Claudia am 27. Dezember 2016 — 8 Kommentare

Mein Jahresrückblick 2016: Was gut war

Insgesamt war 2016 ein erschreckendes, verunsicherndes Jahr. Aus Gründen, die wir alle kennen und in den Jahresrückblicken dieser Tage gewiss oft genug erwähnt werden. Ich hab‘ lieber mal danach geschaut, was GUT war – sowohl allgemein als auch für mich persönlich.
Beim „Allgemeinen“ ist das deutlich schwerer gefallen, blieb aber doch nicht ganz ergebnislos:

  • Verbessertes Youtube: Nach jahrelangem Rechtsstreit haben sich GEMA und Google auf einen Vertrag zur Vergütung von Musikinhalten auf YouTube geeinigt. Viele Sperrungen bekannter Songs sind damit entfallen.
  • Der EuGH hat die anlasslose Vorratsdatenspeicherung in der EU untersagt. Möglich ist sie weiterhin bei einer konkreten Bedrohung.
  • Der Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende wird bis zum 18.Lebensjahr des Kindes verlängert und nicht mehr zeitlich begrenzt. Durchgesetzt hat das die SPD, das Gesetz soll zum 1.1.2017 in Kraft treten, zur Not rückwirkend (weil über die Finanzierung noch in Gremien verhandelt wird).
  • Der Beleidigungsparagraf 103 (Staatsoberhäupter) im Strafgesetzbuch wird abgeschafft. Darauf hat man sich 2016 geeinigt, nachdem Böhmermann mit seinem „Schmähgedicht“ eine Krise in den deutsch-türkischen Beziehungen ausgelöst hatte (mit denen es eh nicht zum besten steht). Vom Playboy wurde Böhmermann zum „Mann des Jahres“ gekührt.
  • In Berlin regiert jetzt Rot-Rot-Grün, die lähmende „große Koalition“ ist Geschichte.
  • Bob Dylan erhielt den Nobelpreis für Literatur. Hier mal ein unbeannterer Song von ihm, der in die Zeit passt:

  • Alexander Van der Bellen wurde zum Österreichischen Bundespräsidenten gewählt und Hofer in der Stichwahl mit acht Prozent (!) Abstand verhindert.
  • Ein Impfstoff gegen Ebola wurde entwickelt und von der WHO erfolgreich getestet.

Und nun das Persönliche:2016

  • 2016 war ich nicht krank, nicht mal erkältet.
  • Seit Mitte Juli 12 Kilo abgenommen, ohne Hungern, mit Kalorien zählen. Gesunde Effekte sind schon sehr deutlich spürbar.
  • Eine offizielle Begehung meines Gartens ergab: trotz „naturnahem Stil“ sind alle Vorschriften zur „kleingärtnerischen Nutzung“ übererfüllt.
  • Da mein altes Fahrrad geklaut wurde, hab ich mir ein neuwertiges Gebrauchtes gekauft, das viel viel schöner und besser ist! Seitdem kann ich auch „sportlich“ radeln.
  • Da ich weder Windows 10 noch einen Telekom-Router nutze, wurde ich von größerem Ärger mit IT oder Netzverbindung verschont.
  • Dank ausreichend vieler Spenden konnte das Projekt „Formulare verstehbar machen“ das ganze Jahr 2016 über weiter arbeiten.
  • Dem Liebsten und guten alten Freunden verdanke ich viele schöne, inspirierende und entspannte Stunden und Tage. Kein Streit, nur Glück und Freude!
  • Im Digital Diary gab es 74 neue Einträge und manch‘ gutes Kommentargespräch – vor allem dank einiger Stammleser, die mir treu geblieben sind. Gefreut habe ich mich auch über alle, die sich erstmalig geäußert haben – keine Selbstverständlichkeit in Zeiten „sozialer Medien“.

Euch allen wünsch ich erholsame „Zwischentage“!

Diskussion

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8 Kommentare zu „Mein Jahresrückblick 2016: Was gut war“.

  1. Das klingt doch recht gut.
    Sicher lässt sich noch mehr aufzählen – vielleicht weil es zu privat würde.
    Ich denke, du bist sehr glücklich mit dem Internet und den damit verbundenen Möglichkeiten. Ich selbst sehe es auch deutlich als Gewinn, zweigleisig zu fahren: In praktischer Hinsicht mein Leben so zu leben, dass “ alles passt“ und Austausch und Information auch im Netz zu suchen.

  2. @Gerhard: meine persönliche Positiv-Liste erscheint dir als irgendwie ungenügend? Ich hätte auch noch die 3 Tage in Husum erwähnen können, aber ich weiß, dass das den Eindruck: „naja, da ist ja nicht viel“… nur noch verstärkt hätte! Und auch „persönlicher“ wäre da nichts, womit ich Eindruck machen könnte. Es ist nicht der Privacy-Aspekt, der meine Liste klein erscheinen lässt. Da ist halt nichts „Besonderes“.

