Claudia am 29. Juli 2017 — 7 Kommentare

Wozu soviel Auto? #Diesel #eMobilität

Nun will also Seehofer den Absatz „emissionsarmer“ Euro-6-Diesel mit Steuergeldern fördern. Die sind aber nur im Labor emissionsarm (80 Milligramm Stickoxide/km), stoßen aber real ein Vielfaches aus (507 Milligramm pro Kilometer.). Und sogar künftig soll die Abgasreinigung womöglich erst bei 10 Grad Celsius einsetzen, also grade im Winter praktisch gar nicht!
Dass ein grüner Landeschef erst von einem Gericht gesagt bekommen muss, dass die Gesundheit der Anwohner ein höherer Wert ist als die Freiheit der Diesel-Fahrer, ihre 3-Tonner durch die Innenstädte zu bewegen, hätte ich nie gedacht! Aber im Autoland ist die Politik halt Schutzmacht der Autoindustrie, was dazu führt, dass diese ihren Verbrennungsmotoren-Weg immer weiter fortsetzen darf, koste es, was es wolle. Auch pro Jahr 10.000 vorzeitige Tode wegen Atemwegserkrankungen ändern da nichts.

Laut vielen Artikeln und Kommentaren geht es mit den E-Autos nicht richtig voran, weil:

  1. die Reichweite vielen zu kurz ist
  2. die flächendeckende Auflade-Infrastruktur fehlt
  3. noch keine bezahlbaren E-Autos zur Verfügung stehen.

Dass es die Infrastruktur nicht gibt, ist ein Versagen der Politik, bzw. ein absichtsvolles Hängenbleiben am Verbrennungsmotor, damit die Autoindustrie bloß nicht ihren wichtigsten Kern, den Verbrennungsmotor, verliert.

Zur Reichweite wäre zu fragen: wie viele Fahrten benötigen denn überhaupt eine hohe Reichweite? Muss man denn, um ab und zu mit dem Auto in Urlaub zu fahren, ganzjährig drei Tonnen schwere Wagen durch die Städte schieben? Ich fahre auf dem Rad oft an den Staus vorbei, meist sitzt nur eine Person im Auto, das für den Zweck doch total überdimensioniert ist, oder etwa nicht? Wozu braucht es soviel Auto? Zum Einkaufen? Derzeit breiten sich die Lieferdienste aus, es ist gar nicht mehr zwingend notwendig, den Kram im eigenen Kofferraum zu transportieren. Klar, auf dem Land und z.B. als Handwerker braucht man noch Autos, aber beim aktuellen Diesel-Streit geht es doch um hoch belastete Innensstädte.

Vielleicht braucht es ANDERE Fahrzeuge?

Die Crux mit den E-Autos ist doch, dass versucht wird, sie „ganz genauso“ zu machen wie traditionelle KFZs. Warum nicht ganz massiv abspecken? Bei den Fahrrädern / Pedelecs boomt der E-Antrieb und es gibt derzeit Anzeichen, dass E-Motorrollern und E-Scootern eine große Zukunft bevor steht (siehe hier, hier und hier). Was für eine Entlastung, nicht mehr soviel Gewicht mitschleppen und parken zu müssen!

Da es bei uns allerdings öfter mal regnet und schneit, wären die nächsten Schritte Wetterschutz und dann kleine Karosserien. Gab es ja früher schon mal, mit E-Antrieb könnten viele neue kleine Gefährte entstehen, hergestellt von neuen „StartUps“, aufladbar an jeder Steckdose. Bzw. an Laternen, die zu Ladestationen werden.

Wenn die Politik das fördern würde, anstatt zu bremsen, müsste man

  • den Autos mehr Fahrspur wegnehmen (Hälfte Auto, Hälfte Fahrrad und E-Roller)
  • der Ausbau von Ladeinfrastruktur fördern
  • Fahrverbote für alle Gefährte erlassen, die die Emissionsgrenzwerte faktisch überschreiten
  • die KfZ-Steuer so ändern, dass es unattraktiv wird, schwere große Autos zu besitzen
  • den ÖPNV ausbauen, wo immer möglich ebenfalls elektrisch.
  • endlich ein Tempolimit von 100/120/130 – wie in allen anderen EU-Ländern üblich einführen.

