fcckst, herausgearbeitet. Nur Bauern, die sich so verhalten, gehen in der Regel fr\u00fcher oder sp\u00e4ter zu Grunde, weil sie von der Freundlichkeit allein nicht leben k\u00f6nnen. Die Freundlichkeit mu\u00df bezahlt werden. Und bezahlen f\u00fcr eine Dienstleistung tun wir freiwillig ungern. Wir geben h\u00f6chstens ein Trinkgeld. Aber einem freundlichen Bauer in einem Bauernladen ein Trinkgeld geben? Das geht zu weit. Das Trinkgeld geben wir dann, wenn wir happy gestimmt sind, lieber dem netten Bettler in der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone, der unser Gem\u00fct durch seine unplugged-Musik erhellt. Der uns wirklich Freude bereitet, bekommt auch seine zwei Mark.<\/p>\n<p>Die Peruaner-Gruppe mit MC-\/ CD-Verkauf und Playbackshows sind zwar nett anzuh\u00f6ren und anzusehen, aber sie bringen es nicht.<\/p>\n<p>Von erfolgreichen Direktvermarktern oder aus der Landwirtschaft herausgewachsenen Gastronomen (die mit Urlaub auf dem Bauernhof angefangen haben und nur so dahin d\u00fcmpelten) h\u00f6re ich, da\u00df die Verbindung zur Landwirtschaft relativ unbedeutend ist. Das Bedeutende ist die sch\u00f6ne, nette, l\u00e4ndliche Umgebung. Man geht gern einkaufen, wenn damit ein Erlebnis des Spaziergangs oder eines Picknick mit den Kindern verbunden werden kann.<\/p>\n<p><b>Selbst pfl\u00fccken von Fr\u00fcchten ist ein Erlebnis, aber nur noch f\u00fcr T\u00fcrken.<\/b> Deutsche kaufen lieber das gepfl\u00fcckte im Bauernmarkt und f\u00fcr sie ist es unwichtig, woher das Obst und Gem\u00fcse kommt. F\u00fcr sie ist offensichtlich nur wichtig, da\u00df die gespielte Professionalit\u00e4t entweder sehr gut ist oder fehlt und stattdessen ein engagierter freundlicher und echter Dilettant vor ihnen steht.<\/p>\n<p>Das sind ein paar Empfindungen und Ideen von mir. Es kann sein, das ich voll daneben liege, aber vielleicht kommen ja Stimmen zu dir oder auch zu mir. Ich freue mich auf Kommentare. Meine Email-Adresse: <a href=\"mailto:vfeddersen@t-online.de\">vfeddersen@t-online.de<\/a>.<\/p>\n<p>Volker Feddersen, Sommerloch 06.09.99<\/p>\n<p><a name=\"regina\"><\/a><br \/>\n<b>Alt? Jung? Angst?<\/b>&#8230;<\/p>\n<p>Hallo Claudia Klinger,<\/p>\n<p>finde Ihr Tagebuch ein sehr nette Idee, schaue gern immer wieder mal rein um die Eintr\u00e4ge zu lesen&#8230;<\/p>\n<p>zum Thema Jung \/ Alt m\u00f6chte ich spontan als 22-J\u00e4hrige sagen, da\u00df ich den Jugendwahn noch nie verstehen konnte, keine Ahnung auf wen der Abzielen soll&#8230;<\/p>\n<p>F\u00fcr mich pers\u00f6nlich schien es immer eher Nachteile zu haben jung zu sein. Man schl\u00e4gt sich mit seinen Minderwertigkeitskomplexen rum, steht unter Erfolgsdruck, will um alles in der Welt geliebt sein, hat aber dazu keine Erfahrung, nichts erlebt und nichts geleistet.<\/p>\n<p>Das Bild des jugendlichen Gl\u00fccks trifft meiner Meinung und meiner Erfahrung nach auf die allermeisten Menschen \u00fcberhaupt nicht zu.<\/p>\n<p>Auf mich jedenfalls nicht (oder wird alles nur noch schlimmer?! :) ) Ich tr\u00e4ume seit ich denken kann immer davon endlich \u00e4lter zu sein und besser mit der Welt und dem Leben fertig werden zu k\u00f6nnen; und damit auch gl\u00fccklicher zu sein. Ich bin immer froh \u00e4ltere Menschen zu treffen, die erz\u00e4hlen da\u00df es ihnen je \u00e4lter Sie werden immer besser geht.<\/p>\n<p>Die gl\u00fccklichsten und sch\u00f6nsten Menschen die ich in meinem Leben getroffen hab waren jedenfalls keine jungen dynamischen erfolgreichen Yuppies sondern behinderte und alte Menschen&#8230;<\/p>\n<p>Regina Michl<br \/>\n<a name=\"ulrike\"><\/a><br \/>\n<b>Alt? Jung? Angst?<\/b>&#8230;<\/p>\n<p>Liebe Claudia,<\/p>\n<p>Alt werden? Oder zumindest \u00e4lter? Im Grunde gut, dass es so ist. Gut auch, dass sich diesem Gesetz jeder zu unterwerfen hat. F\u00fcr mich selbst denke ich, dass ich &#8211; je \u00e4lter ich wurde &#8211; reifer geworden bin (hoffe es jedenfalls, und es gibt Indizien daf\u00fcr).<\/p>\n<p>Ganz sicher jedoch bin ich reicher an Erfahrungen und &#8211; was das Sch\u00f6nste ist &#8211; ich hab inzwischen die Autonomie, von der ich als 17-j\u00e4hrige immer tr\u00e4umte. So etwas wie Wehmut bereitet mir eigentlich nur, dass das Innere und das \u00c4u\u00dfere mit der Zeit nicht mehr \u00fcbereinander passt. Dass man beim Blick in den Spiegel Identit\u00e4tsprobleme bekommt. Dass man sich einfach anders &#8222;f\u00fchlt&#8220;, als es au\u00dfen sichtbar wird. Jeden Tag ein St\u00fcckchen mehr. Da werden die Haare grau, die Figur ger\u00e4t aus den Fugen, die Haut bekommt (positiv formuliert) eine neue &#8222;Struktur&#8220;. *g* Und der Zeitgeschmack f\u00f6rdert das Unbehagen dabei.<\/p>\n<p>Aber ich denke, das ist eine Frage der Schwerpunkte, die jeder f\u00fcr sein Leben setzt, der Wertigkeiten. Ich glaube, dass es eine gro\u00dfe Bedeutung hat, wie sehr das \u00c4u\u00dfere in jungen Jahren dem Leben seine Richtungen diktierte. Sch\u00f6ne Menschen haben es sicher schwerer, dem Verfall der \u00e4u\u00dferen Attribute zuschauen zu m\u00fcssen, als die, die sich schon fr\u00fch damit abzufinden hatten, dass ihr Gesicht keine Sympatien f\u00e4ngt. Dass die Erfolge immer \u00fcber andere Kan\u00e4le erk\u00e4mpft werden m\u00fcssen. Der Vorteil dieser Menschen im Alter liegt dann nat\u00fcrlich deutlich auf der Hand. Sie haben gelernt, sich als Individuum einzubringen, als ein exklusives Ich. Auf welche Weise auch immer.