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Leserdiskussion:

Jeder weiß, was gemeint ist, wenn man vom REAL LIFE spricht. Aber was ist Virtualität? Was ist diese Welt hinter den Monitoren?
Ingo Mack eröffnet das Thema mit einem großen Einstiegsbeitrag. Und jetzt seid Ihr dran! I

Was ist Virtualität?

 ____ Was Virtualität ist ? - Ein Begriff, der im normalen Sprachumgang recht selten ist, sieht man von Expertendialogen einmal ab, bei denen sogenannte Insiderworte zum guten Ton gehören mögen, um als Gleicher unter Gleichen aktzeptiert zu werden. Ich versuche im folgenden, mir vorzustellen, ich wäre ein Experte für's Virtuelle (und schicke voraus, daß ich keiner bin - allerdings ist dies kein Flehen um Verständnis, sondern eher eine Relativierung des anschließend Behaupteten :-))

Begriffe prägen die mit den normalen Sinnen wahrnehmbare Umwelt. Zumindest, wenn wir Anderen, die den gleichen Umweltbedingungen unterliegen, irgendeine Meinungsäußerung zukommen lassen wollen, um in einen Dialog/Austausch zu treten. Also brauchen wir für alles, was wir benennen wollen, einen Begriff, einen Ausdruck.

Im herkömmlichen Umgang von Angesicht zu Angesicht, real mit allen sichtbaren Ausdrucksmitteln (Körpersprache etc.) versehen, ist es relativ leicht, innerhalb einer bestimmten Gesellschaft - die geprägt ist durch Jahrhunderte währende Normierung - die Regeln der Kommunikation zu beherrschen.

Bei der Virtualität fehlt nun ein wesentlicher Bestandteil der gewohnten Kommunikation. Hier gelten etwas andere Regeln, obwohl selbstverständlich der Wortsinn im Sinne des Wortes buchstäblich erhalten bleibt. Er muß allerdings dem Verstand mittels eines "virtuelllen" Dolmetschers in verstehbaren Dialog übersetzt werden. Hier fehlen nun die ganzen in der realen Welt existierenden Masse, Werte, Gewichte, - wie auch immer - schlicht das kleinste gemeinsame Vielfache, auf das wir uns - bedingt durch den Überlebenskampf - in der Realität täglich aufs Neue einigen müssen, um nicht unterzugehen.

Virtuell =spirituell??

Leicht lassen sich Paralellen finden. Viele Religionen gehen von einem sogenannten "Gott" außerhalb des "Ich" aus, der die Suche nach "ihm" als alleiniges Lebensziel verlangt. (hier überlasse ich es gern den jeweiligen Theologen,sich dazu weiterführende Gedanken zu machen.)

Wenn ich mich nun in die Datenwelt des WWW einlogge, bin ich auf Verstehen von "virtuelll" vermittelten Geistesinhalten anderer angewiesen. Egal, ob ich nun nur Bilder betrachte, oder ob ich mich mit Texten auseinandersetze, immer muß ich, um verstehen zu können, einen indirekten Dialog mit dem Medium Bildschirm führen.

Beim Erstellen meiner Homepage bin ich alleiniger Herr über alles, was dort an Inhalt vermittelt wird. Nichts geschieht ohne meinen vorherigen mit Tastaturbefehlen ausgedrückten Willen. Auch eine Art "Allmacht":-)! Ich kann, wenn ich will, das komplette Gebäude auf meiner Homepage bis zum letzten Byte auslöschen.

Ein wesentliches Merkmal der Virtualität: Beliebigkeit bis zur restlosen Nichtexistenz. Virtuell möglicher Selbstmord also, der keinen körperlichen Schaden (wenn man nicht der Online-Sucht verfallen ist) verursachen kann. Auch ein wesentlicher Bestandteil.

Wie schwer fällt es wohl dem normalen Online-Chatter, eben jene so oft lesbaren Unflätigkeiten einer real gegenüberstehenden Person direkt ins Gesicht zu sagen? Ich behaupte, aufgrund der Beliebigkeit des virtuellen Charakters werden von Vielen die eigenen verbalen Grenzen im "Online- Zustand", speziell im Chat, mit Genuß ins Unendliche erweitert. Als Virtueller Charakter muß man ja keinen körperlichen Schaden befürchtet.

Diese 'niederen Beweggründe' , dieses von vielen Onlinern, die mehr als dummes Gesülze oder eitle Selbstdarstellung im Zustand der Virtualität suchen, oftmals lauthals geäußerte Verlangen nach "Inhalt" bilden einen groben Klotz am Bein einer Entwicklung einer virtuelll ohne Dolmetscher erlebbaren Wirklichkeit.

Wahrscheinlich muß man das Pferd von einer ganz anderen Richtung her aufzäumen, um hier Klarheit zu erhalten. Was sind denn die Ursachen der Entstehung einer virtuellen Welt? Wer und vor allem welche wie konditionierten Persönlichkeiten betreten und bewohnen sie?

