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	<title>Digital Diary - Vom Sinn des Lebens zum Buchstabenglück &#187; Liebe &amp; Beziehung</title>
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	<description>Das philosophische Webtagebuch von Claudia Klinger: mal heiter, mal absurd, gelegentlich tiefsinnig, selten öd!</description>
	<lastBuildDate>Wed, 08 Feb 2012 14:20:10 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Partnersuche online: Sich selbst zur Ware machen</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Apr 2011 09:32:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia Klinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebe & Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf das Thema bin ich heut&#8217; fr&#252;h gesto&#223;en, weil grade mal wieder ein &#8220;revolution&#228;r anderes&#8221; Dating-Portal seine virtuellen Tore &#246;ffnet. Das Berliner Startup &#8220;Loverty&#8221; wirbt mit einem voll nutzbaren, kostenlosen Basis-Account, der im Unterschied zu anderen Anbietern alle n&#246;tigen Features f&#252;r die Partnersuche ohne Zwang zum Premium-Upgrade erm&#246;glichen soll. Ok, ich finde es immer sympathisch, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf das Thema bin ich <a href="http://netzwertig.com/2011/04/28/partnersuche-im-netz-loverty-will-onlinedating-demokratisieren/">heut&#8217; fr&#252;h gesto&#223;en</a>, weil grade mal wieder ein &#8220;revolution&#228;r anderes&#8221; Dating-Portal seine virtuellen Tore &#246;ffnet. Das Berliner Startup <a href="https://www.loverty.de/">&#8220;Loverty&#8221;</a> wirbt mit einem voll nutzbaren, kostenlosen Basis-Account, der im Unterschied zu anderen Anbietern alle n&#246;tigen Features f&#252;r die Partnersuche ohne Zwang zum Premium-Upgrade erm&#246;glichen soll. </p>
<p>Ok, ich finde es immer sympathisch, wenn jemand eine ganze Branche mit eingefahrenen Gewohnheiten (wie etwa das m&#246;glichst hochpreisige Abkassieren suchender Singles) aufmischen will. Deshalb die Erw&#228;hnung und der Link.  Viel Gl&#252;ck den Machern und allen, die da suchen!<span id="more-674"></span></p>
<p>Bis zu <a href="http://www.singleboersen-vergleich.de/presse/online-dating-markt-2009-2010.pdf">sieben Millionen Menschen</a> sollen es sein, die sich in DE in die Niederungen der Dating-Sites begeben, um dort einen Partner f&#252;rs Leben, f&#252;r eine Aff&#228;re oder einen Seitensprung suchen, andere Quellen z&#228;hlen <a href="http://www.pr-inside.com/de/millionen-suchen-partner-im-internet-r1222129.htm">15 Millionen registrierte Nutzer.</a> Zusammen bescheren sie den Portalen einen Umsatz von 179,5 Millionen Euro &#8211; eine stattliche Summe. </p>
<p>Was mich bez&#252;glich der expliziten &#8220;Partnersuche im Internet&#8221; immer schon wundert, ist die Bereitschaft der vielen, sich wie eine Ware per Profil anzupreisen und auch selber in solchen &#8220;Profil-Katalogen&#8221; zu st&#246;bern, in der Hoffnung, man finde so &#8220;den Richtigen&#8221;. Auch das &#8220;Matching&#8221; per Programm &#252;ber anzugebende Vorlieben und Anforderungen versch&#228;rft den Warentausch-Charakter eigentlich nur noch: dies und das habe ich zu bieten, jenes will ich daf&#252;r haben. Wie erfolgreich sind wohl solche &#8220;passgenauen&#8221; Suchvorg&#228;nge? Dar&#252;ber gibt es leider keine Zahlen.</p>
<h2>Pr&#252;fendes Abchecken statt Flirten</h2>
<p>Obwohl ich ein &#8220;Internet-Urgestein&#8221; bin und seit 1996 im Web publiziere und kommuniziere, hat mich die Partnersuche im Netz nie gereizt. F&#252;r mich ist es der Tod der Erotik bzw. die Verunm&#246;glichung echten Flirtens, wenn ich ganz genau wei&#223;: der Andere ist auf der Suche und checkt mich jetzt ab, ob ich auch ins Beuteschema passe. Da f&#252;hl&#8217; ich mich &#8211; mal angenommen, der &#8220;gedatete&#8221; Mann w&#252;rde mir auf den ersten Blick gefallen &#8211; eher wie bei einer Pr&#252;fung oder in einem Bewerbungsgespr&#228;ch als in einem unverhofft (!) in aufregendes Flirten &#252;bergehenden Normalkontakt. Und im sehr viel wahrscheinlicheren Fall des Nicht-Gefallens w&#228;r es &#246;de und peinlich, dies dem Aspiranten h&#246;flich beizubringen&#8230; </p>
<p>Wie aussagekr&#228;ftig sind schon ein paar Daten und ein gefotoshoptes Bild? Wieviel Lebenszeit m&#252;sste ich auf Treffen mit Interessenten verschwenden, die vielleicht daten-technisch &#8220;passen&#8221;, mich aber leider &#8220;per Chemie&#8221; so gar nicht reizen? Es w&#228;re ungef&#228;hr so wahrscheinlich, so einen Partner zu finden, wie wenn ich in die Berliner S-Bahn steige und mir alle im passenden Alter anschaue: normalerweise ist da keiner dabei, der in Betracht k&#228;me. </p>
<h2>Der Richtige ist oft ganz anders als man denkt</h2>
<p>Wenn ich auf die mehrj&#228;hrigen gl&#252;cklichen Beziehungen in meinem Leben zur&#252;ck schaue, muss ich auch feststellen: &#220;ber ein &#8220;Matching&#8221; h&#228;tte ich keinen dieser M&#228;nner freiwillig kontaktet!  Falsches Studium, falscher Beruf, falsche K&#246;rpergr&#246;&#223;e, unpassende Hobbys und Musik-Vorlieben, kontr&#228;re bzw. gew&#246;hnungsbed&#252;rftige Ansichten und Weltbilder, falsches Alter, falsches Gewicht &#8211; nicht einer davon h&#228;tte Gnade vor meinen virtuellen Anspr&#252;chen gefunden! Welch ein Gl&#252;ck, dass ich nicht &#252;bers Netz suchen musste&#8230; </p>
<p>Eine Suche &#252;ber den Abgleich der &#8220;Beuteschemata&#8221; ist die konsequente Ausdehnung technisch-wissenschaftlichen Machbarkeitsdenkens auf das letzte intime Refugium menschlichen Miteinanders. Das Unverf&#252;gbare pl&#246;tzlich herein brechende Begehren und Verlieben soll verf&#252;gbar gemacht und in den Griff genommen werden &#8211; und immer mehr Menschen finden das normal und in Ordnung. Stellt sich heraus, dass der Erw&#228;hlte doch nicht so toll ist, gibts ja noch viele andere, die besser passen k&#246;nnten. Man entwickelt sich nicht aufeinander zu, sondern tauscht halt um.</p>
<h2>Tipp f&#252;r &#228;hnlich Empfindende</h2>
<p>W&#252;rde ich heute einen Partner suchen, w&#252;rde ich &#252;berall hin gehen au&#223;er dahin, wo man EXPLIZIT Partner sucht. Also in Foren und Communities, die meinen Interessen entsprechen, seien es Hobbies oder die weite Welt meiner kreativen Arbeit. Das kann auch mal im erotischen Sektor sein:  Vor ein paar Jahren hab&#8217; ich da mal jemanden gesucht, der mit mir &#8220;interaktiv&#8221; erotische Geschichten schreibt. Und peng!!!! Ganz ohne weiteren Daten-Abgleich ergab sich alsbald eine spannende Aff&#228;re &#8211; prickelnd, romantisch, h&#246;chst erotisch. Und der Mann ist mir heute noch ein guter Freund.</p>