<\/p>\n<p>Was die Medien und ihren Umgang mit dem Alter angeht: Die Tendenzen sind in der Tat dramatisch. Und dumm dazu. Ich wei\u00df auch nicht, auf welche Weise in den jeweiligen Untersuchungen die Statistiken zustande gekommen sind. Kann mir nicht vorstellen, dass die Juppies so viel Zeit vor den Fernsehern verbringen wie die Alten, die man gern auszusperren und auszugrenzen versucht. Sie sind es doch, die die Zeit dazu haben und die finanziellen M\u00f6glichkeiten. Die sich in der Regel das leisten k\u00f6nnen, was von der Werbung angepriesen wird. Nicht alle nat\u00fcrlich, genauso wie nicht allen jungen Menschen das Geld locker in der Tasche sitzt.<\/p>\n<p>Die Verlagerung der Werte, gerade auch in den letzten Jahren, ist erschreckend. Und erstaunlich dazu. Zumal &#8211; wie Du sagst &#8211; die Entscheidungstr\u00e4ger meist selbst der \u00e4lteren Generation zuzuordnen sind. Die m\u00fcssen wohl alle selbst in der Krise stecken, was das eigene \u00c4lter-Werden anbetrifft. M\u00fcssen voller Aggressionen stecken gegen sich selbst und diesen Frust dann gegen die anderen richten und auf sie \u00fcbertragen, denen es ebenso ergeht. Die ebenso &#8211; wie alles auf dieser Welt &#8211; nicht dagegen an k\u00f6nnen, dass nun mal jede Form von Leben dem Prozess der Verg\u00e4nglichkeit unterliegt.<\/p>\n<p>Das waren noch Zeiten, was? Als es die Alten waren, die die Nachrichten \u00fcberbrachten und die Traditionen auf dem Marktplatz weiter gaben an die Jungen, die ihnen voller Respekt, Achtung und Ehrfurcht an den Lippen hingen&#8230; Das einzig Positive an der Entwicklung ist, dass man heutzutage nicht mehr kritiklos alles hinnehmen muss, nur weil es von einem kommt, der \u00e4lter ist. Dass man inzwischen erkannt hat, dass Respekt und Achtung auch in die andere Richtung zu gehen hat. Sch\u00f6n w\u00e4re es, wenn es bei diesem gleichwertigen Austausch geblieben w\u00e4re. Jung respektiert Alt und Alt respektiert Jung. Vielleicht ist es in ein paar Jahren oder Jahrzehnten ja auch wieder so&#8230; Doch anscheinend hat man im Augenblick noch eine ganze Weile mit der Umkehrung ins andere Extrem zu k\u00e4mpfen. Da m\u00fcssen wir wohl durch. Und es ficht mich im Grunde nur manchmal an. Dann, wenn es mir nicht gut geht und auch andere Dinge in meinem Leben aus den Bahnen geraten sind&#8230;<\/p>\n<p>Liebe Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p>Ulrike<\/p>\n<p><a name=\"dieter\"><\/a><br \/>\n<b>Alt? Jung? Angst?<\/b>&#8230;<\/p>\n<p>Hallo Claudia,<\/p>\n<p>gerade am letzten Samstag hatte ich Klassentreffen: 30 Jahre Einschulung. Naja, du kannst dir vorstellen, wie stark das von den Medien gen\u00e4hrte Bild der ewigen Jugend dort ersch\u00fcttert wurde.<\/p>\n<p>Leute, die man Jahrzehnte nicht gesehen hat, ver\u00e4ndern sich nach v\u00f6llig eigenen Gesetzen im Gehirn. Meinen damaligen besten Freund h\u00e4tte ich nie wiedererkannt. Und in dem Gesicht einer Frau konnte ich den ganzen Abend lang beim besten Willen nicht das kleine, stets Bananen essende M\u00e4dchen von 1969 wiedererkennen.<\/p>\n<p>Die anderen sind nat\u00fcrlich alle viel schneller alt geworden als ich selbst. So schmeichelt man sich; und doch ist es nur die schiere Gew\u00f6hnung ans eigene Alter.<\/p>\n<p>Ich habe dieses Treffen organisiert und daher vor dem Treffen h\u00e4ufig dar\u00fcber nachgedacht, wie die Leute wohl aussehen m\u00f6gen. Beim Betrachten eines alten Schulfotos war ich stets der Meinung, dass in meiner Klasse besonders viele sch\u00f6ne M\u00e4dchen gewesen seien. Mein damaliger Schwarm hatte sich auch noch so eine gewisse m\u00e4dchenhafte Frische bewahrt &#8211; aber alle anderen sahen sehr sehr alt aus. Die Falten hatte ich erwartet. Da ich die meisten zuletzt vor der Pubert\u00e4t gesehen habe, haben mich die K\u00f6rperformen allerdings schon ein wenig ersch\u00fcttert. Und richtig schockiert war ich \u00fcber die Z\u00e4hne. Zwar hatte ich prothetische Hilfsmittel erwartet, aber nicht diese Steinbr\u00fcche und Billig-Prothesen. Sowas sieht man im Fernsehen ja nie.<\/p>\n<p>Auch mich selbst hatte man sich anders vorgestellt: drahtiger und ohne Bauch.<\/p>\n<p>Ob es an den vielleicht etwas oberfl\u00e4chlichen Gespr\u00e4chen eines solchen Treffens gelegen hat, wei\u00df ich nicht, jedenfalls habe ich den Eindruck bekommen, die meisten warten tats\u00e4chlich nur noch auf die Rente.<\/p>\n<p>Aber der Abend war dennoch alles andere als deprimierend. Drei\u00dfig Personen habe ich wiedergefunden und angeschrieben, zwanzig Leute sind gekommen; drei haben mit gro\u00dfem Bedauern absagen m\u00fcssen. Ich war total begeistert, dass so viele gekommen sind. Viel mehr als ich gedacht habe.