Die heute gängigen großen schweren Gefährte würden so nach und nach deutlich weniger werden. Warum zum Teufel braucht es denn immer PS-stärkere Autos? Die Entwicklung in den letzten Jahren finde ich geradezu erschreckend:

PS-Entwicklung
Quelle: CAR Universität Duisburg-Essen

Zum Glück nimmt die Funktion des PS-starken Autos als Status-Objekt länger schon ab, insbesondere bei den Jungen. Irgendwann wird das dann nurmehr eine Nische von Hobbyisten sein, etwa so wie Vinyl-Schallplatten in Zeiten digitaler Musik.

***
Siehe dazu auch:

Telepolis: Autoterrorismus in Deutschland

Diskussion

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7 Kommentare zu „Wozu soviel Auto? #Diesel #eMobilität“.

  1. Ein Haufen von Rot-Grün-Naivitätsblödsinn.

  2. Also grundsätzlich stimme ich zu, dass man keinen SUV mit 400 PS+ braucht.
    Aber ein paar andere Dinge stoßen mir doch sehr bitter auf, in diesem Artikel hier, und erst recht in der allgemeinen Diskussion:
    1.) Thema: Das „böse“ NOx und das noch viel bösere CO2 und erst recht der Feinstaub… Ich will gar nicht so sehr ins Detail gehen, es gibt genug Material für wissenschaftlich halbwegs vorgebildete (ein Abitur oder gar ein guter Realschulabschluss mit halbwegs fundiertem Unterricht in Physik, Biologie und Chemie reicht da schon, es braucht kein Studium dafür), das die
    a.) NOx Grenzwerte wie sie derzeit bestehen in Frage stellt
    b.) die Feinstaubproblematik ad absurdum führt (Stichwort Messungen der Partikelgröße) und zudem sie sicher nicht (nur) dem Verbrennungsmotor zuordnet.
    c.) die Rolle des CO2 als *Ironie on*“Gas des Satans“* Ironie off* doch stark in Frage stellt

    2.) Elektromobilität schön und gut. In großem Stil ist sie unter den derzeitigen technischen Bedingungen (Stichwort: fehlende Großspeicher für regenerative Energien) aber nicht umweltschonender als die bisherigen Antriebe weil der Dreck eben nur woanders anfällt und der Resourcenverbrauch bzw. der Verbau bedenklicher Substanzen für High – Tech – Akkus hoch ist.

    3.) EBikes (ich habe aus Hobbygründen selbst eines) und auch EMotorräder/EDreiräder machen sicher Spaß. Für einen wirklich großflächigen Einsatz in einer Industrienation sind sie aber unbrauchbar. Allerdings zugestanden: Mit Wetterschutz könnten sie in Innenstädten für bessere Luft sorgen und bei dem dort vorherrschenden „Verkehr“ (oft nur ein oder zwei Personen, keine schweren Lasten) einen wirklichen Vorteil darstellen.

    4.) Es ist einfach unmöglich, Menschen, die einen nicht unerheblichen Teil ihres Ersparten für einen Wagen ausgegeben haben, nach wenigen Jahren zu sagen: Pech gehabt! Dein Auto ist wertlos, kauf Dir halt eines Neues. Das geht gar nicht! Ich mache dabei nicht mal so sehr den Gerichten einen Vorwurf. Für einen Juristen sind die Grenzwerte interessant die gerade gesetzlich vorgeschrieben sind. Auch die sogenannte „Deutsche Umwelthilfe“, die die Klage auch in Stuttgart geführt hat ,ist nicht zwingend ein Vorwurf zu machen wobei ich persönlich(!) diesem Verein ideologische und finanzielle Motive unterstelle. Ein Vorwurf geht an die Herren und Damen Politiker: Schwachsinnige Grenzwerte (s. Punkt 1) sofort zurücknehmen! Und Übergangsfristen schaffen um die finanzielle Belastung der betroffenen Bürger möglichst gering zu halten. Die im Artikel genante Studie zu x tausend Toten aufgrund von Luftverschmutzung ist sehr fragwürdig, ich kann aus Platzgründen nicht darauf eingehen, bei Interesse bitte recherchieren!