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		<title>Geschlecht und Geschlechtsrolle: weiblich, m&#228;nnlich, menschlich?</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Sep 2010 09:28:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia Klinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebe & Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Kind bekam ich genau wie meine Schwestern einen jungenhaften Kurzhaarschnitt und trug die meiste Zeit Hosen. Wir wurden von den Eltern so zugerichtet, fernab von jeglichem Kleinm&#228;dchen-Schick. Den vermisste ich allerdings auch nicht, sondern litt schwer darunter, dass ich zum Spielen im Hof nicht die neuen, angesagten &#8220;Blujeans&#8221;, sondern nur altert&#252;mliche Trainingshosen bekam &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Kind bekam ich genau wie meine Schwestern einen jungenhaften Kurzhaarschnitt und trug die meiste Zeit Hosen. Wir wurden von den Eltern so zugerichtet, fernab von jeglichem Kleinm&#228;dchen-Schick. Den vermisste ich allerdings auch nicht, sondern litt schwer darunter, dass ich zum Spielen im Hof nicht die neuen, angesagten &#8220;Blujeans&#8221;, sondern nur altert&#252;mliche Trainingshosen bekam &#8211; ein Elend! </p>
<p>Mein Vater behandelte mich eher wie einen Sohn, verlangte Mut und Kampfkraft im Umgang mit der manchmal grausamen Kinderbande (wobei ich hoffnungslos versagte) und f&#246;rderte Wissen, Leistung, Intellekt. Schon vor der Einschulung hatte ich mir das Lesen und Schreiben &#8220;zusammen gereimt&#8221;, hatte immer gute Noten, las mich begeistert durch die &#246;ffentliche Bibliothek und merkte erst in der Pubert&#228;t, dass mir etwas fehlte.<span id="more-570"></span></p>
<p>Zwar war es hoch spannend, dass sich auf einmal Jungs f&#252;r mich interessierten, doch hatte ich echte Schwierigkeiten, im exzessiven &#8220;wir machen jetzt auf Frau-Wettkampf&#8221; der anderen M&#228;dchen mitzuhalten. Binnen k&#252;rzester Zeit waren meine Klassenkameradinnen echte Koryph&#228;en in Sachen Schminken, konnten die Marken und Produktlinien besser aufsagen als die englischen Vokabeln und besuchten in den Freistunden die Kosmetikabteilungen umliegender Kaufh&#228;user. Ich ging mit, weil ich dazu geh&#246;ren wollte, doch  langweilte ich mich zu Tode! In der Tanzstunden-Zeit m&#252;hte ich mich ab, auch ein wenig &#8220;gestylt&#8221; zu erscheinen, f&#252;r den Disko-Besuch k&#228;mpfte ich stundenlang mit dem Auftrag eines blauen &#8220;abziehbaren&#8221; Eyeliners, der mir partout nicht in gebotener &#196;sthetik gelingen wollte &#8211; alles in allem eine W&#252;rgerei! Ich erkannte: mir fehlt es irgendwie an kompetenter  &#8220;Weiblichkeit&#8221;. </p>
<h2>Alles ver&#228;ndert sich, wenn wir es ver&#228;ndern</h2>
<p>Das war damals nicht weiter schlimm, denn um uns her tobte die 68er-Kulturrevolution. Es gab andere, neue Identifikationsm&#246;glichkeiten und alsbald machte die neue Frauenbewegung von sich reden, die das &#8220;Schm&#252;cken, um M&#228;nner aufzugeilen&#8221; sowieso grunds&#228;tzlich ablehnte. Frau verbrannte die BHs (f&#252;r mich gut, denn ich hatte mich eh nie daran gew&#246;hnen wollen!) und althergebrachtes Rollenverhalten war nicht mehr angesagt. Sondern: SELBST ist die FRAU!! </p>
<p>Ich hatte sowieso nie daran geglaubt, aufgrund meines Geschlechts irgendetwas schlechter zu k&#246;nnen oder nicht tut zu d&#252;rfen, was M&#228;nner k&#246;nnen und d&#252;rfen. Und ich war ein wenig zu jung f&#252;r die ganz gro&#223;e politische Ernshaftigkeit, sondern pickte mir aus allem das heraus, was mir passend und n&#252;tzlich schien. Mit der Frauenbewegung verband mich der Frust, den ich empfand, als ich bemerkte, wie geil all die Jungs im Grunde waren, die sich an mich heran machten. Wollte ich doch f&#252;r meinen INTELLEKT geliebt und begehrt werden &#8211; und nicht f&#252;r meine weiblichen Formen, f&#252;r die ich ja gar nichts konnte! Trotzdem hatte ich fr&#252;h Sex und bem&#252;hte mich, darin &#8220;gut&#8221; zu sein, wie es der Zeitgeist verlangte. Es ging nicht um Lust (die lernte ich erst sp&#228;ter kennen), sondern um Rebellion: wir zeigen den Alten, dass wir heute GANZ FREI sind und alles machen, was sie uns gerne verbieten w&#252;rden! So m&#252;hte ich mich also ab mit meinen damaligen Kurzzeitpartnern, die sich ebenfalls schwer bem&#252;hten, den neuen Anforderungen gerecht zu werden und alles genau so zu machen, wie es in den Magazinen stand (Vorspiel!!! Klitoris-Stimulation etc. usw.). Vermutlich machen das heutige Jugendliche &#228;hnlich, nur haben sie das krasse Vorbild der Pornofilme statt einf&#252;hlsamer Anleitungen von Oswald Kolle &#8211; muss schrecklich sein!</p>
<p>Endlich erwachsen und in einer eigenen Wohnung angekommen, machte ich begeistert Ernst mit dem &#8220;selbst ist die Frau&#8221;. Renovierte meine Bude von Grund auf, agierte mit S&#228;ge und Bohrmaschine und heftigen, beim Auftrag berauschenden Chemikalien und Lacken. Spielte Schach in einem Verein, in dem es nur eine andere Frau (um die 70) gab, k&#228;mpfte mich ans erste Brett vor&#8230; bis alle begriffen hatten, dass auch Frau Schach kann und mich nicht mehr f&#252;r die Bedienung hielten, wenn ich bei den Turnieren erschien. Dann verlie&#223; mich der Ehrgeiz, denn es gab nichts mehr zu beweisen und &#8220;tote Holzkl&#246;tzchen herum schieben&#8221; erschien mir auf einmal recht &#246;d. </p>
<h2>Wer bist du? Arbeite an dir!</h2>
<p>Mittlerweile hatte die Psychotherapie-Bewegung ihre gro&#223;e Zeit. &#8220;Therapie-erfahren&#8221; galt als Plus in Kontaktanzeigen und bei Bewerbungen um den freien Platz in einer WG. Ich lernte, dass ich offensichtlich &#8220;meine m&#228;nnliche Seite lebe&#8221; und dass es angesagt w&#228;re, auch den weiblichen Anteilen mehr Raum zu geben. Hm&#8230; so richtig was damit anfangen konnte ich nicht. Sollte ich meinen Verstand (auf den ich doch so stolz war) etwa herunter dimmen, h&#252;bsche Kleidchen tragen und sp&#228;t, aber doch noch das &#8220;weibliche Styling&#8221; erlernen? Wenn ich verliebt war, nahm ich durchaus mal ein paar Kilo ab und kleidete mich ein wenig aufreizender &#8211; aber das hielt immer nur ein paar Wochen oder Monate an. Und das &#8220;Gef&#252;hlige&#8221;?? Himmel, mein Verstand erschien mir doch gerade als das Bollwerk, das mich vor allen Einbr&#252;chen und Schwachheiten gut sch&#252;tzen konnte. Warum das freiwillig abbauen?</p>