<\/p>\n<p>Moral von der Geschicht: Wir werden alle \u00e4lter, und deshalb ist Jugend wohl ein Wert an sich.<br \/>\nCiao!<br \/>\nDieter K.<\/p>\n<p><a name=\"regula\"><\/a><br \/>\n<b>Alt? Jung? Angst?<\/b>&#8230;<\/p>\n<p>Liebe Claudia<\/p>\n<p>Aber, aber: wer zu den Over40s z\u00e4hlt und einen Sessel unter seinem Hintern hat, muss darauf achten, dass ihm der Sessel erhalten bleibt, d.h., er wehrt die st\u00e4ndig an am Gestell seines Sessels S\u00e4genden ab. Er tritt nach unten und buckelt nach oben. Es ist ihm unm\u00f6glich, die Richtung zu wechseln; er kann nicht nach unten buckeln und nach oben treten. Er kann nur gut durchgekr\u00fcmmtes R\u00fcckgrat zeigen. [Vielleicht gibts darum so wenig Menschen mit Zivilcourage?!]<\/p>\n<p>Das Sagen haben nicht diejenigen, die f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit sichtbar sind, nicht die Repr\u00e4sentanten der Fernseh-, Multinati- und anderen Gesellschaften. Das Sagen haben immer und \u00fcberall die Unsichtbaren; sie sind diejenigen, die mit dem Daumen nach oben oder unten zeigen. Man nennt sie auch Investoren oder Shareholder. Und die sind, wenn auch nicht zwingend, so doch fast immer, dem Over40-Club bereits entwachsen.<\/p>\n<p>Wer auf die Jugend setzt, setzt auf Gehorsam. Man nennt das nat\u00fcrlich nicht so, man nennt das Flexibilit\u00e4t. Und diese Flexibilit\u00e4t ist nichts anderes als ein gut durchgekauter Kaugummi, der bekanntlich in jede beliebige Richtung verformt werden kann.<\/p>\n<p>Das alles ist nicht neu. Es war immer so und wird sich vermutlich nicht \u00e4ndern. Bis diejenigen, die heute 20 sind, das, was ihnen aufgetragen ist, mit Enthusiasmus anpacken, ihre ganze Energie in etwas, das man Karriere nennt und meist nicht mal der Rede wert ist, stecken Over40 sein werden, werden sie vergessen haben, in welch wundersamem Licht sie die Welt und deren Inhalt mit 20 haben leuchten sehen.<\/p>\n<p>Aber bitte: verurteilt nicht die JUNGEN; sie trifft am wenigsten Schuld, wenn es um den Jugendwahn, der einem immer und immer wieder z.B. auch in Formulierungen wie &#8222;gesucht f\u00fcr die Leitung eines Feldversuchs Soziologogen, nicht \u00fcber 22, dynamisch, flexibel, wenn m\u00f6glich mit mehrj\u00e4hriger Erfahrung&#8220; begegnet, geht.<\/p>\n<p>Liebe Gr\u00fcsse<br \/>\neine sarkastische<br \/>\nRegula<\/p>\n<p><a name=\"michaelonline\"><\/a><br \/>\n<b>Online-Welt<\/b>&#8230;<\/p>\n<p>Liebe Claudia,<\/p>\n<p>im Digidiary vom 31.7. hast Du geschrieben:<\/p>\n<blockquote><p>Mittlerweile ist es mehr als das: eine Lustlosigkeit, mich auch noch abends der Online-Welt zuzuwenden, Zeichen und Bilder zu generieren, anstatt physisch und psychisch etwas &#8222;Richtiges&#8220; zu erleben. Es scheint, als erzeuge die Abwesenheit der st\u00e4dtischen Menschenmassen eine Sehnsucht nach Sozialem, wogegen der t\u00e4gliche Anblick 1000er Unbekannter das Gef\u00fchl hinterl\u00e4\u00dft: Wie sch\u00f6n, da\u00df ich wenigstens in meinen vier W\u00e4nden allein und ungest\u00f6rt bin! Ich bin gespannt, ob in der dunklen Jahreszeit die Lust auf &#8222;Medien&#8220; wiederkommt.<\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, Arial;\"><span style=\"font-family: Arial,futura,helvetica;\">Dar\u00fcber habe ich mich etwas gewundert, und zwar deshalb, weil Du hier eine ganze H\u00e4lfte der Online-Welt unter die Tastatur fallen l\u00e4\u00dft. Die H\u00e4lfte, die \u00fcber das Generieren von Zeichen und Bildern hinaus geht, auch psychisch &#8222;richtige Erlebnisse&#8220; erlaubt\/vermittelt und lediglich in Sachen Physis farb- und leblos bleibt &#8211; woraus sich freilich wiederum lebhafte Verfremdungseffekte ziehen lassen. Die H\u00e4lfte, deren Existenz und Gewicht ich nicht zuletzt durch Deine Arbeiten erst richtig kennengelernt habe.<\/span><\/span><\/p>\n<p>Was ist denn das auf einmal f\u00fcr ein Gegensatz zwischen &#8222;Online-Welt&#8220; und &#8222;Richtiger Welt&#8220;, &#8222;Sozialem&#8220; und &#8222;Medien&#8220;? Deine Online-Freunde z.B. sind doch keine &#8222;generierten Zeichen und Bilder&#8220; oder virtuelle Traumgestalten, sondern ganz normale lebendige Menschen, blo\u00df anderswo. Wenn Du Sie einmal hast (und Du hast sie nicht, weil Du sie generiert h\u00e4ttest, sondern weil Du sie gefunden hast, oder sie Dich), geh\u00f6ren sie mit zum &#8222;Sozialen&#8220;, einem &#8222;Sozialen&#8220;, das allerdings komplexer ist als das Sozialgef\u00fcge eines Dorfplatzes, eines Kreuzberger Kiez oder der Wohnk\u00fcche von Gottesgabe.<\/p>\n<p>Dieser Komplexit\u00e4t wird man nicht Herr, indem man den Computer abstellt. Man reduziert die Zahl der genutzten Medien und damit der m\u00f6glichen sozialen Kontakte: Wenn ich auf das Auto verzichte, kann ich die Leute in der Wohnk\u00fcche im Nachbarort nicht mehr erreichen. Wenn mein Vater keinen Nerv hat, sein H\u00f6rger\u00e4t anzustellen, kommen wir auch am gleichen Tisch gegen\u00fcbersitzend nicht weit. Wenn ich drei Wochen Urlaub mache und weder meine e-Mail abrufe noch mich vorher ordnungsgem\u00e4\u00df bei meinen Mail-Partnern abmelde, erwartet mich am Ende des Urlaubs ein betr\u00e4chtlicher Kladderadatsch in meinem sozialen Gef\u00fcge, und der ist h\u00f6chst real und nix von virtuell.