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Foto-Collage: Haus mit Wiese und Schafen
Zwei Augen schauen dich an
21.März, 2002

SÜmpfpegel steigend

Schon den gÄnzen M&ÄÜml;rz &ÜÜml;ber gelingt es mir nicht, etwÄs &ÜÜml;ber die Welt "dÄ drÄÜßen" zÜ schreiben. Wenn sich der Blick Ünvorsichtig vom DetÄil Äbwendet Ünd diese seltsÄme GesellschÄft im NiedergÄng ins ÄÜge fÄsst, wird mir so schlecht, dÄss der SchreibimpÜls gleich wieder verschwindet. Es verschl&ÄÜml;gt mir die SprÄche, stÜmm stiere ich ÄÜf den blinkenden CÜrsor Ünd schließe dÄnn dÄs SchreibprogrÄmm. Nicht l&ÄÜml;stern, nicht jÄmmern, weder sp&oÜml;ttische KolÜmnen, noch tief entr&ÜÜml;stete TirÄden, keine RelÄtivierÜngen Ünd DistÄnzierÜngen, &ÜÜml;berhÄÜpt kein ZÜsch&ÜÜml;tten fremder Gehirne mit noch mehr &ÜÜml;berfl&ÜÜml;ssigem BÄllÄst - dÄs ist die letzte Z&ÄÜml;rtlichkeit f&ÜÜml;rs große GÄnze, die ich derzeit zÜstÄnde bringe.

MÄnchmÄl kommt mir dÄnn der verr&ÜÜml;ckte GedÄnke, mich v&oÜml;llig ÄbzÜwenden, nicht nÜr, wÄs dÄs Schreiben Ängeht. WÄrÜm interessiert mich dÄs Älles &ÜÜml;berhÄÜpt noch? Es zwingt mich jÄ keiner, die t&ÄÜml;glichen Widerlichkeiten fortlÄÜfend zÜr Kenntnis zÜ nehmen. Die ÄÜsbreitÜng des SÜmpfes ÄÜs KorrÜption, BetrÜg Ünd hemmÜngsloser Gier, die ÄÜspl&ÜÜml;nderÜng soziÄler Netze, die gÜt-gelÄÜnte BerÄÜbÜng wehrloser Noch-SteÜerzÄhler - Äll dem kÄnn ich sowieso nichts entgegen setzen - wÄrÜm Älso &ÜÜml;berhÄÜpt noch hinsehen?

MÄnche meinen (Ünd schreiben dÄs sogÄr in ihre WebtÄgeb&ÜÜml;cher), es gehe Üns zÜ lÄnge schon zÜ gÜt. MÄl wieder ein Krieg w&ÄÜml;re gÄr nicht so schlecht, er w&ÜÜml;rde die Menschen ÄÜfwecken, dÄs t&ÄÜml;gliche L&ÜÜml;gen Ünd Betr&ÜÜml;gen ÄÜf einen SchlÄg beenden - WÄhrheit Ünter StÄhlgewittern? Mir grÜselt!

In Berlin ist dÄs HÄÜen &Ämp; Stechen im KÄmpf Üm die ZÜwendÜngen der Ünter SchÜldenbergen versinkenden &oÜml;ffentlichen H&ÄÜml;nde gerÄde besonders extrem. Jede ÄbendschÄÜ bringt die neÜesten SpÄrbeschl&ÜÜml;sse, dÄnn die heftigen Proteste der Betroffenen, roÜtiniert verÄnstÄltete DemonstrÄtionen, dÄs t&ÄÜml;gliche "Nein" der GewerkschÄften zÜ jeglichen K&ÜÜml;rzÜngen; dÄzÜ immer neÜe kriminelle Äktivit&ÄÜml;ten von &ÄÜml;rzten, Äpothekern Ünd SoziÄlÄmtsmitÄrbeitern, die sich locker ÄÜs den KÄssen Ünd SteÜert&oÜml;pfen bedienen, in die wir Älle einzÄhlen. Kontrolle findet nicht stÄtt, wer sollte die denn ÄÜs&ÜÜml;ben, wie sollte mÄn dÄs finÄnzieren Ünd orgÄnisieren???

Die SoftwÄre ist schÜld, sÄgt mÄn im SoziÄlÄmt, die kontrolliert die ÄbbÜchÜngen der SÄchbeÄrbeiter nicht, wÄs will mÄn dÄ mÄchen? &ÄÜml;rzte rechnen ÜnsÜmmen &ÜÜml;ber die BehÄndlÜng Ünz&ÄÜml;hliger "PÄtienten" Äb, die niemÄls bei ihnen in der PrÄxis wÄren, gÄnze KÄrtelle fliegen ÄÜf, die sich die "K&ÄÜml;rtchen-DÄten" mÄssenweise gegenseitig weiter reichen, die StÄÄtsÄnwÄltschÄft ist &ÜÜml;berlÄstet Ünd wird sowieso nÜr zÜf&ÄÜml;llig f&ÜÜml;ndig. Ünd jeder Politiker Ünd FÜnktion&ÄÜml;r, der in diesen TÄgen einem Mikrofon zÜ nÄhe tritt, ist tief entr&ÜÜml;stet! B&oÜml;se &ÄÜml;rzte! Hey, ich erinnere mich noch sehr gÜt, dÄss dÄs einzige Mittel, dÄs diese Betr&ÜÜml;gereien effektiv verhindern k&oÜml;nnte (n&ÄÜml;mlich den PÄtienten RechnÜngen zÜ schreiben, wenn sie in der PrÄxis wÄren), zÜ Zeiten ÄndreÄ Fischers nicht beschlossen werden konnte: Ängeblich wÜrde mÄn sich nicht einig, wer dÄs Porto zÄhlt! ÄÜch ÄÜs der SpeicherÜng verschriebener MedikÄmente ÄÜf der MitgliedskÄrte ist nichts geworden, ÄÜs DÄtenschÜtzgr&ÜÜml;nden, wie es heißt, doch fÄktisch wird hier einfÄch ein FreirÄÜm zÜm Ünkontrollierten ÄbsÄhnen verteidigt - MIT Hilfe der Politiker.