<p>Man lernt nicht durch Geh&#246;rtes und Gelesenes, sondern begreift die eigenen Unvollst&#228;ndigkeiten meist allein durch das Leben. Durch das Scheitern, genauer gesagt. Ende 30 erlebte ich den Burnout meines ersten Lebensentwurfs, k&#252;ndigte dem inneren Sklaventreiber und lernte die zweite H&#228;lfte des Himmels kennen: geschehen lassen statt streben und k&#228;mpfen, auf die eigenen Gef&#252;hle achten und sie auch mal an die erste Stelle setzen, Schwachheiten zugeben und nicht gleich bem&#228;nteln und bek&#228;mpfen, auf Andere h&#246;ren, zuh&#246;ren, um Hilfe bitten k&#246;nnen, statt immer alles allein schaffen zu wollen. Die eigenen &#8220;Schattenseiten&#8221; anschauen und akzeptieren, nicht mehr ignorieren, sondern ihnen sogar Raum im Leben geben. Mein eigenes So-Sein von Augenblick zu Augenblick als gegeben annehmen, genauso wie das Wetter &#8211; anstatt fortw&#228;hrend die tolle Person sein zu wollen und f&#252;r den &#8220;den guten Eindruck&#8221; und die Ausweitung pers&#246;nlicher Macht zu leben. </p>
<p>In dieser Entwicklung erkannte ich irgendwann, dass ich jetzt meine weibliche Seite integrierte. Die auch etwas mit meiner Mutter zu tun hat: Sie liebte mich f&#252;r mein blo&#223;es Dasein, war aber &#8220;weltlich&#8221; (=dem Vater gegen&#252;ber) machtlos, wof&#252;r ich sie stellenweise verachtete. Weil sie mir nicht helfen konnte gegen das Erziehungsversagen meines Vaters, der f&#252;r mich die &#8220;Terrorperson&#8221; in Kindheit und Jugend gewesen war. Der mir dennoch erfolgreich das Leistungsdenken eingepflanzt hatte, das mich Liebe und Zuwendung um meiner selbst willen nicht wahrnehmen lie&#223;. Sondern immer nur die Anerkennung aufgrund von Leistung und Machtgewinn. </p>
<h2>Neue Irritationen</h2>
<p>Um die 40 bekam meine nun eigentlich &#8220;komplette&#8221; Sicht auf das Thema Geschlechtsrollen nochmal einen weiteren Impuls: eine lesbische Kollegin, mit der ich in einem Projekt zwei Jahre zusammen arbeitete, h&#246;rte sich meine Geschichte an und fragte: <em>Was bewegt dich dazu, deine intellektuellen F&#228;higkeiten, deine geistige Klarheit und deine Power, hier mehrere Arbeitsgruppen zu leiten, als &#8220;deine m&#228;nnliche Seite&#8221; anzusehen?  Du bist doch durch und durch weiblich und packst das ganz locker: Warum ordnest du ein paar wunderbare Aspekte des Menschseins dem M&#228;nnlichen zu? Blo&#223; weil man das kulturell so tradiert?</em> </p>
<p>Sie war in keiner Weise k&#228;mpferisch oder verbissen und was sie sagte, leuchtete mir unmittelbar ein! Ich hattte immer schon M&#228;nner jeden Alters kennen gelernt, die eher das traditionell &#8220;Weibliche&#8221; lebten &#8211; und ebenso eine Menge Frauen, die durch Eigenschaften gl&#228;nzten, die man dem &#8220;M&#228;nnlichen&#8221; zuordnet. Warum also tun wir immer noch so, als sei das alles in Stein gemeiselt und sehen immer noch &#8220;m&#228;nnliche&#8221; bzw. &#8220;weibliche&#8221; Seinsweisen &#8211; obwohl das lange schon nicht mehr so zutrifft? Selbst viele &#8220;Girlies&#8221; zelebrieren ihre Koketterie doch eher spielerisch, quasi als mutwilliges Rollenspiel auf dem Hintergrund einer fortgeschrittenen Unabh&#228;ngigkeit von Geschlechtsrollen, von der ihre Gro&#223;m&#252;tter nur tr&#228;umen konnten?</p>
<p>Susanne fasste die alten, aus dem analogen Denken stammenden Zuordnungen <a href="http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2010/09/13/monogamie-und-das-unbehagen-an-der-einsamkeit/#comment-11204">im vorigen Kommentargespr&#228;ch (zur Monogamie)</a> so zusammen:</p>
<blockquote><p><em>M&#228;nnlich – das ist die n&#252;chterne Analyse, mit kantigem Kinn in den Raum gestellt, damit es jeder sieht.<br />
Weiblich – das ist die augenzwinkernd vorgebrachte Beobachtung, und dabei rasch den Rocksaum zurecht gezupft, bevor es einer sieht.</p>
<p>M&#228;nnlich – das ist sich extrem zum Affen zu machen und gerade deswegen f&#252;r seinen Mut und seine exorbitante, gedankliche Sch&#228;rfe bewundert zu werden.<br />
Weiblich – das ist sich schrecklich ungeschickt zu geben, wenn du was Dummes oder vielleicht doch Schlaues sagst, und dabei auszusehen, als w&#252;rde es sich dennoch lohnen, dich flach zu legen.</p>
<p>M&#228;nnlich – das ist das Wort Substanz.<br />
Weiblich – das ist das Wort Form.</em></p></blockquote>
<p>Und weiblich ist der Mond, m&#228;nnlich die Sonne. Frauen k&#246;nnen nicht einparken und M&#228;nner h&#246;ren nicht zu. M&#228;nnlich ist der Geist und weiblich das Gef&#252;hl. Natur, Erde und die Nacht sind weiblich, wogegen Technik, Himmel und Tag dem M&#228;nnlichen zugeordnet werden. </p>
<h2>Wem n&#252;tzt es &#8211; und wenn ja, wie?</h2>
<p>Haben wir heute noch irgend einen echten Nutzen von dieser Denkungsart? Wir leben im Zeitalter der Wissenschaft und die zeigt uns immer wieder, dass die Unterschiede zwischen den Geschlechtern lange nicht so drastisch sind: ein wenig mehr r&#228;umliches Vorstellungsverm&#246;gen hier, etwas mehr Sprachkompetenz da &#8211; und beide Geschlechter k&#246;nnen das jeweils Andere locker &#8220;nach-trainieren&#8221;. </p>