<\/p>\n<p>Die Frage ist nat\u00fcrlich, wieso ein Netzmensch \u00fcberhaupt den Wunsch versp\u00fcren sollte, die Kompexit\u00e4t seiner sozialen Beziehungen zu reduzieren &#8211; schlie\u00dflich halten Netze umso besser, je mehr Knoten sie haben. Es hat vielleicht etwas mit der wohlt\u00e4tigen Erfahrung von Einfachheit zu tun, die der Wechsel aus der Millionenstadt in das 150-Seelen-Dorf mit sich bringen mag. Und solange Du Deinen partiellen Verzicht auf Online-Kommunikation noch online mitteilst, besteht ja noch Hoffnung.;-)<\/p>\n<p>Liebe Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p>Michael<\/p>\n<p><a name=\"jan\"><\/a><br \/>\n<b>Stadtleben, Landleben<\/b>&#8230;<\/p>\n<p>Hallo Claudia,<\/p>\n<p>Ich mu\u00df zugeben, da\u00df mich das Thema sehr interssiert: Ein Mensch zieht aus der Stadt aufs Land. (Ich schreib mal klein weiter, dann bin ich schneller) ich lebe in essen seit meiner geburt und bin ein eingefleischter stadtmensch. ich kann mir ein leben auf dem land nicht vorstellen. zum einen, weil die landmenschen, die ich in meinem bisherigen leben kennengelernt habe, sich nicht wertbar von stadtmenschen unterschieden, zum anderen, weil ich die stadt liebe.<\/p>\n<p>wie, so frage ich mich, kann es sinn machen, sich aus der privatsph\u00e4re einer gro\u00dfen menge in eine kleine zu begeben, in der jeder jedem \u00fcber den gartenzaun schaut? hast du erfahrungen mit der toleranz auf dem land gemacht? alles, was ich bisher vom land mitbekam, ging gegen mein ungew\u00f6hnliches erscheinungsbild, gegen mein verhalten (soweit es nicht in erwartungen passte) und gegen mein wesen.<\/p>\n<p>hast du ein land kennengelernt, auf dem man tolerant ist? sicher legst du auf toleranz wert. habe ich zu viele vorurteile? du verwirrst mich.<\/p>\n<p>Gr\u00fc\u00dfe aus Essen.<br \/>\nJan Bojaryn.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ryn.de\/\" target=\"_top\" rel=\"noopener\">www.ryn.de (Text f\u00fcr alle)<\/a><\/p>\n<p><a name=\"mack\"><\/a><br \/>\n<b>Thema: zum 45., Landleben<\/b>&#8230;<\/p>\n<p>oh, m\u00f6gen es nochmal mindestens 45 weitere werden!<\/p>\n<p>Herzlichen Gl\u00fcckwunsch, so sagt man wohl:-).<\/p>\n<p>Ich sehe in Eure K\u00fcche, streife durch Dein Arbeitszimmer, frage mich, wer die Gitarre wohl spielen mag, die da so l\u00e4ssig rechts an der Wand lehnt und freue mich ganz einfach \u00fcber die Seiten, die Du da so freiz\u00fcgig ins Netz stellst.<\/p>\n<p>&#8222;St\u00e4dte, nicht D\u00f6rfer&#8220; werden auch auf D\u00f6rfern gebaut, nicht?<\/p>\n<p>Ich meine, Ihr baut, weit vom L\u00e4rm der Grosstadt entfernt, einen Ort, der -lichtdurchflutet- von der Einzig artigkeit jedes Einzelnen spricht, nein: singt; wenn ihm nur der Willen zu eigen ist, aus dem Gegebenen etwas Eignenes zu gestalten.<\/p>\n<p>Ist es die Langsamkeit der Schnecken, sind es die Polizisten oder die Ganoven, die Deine Texte w\u00fcrzen?<\/p>\n<p>Eher wohl Deine hemmungslose Freude \u00fcber das Neue, das Dir auf Schritt und Tritt entgegenlacht.<\/p>\n<p>Ich meine Dylan zu h\u00f6ren, st\u00f6bere ich in deinem Tagebuch:<\/p>\n<p>&#8222;how do&#8217;s it feel, to be on your own, (..) like a ro&#8217;ling Stone?&#8220;<\/p>\n<p>Gr\u00fc\u00dfe vom Land<\/p>\n<p>Ingo Mack<\/p>\n<p><a name=\"schuch\"><\/a><br \/>\n<b>Thema: Landleben<\/b>&#8230;<\/p>\n<p>liebe claudia klinger<\/p>\n<p>so sch\u00f6n,<br \/>\nwohin Du da geraten bist.<br \/>\ndie bilder Deines gartens<br \/>\nnoch sch\u00f6ner<br \/>\nkein westliches garten design<br \/>\nlet it grow<br \/>\ntake it easy<br \/>\nfragen beantwortet der garten selbst<br \/>\nkein g\u00e4rtner<br \/>\nich bin g\u00e4rtner<br \/>\nim realen leben<br \/>\nhier sind die<br \/>\ng\u00e4rten<br \/>\nleer so leer<br \/>\nfremde pflanzen ver\u00e4ngstigt<br \/>\nin kaltem boden ohne kreislauf<br \/>\nkeine mitte<br \/>\nkein kompost<br \/>\nnur ausgekratzte erde<br \/>\nohne einen wurm<br \/>\nder <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/digidiary\/goto.gif\" width=\"10\" height=\"10\" border=\"0\" \/>Wurmkosmos<br \/>\nist<br \/>\nein dunkles reich<br \/>\nproteinesisches netzwerk<br \/>\nlecker lecker<br \/>\nder mutige wok koch<br \/>\nfindet am ende<br \/>\nim spritzenden \u00f6l<br \/>\nknuspriges<br \/>\njetz&#8216; isset aber gut,<br \/>\nn\u00e4<\/p>\n<p>;-) Ingo Schuch<\/p>\n<p><b>Thema: Landleben<\/b>&#8230;<\/p>\n<p>Hallo,<\/p>\n<p>sch\u00f6ne Seiten, die Du da ins Netz gestellt hast, wirklich sch\u00f6n. In dieser hektischen Welt findet man dort wieder die Ruhe, um auch mal einen l\u00e4ngeren Text online zu lesen, ohne gleich nerv\u00f6s auf die Kosten-Uhr zu blicken.