    5.) Noch nach einem Tempolimit zu rufen rundet das Ganze dann ab. Warum muss immer alles vorgeschrieben und per Gesetz geregelt werden? Wie oft fahren denn die Menschen über 130 km/h und wie viele sind das?
    Dann kommt das Argument: Ja, wenn es so wenige sind, macht das Tempolimit ja auch nichts aus! Super!Wenn ich um 24 Uhr nachts von Köln nach Frankfurt fahre und kein Mensch auf der Straße ist, warum soll ich da 130 km/h fahren? Wie viel tausenstel Promille an Mehrbelastung machen solche Fahrten aus? Von der tatsächlichen schädlichen Wirkung (wieder Stichwort CO2 und außerhalb von Städten dann auch NOx und Feinstaub) mal ganz abgesehen?
    Aber hier in Deutschland wird ständig die Verbotskeule geschwunden. Autos? Verbieten! Hohe Geschwindigkieten? Verbieten! Verbrennermotoren? Unbedingt verbieten!!!

    Verbietet nicht sonder „bietet“ den Menschen reelle Alternativen und sie werden sie auch ohne Verbote nutzen bzw. die wenigen die es nicht tun, werden nicht ins Gewicht fallen. Kleine elektrobetriebene Fahrzeuge in Innenstädten wären, wie im Artikel erwähnt, so eine Alternative. Im Großen, d.h. für die Masse und außerhalb der Städte, ist emissionsfreie Mobilität zur Zeit aber (noch) nicht machbar. Über dem ständigen Gerede über Elektrifizierung vergisst man übrigens die Brennstoffzelle mit Wasserstoffantrieb. Schauen wir mal was da in Zukunft vielleicht noch kommt.
    Und eine „vollständige Dekarbonisierung“ der Volkswirtschaft von der momentan herumphantasiert wird, sind wir beim derzeitigen und auch absehbaren Stand der Technik soweit entfernt wie der Pluto von der Erde.
    Dazu ein Link:
    http://hd.welt.de/Sonderseiten-edition/article166916155/Kurzschluss-bei-der-Energiewende.html

  3. ein gespenst geht um in europa,
    es schleicht und windet sich,
    es kreucht und fleucht
    es kriecht und riecht
    es ist ein ding unwandelbar.

    es ist der geist der armut
    idiotentum und raffgierputz
    die krawatte um und schlechte Zähne
    der anzug scheint nur faden.

    es gab mal ne zeit in der ich von volkseigenem nutzen
    von kostenlosen, allgemein verfügbaren, jederzeit
    bedingungslos nutzbaren Verkehrsmitteln geträumt habe.

    ichliess mich sogar dazu hinreissen, diesen Traum in die tat umzusetzen und wurde bundesbahnbeamter.
    ich träumte davon,die öffentlichen Nah und Fernverkehrsmittel
    vollbesetzt durch die Landschaften fahren zu sehen und wollte aktiver Teil der Machermannschaften sein, die logistik hinter all dem nuetzlichen Verkehrsangebot zu organisieren.

    dieser Traum zerstob wie so vieles sich in schall und rauch aufgelöst hat, die Bahn wurde privatisiert, die ganzen, sorgfältig ausgeklügelten technischen Einrichtungen, die zur Wartung und instandsetzung der Betriebstechnik notwendig schienen wurden im Zuge der Privatisierung verschlankt, lean management und letztendlich ist der ganze laden zu einer profitgierigen
    masse konglomeriert, der mit meinem ursprünglichen Traum nicht mehr das geringste am Hut hatte.

    ok. was tun?
    ab dafür. was anderes.

    die chance bestand jedenfalls, aber leider wurde sie nicht genutzt, heute wird das Verkehrsaufkommen mit Statussymbolen und überteuerten Aktionärsspielzeugen notdürftig bewältigt, ein wunder, dass überhaupt noch privater Verkehr im bereich des möglichen ist:).