<p>&#8220;Als Frau&#8221; f&#252;hle ich mich vor allem in der erotischen Begegnung mit einem Mann. Ansonsten bin ich in der Selbstwahrnehmung einfach nur &#8220;ich&#8221;: ein Konglomerat aus verschiedensten, mal mehr mal weniger in den Vordergrund tretenden menschlichen Eigenschaften und Kompetenzen. Warum sollte ich die nach Geschlecht auseinander sortieren, obwohl sie doch allesamt IN MIR existieren?</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Monogamie und das Unbehagen an der Einsamkeit</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Sep 2010 11:15:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia Klinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebe & Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Antje Schrupp hat wieder mal einen wunderbaren Artikel geschrieben: In &#8220;Scheinl&#246;sung Monogamie&#8221; bespricht sie das Buch &#8220;Lob der offenen Beziehung &#8211; &#252;ber Liebe, Sex, Vernunft und Gl&#252;ck&#8221; von Oliver Schott. Um dann zu eigenen &#220;berlegungen zu kommen, aus denen ich hier mal zitiere: &#8220;Ich vermute, das fast schon verzweifelte und durchaus irrationale Festhalten am Konzept [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Antje Schrupp hat wieder mal einen wunderbaren Artikel geschrieben: In <a href="http://antjeschrupp.com/2010/09/11/scheinlosung-monogamie/">&#8220;Scheinl&#246;sung Monogamie&#8221;</a> bespricht sie das Buch &#8220;Lob der offenen Beziehung &#8211; &#252;ber Liebe, Sex, Vernunft und Gl&#252;ck&#8221; von Oliver Schott.  Um dann zu eigenen &#220;berlegungen zu kommen, aus denen ich hier mal zitiere:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Ich vermute, das fast schon verzweifelte und durchaus irrationale Festhalten am Konzept der Monogamie liegt auch daran, dass man sich davon genau diese Sicherheit erhofft, selbst wenn die auf sehr wackeligen Beinen steht. Wahrscheinlich hat Schott durchaus recht, wenn er argumentiert, dass offene Beziehungen letztlich nicht weniger, sondern sogar mehr Stabilit&#228;t bieten, weil nicht jede neue Verliebtheit zwangsl&#228;ufig dazu f&#252;hrt, dass die alte Beziehung beendet werden muss.<span id="more-528"></span></p>
<p>Aber: Das reicht nicht. Das Unbehagen an der Einsamkeit, die Furcht, jede „Familie“, jedes Beziehungsgef&#252;ge einfach so wieder verlieren zu k&#246;nnen, wenn die anderen gerade keine Lust mehr haben, ist zu gro&#223;. Und eine Philosophie der offenen Beziehung gibt auf die Sehnsucht nach Verbindlichkeit keine Antwort – sie macht lediglich das, was uns fehlt, offensichtlicher. Wie aber zu verbindlichen Beziehungen finden, wenn wir die alten Verh&#228;ltnisse der Unfreiheit, des Zwangs, den die exklusive Monogamie bedeutet hat, nicht mehr zur&#252;ck haben wollen? Woraus gewinnen wir die Zuverl&#228;ssigkeit und Kontinuit&#228;t in unseren Beziehungen und retten gleichzeitig unsere Freiheit?&#8221;</em></p></blockquote>
<h2>Verbindlichkeit? Selbstverst&#228;ndlichkeit? Es wird zu wenig verhandelt.</h2>
<p>Ich glaube, frei gew&#228;hlte Beziehungen sind so zuverl&#228;ssig und verbindlich, wie die beteiligten Personen es eben zustande bringen. Und die allerwenigsten trennen sich, weil sie &#8220;grade keine Lust mehr haben&#8221;, sondern doch eher dann, wenn die Gemeinsamkeiten wahrhaftig &#8220;aufgebraucht&#8221; sind. Wenn die Beziehung zur &#8220;Beziehungskiste&#8221; geworden ist und innere N&#228;he und echtes Miteinander nicht mehr wirklich statt findet. Wenn man sich nichts mehr zu sagen hat und nur noch mies gelaunt aufeinander hockt, sich gegenseitig vorwerfend, was f&#252;r ein &#246;des Leben man f&#252;hrt. Dann ist der oder die Andere eben oft die scheinbare &#8220;L&#246;sung&#8221; bzw. eine Art Ausstiegshilfe.</p>
<p>Im Kommentargespr&#228;ch bei Antje wird dann auch angesprochen, dass Beziehungen heute zu wenig verhandelt werden: man geht unausgesprochen davon aus, dass sie selbstverst&#228;ndlich &#8220;monogam&#8221; bzw. erotisch exklusiv sein soll, ohne je zu definieren, bei welcher Art Miteinander mit Anderen das &#8220;fremd gehen&#8221; nun eigentlich anf&#228;ngt. Viele haben ja nicht mal je eigene Freundschaften, sondern verkehren bald nur noch in einer Welt aus Paaren (aus der man bei Trennung dann heraus f&#228;llt, weil die anderen Paare Singles als potenzielle Gefahr ansehen).</p>
<h2>Eine/r f&#252;r alles und ewig?</h2>
<p>Gegen die potenzielle Einsamkeit ist eine gezwungene Monogamie kein Bollwerk, auch wenn sie noch so heftig beschworen und romantisch beweihr&#228;uchert wird. Man kann auch in einer (innerlich zerr&#252;tteten) Beziehung sehr einsam sein, sogar mehr als wenn man wirklich alleine w&#228;re. Und gerade die extreme Konzentration auf nur einen Menschen, der ALLES sein soll, von dem man also das komplette Gl&#252;ck f&#252;r immer und ewig erwartet, birgt die gro&#223;e Gefahr, dann wirklich tief zu fallen, wenn dieser Eine auf einmal seiner (anderen) Wege geht. Und das tut er umso wahrscheinlicher, je mehr er die Beziehung als Begrenzung und Einschr&#228;nkung erlebt, anstatt als Bereicherung und Freude. </p>
<p>Das Thema treibt viele Menschen um, hier im Digital Diary ist immer noch der Artikel <a href="http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2007/11/07/vertrauen-und-beziehung/">&#8220;Vertrauen und Beziehung&#8221;</a> mit Abstand der meist gelesene. Mich nervt es in diesem Zusammenhang ziemlich an, wie sehr die &#8220;Mainstream-Medien&#8221; eine &#8220;Normalit&#228;t&#8221; kolportieren, die tats&#228;chlich gar nicht mehr SO normal ist, wenn man die Zahlen bez&#252;glich des Seitensprung-Verhaltens ernst nimmt. Auch w&#228;chst die Zahl derjenigen, die sich zwar &#8220;als Paar&#8221; verstehen, sich gegenseitig aber durchaus erotische Abenteuer zugestehen. Und trotzdem: im TATORT f&#228;llt die Ehefrau aus allen Wolken, als aufgrund polizeilicher Ermittlungen klar wird, dass ihr Mann k&#252;rzlich &#8220;fremd gegangen&#8221; ist. Zur Rede gestellt, sagt er <em>&#8220;Mein Gott, es waren grade mal zwei, drei Treffen &#8211; nach 17 Jahren Ehe&#8230;&#8221;</em> und will damit ausdr&#252;cken, dass sie so ein Sex-Abenteuer doch nicht so hoch h&#228;ngen m&#246;ge. Dass es eigentlich normal ist, nach so langer Zeit auch mal wieder andere zu begehren&#8230; Aber SIE verharrt nat&#252;rlich in ihrem verurteilenden Entsetzen und verlangt sofort DIE SCHEIDUNG.</p>
<h2>Vom Stellenwert des &#8220;Anderen&#8221;</h2>
<p>Ich frage mich bei all diesen (erfundenen und realen) Geschichten, in denen man sich &#8220;wegen Untreue&#8221; trennt, immer: ist denn dieser Mensch, mit dem man viele Jahr verbracht hat, auf einmal ein Anderer, blo&#223; weil er mal &#8220;aush&#228;usig&#8221; Sex hatte? Ist dann alles Gemeinsame, aufgrund dessen man doch zusammen war, nichts mehr wert? Warum ist die &#8220;unverletzte Monogamie&#8221; so viel wichtiger als der reale Partner, den man doch angeblich so sehr liebt? </p>