<\/p>\n<p>Ich habe jedoch auch einen Kritikpunkt, hoffe, Du bist mir deswegen nicht b\u00f6se. Es betrifft Deine Ansichten \u00fcber das Landleben. Ich wei\u00df ja nicht, ob das Land, das Du erlebt hast, diese Grundz\u00fcge tr\u00e4gt, jedoch bin ich mir sicher, da\u00df das nur eine Ausnahme ist. Ich wohne seit siebzehn Jahren hier in der N\u00e4he von Augsburg, also wirklich &#8222;mitten in der Pampa&#8220; und habe bisher noch keines Deiner im Web-Diary genannten Probleme erlebt, weder die &#8222;Kittelsch\u00fcrze von nebenan&#8220;, und auch keinen einzigen wirklichen Streit mit den Nachbarn.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich, wenn Menschen nebeneinander leben, mu\u00df man sich arrangieren, doch das ist in der Stadt doch nicht anders, oder hat sich das mittlerweile ge\u00e4ndert? Unsere Gesellschaft lebt doch von diesen Arrangements, von dem Kompromisse-finden. Und auch die Tatsache, von allen gekannt zu werden, beunruhigt nicht wirklich, im Gegenteil, es schafft eine einzigartige Atmosph\u00e4re, n\u00e4mlich das Gef\u00fchl, in etwas eingebunden zu sein, das gr\u00f6\u00dfer ist als jeder Einzelne. Dies war doch, wenn ich mich nicht irre, einer der Argumente des globalen Dorfes, da\u00df jeder einzelne Teil des gro\u00dfen Ganzen ist! Und ist das in der Gro\u00dfstadt m\u00f6glich??<\/p>\n<p>Trotzdem ist es nat\u00fcrlich nicht so, da\u00df die Intimsph\u00e4re gegen Null geht. Es ist hier genau wie in der Stadt: T\u00fcre zu und Au\u00dfenwelt bleibt drau\u00dfen. Doch auf dem Lande geht dies noch ein wenig weiter. Es gibt nicht die hellh\u00f6rigen W\u00e4nde, das Horchen an der Wasserleitung der neugierigen Alten \u00fcber mir, der Nachbar, der wegen meiner Musik nicht einschlafen kann. Auf dem Land &#8211; wobei diese Bezeichnung eigentlich auf wieder gef\u00e4hrlich verallgemeinernd ist &#8211; hat man da Gott sei Dank noch den Garten, der nicht nur als Schmuck dient, sondern, zusammen mit dem Zaun, auch in einer Weise Schutz bietet, die in der Stadt so gar nicht m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Aber nat\u00fcrlich ist es nicht so, als ob das Landleben der Himmel auf Erden ist, bestimmt nicht. Wer zum Beispiel am Abend irgend etwas unternehmen will, und aus irgendwelchen Gr\u00fcnden kein Auto zur Verf\u00fcgung hat, schaut im wahrsten Sinne des Wortes &#8222;in die R\u00f6hre&#8220;, da die Verkehrsanbindung \u00fcber \u00f6ffentliche Verkehrsmittel \u00e4u\u00dferst d\u00fcrftig ist. Auch die Infrastruktur l\u00e4\u00dft zu w\u00fcnschen \u00fcbrig, wir sind hier ein viertausend-Seelen-Dorf und haben noch nicht einmal einen eigenen Bahnhof, keine eigene Polizei, eine freiwillige Feuerwehr, die ankommt, wenn das Haus im Notfall abgebrannt ist etc. Doch auch daran gew\u00f6hnt man sich!<\/p>\n<p>Ich glaube, das alte Vorurteil von der geschw\u00e4tzigen kleinen Gemeinde, in der die Leute \u00fcber alles Bescheid wissen, ist \u00fcberholt. Im Gegensatz dazu steht die Realit\u00e4t, die ein ganz eigens Erlebnis ist, welches den meisten &#8222;Stadtmenschen&#8220; verwehrt bleiben wird. Ich hoffe, Du siehst diese Mail als das, was sie ist &#8211; eine positiv gemeinte Anmerkung zu einem im Web ver\u00f6ffentlichtem Artikel &#8211; wobei ich mich nat\u00fcrlich \u00fcber eine Antwort freuen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Sch\u00f6ne Gr\u00fc\u00dfe aus Bayern<br \/>\nTobias Schmidl<\/p>\n<p><b>Thema Geldmacke \/ Preisgestaltung \/ Landleben:<\/b><\/p>\n<p>Hallo Claudia<\/p>\n<p>Wenn Du Designerpreise verlangen w\u00fcrdest und den Aufschlag f\u00fcr \u00dcberzeugungst\u00e4ter, dann, ja <i>dann &#8211; w\u00fcrde der Traum zusammenbrechen. Keiner w\u00fcrde mich engagieren, keiner br\u00e4uchte mich mehr!<\/i><\/p>\n<p>Deine Arbeiten geh\u00f6ren mit zu den Besten, das ist unbestritten, doch wir wissen alle, die wir 40 sind (-&gt;UND IN DER GROSSSTADT LEBEN), da\u00df Das Beste nur gekauft (erkannt?) wird, wenn es auf den Auslagen mit dem Durchschnitt dargeboten wird und sich preislich nicht davon abhebt.<\/p>\n<p>Wenn wir heute in einen Zeitschriftenladen gehen, k\u00f6nnen wir erkennen, da\u00df eine andere Generation anderer Meinung sein mu\u00df. Es sieht so aus, als g\u00e4be es einen K\u00e4uferkreis mit der Maxime: Was gut ist, wird kosten. (Nebenbei: Gerade bei Ralf Segerts Sites assoziiere ich, da\u00df er dazu geeignet w\u00e4re, f\u00fcr die Tr\u00e4ger dieser Maxime zu publizieren.) <i>Aber dies sind die Kunden, die ich nicht will. Die denken, ich w\u00e4re zu kaufen.<\/i><\/p>\n<p>Wir mit 40 sind die Unbestechliche Generation.<\/p>\n<p>Man kann einen ganz deutlichen Unterschied erkennen, zwischen den 40 j\u00e4hrigen, die rebellieren ::UND IN DER GROSSSTADT LEBEN, (ganz besonders wenn sie vor 20 Jahren in die Gro\u00dfstadt gezogen sind.) und den 40 j\u00e4hrigen, die geworden sind, was unsere Eltern von uns erwartet haben (und zu Hause geblieben sind). Ich bin vor 7 Jahren <i>nach Hause<\/i> zur\u00fcckgekehrt. Ich konnte es nervlich einfach nicht mehr ertragen, f\u00fcr 3 (Mamma, Tochter und Babytochter) die H\u00e4ufchen auf dem Trottoir zu sichten und zu umschiffen.