    Beschiss, Lug, Trug, Täuschung und allgegenwärtiges Abzocken heute wohin man sieht.

    ne Fahrkarte hin und zurück vom Remstal nach niedersachsen
    kostet mittlerweile 4-5 mal soviel wie der analoge dieselsprit verbrauch für eine einigermassen vernuenftige dieselschleuder.

    sind die denn alle vollkommen bescheuert?

    ja. wahrscheinlich.

    hierzulande zählt eben nur noch, was hinten bei rauskommt.

    bah.

    dieses land der ehemaligen dichter und denker ist zu einem sauhaufen von richtern und henkern mutiert. no fun anymore.

    mit einem suess-sauren
    gruss vom remstal
    ingo

  4. was tun?
    ..:)
    bescheissen, was sonst:)

    https://www.youtube.com/watch?v=kog0-_0vY2A

    something completaly different:)
    ein liebenswerter Zeitgenosse, der die Dinge anders
    in die Hand nimmt und so für abwechslung im drögen
    alltag der langeweile sorgt.
    eine auswahl seiner liebenswerten beschisse
    an der wirklich keit ist mit

    https://www.youtube.com/results?search_query=dynamo+magician+impossible+deutsch

    zu finden, wers mag und mal wirklich was anderes sehen und hören will:)

    verlinkte gruesse
    in die runde
    aus dem Remstal
    ingo

  5. Wer glaubt, der Staat sei um seine Bürger besorgt, weshalb die Dieselschikanen eingeführt werden, der glaubt auch, dass Benziner umweltfreundlicher fahren. Ob Umweltplakette, Katalysator, Russfilter, alles dient nur der Profitmaximierung. Solange Autofahren und Fliegen billiger als Zugreisen sind und der öffentliche Nahverkehr immer unerschwinglicher, sollte man jeden Politiker mit seinen gierigen Umweltlügen, bei laufendem Motor in eine Garage sperren.

  6. @Thorsten: ein großes Lob an dich, der du bereit bist, inhaltlich zu diskutieren und Gegenargumente bringst, die überdenkenswert sind! Anstatt nur zu „haten“, wie der Kommentierer Holms vor dir!
    zu 1) Mit der Suche „Feinstaubmessung Kritik“ fand ich diesen Artikel, der die Details der Messungen erklärt und der Frage nachgeht, warum gängige Messungen kaum Verbesserung der „Q10-Ergebnisse“ in Umweltzonen zeigen. Das wird dann aufgeklärt: es sollte der Rußanteil gemessen werden, der nicht nur, aber doch zu hohem Teil von den Autos kommt. Macht man das, zeigen sich in Umweltzonen doch drastische Verbesserungen – und der Autor kommt zu ähnlichen Empfehlungen wie ich. Natürlich muss auch an den anderen Quellen gearbeitet werden!
    Ansonsten: CO² ist selbstverständlich kein „Gas des Satans“, sondern lebenswichtiger Bestandteil der Luft! Die Problematik mit CO2 ist ausschließlich der Treibhauseffekt, der m.E. nicht zu leugnen ist.
    zu 2) Dem Argument mit „Dreck fällt nur an anderer Stelle an“ ist entgegen zu halten: Es ist doch sehr viel machbarer und günstiger, den Dreck an wenigen Großemissionsstellen zu neutralisieren, als in jedem Auto einzeln die Technik und Chemie der Abgasreinigung mitzuführen (die dann nicht mal funktioniert, wie wir ja sehen).
    Zu den fehlenden Großsspeichern bei Erneuerbaren: Könnten nicht die vielen Batterien vieler E-Autos genau dieser fehlende Speicher sein? Indem diese, wenn sie parken, immer am Strom hängen und fortwährend gefüllt würden? Auch kabellos zu ladender Strom aus in die Autobahn integrierte Stromschleifen wäre denkbar.
    zu 3: nahezu Konsens
    zu 4: Stimmt, es sollten nicht die Leute den Schaden bezahlen, die im guten Glauben an die Versprechungen einen „umweltfreundlichen Diesel“ gekauft haben.
    zu 5: mich wundert dieses Argument mit der „Verbotskeule“, da doch sogar Länder wie USA und GB, die als Horte der individuellen Freiheit gelten, krasse Beschränkungen haben! Mir gehts auch nicht um die Nachtfahrt auf freier Straße, sondern um die Lage auf Autobahnen: ständig Raser von hinten bei Überholvorgängen – bezüglich des Fahrens in anderen Ländern lese ich immer wieder, wie vergleichsweise ENTSPANNT es da zugeht. Dieses emotionale Festhalten an „freier Fahrt in Hochgeschwindigkeit“ kommt mir ziemlich irrational vor – aber ok, bei der Diskussion kann man das auch ganz rauslassen.

