Claudia am 10. Juni 2020 — 17 Kommentare

Facebook wird immer überflüssiger

Heute bin ich zum ersten Mal auf Facebook „blockiert“ worden. Nicht ganz, nicht das Profil und es ist auch keine Sperrung auf Zeit. Ich kann nur keine Links zu meinem Gartenblog mehr posten. Angeblich verstoßen diese Artikel (ALLE vom Gartenblog!) gegen die Gemeinschaftsstandards von Facebook.

Die ganze Geschichte mit den entsprechenden FB-Meldungen, meinen Versuchen eines Workarounds und die Reaktionen darauf lest Ihr – wenns interessiert – im Webwriting Magazin:

Facebook blockiert Gartenblog – wie absurd ist DAS denn?

Offenbar wollen sie, dass ich für das Posten der Gartenblogartikel zahle, denn punktgenau nach meinen Aktivitäten kam das Angebot eines „Rabatts“ für das „Bewerben“ der Blogartikel. Damit verliert die FB-Seite „Wildesgartenblog“ den Sinn, dort über neue Beiträge auf eben diesem Blog zu informieren. Nicht mal die Erwähnung in persönlichen Nachrichten gestatten sie, wie ich bei der Gelegenheit auch bemerkt habe. Schon krass!

Ein Glück, dass ich mich nie von Facebook abhängig gemacht habe! Dass ich die Seiten überhaupt noch habe, liegt eigentlich nur daran, dass da ein paar Leute sind, die ich „online“ schon lange kenne – ab und an schaue ich, was sie so machen, aber eher selten. Die Löschung rückt jetzt deutlich näher…

Diskussion

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17 Kommentare zu „Facebook wird immer überflüssiger“.

  1. Der Zufall will es, dass ich diese Woche auch schon wegen Facebook den Kopf geschüttelt habe. Nutzte zum ersten Mal die Funktion „Deine Story“ und bin erstaunt über die billige und eingeschränkte Funktionalität, die mich an Websites von Amateuren zu Beginn ihrer Lernphase erinnert.

    Quo vadis Facebook?

  2. Dir gehört Facebook nicht und du durftest es Jahre „kostenlos“ ohne eine Gebühr zu zahlen, nutzen. Freue dich doch, dass du jahrelang Werbung für deine Blogs machen konntest. Jetzt kostet das eben.

  3. @Heike:

    Wenn dem grundsätzlich so wäre (ich kann ja nur vermuten!), müssten sie es klar kommunizieren – DANN wäre das in Ordnung!
    Ist es aber nicht, sondern ich bekomme Meldungen mit diesem Text beim Versuch, per Shariff-Plugin einen Beitrag zu teilen:

    „Diese Nachricht konnte nicht gesendet werden, da sie Inhalte enthält, die anderre als missbräuchlich gemeldet haben.“

    Und das zu einem Artikel über eine kleine Kiefer im Gartenblog!
    Es ist wohlgemerkt ein Hobbyblog, keine kommerzielle Seite. Dafür bezahlte Werbung auf FB zu machen, ist komplett unsinnig. Wenn sie meinen, zu wenig Geld einzunehmen, sollen sie halt Mitgliedsbeiträge erheben – auch das wäre ok. Aber diese hinterhältige Art, mit Beschuldigungen zu kommen, ist ja wohl voll daneben!

  4. @Claudia
    vielleicht hast du die geänderten/neuen AGBs nicht gelesen? Ich lese die nie, mir viel zu viel Text.

    Es könnte sein, dass FB nicht will das über ein fremdes Plugin geteilt wird, hast du es mal ohne Plugin per Hand eingestellt?

  5. @Heike: ja, habe ich – und weitere Versuche mit Workarounds gemacht. Steht alles im verlinkten Artikel
    Facebook blockiert Gartenblog – wie absurd ist DAS denn?

  6. Hallo!

    Wir sollten uns so etwas von FB einfach nicht bieten lassen!

    Und wir sollten deshalb mal eine Onlinepetition machen!

  7. @Heiko: Wenn du ein bisschen rumgoogelst, findest du unzählige Fälle, bei denen FB genau SO agiert – und sogar Rechtsanwälte, die Betroffene vertreten und es auf dem Rechtsweg versuchen.
    Ich sehe keinen Sinn darin, gegen den Giganten zu kämpfen – mangels Aussicht auf Erfolg. Die haben schon so viele Beschwerden ignoriert und reagieren allenfalls mal auf Interventionen der Politik, aber auch das nur verhalten und mangelhaft.
    Ich werde meine „Seiten“ löschen und sämtliche „Teilen-Buttons“ für FB entfernen.