<\/p>\n<p>Hier treffe ich zuweilen Klassenkameradinnen wieder, inzwischen auch 40j\u00e4hrige Mammis. Sie tragen peppigere Frisuren als unsere M\u00fctter und sie sind allgemein nicht so grau. (Genauso wie die Generation vor uns, sind sie an ihre Zeit angepasst.) Doch wie damals dreht sich die Kleinstadt nur um die Kleinstadt. Was die macht und was der macht, was man macht und was das Kind macht. Was man gerne machen w\u00fcrde, was aber bl\u00f6d ist und was man dabei erlebt hat als man es fast versucht hat.<\/p>\n<p>Die Assoziation zwischen den beiden Bereichen (das Beste\/der Durchschnit und Gro\u00dfstadt\/Kleinstadtfrauen) war mir so stark, da\u00df mir erst Tage sp\u00e4ter auff\u00e4llt, da\u00df ich keine logische Verbindung sehen kann. Eher ist es so, da\u00df wir die Einstellung NICHT auffallen zu sollen in der Stadt und auf dem Land, als Nestfl\u00fcchter und als H\u00e4uslebauer gemeinsam haben.<\/p>\n<p>Du wirst jetzt mit den Umzugsvorbereitungen voll besch\u00e4ftigt sein. Du sagst\/schreibst\/denkst, Du hast nicht viel. Es k\u00f6nnte sein, da\u00df Du Dich gewundert hast, als Du mit packen angefangen hast. Doch es wird alles in den Umzugswagen passen und dann wirst Du Deinen Traum in Wirklichkeit erleben. Ich w\u00fcnsche Dir einen stresslosen Umzug und einen gesegneten Einstieg in Deinen neuen Lebensabschnitt.<\/p>\n<p>Gru\u00df<br \/>\nOskopia Kaleid<\/p>\n<p>Liebe Claudia,<\/p>\n<p><b> *** Die Geldmacke<\/b> &#8211; ein Generationenproblem&#8230;.<\/p>\n<p>Du hast die Gabe, Erfahrung auf den Punkt zu bringen, klar und kritisch und mit einer Portion eleganter Ironie auszudruecken:-) Toll!<\/p>\n<p>Das Geld-Problem kenn&#8216; ich auch, obwohl ich die 68er Jahre als 7jaehriger Pimpf wahrnahm und erst Ende der Siebziger die verkorsten Radikalen kennenlernte, die mir als die Adepten einer gerechteren Welt keine Haltung der Aufopferung mehr einreden konnten. Wie schade aber auch! *g*<\/p>\n<p>Wahrscheinlich ist die Geldmacke auch ein ureigenes pers\u00f6nliches Geschehen, das im Spannungsfeld zwischen Sensibilitaet, Angst und Lebensphilosophie unsere Kreativitaet herausfordert. Die gesellschaftlichen Konditionierung spielt dabei sicher ihre Rolle, aber Sie kann uns nur mentale Anhaltspunkte fuer ein besseres Verstaendnis unser eigenen Lage geben. Aus meiner Sicht ist sie nicht die maechtigste Ursache fuer die Geldmacke.<\/p>\n<p>Lieben Gruss,<br \/>\nRalph<\/p>\n<p>KriT-Journal<br \/>\nzum Thema <b>Umzug nach Gottesgabe<\/b> (Mai 99):<\/p>\n<p>Liebe Claudia,<\/p>\n<p>Du schreibst im diary: &#8230; Hinaustreten auf eine Wiese, wenn der Morgentau noch auf den Pflanzen liegt, wenn der Nebel noch nicht ganz verschwunden ist und die Luft so klar ist, wie der Geist nur sehr sehr selten! Wenn Du dann nur noch zur Arbeit an den PC zurueckkehren kannst ;-) Ich wuerde Dein perfektes design sehr vermissen.<\/p>\n<p>Viel Glueck beim Umzug und moege nicht allzuviel zu Bruch gehen! Das Haus ist ja mehr eine Philosophie als eine Wohnstatt und ich bin schon gespannt, wie es Dir dann ergeht, wenn Du so die Hypothenuse oder eine der Katheten entlangschlenderst. Man sollte sich mehr um die Grundrisse der Haeuser kuemmern, rechtecktig ist doch fad und rund erinnert zu sehr an Narrentuerme. Fuenfecke ans Pentagon &#8211; aber da sind wir ja schon wieder beim Thema Nr 1 ;-)<\/p>\n<p>Herzlichst<br \/>\nWS 8-})<\/p>\n<p><a name=\"andere\"><\/a>zum Thema <b>umgeben von Iditoten<\/b> (19.4.99):<\/p>\n<p>Und w\u00fcrde ich morgen oder nachher oder gleich, in zwei, drei Minuten diesem Planeten Aufnimmerwiedersehen sagen, woher will ich wissen, wie die wahrscheinlich endlose Musik aus Einzelstimmen weitergespielt wird? Bleibt da nicht doch noch ein kleines, gewisses Recht auf Zweifel?<\/p>\n<p>Angesichts all der unglaublich komplex strukturierten und mit- und-wegen einanderwirkenden Kleinigkeiten, die ein mehr oder weniger bewu\u00dftes und je nach Empfindungsf\u00e4higkeit skalierbares Leben auf diesem Planeten ausmachen? Es ist die reine Neugier, die noch unbebauten Fl\u00e4chen hinter der n\u00e4chsten Mauer zu erkunden.<\/p>\n<p><b>Die Anderen?<\/b><\/p>\n<p>Na und, wenn sie alles und jeden, selbst den selbstvergessendsten Idioten, der in einer Heil- und Pflegeanstalt \u00fcber einem selbstgemalten Buntstiftbild versunken br\u00fcten mag, beurteilen, sezieren, mit ihrem leeren Gew\u00e4sch auf K\u00e4uflichkeit und Marktwert absch\u00e4tzen, bestenfalls mit einem selbstzufriedenen Grinsen im Mundwinkel dann wieder zu ihren dicken Autos, wohlgef\u00fcllten Brieftaschen, Aktienpaketen, oder nur in den warmen Darm ihrer Vorgesetzten zurueckkehren, DIESE anderen interessieren NICHT.<\/p>\n<p><i>DIE ANDEREN tragen die falschen Klamotten und w\u00e4hlen die falsche Partei.<\/i><\/p>\n<p>Nur um den anderen einen Gegenpol zum \u00dcberleben zu liefern. Sie wissen es nicht, es spielt auch keine Rolle. Sie sind die dunklen Hinterh\u00f6fe und Slums einer Stadt, die ohne Untertanen noch nicht existieren kann. Sie spielen ihr Spiel. Doch die Stadt w\u00e4chst und gedeiht.