    @Ingo: dem Rant kann ich nur zustimmen! Es ist ein Elend, wie sich die Welt zu „Profit-Centern“ entwickelt hat… und danke für die Magier-Links! :-)

    @Morgentau: Egal wie nah deine Meinung bei meiner sein mag: es ist nicht angesagt, deshalb Gewaltfantasien gegen Personen und Personengruppen zu verbreiten! Hab‘ überlegt, das zu löschen (wie auch bei Kommantar 1), lasse es aber beispielhaft stehen, um meine bisher nie nötig gewesene, künftig aber mögliche „Löschpolitik“ zu erläutern. Diese Verrohung geht mir unsäglich auf die Nerven, sie nützt niemandem, sondern versaut nur die Atmosphäre, in der gesellschaftliche Debatten stattfinden, bzw. dann eben nicht mehr stattfinden.

  7. Hallo Claudia,

    danke für deine Reaktion.

    a.) Bezüglich des NOx: Natürlich ist ein „Zuviel“ von Stickstoffoxiden schädlich. Vor „nitrosen Gasen“ beispielsweise wird in jedem Anfängerpraktikum im Labor gewarnt. Die Frage ist jedoch die Konzentration (d.h. wie viel Teilchen, oder wahlweise auch welche Masse, pro Volumen). Die Grenzwerte im Verkehrsbereich(!) wurden diesbezüglich vor einigen Jahren , in meinen Augen ziemlich willkürlich und zwar – Überraschung – von der WHO, auf 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (das sind 0,00004 Gramm in einem (gedachten) „Luftwürfel“ mit einer Kantenlänge von einem Meter) festgelegt.
    Die Frage ist: Ist das jetzt wirklich schädlich? Merkwürdigerweise sind die Grenzwerte an einem Arbeitsplatz nämlich deutlich höher.
    Zum Einlesen:
    http://www.focus.de/finanzen/karriere/berufsleben/politik-ignoriert-zweifel-am-grenzwert-40-mikrogramm-dieselpanik-wegen-grenzwertluege-in-ihrem-buero-ist-20-mal-so-viel-stickstoff-erlaubt_id_7378545.html

    Wer es etwas genauer wissen will:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Stickstoffdioxid

    und:

    https://www.baua.de/DE/Angebote/Rechtstexte-und-Technische-Regeln/Regelwerk/TRGS/pdf/TRGS-900.pdf;jsessionid=E34350D2BBC519F3876A654C5F7C9401.s2t2?__blob=publicationFile&v=3

    (Wichtig bei diesem langenText ist die Einführung wo der Begriff „Überschreitungsfaktor“ erklärt wird. Die Werte der Überschreitungsfaktoren für NO und NO2 sind dann auf Seite 42 zu finden.