<p>Nat&#252;rlich ist &#8220;heimlich fremd gehen&#8221; ein Vertrauensbruch. W&#228;re aber gar nicht erst verboten, worauf man da vertraut, g&#228;be es auch keinen Grund zur Heimlichkeit. Ich will, dass mein Partner bei mir ist, weil er eben gern mit MIR zusammen ist. Und ich liebe ihn, weil er er selber ist, nicht weil er Andere ewiglich meidet. Sollte es sich ergeben, dass er sich anderweitig verliebt und dann lieber &#246;fter mit dieser &#8220;Anderen&#8221; zusammen ist, w&#252;rde ich ihn deshalb nicht pl&#246;tzlich aufh&#246;ren zu lieben. Die Beziehung w&#252;rde sich entlang an den gewandelten Bed&#252;rfnissen ver&#228;ndern, w&#252;rde vielleicht zu einer liebevollen Freundschaft werden, wie sie mich mit einem anderen &#8220;Ex&#8221; verbindet, der mein &#8220;liebster Wahlverwandter&#8221; wurde, nachdem wir unser zu eng gewordenes Zusammenleben beendeten. Auf jeden Fall w&#252;rde ich das, was an Gemeinsamkeit noch da ist, nicht in die Tonne treten, blo&#223; weil er so b&#246;se b&#246;se ist, sich neu zu verlieben! Und wegen blo&#223; erotischen Abenteuern steht es schon gar nicht daf&#252;r, einen Aufstand zu machen.</p>
<p>So f&#252;hle ich mich weniger einsam als jemand, der stets Exklusivit&#228;t in jeder Hinsicht einfordert &#8211; und dann im Fall des Falles auch knallhart &#8220;Schluss machen&#8221; muss. Beziehungen d&#252;rfen sich ver&#228;ndern, mal mehr, mal weniger N&#228;he und Intimit&#228;t beinhalten. &#8220;Verlassen&#8221; ist eine Dimension, in der ich nicht mehr lebe und denke. </p>
<p>Dass aber der Mensch letztlich alleine stirbt, dar&#252;ber hilft kein noch so monogamer Partner hinweg. Die Verg&#228;nglichkeit aller Dinge und Wesen, die Endlichkeit unseres Lebens, die Unm&#246;glichkeit einer &#8220;Rettung&#8221; wird durch Verleugnung und krampfhaftes aneinander festhalten nicht aus der Welt geschafft. In mir selbst bin ich mit mir und diesem Wissen alleine. Begl&#252;ckende Zweisamkeit und gr&#246;&#223;tm&#246;gliche N&#228;he entsteht f&#252;r mich genau daraus: Wir sind Wanderer auf dem Weg ins Nichts &#8211; wie sch&#246;n, dass wir uns treffen k&#246;nnen und einander zuwinken.</p>
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		<title>Vertrauen in der Liebe &#8211; eine schwindende Ressource?</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Jun 2010 09:27:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia Klinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebe & Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Gelegentlich schaue ich nach, welche Digital Diary-Artikel den gr&#246;&#223;ten Anklang finden. Dabei steht lange schon der Beitrag &#8220;Vertrauen und Beziehung&#8221; mit gro&#223;em Abstand an erster Stelle. Der Beitrag hat sechs bis zehnmal so viele Leser wie der nachfolgende, und das dauerhaft! Mich stimmt das nachdenklich: Vertrauen scheint ein gro&#223;es Problem zu sein und ich frage [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gelegentlich schaue ich nach, welche Digital Diary-Artikel den gr&#246;&#223;ten Anklang finden. Dabei steht lange schon der Beitrag <a href="http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2007/11/07/vertrauen-und-beziehung/">&#8220;Vertrauen und Beziehung&#8221;</a> mit gro&#223;em Abstand an erster Stelle. Der Beitrag hat sechs bis zehnmal so viele Leser wie der nachfolgende, und das dauerhaft!</p>
<p>Mich stimmt das nachdenklich: Vertrauen scheint ein gro&#223;es Problem zu sein und ich frage mich, ob denn die Menschen heute weniger &#8220;vertrauensw&#252;rdig&#8221; sind als fr&#252;her? Oder &#8211; dazu neige ich eher &#8211; liegt es an den gestiegenen Erwartungen, die an eine Liebesbeziehung gestellt werden?</p>
<p>Aus allen Kan&#228;len wird uns heute nahe gelegt, uns den Bed&#252;rfnissen der Wirtschaft anzupassen, hoch flexibel zu sein, lebenslang zu lernen, den Wohnort f&#252;r eine Arbeit zu wechseln und unser gesamtes Auftreten dem jeweiligen Anlass entsprechend perfekt zu stylen. Als besonders erfolgreich gilt, wer &#8220;zur Marke wird&#8221;: die Kraft, das eigene Image zu gestalten scheint zwei unvereinbare Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Ressource f&#252;r dieses Me-Styling ist ja immerhin die eigene Individualit&#228;t, man verteidigt also einen Rest pers&#246;nlicher Freiheit und macht damit sogar Kasse. Andrerseits ist so eine &#8220;Marke&#8221; dann aber auch ein Hindernis: wer es mal geschafft hat, JEMAND zu sein, kann sich nicht mal eben so erlauben, morgen ganz anders zu werden &#8211; jedenfalls nicht ohne Verluste. <span id="more-499"></span></p>
<h2>Beziehung als entspannte Wellness-Oase?</h2>
<p>In der Liebe soll nun alles ganz anders sein. Zwar wird jede Menge Aufwand getrieben, den &#8220;Richtigen&#8221; zu finden und sich dabei &#8220;ins rechte Licht zu setzen&#8221;, doch wenn er dann mal gefunden ist, soll pl&#246;tzlich alles anders sein:  Im Rausch der Verliebtheit f&#252;hlt sich der Mensch mit seinem SoSein ANGENOMMEN und erwartet, k&#252;nftig m&#252;helos und entspannt f&#252;r das geliebt und begehrt zu werden, was er ohne jegliche &#8220;zielgruppenspezifische&#8221; Anpassungsanstrengungen ist. Dass man sich in dieser Phase gegenseitig nur die Schokoladenseite zeigt, steht nicht im Bewusstsein, denn es geschieht ja zun&#228;chst &#8220;wie von selbst&#8221;. Aber jeder Rausch verblasst und im Alltag zeigen irgendwann alle ihre &#8220;ganze Person&#8221; mit allen Ecken, Kanten und Defiziten. Ist DAS die Entt&#228;uschung, die als &#8220;Vertrauensbruch&#8221; wahrgenommen wird? (Ich liebte dein M&#228;rchenprinz-Image &#8211; und nun DAS!!)</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Also mein Geliebter und ich haben oft gesimst und uns 4 mal bei ihm getroffen, was supersch&#246;n war, auch emotional. Ich habe gemerkt, dass er mich mag. Er war immer sehr zuvorkommend und aufmerksam mir gegen&#252;ber. Letzten Dienstag habe ich dann alles kaputtgemacht, weil ich spontan ein Treffen wollte und er nicht so wollte, wie ich.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>schrieb eine Leserin. Sie hat ihren Lover dann mit b&#246;sen SMS traktiert, sich sp&#228;ter entschuldigt, doch &#8220;sein Vertrauen&#8221; war unwiederbringlich dahin. Ihres wohl schon vorher, als er nicht so wollte wie sie. Ok, die Geschichte ist ungemein d&#252;nn und ein viermaliges Treffen macht noch keine &#8220;Beziehung&#8221;, wie die meisten sie verstehen. Und doch demonstriert der Vorfall den Kern der meisten &#8220;Vertrauensverluste&#8221;: Es gibt jede Menge Erwartungen ans Gegen&#252;ber, &#252;ber die niemals gesprochen, geschweige denn ein Konsens erziehlt wurde. Das konnte in fr&#252;heren Zeiten noch besser gelingen, da es einen kollektiven Konsens dar&#252;ber gab, wie eine Zweierbeziehung zu gestalten sei &#8211; der aber ist heute weg! </p>