<br \/>\nSie sind voller fertiger Urteile und nie wieder in der Lage, ihre eigens f\u00fcr sie aufgestellten Mauern einzurei\u00dfen oder auch nur zu umgehen. Sie erzeugen L\u00e4rm, der ihrem inneren leeren l\u00e4rmen entspricht und rei\u00dfen alle ohne eigenes Erleben mit hinab in ihren Strudel aus Ignoranz, Unf\u00e4higkeit und Hass. Ihre Sterblichkeit, ihre Versicherungen, ihr gesamtes Junkfoodscheinleben bildet einen schw\u00fclstigen Tellerrand, der den Stadtbewohnern vergeblich versuchen wird, den L\u00f6ffel abzunehmen. Ihr Schein hat das Sein vergessen und damit die Liebe zum bewu\u00dften Augenblick, wie die zur Zukunft. Sie leben in st\u00e4ndiger Vergangenheit; stetig erschaffen sie sich durch Nachplappern eine Welt, die so niemals wirklich existieren kann und haben dabei die F\u00e4higkeit zu leben verloren. Sie bestehen aus unn\u00fctzem L\u00e4rm, der schnell verklungen sein wird.<\/p>\n<p>Mit liedern aus Ha\u00df l\u00e4\u00dft sich nichts Neues erschaffen. Ha\u00df ist den Schweiss der Eedlen nicht wert und wird sie auch niemals \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Ingo Mack<\/p>\n<p><a name=\"materie\"><\/a>zum Thema <b>Schwere der Materie<\/b> (18.4.99):<\/p>\n<p>Hallo Claudia,<\/p>\n<p>ja, f\u00fcrchte sie, die Ehre der Materie! Sie n\u00f6tigt Dir so oder so Abneigung auf, denn der Mensch ist nie mit dem zufrieden, was er hat. Auch dann nicht, wenn er es selbst wollte. Am Anfang steht der Wunsch, am Ende Arbeit.<\/p>\n<p>Den Garten pflegen! Diese Art Materie lebt in der Tat &#8211; und wie. Kann mir das Moos im Rasen nicht eigentlich egal sein? Mit meinem Sohn kann ich auch auf Moos Fu\u00dfball spielen. Das Ergebnis bei Regenwetter ist allerdings Matsch. Und so plagt mich die Sorge um die richtige Sorte Regenw\u00fcrmer, die mir den Boden lockern helfen. Damit beispielsweise auch sch\u00f6ne Str\u00e4ucher wachsen, die mir Farbe in mein Leben bringen. Ja, richtig, die m\u00fc\u00dften auch mal wieder geschnitten werden. Ebenso wie die Buchenhecke, Heimat einiger Vogelnester der zweiten Brut. Einer dieser kleinen S\u00e4nger meint allerdings, er m\u00fcsse sein Nest partout im Blumentopf direkt neben der Terrassent\u00fcr bauen. Wie mache ich dem den Zusammenhang zwischen meinem Leben und der Tatsache klar, da\u00df seine Jungen unterern\u00e4hrt sein werden, weil er \u00f6fter beim F\u00fcttern gest\u00f6rt werden wird? Kommunikationsprobleme offline. Aber live.<\/p>\n<p>Die Freuden des gl\u00fccklichen Landmannes sind geradezu unbeschreiblich beim Ausr\u00e4umen des Kompostsilos, damit die Erdbeeren noch ein bi\u00dfchen dicker werden, w\u00e4hrend er eigentlich grade das n\u00e4chste Reisebuch vor dem inneren Auge hat. Ich will allerdings nicht verschweigen wie gro\u00df die Freude war, als der Rasenm\u00e4her nach der langen Winterpause ohne Murren einfach angesprungen ist.<\/p>\n<p>Den Staub der Stadtwohnungen kenne ich auch noch. Er ist grau bis schwarz. Der Vorteil des Landlebens besteht eindeutig darin, da\u00df er bei uns farbig ist. Gelb. Oder erdfarben. Letzteres vor allem durch massives Eingreifen lebendiger Materie, in ihrer spezifischen Konstellation Fabian genannt. Gelegentlich kommt sie auch in leicht abgewandelter Organisationsform, behaart und schnurrend, mit dem Namen Cleo daher.<\/p>\n<p>Klick und weg! Ich glaube, Dein Anliegen zu verstehen. Was Du so vornehm &#8222;Schwere der Materie nennst&#8220; artet bei mir nicht selten in deftige Fl\u00fcche aus. Und dennoch: Wieviel Freude w\u00fcrde uns fehlen ohne sie. Steuerbescheide, unbefriedigende Antworten auf Reklamationen, Angebote und Werbung, der Ballast verbla\u00dft vor der Anwesenheit dieses einen Lebenszeichens eines alten Freundes aus Afrika. Dort, wo er sich aufh\u00e4lt, ist noch niemand online. Pl\u00f6tzlich scheint mir Papier wertvoller als die mir so lieb gewordene Altpapiertonne. Es lebe die Materie! Sie ist Du, und sie ist ich.<\/p>\n<p>Viele Gruesse<br \/>\nKlaus Brandstetter<br \/>\n<a href=\"http:\/\/brandstetter.de\" target=\"_top\" rel=\"noopener\">AndererSites<\/a><\/p>\n<p><a name=\"arbeit\"><\/a>zum Thema <b>Selbst\u00e4ndig arbeiten<\/b>:<\/p>\n<p>Liebe Claudia,<\/p>\n<p>zuf\u00e4llig auf deine Seiten gesto\u00dfen, hab ich mich in deinem Diary festgelesen. Von <a href=\"https:\/\/www.claudia-klinger.de\/\" target=\"_new\" rel=\"noopener\">Works &amp; Words<\/a> aus wird meine Expedition auf deinen interessanten Seiten demn\u00e4chst sicher weitergehen.<\/p>\n<p>Ich wollte dir nur kurz zu deinen Gedanken am 2.4. schreiben, wo du \u00fcber die Zusammenh\u00e4nge zwischen Arbeiten und Leben schreibst. Ich kann das alles sehr gut nachvollziehen, habe aber das Gef\u00fchl, da\u00df du die Selbst\u00e4ndigkeit ein wenig zu sehr glorifizierst. Es ist sch\u00f6n, wenn du f\u00fcr DICH darin einen zufriedenstellenden Weg gefunden hast, aber das f\u00fcr die Allgemeinheit als erstrebenswert hinzustellen, halte ich f\u00fcr \u00e4u\u00dferst fragw\u00fcrdig. Du hast ja selbst erkannt, da\u00df das Freiberuflertum viel Eigeninitiative und Eigenverantwortlichkeit verlangt. Somit ist es f\u00fcr mich ein \u00e4u\u00dferst privilegiertes Arbeiten, denn ich glaube nicht, da\u00df man diese eigene Initative und Verantwortlichkeit allen Menschen abverlangen kann. Da\u00df es so etwas wie K\u00fcndigungsprozesse (also -fristen) gibt, hat schlie\u00dflich seinen guten Grund AUCH im Interesse der Arbeitnehmer. Und was soll so erstrebenswert daran sein, sich selbst zu versichern?