Thema: Zeitgeist

Claudia am 25. August 2018 — 11 Kommentare

Aus der Blogpause rein in die Empörung

Es gäbe ja so viel zu bloggen, doch irgendwie bin ich in den letzten Wochen nicht dazu gekommen. Nicht, dass es an Zeit gemangelt hätte, viel zu oft versacke ich in der Freizeit vor der Mediathek, wenn ich nicht grade im Garten die anhaltende Dürre bekämpfe. Im Gartenblog ist immerhin ein „Gartengeplauder über Tomaten, Beete und die kleingärtnerische Nutzung“ erschienen und heute hab‘ ich mal wieder gegen die Verunsicherung rund ums Verlinken angeschrieben. Ist schon gruslig, wie das zunehmend enger werdende gesetzliche Regelwerk Bloggern die Lust am Bloggen nimmt! Weiter → (Aus der Blogpause rein in die Empörung)

Claudia am 26. Juli 2018 — 7 Kommentare

Das verrohte Land – ein Kommentar

Diesen Titel trägt eine Doku, die vor drei Tagen im ARD lief und in der Mediathek noch zu sehen ist. Eine recht erschütternde Doku, die berichtet, wie Feuerwehrleute, Ärzte und Pflegende in der Notaufnahme, Polizisten, Zugbegleiter, Bürgermeister und viele andere gewaltätig angegriffen werden. Sowohl von Einzelnen als auch angefeuert durch eine Menge „ganz normaler Menschen“. Übelste Beschimpfungen der Sachbearbeiter in Behörden (Zulassungsstelle, Jugendamt..) sind mittlerweile normal, man wappnet sich mit Sicherheitsglas, Taschenkontrollen, Workshops zur Selbstverteidigung. Selbst in der Fußball-Kreisklasse gibt es Ausschreitungen, auch beim Kinderfußball müssen getrennte Zonen für die Eltern der jeweiligen Mannschaften eingerichtet werden. Und bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit 1000fache Mails an Kommunalpolitiker mit wüsten Drohungen und übelsten Tötungsfantasien. Weiter → (Das verrohte Land – ein Kommentar)

Claudia am 30. Juni 2018 — 3 Kommentare

Das Jahr, in dem wir den Datenschutz hassen lernten: eine Krankenhaussprechstunde

Neulich in der Charité, Campus Benjamin Franklin in Berlin Steglitz-Zehlendorf. Mein Hausarzt hatte mich überwiesen, als ich ihm mit einer Hinterfragung seines Tuns auf die Nerven ging. Nach einer gefühlten halben Weltreise quer durch die Stadt (1 Stunde) und weiteren 30 Minuten Verirrung im Gebäudekomplex war ich endlich am Ziel.

„Warten Sie hier im Gang, ich bringe Ihnen gleich was zum Ausfüllen“, sagte die sehr kompetent wirkende Fachkraft, die mich empfangen und mein Kärtchen verdatet hatte. (Diese „Gesundheitskarte“, die angeblich mal die Digitalisierung der Medizin bringen sollte, aber auch nach 23 Jahren nicht mehr ist als ein Milliardengrab – auch so ein deprimierendes Thema!). Weiter → (Das Jahr, in dem wir den Datenschutz hassen lernten: eine Krankenhaussprechstunde)

Claudia am 03. Februar 2018 — 13 Kommentare

Würziger Käse? Deutsche mögen das nicht!

Gestern an einem kleinen Stand mit tiroler Spezialitäten: ich will den „würzigen Bergkäse“ probieren, als mich der sympathische Verkäufer mit dem Genuss-vor-Reue-Körper anspricht. Lieber so ein bisschen würzig oder richtig würzig? fragt er mich sicherheitshalber. Natürlich will ich RICHTIG WÜRZIG – und der Käse ist dann auch ganz grandios! Endlich ein Käse, bei dem man schmeckt, dass er lange lange gereift ist und mit Sorgfalt und Liebe produziert wurde.

Tiroler Bergkäse

Wir plaudern noch ein bisschen über den Käsegeschmack der Deutschen, der „würzig“ nur in einer so milden Version schätzt, dass man es auch gleich anders nennen könnte. Isso! sagt er, und zuckt bedauernd mit den Schultern. Weiter → (Würziger Käse? Deutsche mögen das nicht!)

Claudia am 21. Januar 2018 — 14 Kommentare

Weiter wurschteln – zum SPD-Parteitag #spdbpt18

Blogposts, die Gefahr laufen, schon am Abend desselben Tages veraltet zu sein, mag ich nicht schreiben. Deshalb will ich weder das „Nein“ zur #Groko noch das „Ja“ oder das „Ja, aber nur mit Ergänzungen“ beschwören. Egal wie es ausgeht: der SPD wird es auf absehbare Zeit nicht besser gehen, ganz im Gegenteil. Persönlich denke ich, es wird eine Groko geben – und zwar einfach wegen der mangelnden Aussicht auf eine Alternative, die irgend etwas bessert. Wenn es keine faszinierende, neuartige Perspektive gibt, die es wert wäre, dafür den großen Aufstand zu wagen, wählt man halt das Bekannte und freut sich über kleine Verbesserungen. Kein Wunder, nix Besonderes, sehr verständlich.

Dass es die faszinierende neue Perspektive nicht gibt, ist nicht allein Schuld der SPD. Es fehlt ganz allgemein an einer positiven Vision, die man der absurden „Alternative von rechts“ (zurück in die 50ger) und der herrschenden neoliberalen Agenda entgegen setzen könnte. Wobei „neoliberal“ ein unscharfes Label ist, unter dem man gern alles erdenklich Schlechte versteht: Globalisierung, Ökonomisierung, Individualisierung/Entsolidarisierung, auseinander klaffende Einkommensschere etc. – gleichzeitig hätte diese Politik nie derart den Durchmarsch machen können, wenn sie nicht auch Bedürfnisse befriedigen würde, die nicht nur „die Reichen“ haben. Weiter → (Weiter wurschteln – zum SPD-Parteitag #spdbpt18)

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