<p>Zwar beschreit die Werbung und vielerlei Medien immer noch das romantische M&#228;rchen vom &#8220;Einen f&#252;r alles und immer&#8221;, doch sieht die Realit&#228;t lange schon anders aus:  die Lebensabschnittspartnerschaft ist der Normalfall und Fernbeziehungen werden immer h&#228;ufiger. Seitensprungportale etablieren ganz selbstverst&#228;ndlich den Anspruch auf &#8220;geilen Sex&#8221; mit Dritten, wenns in der Hauptbeziehung nicht mehr so prickelt. Und die zunehmende &#8220;Katalog-Suche&#8221; in vielerlei Flirt- und Kontakt-Communities lassen jeden Teilnehmer sp&#252;ren, dass die Auswahl gro&#223; ist und der Gefundene vielleicht doch noch durch einen &#8220;besser Passenden&#8221; ersetzt werden kann &#8211; nur ein paar Mausklicks weiter&#8230;</p>
<p>Unter solchen Bedingungen ist es im Grunde vermessen, noch die Erwartung zu hegen, dass ab dem &#8220;Sich-finden&#8221; auf einmal ganz andere Werte z&#228;hlen. Blo&#223; weil es erotisch geklappt hat und das anf&#228;ngliche Zusammensein sich wundervoll anf&#252;hlte, ist der Geliebte dennoch nicht in derselben Manier &#8220;meiner&#8221;, wie es fr&#252;her &#252;blich war. Was als &#8220;Vertrauen&#8221; reklamiert wird, ist oft genug das leidbringende Festhalten und Bestehen auf Erwartungen, wie sie in weniger dynamischen Zeiten im kollektiven Bewusstsein etabliert wurden. Zu Zeiten auch, als Menschen noch kein so extrem individualistisches Selbstverst&#228;ndnis hatten, das es immer schwerer macht, sich aneinander anzupassen und in der Alltagsn&#228;he nervige Reibungsverluste zu vermeiden. Anpassung, die ansonsten all&#252;berall gefordert und belobigt wird, sieht man im vermeintlich entspannten Raum der Beziehung als verzichtbar, ja als Verlust an. Folgt er mir nicht, hat er mein Vertrauen entt&#228;uscht, der Saub&#228;r!</p>
<h2>Alltagsn&#228;he &#8211; nicht ohne gemeinsames Interesse!</h2>
<p>Wenn ich meine eigene Geschichte der Lebensabschnittspartnerschaften und Aff&#228;ren betrachte, so war mein Weg raus aus heftigem Beziehungclinch ein weitr&#228;umiges Aufgeben von Erwartungen, sowie ein zunehmender Verzicht auf kontinuierliche Alltagsn&#228;he. Stark individualisierte Menschen brauchen pers&#246;nliche Freir&#228;ume, die nicht vom Anspruch, dass man &#8220;alles&#8221; zusammen erleben und genie&#223;en m&#252;sse, befrachtet sind. Das bedeutet lange schon: ich wohne nicht mit meinem Liebsten zusammen, jeder hat eigene Freunde, Interessen und T&#228;tigkeiten, die nicht geteilt werden. Unverzichtbar sind allerdings auch gemeinsame Aktivit&#228;ten (!), die &#252;ber blo&#223;es Genie&#223;en/Konsumieren/Erotik hinaus gehen: es gab Beziehungen, da war der &#8220;politische Kampf&#8221; das gemeinsame Aktionsfeld, in anderen waren es unternehmerische Aktivit&#228;ten, jetzt ist es ein gemeinsamer Garten. Aber keine Regel ohne Ausnahme: auch das &#8220;philosophische Gespr&#228;ch &#252;ber die Welt&#8221; trug eine Beziehung &#252;ber zehn Jahre &#8211; und tr&#228;gt sie auch heute noch, denn meine wichtigsten &#8220;Ex&#8221; sind meine wahren Freunde geworden. </p>
<p>Gemeinsame Aktivit&#228;ten bedeuten Alltagsn&#228;he, die dann gelingt, wenn zwei sich einig sind, die gemeinsame Sache VOR die Beziehung und ihre wechselnden Stimmungen zu stellen. Der Garten muss gegossen werden, auch wenn wir uns mal nicht gr&#252;n sind &#8211; so ein Konsens in Bezug auf gemeinsam f&#252;r wichtig erachtete Aktionsfelder hat dann etwas Stabilisierendes. </p>
<p>Gesamtgesellschaftlich f&#228;nde ich es nicht schlecht, es w&#252;rde statt der staatlichen &#8220;Ehe&#8221; k&#252;nftig die &#8220;Elternschaft&#8221; geben, die Rechte und Pflichten im Miteinander begr&#252;ndet. Das h&#228;tte vielleicht eine entlastende und kinderfreundliche Wirkung im allgemeinen Erwartungshorizont. </p>
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		</item>
		<item>
		<title>Entgrenzte Beziehungen: Problem oder Befreiung?</title>
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		<pubDate>Fri, 07 May 2010 10:28:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia Klinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liebe & Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwelt]]></category>
		<category><![CDATA[allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Irritationen auf dem Weg zu einer Nettikette f&#252;r soziale Netze]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Irritationen auf dem Weg zu einer Netikette f&#252;r soziale Netze</h2>
<p>In den letzten Wochen haben wir hier viel &#252;ber &#8220;virtuelle Beziehungen&#8221; diskutiert, also vornehmlich &#252;ber die Wertigkeit und den Umgang mit Netzkontakten, die man nur &#252;bers Internet kennt. </p>
<p><strong>Antje Schrupp,</strong> deren Beitr&#228;ge f&#252;r mich zum Besten geh&#246;ren, was die Welt der Blogs derzeit zu bieten hat, nimmt nun einen viel bedeutenderen Aspekt des neuen &#8220;Geschwurbels&#8221; in den sozialen Medien ins Visier. In <a href="http://antjeschrupp.com/2010/05/05/das-ende-der-heuchelei/">&#8220;Das Ende  der Heuchelei&#8221;</a> betrachtet sie die Folgen eines entgrenzten Miteinanders, in dem auf einmal reale Bekannte, Kollegen, Freunde und Partner auch andere Pers&#246;nlichkeitsaspekte und Aktivit&#228;ten einer Person mitbekommen, um die sie zuvor in der eher &#8220;privaten&#8221; oder streng &#8220;gesch&#228;ftlichen&#8221; Beziehung gar nicht wussten:</p>
<blockquote><p>&#8220;da kann es zuweilen zu interessanten Irritationen kommen, wenn die jetzt auf Facebook alle miteinander zu tun haben. Wenn ich also Informationen von mir nicht mehr selbst filtere je nach “Szene”, an die sie gerichtet sind, sondern wenn pl&#246;tzlich alle alles mitbekommen. Wenn die Gleichstellungsbeauftragte, die mich schon &#246;fter zu Vortr&#228;gen eingeladen hat, erf&#228;hrt, dass ich Anarchistin bin. Wenn mein politisch konservativer Onkel anf&#228;ngt, sich mit meinen feministischen Freundinnen zu streiten. Wenn meine politischen “linken” Gesinnungsgenossen damit konfrontiert werden, dass ich mit anderen ernsthaft &#252;ber Gott diskutiere. Oder wenn die Lesben, die mich als radikale Feministin kannten (und wom&#246;glich dachten, ich w&#228;re auch lesbisch) pl&#246;tzlich wissen, dass ich mit einem Mann verheiratet bin.&#8221;</p></blockquote>