<\/p>\n<p>Ich glaube auch nicht, da\u00df Projektarbeit generell machbar ist, so sehr ich selbst mich auch als Projektarbeiterin einsch\u00e4tze. &#8222;Sich je nach Laune zu mehr oder weniger Projekten zusammenschlie\u00dfen&#8220; w\u00e4re ja sch\u00f6n und recht, wenn da nicht tausend Kleinigkeiten und Sachzw\u00e4nge usw w\u00e4ren, die jeweils ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen. Nach Sekret\u00e4rinnen- und Datentypistinnenjob war ich einige Monate als freiberufliche Redakteurin t\u00e4tig und stehe im Moment am Anfang einer Umschulung zur Mediengestalterin. Nebenberuflich arbeite ich als Schriftsetzerin in einem kleinen, sich links zuordnendem Stadtmagazin, in dem niemand angestellt ist. Folge dort: 1\/3 der Leute ist GAR NICHT krankenversichert, rund die H\u00e4lfte zahlt keine Steuern (machen erst gar keine Steuererkl\u00e4rung), auch Leute, die schon jahrelang dabei sind, bekommen keinen h\u00f6heren Lohn usw. Alles in allem ziemlich schei\u00dfe.<\/p>\n<p>Inzwischen mu\u00dfte auch ich begreifen lernen: Es gibt viele Leute, die in einem Angestelltenjob stecken, den ich wegen der \u00d6dnis kein halbes Jahr ertragen w\u00fcrde, den die Betroffenen selbst aber als einigerma\u00dfen zufriedenstellend empfinden. Es gibt viele, die gar nicht &#8222;frei&#8220; arbeiten wollen. Und die, die es wollen, k\u00f6nnen es ja tun. Ich pers\u00f6nlich brauche wohl irgendwas dazwischen. So ganz mit freier Zeiteinteilung und nur von zuhause aus (teilweise mach ich das noch als Schreiberline) w\u00e4re nichts f\u00fcr mich &#8211; weil ich KollegInnen brauche. Menschen, denen auff\u00e4llt, wenn ich mal einen Tag nicht da bin. Menschen, die ich t\u00e4glich sehe.<\/p>\n<p>Die Fragen, die ich viel spannender finde bei den Zusammenh\u00e4ngen Leben und Arbeiten sind Fragen um Teilzeitarbeit, um das Aufteilen zwischen gewinnorientierter und sozialer Arbeit, um geschlechterspezifisches Arbeiten und generell um eine gerechtere Verteilung der Arbeit. Da gibt es noch unheimlich viel zu tun, und es wird noch viel Umdenken n\u00f6tig sein.<\/p>\n<p>Ansonsten weiterhin viel Spa\u00df bei der Arbeit ;-),<br \/>\nliebe Gr\u00fcsse<br \/>\nAnja<br \/>\n<a name=\"15_03\"><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #006699; font-family: courier;\">zum 15:03:99, <b>Helfen<\/b><\/span><\/p>\n<p>Verehrte Claudia,<\/p>\n<p>Hilfe ist m\u00f6glich wenn denken nicht die Tat verstellt. Sehen was zu tun ist, handeln! Der Helfer kann auch ein k\u00f6rperloses Wesen sein, das gar nicht wei\u00df, da\u00df es hilfreich ist. Hilfe vollzieht sich nicht nur im Beheben eines Beinbruches. Diese Unterst\u00fctzung, Hilfe genannt, ist auch eine Art von Resonanz, die, wenn sie ihre Wirkung entfaltet, wirken kann. Schwingungs\u00fcbertragung bewirkt mitunter dort, wo sie hin gelangen kann, erfolgreich die notwendige Bewegung, ohne die alles erstarrte bald stirbt.<\/p>\n<p>:-)<br \/>\nbyby_Ingo<br \/>\n&#8211; &#8211; &#8211;<\/p>\n<p>Liebe Claudia Klinger,<\/p>\n<p>das ist ein sehr interessantes und kompliziertes Thema: Das &#8222;Helfen&#8220;, wor\u00fcber Du k\u00fcrzlich geschrieben hast. Ich finde, Du hast einige wichtige Ideen angesprochen, die auch mir vor einiger Zeit durch den Kopf gegangen sind.<\/p>\n<p>Woher soll man denn wissen, ob jemand, der einem anderen hilft, dies nicht aus irgendwelchen neurotischen Motiven tut (wie es einige Psychologen sagen &#8211; ich bin aber keiner). Das hab ich mich oft gefragt und noch immer keine Antwort gefunden!<\/p>\n<p>Aber vielleicht sollte man hier nicht alzu tief eindringen, und einfach mal helfen, wenn es ben\u00f6tigt wird. Ob dann Eitelkeit und Stolz im Spiel sind, ist dann gar nicht so wichtig. Ich meine, es ist ja nicht so wichtig, da\u00df diese sch\u00f6nen Rettungsschwimmerinnen aus der Baywatch Filmserie (wie Pamela Anderson &#8211; na ja eigentlich nicht meine Traumfrau) eitel in ihren engen Bikinis herumstolzieren; sondern wichtig ist, da\u00df sie den verungl\u00fcckten Surfern, dort im gro\u00dfen Ozean, eine helfende Hand geben.<\/p>\n<p>Vielleicht sollten sie dann auch irgendwann meditieren, um diese Eitelkeitskanten wegzuschleifen oder sie einfach von selbst verschwinden zu lassen! Aber dann eher in ihrer Freizeit, denn wenn die Sonne scheint &#8211; sind viele Surfer unterwegs!&#8230;<\/p>\n<p>Lieber Gru\u00df<br \/>\nRobert Gabriel<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>zu: 08:12:99 Im gr\u00fcnen Bereich hi, gelangweilte goettin :) Was sind eigentlich die Ereignisse unserer Tage? Erlebte Erinnerung? Wiedergefundene Antworten auf Fragen, die wir nie zu stellen wagten und deren Inhalt der Gattung Mensch doch schon immer klar vor Augen stand? Das Leben ist eine Baustelle, keine Frage. 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