    Ich gebe zu, dass man sich auf diesem Level doch etwas ausführlicher mit Chemie, Biochemie, Physik und Medizin auseinandersetzen muss als man das mit einem normalen Schulabschluss tut. Es geht aber leider nicht anders und es ist alles machbar – man braucht dafür keine Kenntnisse, die man sich überhaupt nicht mehr aneignen könnte.

    b.) Weiter: Feinstaub:

    Zum Einlesen:
    http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/asthma/symptome/sinn-oder-unsinn-umweltzonen-kritiker-glauben-dass-umweltzonen-geldverschwendung-sind_id_3715811.html

    Und:
    http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Dresdner-Professor-fordert-ideologiefreie-Debatte-ueber-Schadstoffe-durch-Autoverkehr

    Etwas weitergehend:
    http://www.eike-klima-energie.eu/2017/06/16/teil-1-die-hexenjagd-auf-die-grundfesten-unserer-gesellschaft-oder-was-an-der-feinstaub-hype-und-dem-dieselgate-dran-ist/

    Mir ist bewusst, dass gerade die Website „eike“ teilweise als problematisch gilt. Ob das viele andere, als „seriös“ geltende Medien nicht inzwischen auch sind, sei offen gelassen. Dennoch: Irgendwo muss man ja anfangen mit dem Lesen und ich finde den Artikel aus meiner fachlichen Sicht als Chemiker und Physiker, von der Sache her, gut aufgemacht und bedenkenswert.

    c.) CO2:
    Ich habe vor inzwischen knapp 2 Jahren einen etwas längeren Aufsatz über CO2 und Klimawandel geschrieben und zwar für einen Blog auf dem ich Mitglied bin und der sich eher mit wirtschaftlichen und politischen Themen befasst. Die Betreiber des Blogs hatten mich gebeten, das für die Mitglieder zu verfassen. Es ist also für „Nicht – Naturwissenschaftler“ geschrieben und – so hoffe ich – verständlich. Bei Interesse kann ich Dir, Claudia, diesen Aufsatz gerne zusenden. Es sind allerdings um die 40 Seiten, also einiges zu lesen.
    Fazit aus meinen Überlegungen ist jedenfalls: Obwohl mir die Absorptionsbanden des CO2 im infraroten Bereich des Spektrums bekannt sind und ich diese natürlich auch nicht leugne, habe ich allergrößte Zweifel was den Klimaalarmismus bezüglich CO2 betrifft.

    d.) Zum Thema Kraftwerke: Ich gebe Dir recht, eine Abgasreinigung an wenigen, großen Produktionsstellen wäre günstiger durch zu führen als in jedem einzelnen Auto. Das ist sicher ein Faktum!
    Die Problematik, die sich dennoch Bahn bricht, wenn man großflächig auf elektrifizierte Fahrzeuge umsteigen wollte – oder das gleich für die gesamte Volkswirtschaft versucht – wird an verschiedenen Stellen deutlich, nur einige Beispiele:

    i.) Wir brauchen bei regenerativen Energien (fast) den gesamten (mit hochwertiger Reinigungstechnik ausgerüsteten konventionellen Kraftwerkspark) als „Backup“. Das ist zwar machbar, würde aber die Kosten für eine Kilowattstunde (kWh) elektrische Energie in Bereiche zwischen 1,50 Euro und knapp 3 Euro katapultieren (in heutigem Geldwert gerechnet). Momentan liegen wir In Deutschland bei 0,20 bis 030 Euro… was im internationalen Vergleich bereits teuer ist

    ii.) Die derzeitigen (und auf Sicht verfügbaren) Akkus speichern nur sehr wenig Energie pro Masse. Ein Beispiel: Mein eigener Li – Ionen Akku für mein EBike speichert 0,6 kWh und wiegt ca. 4 kg. 0,6 kWh sind aber der Energieinhalt von nur etwa 50 ml Benzin…Natürlich: Bei größeren Akkus sieht das Verhältnis besser auch (und auch die Kosten pro kWh sind nicht mehr so exorbitant), dennoch bleibt das grundsätzliche Problem bestehen. Dies vor allem dann, wenn die Batterien der Fahrzeuge als „Ersatzspeicher“ für das allgemeine Stromnetz, oder noch schlimmer, gar für die gesamte benötigte Primärenergie gelten sollen. Die Energiemengen, der gebraucht werden, sind einfach um Größenordnungen(!) zu hoch dafür. Der von mir in meinem ersten Kommentar verlinkte Artikel reißt das Problem an.