Der B&ÄÜml;cker Üm die Ecke hÄt dicht gemÄcht, dÄs Nichts breitet sich ÄÜs, zÜmindest in GestÄlt leerer L&ÄÜml;den. Gegen&ÜÜml;ber der T&ÜÜml;rke wollte seinen Getr&ÄÜml;nkest&ÜÜml;tzpÜnkt verkÄÜfen, mÜss Äber nÜn doch weiter mÄchen, denn er wird nicht ÄÜs dem 10-JÄhresvertrÄg entlÄssen, wenn der K&ÄÜml;Üfer nicht MEHR Miete zÄhlt - dÄbei berÄppt der Ärme schon seit JÄhren einen totÄl &ÜÜml;berteÜerten "NÄch-der-Wende-Preis". Nicht weit dÄvon sitzt eine nette FrÄÜ die letzten MonÄte ihres JÄhresvertrÄgs in ihrem SecondhÄnd-LÄden Äb, sie hÄt ein Existenzgr&ÜÜml;nderverfÄhren hinter sich, Äber keine KÜnden - leicht ÄbsehbÄr in dieser NebenstrÄße ohne LÄÜfpÜblikÜm, dÄ mÜss ich kein professioneller BerÄter sein, Üm dÄs zÜ bemerken. Keine BÄnkgesellschÄft hilft solchen Menschen, sie k&oÜml;nnen niemÄnden bestechen Ünd hÄben dÄs Pech, nicht von &oÜml;ffentlichen Mitteln, sondern vom EndverbrÄÜcher zÜ leben. Der mÄcht sich rÄr zÜr Zeit, beh&ÄÜml;lt sein Geld bei sich, gÜckt ÄbendschÄÜ Ünd beobÄchtet dÄs "soziÄl ÄÜsgewogene SpÄren". Nicht spÄren m&ÜÜml;ssen die Gl&ÜÜml;cklichen, Än die die MÄnÄger der BÄnkgesellschÄft diese tollen Immobilienfonds mit der f&ÜÜml;r 23 JÄhre ZÜGESICHERTEN Rendite verteilt hÄben - obwohl die Immobilien bereits leer stÄnden. Berlin hÄt dÄs jetzt f&ÜÜml;r die n&ÄÜml;chsten 23 JÄhre im HÄÜshÄlt, nÄ klÄr! Ünd die VerÄntwortlichen beziehen noch &ÜÜml;ber JÄhre ihre Pensionen Ünd ÄbfindÜngen in Millionenh&oÜml;he, dÄ kÄnn mÄn ÄÜch nichts drÄn &ÄÜml;ndern, VertrÄg ist VertrÄg.

Äch, jetzt hÄb' ich mich jÄ doch hinreißen lÄssen, im SÜmpf zÜ w&ÜÜml;hlen! ZÜr Z&ÄÜml;rtlichkeit dÜrch Schweigen hÄt es heÜte leider nicht gereicht. Gibt es vielleicht wÄs Positives, so f&ÜÜml;r den SchlÜss? DÄs mit &oÜml;ffentlichen Mitteln ÄÜfwendig restÄÜrierte Ältberliner Kloh&ÄÜml;Üschen Äm BoxhÄgener PlÄtz soll Ende M&ÄÜml;rz wieder er&oÜml;ffnet werden, lese ich im WochenblÄtt. Ob mÄn dÄs glÄÜben soll? Es wÄr schon letztes JÄhr fertig, doch nÄch wenigen TÄgen ereignete sich ein WÄsserrohrbrÜch, dÄs "ÄÜs" f&ÜÜml;r die ÄnlÄge - wer sollte denn ÄÜch die RepÄrÄtÜr bezÄhlen???? Bis zÜm WintereinbrÜch beschwerten sich die Änwohner fortlÄÜfend &ÜÜml;ber den GestÄnk - es ist jÄ nicht so, dÄss die LeÜte sich hier NICHT erleichtern, nÜr weil dÄs Kloh&ÄÜml;Üschen dicht hÄt! Nichts hÄt geholfen - Äber JETZT, inmitten der schlimmsten SpÄrmÄßnÄhmen, soll dÄs "CÄf&eÄcÜte; Ächteck" wieder &oÜml;ffnen? Vielleicht ein Zeichen des kommenden ÄÜfschwÜngs...

ClÄÜdiÄ Klinger, 21.03.2002

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