<h2>Wenn alle alles wissen</h2>
<p>Antje begreift die Herausforderungen, die sich so ergeben, als produktive und befreiende Ver&#228;nderung, die es zunehmend verunm&#246;glicht, Beziehungen allzu eingleisig (und wie sie meint: heuchlerisch) und Nutzen-orientiert zu f&#252;hren &#8211; wie etwa die vom Privaten stark getrennten Gesch&#228;ftsbeziehungen der alten Welt. Und sie sieht das Wegbleiben, Z&#246;gern und Zaudern vieler, die den sozialen Netzen kritisch gegen&#252;ber stehen, vor allem als Angst vor dieser Un&#252;bersichtlichkeit: je mehr ich &#246;ffentlich von mir zeige, desto mehr k&#246;nnen &#8220;alle m&#246;glichen&#8221; Leute auch von mir wissen &#8211; ein Machtverlust bez&#252;glich der eigenen Au&#223;enwirkung in den bisherigen sozialen Rollen, der nicht jedem behagt. <span id="more-483"></span></p>
<p>Den Weg, nur das mit der Welt zu teilen, was man auch bisher mit s&#228;mtlichen Beziehungen geteilt h&#228;tte, ergibt eine so kleine Schnittmenge, dass f&#252;r Antje daraus nichts als die gro&#223;e Langeweile entsteht. Sie fordert ein Ein&#252;ben der neuen Offenheit, die einen positiven kulturellen Wandel bef&#246;rdere und der &#8220;alten Heuchelei&#8221; ein Ende mache. Dazu geh&#246;re zum Beispiel das Vertrauen: </p>
<blockquote><p>&#8220;Wir brauchen letztlich Vertrauen in die Person, mit der wir “befreundet” sind – n&#228;mlich das Vertrauen darauf, dass ihre vielen unterschiedlichen Facetten wohl schon irgendwie zusammenpassen, auch wenn wir das grade nicht kapieren. Und dass es interessant f&#252;r mich sein kann, jene anderen Facetten aus ihrem Leben kennen zu lernen, ohne dass ich damit gleich eifers&#252;chtig werde, weil es nicht genau das ist, was mir bisher an dieser Person wichtig war.&#8221;</p></blockquote>
<p>Pers&#246;nlich neige ich dazu, das &#228;hnlich zu sehen, jedenfalls, soweit es meine n&#228;heren Freunde betrifft: Sie werden sicher nicht durch irgend etwas, was ich aus meinem Leben hier oder anderswo zum Besten gebe, gro&#223; irritiert. Das aber muss nicht f&#252;r alle Menschen zutreffen, ohne dass ich deren Bedenken und Wunsch nach einem &#8220;&#252;bersichtlichen&#8221; Rollenverhalten durchweg mit dem negativ wertenden Wort &#8220;Heuchelei&#8221; belegen w&#252;rde. Dass wir soziale Rollen mit je spezifischem Verhalten spielen, hat ja auch seinen positiven Sinn: es konzentriert auf das jeweils aktuelle Miteinander, auf den Sinn der jeweiligen Beziehung, die vielleicht gar nicht bereichert w&#252;rde durch ein allzu &#8220;ganzheitliches&#8221; Outing s&#228;mtlicher bisher nicht vermittelter Aspekte. </p>
<h2>Vertrauen ist gut, Netikette ist besser</h2>
<p>Es gibt einen brisanten Aspekt des &#8220;sich Zeigens&#8221;, der nicht mit dem Verweis auf eine zu entwickelnde Kultur mit mehr Offenheit und Vertrauen abzub&#252;geln ist: Da ich als Mensch in einem Beziehungsnetz stehe, zeige ich nicht nur mich, wenn ich &#252;ber diese Beziehungen bzw. meinen Alltag mit ihnen schreibe, sondern immer auch den Anderen, der da mit mir verbunden ist. In der alten Welt gab es dazu die einfache Benimmregel, die mir als Kind recht vehement vermittelt wurde: <strong>&#220;ber Andere spricht man nicht!</strong></p>
<p>Anstatt darauf zu setzen, dass alle sich daran gew&#246;hnen, von Freunden und Bekannten &#8220;besprochen&#8221; und ver&#246;ffentlicht zu werden, l&#228;ge es doch viel n&#228;her, diesen menschenfreundichen und Konflikte vermeidenden Grundsatz auch in den sozialen Netzen zu ber&#252;cksichtigen. Der Grund daf&#252;r ist einfach und wie ich meine sehr nachvollziehbar: Jeder sollte selbst dar&#252;ber bestimmen d&#252;rfen, was er von sich &#246;ffentlich macht und was nicht. Dieser Grundsatz zieht sich durch unser gesamtes Datenschutzrecht, warum sollte er ausgerechnet im pers&#246;nlichen Miteinander sozialer Netze entfallen? </p>
<p>Wenn ich berichte, mit wem ich gestern abend unterwegs war und was wir dabei erlebt haben, kann es durchaus sein, dass dieser Jemand einem Dritten genau das verschwiegen oder einfach noch nicht mitgeteilt hat. Daf&#252;r kann es gute oder schlechte Gr&#252;nde geben, die ich  (f&#252;r mich!) bewerten kann, doch habe ich kein Recht, deshalb &#252;bergriffig zu werden und F&#220;R IHN zu bestimmen, was &#246;ffentlich wird und was nicht. </p>
<h2>Neue Kultur &#8211; oder mediale Vergewaltigung?</h2>
<p>Dieser Aspekt einer &#8220;neuen Offenheit&#8221;, die keine Privatheit mehr kennt, kommt in Antje Schrupps anregender Betrachtung nicht vor &#8211; und auch nicht bei Anderen, die in diesselbe Richtung argumentieren.  Im Artikel <a href="http://www.claudia-klinger.de/digidiary/30_06_03.shtml">&#8220;Von sich schreiben &#8211; Webdiarys und mehr&#8221;</a> bin ich im Jahr 2003 dieser Problematik ausf&#252;hrlicher nachgegangen, aus dem ich, weil es so punktgenau passt, ausnahmsweise mal zitiere:</p>
<blockquote><p>&#8220;&#8230;auch das eigene Erleben zu schildern, ist problematisch. Ich gebe zu, dass ich schon mal interessiert mitlese, wenn jemand sich &#252;ber das langweilig gewordene Liebesleben mit seiner Frau ausl&#228;sst &#8211; aber gleichzeitig l&#228;uft mir ein Schauer &#252;ber den R&#252;cken! Ich empfinde das als eine Art Verrat, eine Illoyalit&#228;t gegen&#252;ber der Intimit&#228;t der Beziehung, die auch dadurch nicht &#8220;geheilt&#8221; wird, dass so mancher das dann seiner Frau auch noch zu lesen gibt &#8211; so ganz offen und ehrlich&#8230;! Manchmal f&#252;hlen sich die Autoren in der Anonymit&#228;t relativ sicher: insbesondere in den ersten Jahren des Netzes war es eher unwahrscheinlich, dass das eigene Umfeld mitliest, was man im Web so verbreitet. Das hat sich mittlerweile drastisch ge&#228;ndert und gelegentlich konnte ich mitbekommen, wie hart es f&#252;r die Autoren manchmal war, wenn der &#8220;Clash of Cultures&#8221; pl&#246;tzlich DOCH statt fand.</p>
<p>Es macht dabei sicher einen Unterschied, ob der Schreibende etwas berichtet, was er auch dem &#8220;Gemeinten&#8221; in aller Offenheit ins Gesicht sagt, oder ob es etwas ist, das dem Betroffenen ganz neu ist. Zuhause den Mund nicht aufkriegen, aber im Web jammern, klagen, schimpfen, fordern, das ist so ziemlich die unterste Stufe m&#246;glichen Verhaltens, wenn man es moralisch betrachtet &#8211; und das tue ich hier, es geht ja um &#8220;die gute Sitte&#8221; im pers&#246;nlichen Schreiben.</p>