    iii.) Nun könnte man sagen: Ok, dann brauchen wir gänzlich andere Akkutechniken. Stimmt! Wenn wir die hätten, Akkus, die wirklich große Mengen an elektrischer Energie speichern können, würde das Ganze anders aussehen und ich wäre dann der erste, der sagt: Jetzt geht’s!
    Das ist aber zur Zeit nicht in Sicht… Nicht falsch verstehen, manchmal gibt es Durchbrüche über Nacht und dann kann das in ein paar Jahren ganz anders ausschauen. Vielleicht kommen auch noch ganz andere Technologien… Alles denkbar. Nur darf jeder, der sich mit der Thematik ernsthaft auseinandersetzt, doch nicht mit etwas planen, was „vielleicht“ kommt – oder eben auch nicht. Also entweder „man“ hat schon jetzt ganz andere Technologien in der Schublade liegen …(halte ich zwar nicht für wahrscheinlich aber auch nicht für unmöglich) oder…es ist einfach völlig verantwortungslos.

    Und: Die grundlegende Rohstoffproblematik für den Bau von (derzeitigen) Akkus in wirklich großem Stil bestehen natürlich auch noch (z.B. Stichwort Lithium).

    Auch hier zum Nachlesen:
    Energiewende – Probleme: http://www.vernunftkraft.de

    Primärenergieverbrauch in Deutschland:
    http://www.umweltbundesamt.de/daten/energie-als-ressource/primaerenergieverbrauch#textpart-1

    (Anmerkung: In der Grafik auf dieser Seite ist der Energieverauch in „Petajoule“ angegeben, eine Petajoule sind 1.000.000.000.000.000 Joule, also eine Billiarde Joule. Um diesen Wert in die gewöhnlichen Kilowattstunden (kWh) umzurechnen, muss man ihn durch 3.600.000 teilen).
    Man kann dann mit ein bißchen Rechnen sehen um welche „astronomischen“ Energiemengen es hier geht und dass Autobatterien als Backup nicht möglich sind.

    e.) Kontaktloses Laden durch Induktion: Eine gute Idee! Allerdings werden die ganzen anderen o.g. Probleme dadurch nicht kleiner… aber wenn überhaupt dann so. Allerdings ist da noch eine ganze Menge an Forschungsarbeit zu leisten, auch die Infrastruktur müsste erst aufgebaut werden. Also das ist nichts für „morgen“ oder „übermorgen“.

    f.) Tempolimits: Nur weil andere Staaten (ob nun „Horte der Freiheit“ oder nicht) etwas so machen, heißt es nicht, dass wir es nachmachen müssen.
    Aber Du hast recht: Es hat mit der restlichen Thematik eigentlich nichts zu tun. Vielleicht kann man sich einfach darauf einigen, dass man bei geringen Verkehrsdichten (z.B. nachts) die Geschwindigkeit unbegrenzt lässt und andernfalls reduziert. Systeme, wie sie auf vielen Autobahnteilstrecken schon eingesetzt werden, messen die Verkehrsdichte und geben die Geschwindigkeit vor, bei der der Verkehr noch möglichst optimal „fließt“.
    Das Problem: Wirkliche Raser bekommst Du damit nicht, denn die fahren immer wie die „Wutz im Wald“, ob nun generelles Tempolimit oder temporäres…

    Ja,… ist ganz schön lang geworden und auch viel zu lesen… Bei Interesse an „meinem“ CO2/Klimawandel – Artikel bitte einfach schreiben, meine Mailadresse oben ist echt und kein Fake.

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