Wenn ich die deutschsprachigen WWW-Seiten (auf die ich mich hier beschränke), in meine eigene virtuell angeeignete Sprache übersetze, sehe ich des öfteren, wie die real existierenden Schwierigkeiten (z.B. Kontaktarmut, Vereinsamung, nichts mit sich selber anfangen können, verantwortungslose Lebenswirklichkeit) innerhalb dieser Gesellschaft gnadenlos geoffenbart werden.

Die Ursachenforschung dazu kann jeder interessierte Leser in jedem Gespräch mit praktizierenden Psychologen selbst nachvollziehen, hier will ich nicht weiter auf gesellschaftliche Fehlentwicklungen eingehen,da dies außerhalb meiner Möglichkeiten liegt:-).

Eigentlich ist die Entwicklung der Virtualität schon etwas älter. Ich führe als Beispiel die Print/Radio/TV-Medien an. Nur besteht da der wesentliche Unterschied zur Internet-Virtualität in der innaktiven Konsumentenhaltung der Nutzer. Eine Grauzone bilden TV-Shows,bei denen Zuschaür durch "TED"-Anrufe oder ähnliches Pseudo-Teilnehmen in die Virtuallität integriert werden sollen. Hier kann ich allerdings nur von eher dümmlichen Billigproduktionen sprechen, die nichts Sinnvolles zum Thema bieten.

Eine etwas andere Grauzone: Radio-Disskussionsrunden mit Zuhörerbeteiligung.

Auch hier ist ein unpersönliches Medium zu finden, körperlos, vermittelt durch elektronische Wellen, allerdings ist im Tonfall schon eher ein Bestandteil der althergebrachten Normen als Hilfserkennungsinstrument gegeben. Die eigentliche Virtualität kann dies allerdings nicht sein, da bei beiden Grauthemen-Bereichen durch die unmittelbare "ON AIR"-Antwortmöglichkeit sehr wohl ein "Gesicht" verloren werden kann. Wobei den Handelnden keine wechselnde Stimmidentität zur Verfügung steht, was im Cyberbereich nicht zu kontrollieren ist. (es sei denn, ein Anwender ist Experte im Syntax-Verständniss; allerdings werden wohl nur sehr wenige dazu in der Lage sein:-).

Virtualität und Vertrauen

Ich behaupte: Es kann unter virtuellen Bedingungen kein endgültiges Vertrauen bestehen. Woher sollte ich denn wissen auf welcher Gegenstation meine Daten ankommen, ausgewertet und beantwortet (oder auch nicht beantwortet) werden?
Weiter:
Es ist denkbar, daß das ganze sogenannte WWW sich auf einem einzigen Rechner befindet. Es ist denkbar, daß meine Telefonleitung jedesmal, wenn mein Rechner einloggt, auf einen "Sonderkanal", der von Experten aller möglichen Sparten rund um die Uhr bewacht wird, umschaltet. Ein grausiger Gedanke!
Ein wesentlicher Bestandteil meiner Virtualität. Andererseits auch wesentlicher Bestandteil von Antrieb in einem archaischen Überlebenswillen, der für mich den Reiz der Virtualität ausmacht.

Soweit zunächst meine bescheidenen Gedanken zum Thema. Ich erhebe hier keinerlei Anspruch auf Expertenwissen.

;-) Gruß Ingo Mack

--tdw,15.1.1997-- Ingos literarische Homepage




Was Virtualität ist: Funktionalität
Der virtuelle Speicher meines PCs ist garkein Speicher. Er ist ein Stück meiner Festplatte, die als Speicher benutzt wird. Der reale Speicherbaustein wird ersetzt, durch etwas nicht real damit identisches, das lediglich einige wichtige Aspekte der F! unktion des realen Speichers vollführt

Also etwas, das nicht real stattfindet oder vorhanden ist, sondern nur in zentralen Aspekten seiner Funktion gegeben ist, das ist virtuell. Ein Gespräch zwischen Menschen ist dann virtuell, wenn das Gespraech dadurch zustandekommt, daß die Menschen nur die für sie gerade wichtigsten Aspekte des Gespräches realisieren und damit etwas veranstalten, das wie ein Gespäch funktioniert, z.B. am Telefon.

Was Funktion ist: Alles

Die Rede von Virtualität erregt den Anschein, es müßte den "nur" aspekthaft realisierten Dinge auch noch etwas "Reales" entgegenzusetzen sein, das in all seinen Aspekten vorhanden ist. Aber wer mag das auch nur von einer einzigen Sache behaupten und diese Behauptung durch eine entsprechende vollständige Beschreibung einlösen? Und vor allem: Wer braucht das? Schließlich legen wir uns im Umgang mit der Welt immer auf nur bestimmte Aspekte einer Sache fest, und alle anderen Aspekte sind uns dabei zunächst einmal gleichgültig.

BananeEine Banane ist für uns eine Banane, und die Frage, was die Banane ist, hängt eben davon ab, als was sie für uns gerade funktioniert: Nahrungsmittel, Tierfutter, Spielzeugpistole, Kunstobjekt, Stolperfalle, Nährsubstrat für Drosophila- Fliegen, Kapitalanlage, Symbol der Ausbeutung der Dritten Welt ...