<p>Doch auch wenn &#8220;nur&#8221; geschrieben wird, was auch dem Betroffenen bekannt ist, ist es doch ein &#220;bergriff auf dessen Leben: Er oder sie muss gew&#228;rtigen, dass nun irgend jemand aus dem Bekannten- oder Kollegenkreis haarklein dar&#252;ber Bescheid wei&#223;, was zu Hause gerade los ist &#8211; kein sch&#246;ner Zustand. Es gibt vielleicht Menschen, die ganz frei mit so etwas umgehen k&#246;nnen, aber der Normalfall ist es gewiss nicht. Eher bedeutet es eine Art mediale Vergewaltigung, das Intimleben eines anderen &#246;ffentlich zu machen. Deshalb sind dem ja auch in der Welt traditioneller Medien rechtliche Grenzen gesetzt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nat&#252;rlich ist das gew&#228;hlte Beispiel etwas drastisch, doch gilt dasselbe auch genauso f&#252;r weniger intime Angelegenheiten. Und auch, wenn ich &#8220;nur&#8221; bei Facebook ein Foto einstelle und darauf abgebildete Freunde &#8220;tagge&#8221;, sie also mit Namen, Zeitpunkt und Ort auf eine Weise oute, die sie nicht selbst gew&#228;hlt haben, w&#252;rde ich gegen die Nettikette versto&#223;en, die ich mir als f&#252;r alle geltend w&#252;nsche!</p>
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		</item>
		<item>
		<title>6 Fragen, die man nur Google fragt</title>
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		<pubDate>Sun, 11 May 2008 06:00:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia Klinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben & Arbeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe & Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Selbsterkenntnis, Lebenskunst, Yoga]]></category>
		<category><![CDATA[allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit welchen Anliegen Menschen &#252;ber Google hier auf dem Diary landen, verbl&#252;fft mich immer wieder! In Zukunft werde ich einmal im Monat besonders beeindruckende Fragen ver&#246;ffentlichen &#8211; und nat&#252;rlich antworten, so gut ich kann! 1. Wie verbessere ich die Welt ? Wenn du dir morgens die Z&#228;hne putzt, f&#228;ngst du schon damit an! Und dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit welchen Anliegen Menschen &#252;ber Google hier auf dem Diary landen, verbl&#252;fft mich immer wieder! In Zukunft werde ich einmal im Monat besonders beeindruckende Fragen ver&#246;ffentlichen &#8211; und nat&#252;rlich antworten, so gut ich kann! <span id="more-174"></span></p>
<h2>1. Wie verbessere ich die Welt ?</h2>
<p>Wenn du dir morgens die Z&#228;hne putzt, f&#228;ngst du schon damit an! Und dann einfach weiter machen: tun, was anliegt. H&#246;re in dich hinein und folge deiner inneren Stimme, nicht dem, was andere f&#252;r wichtig halten. Die GANZE WELT musst du nicht auf deinen Schultern tragen, es ist auch erlaubt, sie zu genie&#223;en. Und wenn du &#252;ber irgend etwas ganz besonders emp&#246;rt bist, dass du nicht alleine ver&#228;ndern kannst, dann <a href="http://www.bessereweltlinks.de/">schau mal hier rein,</a> da finden sich Mitstreiter! Mehr zum Thema <a href="http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2007/09/22/wie-verbessere-ich-die-welt/">liest du hier.</a></p>
<h2>2. Wie vertraue ich meinem Mann ?</h2>
<p>Wenn du das fragen musst, vertraust du ihm also nicht. Niemand au&#223;er dir wei&#223;, woran das liegt: bist du ein misstrauischer Mensch, der niemandem vertrauen kann? Oder hat dein Mann dir Anlass gegeben, ihm zu misstrauen? Erforsche dich selbst und werde dir klar, was du willst und was nicht. Sei dann ebenso klar in deiner Kommunikation: Rede offen mit ihm &#252;ber alles, was dich bedr&#252;ckt, aber ohne ihn in die Ecke des Schuldigen zu dr&#252;cken. Dann bist du schon einen gro&#223;en Schritt weiter! Und wenn du magst, lies mehr &#252;ber <a href="http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2007/11/07/vertrauen-und-beziehung/">&#8220;Vertrauen und Beziehung&#8221;</a>.</p>
<h2>3. Was motiviert mich in einem neuen Unternehmen zu arbeiten?</h2>
<p>Offensichtlich nichts. Warum l&#228;sst du es nicht einfach bleiben? Ohne <a href="http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2007/02/08/die-suche-nach-der-leidenschaft/">Leidenschaft</a> geht gar nichts..</p>
<h2>4. Was ist eine Beziehung?</h2>
<p>Immer, wenn du zu jemandem in Kontakt trittst, beziehst du dich auf ihn: auch zum B&#228;cker, bei dem du deine Br&#246;tchen holst, hast du eine Beziehung. Vermutlich meinst du aber die Beziehung zwischen Mann und Frau: ein l&#228;nger andauerndes Verh&#228;ltnis, in dem die beiden einander nicht egal sind, sondern zu zweit ihr Gl&#252;ck suchen. Meist unter Einbeziehung von <a href="http://www.lustgespinst.de/2009/03/02/zuviel-naehe-toetet-die-erotik/">Erotik</a>, oft mittels gro&#223;er Anspr&#252;che ans Gegen&#252;ber, was <a href="http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2007/10/28/wie-romantische-liebe-zum-beziehungselend-wird/">einen Berg von Problemen</a> mit sich bringen kann. Deshalb sprechen manche auch von &#8220;Beziehungskiste&#8221;, was mich auch an &#8220;K&#228;fighaltung&#8221; denken l&#228;sst.</p>
<h2>5. Wer gibt mir Arbeit?</h2>
<p>Schaffe dir Arbeit! Besch&#228;ftige dich mit dem, was dir Freude macht, lerne dazu, werde immer besser, dann wirst du genau in diesem Sektor auch n&#252;tzlich f&#252;r Andere! (Siehe auch: <a href="http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2007/06/27/ist-arbeit-nur-mittel-zum-zweck/">Ist Arbeit nur Mittel zum Zweck?</a>)</p>
<h2>6. Wer will Sex mit mir?</h2>
<p>&#8220;Wer f&#8230;. will, muss lieb sein!&#8221; hei&#223;t ein alter Spruch. Um zu jemandem lieb sein zu k&#246;nnen, musst du allerdings erstmal Kontakt aufnehmen. Und die &#246;deste Art, das zu tun, ist die explizite Suche nach dem Sexpartner. Frauen m&#246;gen es allermeist nicht, allein zur Triebbefriedigung benutzt zu werden &#8211; auch dann nicht, wenn sie selbst bed&#252;rftig und entsprechend auf der Suche sind. Geh also &#8220;raus in die Welt&#8221;, zeige dich, beteilige dich, trete in Kontakt &#8211; das Erotische schwingt immer mit zwischen Mann und Frau, und wenn es dann &#8220;funkt&#8221;, dann merkst du es schon! (Wenn das nichts f&#252;r dich ist, gibts ja noch den kommerziellen Sektor).</p>
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