    Nicht viel „Besonderes“, womit mensch glänzen könnte. Das aber ist gerade mein Glück: mein bisheriges Leben und Denken darüber hat mich davon befreit, mich in diesem Glänzen-Müssen-Stress bewegen zu sollen. Sowas mach ich nur noch gezielt punktuell, wenns denn sein muss, um Andere in kurzen Infos von meinen Qualifikationen zu überzeugen. Wenns um Honorar geht.

    Sonst aber nicht.

  3. Ein wirklich schöner Ansatz, mal das „was gut war“ zu benennen. Das fällt gerade schwer, um so dankenswerter, dass du das hier machst und mir auch ein paar der wirklich guten allgemeinen Dinge in Erinnerung rufst, die auch mir wichtig sind.

    Auch bei mir persönlich muss ich sagen, dass es das Jahr mit den bisher größten Herausforderungen meines Lebens war. Und das ist sicher nicht schlecht, denn es hilft auf dem Weg, der zu werden, der ich bin.

    Nicht einmal krank, sondern sogar noch gesünder geworden?! Das nenne ich mal eine persönlich erfolgreiche Bilanz für dich! „Formulare verstehbar machen“ verdient wirklich höchste Anerkennung! Auf ein gutes 17!

  4. Das war wohl wieder mal missverständlich. Ich habe nicht auf große Meldungen deinerseits gesetzt. Ich dachte einfach, du hast sicher manches kleine nicht erwähnt, weil es dir gerade nicht einfiel. Die kleinen, unmerklichen erfolge unterschlägt man oft selbst

  5. @Gerhard: Stimmt! Und es gibt auch „Quellen des Glücks“, die auf den ersten Blick ungeeignet scheinen. Z.B. die ständige Freude, die mir eine bereits im Jahr 2015 gekaufte neue Latexmatratze macht! Die vorherige war auch eine Latex, aber total durchgelegen, nicht mehr erholsam. Zudem aus verschiedenen Materialien schichtartig aufgebaut, von denen ich fast nur noch die härteren Schichten spürte. Und jetzt: Wow, was für ein angemehm kuschelig weiches Gefühl – aber eben eines, wie es nur Latex vermittelt, nämlich gut punktelastisch und insgesamt doch recht stabil und gut stützend. Ein Glück, dass ich diese Matratze nicht online gekauft habe, sondern in die Werkstatt ging, bei der ich auch die vorige gekauft hatte. Das Probeliegen bewahrte mich davor, mir wieder eine mit „stabilem Rosshaar“ oder „Kokosfaser“ als Zwischenschicht zu kaufen – die jetzige ist durchweg natürliches Latex und das ist gut so! :-)

  6. Die meisten deiner positiven Ereignisse haben auch mich gefreut, nur als Österreicher muss ich zum Ereignis Alexander Van der Bellen wurde zum Österreichischen Ministerpräsident gewählt und Hofer damit knapp verhindert doch meine Anmerkungen machen. Erstens haben wir einen Bundespräsidenten und keinen Ministerpräsidenten – das ist etwas Besonderes, denn er hat praktisch keine wirklichen Machtbefugnisse, auch wenn das die beiden im Wahlkampf anders dargestellt haben, und zweitens war das Ergebnis nicht knapp, denn acht Prozentpunkte Differenz bei einer Stichwahl zwischen nur zwei Kandidaten ist bei dieser Konstellation eine schallende Ohrfeige für den Verlierer! Das hat man an den Überreaktionen nach dem Ergebnis bei den Blauen deutlich gesehen!
    Bei den negativen Ereignissen sollte es ’17 wirklich besser werden!

  7. @Gilbert: danke für die Wertschätzung! Deine positive Sicht, mit der du Herausforderungen als Chancen „zu werden, der du bist“ annimmst, finde ich bewundernswert! Auch dir alles Gute für 2017!

    @Werner: Danke für die Einwände und Korrekturen! Ich hab den Satz von irgendwo übernommen und leicht umgestellt hier eingefügt. Und dabei übersehen, dass es ja wie in DE ein Bundespräsident ist – Wissen, das durchaus vorhanden ist, aber bei diesem Copy&Paste leider nicht „abgerufen“ wurde… :-) Ich ändere das jetzt.

  8. Wobei das Besondere am Österreichischen Bundespräsidenten die Direktwahl ist, also vom Volk als Korrektiv gewählt werden kann. Ich zitiere jetzt gekürzt aus Wikipedia: Der Bundespräsident (…) ist – neben den Bundesministern, den Staatssekretären und den Mitgliedern der Landesregierungen – ein oberstes Organ der Vollziehung nach Art. 19 Abs 1 B-VG. Zu den Kernkompetenzen des Bundespräsidenten gehören die Ernennung des Bundeskanzlers und, auf dessen Vorschlag, der weiteren Mitglieder der Bundesregierung sowie die Möglichkeit auf Ansuchen der Regierung den Nationalrat aufzulösen. Die Stellung des Bundespräsidenten und seine Kompetenzen definieren Österreich als sogenannte parlamentarische Semipräsidialrepublik. {…) Das Staatsoberhaupt hat seine Amtsräume seit 1947 im Leopoldinischen Trakt der Hofburg in Wien, was nichts anderes bedeutet, dass er in den Augen vieler Österreicher noch immer so als eine Art demokratischer Kaiser ist ;-)

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