  8. Hallo!

    @Claudia Ja, eigentlich sollten wir es alle so machen wie der Horst!
    Der hat ja auch allen gekündigt.

    Wir als 68er kennen das ja noch: „macht kaputt, was euch kaputt macht!“

  9. @heiko
    vielleicht sollte man das wirklich mal tun, wenn ganz viele eine ausführliche Mail zu FB schicken, quasi kündigen und genau beschreiben was einem missfälllt!!!

  10. Onlinepetition? Soll das ein Witz sein? Das ist denen doch egal. Kündigen, Löschen, was nur geht und weg. Ich habe die Faszination von Facebook (und anderen der asozialen Netzwerke) sowieso nie verstanden. Als es aufkam habe ich überlegt, mich aber irgendwie nie und nirgendwo angemeldet – heute bin ich froh darüber! Auch wenn ich dann aussehe, als ob ich aus der Steinzeit komme…

  11. Hallo Claudia,

    so eine Sperrung ist komplett absurd.

    ich bin auch so gespalten, was Facebook angeht. Hatte auch mal eine Periode, wo ich ähnliche Fehlermeldungen bekam wie du jetzt. Das hörte dann wieder auf, weiß nicht warum.

    Meine Spaltung: FB bringt mir eine Menge Visits, diese aber nur von geringer Qualität (die Verweildauer ist zum Lesen philosophischer Texte – oder auch Waschzettel – zu kurz). Außerfem geht es mir wie dir: Ich fände es schon schade, wenn die paar Leute dort, die doch mehr mit den Inhalten machen, diese Inhalte nicht mehr sehen könnten.

    Dann wieder ist es so offensichtlich, wie FB in seiner Geldgier den Populisten dieser Welt hilft, die Demokratie anzugreifen, dass ich denke, wir sollten FB schon aus diesem Grund boykottieren.

    Was ich mich frage: Warum fällt es uns so schwer, eine so offensichtlich richtige Entscheidung zu treffen?

  12. @Gilbert: eine gute Frage! Ich hab noch nichts gelöscht, vorgeblich, um zu schauen, ob es in 3 Wochen immer noch so ist… aber es fällt tatsächlich schwer, zu löschen. Wobei ich nicht mal nennenswert Besucher von FB bekomme, die beiden für Blogs geschaffene „Seiten“ nicht wirklich pflege und nur alle paar Wochen überhaupt mal rein schaue! (Mein Eindruck ist, dass sich die Leute dort nur schwer „weglocken“ lassen – ganz anders als auf Twitter).

    Dennoch: die Accounts meiner Schwestern, alte Bekannter aus der Jugendzeit und später, Online-Bekannte aus den 90gern, die „in FB gestrandet“ sind und sonst nichts mehr machen – es ist nicht leicht, sich einfach „von ihnen allen abzuschneiden“, diese mehrheitlich sehr „losen“ Verbindungen zu kappen.
    Mit meinen Schwestern maile/telefoniere ich zwar auch, aber auf FB kann ich kontaktlos „einfach mal gucken“….
    Ja, genau – ich denke, das ist es: einfach mal schauen, ohne explizit Kontakt aufnehmen zu müssen! Denn – eigentlich – hab‘ ich ja diesen losen Bekannten nichts „Wichtiges“ zu sagen, was eine Mail rechtfertigen würde – so lasse ich gelegentlich ein „like“ da, eine Art Lebenszeichen.

    Mein Profil werde ich wohl nicht löschen, aber die Seiten, bald. :-)

  13. Ja, in deiner Beschreibung erkenne ich mich wieder.

    Zum Nicht-weglocken-Lassen: Das ist das, was FB sehr erfolgreich in die Menschen hineinbekommen hat und was ich sehr beklage: Das Verwechseln von Internet und FB. Leute glauben, dass das identisch sei – oder verhalten sich zumindest so. Im Interview mit der Hohen Luft hatte ich das so zusammengefasst:

    „Facebook ist beispielsweise so angelegt, dass Nutzer diese Blase gar nicht mehr verlassen müssen. Sie bekommen das Gefühl, dass dort alles verfügbar ist, was für sie zählt. Sie werden abgeschirmt von wirklichen Diskursen und finden sich wieder zwischen Kätzchen und Baby-Fotos, mit denen man sich ohne Zweifel die Zeit vertreiben kann. Facebook versucht Chat-Funktionen, Videos, Musik, Games, E-Commerce und alles, was man sonst so im Internet findet, zu vereinen, damit der Nutzer die Blase nicht verlassen muss. Mich verblüfft, dass wir immer wieder Technologien entwickeln, die überaus kollaborativ und kreativ sein können, aber am Ende schaffen wir es doch, die große Mehrzahl der Nutzer in ihrer Rolle als Konsumenten festzuschnallen. Das Rhizom, das horizontale, untergründige Geflecht ohne Hierarchien, als das wir das Netz in den 90er Jahren noch gefeiert haben, verholzt zusehends und vertikalisiert sich. Es ist also weniger eine große Gefahr, die ich sehe, als das Vertun, einer großen Chance.“

  14. Noch ein kleiner Nachtrag, falls es weiterhin schwer fallen sollte, die richtigen Entscheidungen zu treffen: Nun berichtet die New York Times noch, dass Facebook durch die Freundschaft von Zuckerberg mit den Trumps so eine Art inoffiziellen Nichtangriffspakt mit der US-Regierung geschlossen hat. Das äußert sich z.B. darin, dass Trump auf Facebook auch Dinge sagen kann, für die er bei Twitter abgemahnt wird. Für Facebook hat das den Vorteil, dass die US-Regierung keine ernsthaften Untersuchungen in die Monopolstellung von Facebook unternimmt, wie sie es z.B. gegen Google und Amazon tun. Man list, dass FB das Silicon Valley Unternehmen sei, dass sich opportunistisch ganz klar rechts verortet. Der ganze Text hier: https://www.nytimes.com/2020/06/21/business/media/facebook-donald-trump-mark-zuckerberg.html

  15. @Gilbert: da steht:
    „Last Nov. 20, NBC News broke the news that Mark Zuckerberg, Donald Trump and a Facebook board member, Peter Thiel, had dined together at the White House the previous month. “
    Das ist also eine Zeit lang her und mehr als den Rückzug auf die alte Position der Plattformen (neutral, nur Bote…) ist daraus nicht wirklich zu entnehmen. Dass FB „rechts“ sei, halte ich für Propaganda der Demokraten. Dafür gibt es ansonsten keinerlei Anzeichen oder Belege. Zuckerberg würde mit JEDEM essen, um FB vor unangenehmen Regulierungen zu bewahren.

    Und vor allem:
    19.6.: Facebook löscht Wahlanzeige von Trumps Team
    https://www.tagesschau.de/ausland/trump-facebook-107.html

    Facebook und Twitter gehen gegen Trump-Postings vor
    https://www.tagesschau.de/ausland/trump-facebook-107.html

  16. Hast du die Passage gelesen, in der White House Insider berichten, dass sich alle großen Plattformen wie Amazon, Twitter, Google mit heftigen Ermittlungen durch Trumps Regierung konfrontiert sehen, nur bei Facebook mache man damit nicht Ernst? Das meine ich mit einem Nichtangriffspakt. Dass solch ein Pakt im November 19 geschlossen und im Juli 20 noch Bestand hat, ist ja für die Beteiligten zu hoffen (wenn auch bei Trump nicht selbstverständlich).

    Und dass man, um das Bild in der Öffentlichkeit zu wahren und v.a. bei FB intern die Leute bei Laune zu halten, kosmetisch den größten Mist kritisiert und auch mal etwas entfernt (zumal Nazi-Symbole!!!), gehört natürlich dazu und wird im Artikel gut erklärt.

    Aber ich will mir die Sicht gar nicht zu eigen machen, fand es nur einen interessanten Artikel eines der seriösen Blätter. Die Recherche dazu kann ich natürlich weder kritisieren, noch verteidigen, denn ich bin nur Leser und die Journalisten machen hoffentlich einen guten Job. Bei seriösen Blättern gebe ich da immer erst einmal „Benefit of the Doubt“. Eine Prise „Ideologie“ abzuziehen, ist heutzutage imer eine gute Idee.

  17. @Gilbert: ich kritisiere nicht, dass du den Beitrag hier erwähnt hast – im Gegenteil, solche Infos finde ich interessant!
    Letztlich bewertet man das dann auf dem jeweils eigenen Erfahrungshintergrund, was auch sonst.
    Meine Löschüberlegung ist egozentrischer: Wenn mich FB meine Blogs nicht verlinken lässt, wozu dann dort eine Seite?

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