Für unser Leben ist es wichtig, daß die Dinge, mit denen wir uns umgeben so für uns funktionieren, wie wir sie gerade brauchen, und wir sind sehr ökonomisch darin, auch jeweils nur die dabei wichtigen Aspekte der Dinge als wahr zu nehmen. Von allem, was virtuell ist, können wir also sagen, daß es eingeschränkt ist auf die Aspekte seiner Funktion, die wir Ihm gegeben haben. Die Banane in einer 3D-Simulation ist nicht "wirklicher" oder "unwirklicher" als die Banane auf dem Wochenmarkt. Ich kann Sie nur nicht essen, aber das kann ich auch nicht mit einer Spielzeugpistole. Da muß ich sie wohl erst wieder in eine Eß-Banane zurückverwandeln.

Georg Sommer

 ____ Hallo Georg   :-)

Banane:

Dieser der von mir gerade "virtuell" er"lebte" Begriff, den ich mittels irrealem Datenstrom bestehend aus 0 und 1 gerade auf die Platte meines Rechners gebannt habe, anschließend wieder über eine Datenleitung als immaterielle Information per Tastenbefehl an den Drucker weitergab, dieser Deinen Beitrag wieder in verstehbare, lesbare Zeichen, die ich irgentwann mal virtuell (?) über den Umweg realer Lehrer und ausführlicher durch lesen einiger Bücher, die auch wiederum nichts weiter darstellen als Transportmittel von immateriellen Gedankengängen der jeweiligen Autoren, gelesen habe, umsetzte und den ich nun schwarz auf weiß real auf DinA4 vorliegen habe, ist auch ein wesentlicher Bestandteil von denkbarer Virtualität.

Uff!   ;-)

kurz: die Partner am jeweiligen Datenstrom-Ende müssen über die selben, oder zumindest ueber ähnliche "Übersetzungs"-mittel verfügen.

Weiter:

Banane:
a) eßbar, wenn real
b) Virtuell eßbar, wenn irreal
   (genießbar per Gedankengebiß,Nahrung für Neuronen)
c) leicht verderblich, Zeitabhängiges Nahrungsmittel 
d) Anbau in anderen Kulturkreisen, eher südliche Frucht
e) angewiesen auf reale Transportmittel
   e.1)Transportkarton/kiste
   e.2)Transportmittel für Kiste (Schiff/Flugzeug/Lastwagen)
   e.3)Transportunternehmen (und auslösendes Element
        - das nichtreale/immaterielle Streben nach Gewinn/
	Lebensunterhaltssicherung des Transporteurs/
	der Zwischenhändler der Endverteiler
   e.4) der Verbraucher/Empfänger der Banane (Botschaft)
   e.4.1.) die Nachfrage/Mangelzustand.
f) um dieses zu gewährleisten sind neben vielen anderen
   Bedingungen auch Sicherungsmaßnamen notwendig, die einen
   geregelten Transport  ermöglichen.
   (Räuber und Banditen auf Handelswegen :-))
g) Die Banane selbst als Transportmittel:
   g.1) Vitamine, Ballststoffe, Mineralsalze etc.
   g.2) Statussymbol
   g.3) Symbol für Satirische (Virtuelle) Betrachtungen
	g.3.1)Stücke ueber die Grenzöffnung 1989
	g.3.2) anhand gewisser äußerer Merkmale (schmal/länglich)
	       Stoff für anrüchige (?) Anekdoten.
	       g.3.2.1) in diesem Bereich ist eine 
			gesellschaftliche (immaterielle)
			Übereinkunft über Sinn-Gehalt notwendig, 
			um Botschaften an den jeweiligen 
			Empfängerstationen in (verdaulichen) 
			Humor etc. zu übersetzen.
h) Banane als Begriff
   h.1) "alles Banane", kann heißen: alles in Ordnung.
   h.2) bei Verzehr von Bananen fällt auch unverdauliches/
	Verpackung hier: Bananenschalen an, wiederum bestens 
	geeignet für z.B.: Punkt g.3)...
e) Spielzeug "Virtuelle Idee" der Banane/Spielzeugwaffe:
	Frage: Wer gibt schon einem Kleinkind
	       eine scharf geladene Waffe, entsichert, 
	       zum Spielen?

gruss Ingo
--tdw--


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Es wäre schön, wenn Ihr die Texte bereits korrigiert einreichen würdet, bitte OHNE UMGESCHRIEBENE UMLAUTE - schreibt lieber ä ö ü - was da 'rüberkommt, kann ein Hilfsprogramm umwandeln, die Umschreibung muß ich von HAND korrigieren! Und es erleichtert die Arbeit, wenn alle ihre Texte in der gewöhnlichen althergebrachten Rechtschreibung oder in der jetzt beschlossenen reformierten Rechtschreibung einsenden...

Lies auch "Was ist Wirklichkeit? - Teil 1"und Teil 2