Claudia am 12. August 2016 — 9 Kommentare

EDEKA schönt Adipositas-nahen BMI. Damit der Appetit nicht vergeht?

Eine Bemerkung vorab: Immer wenn es um den BMI geht, sagt mit 99%iger Wahrscheinlichkeit jemand: Aber dieser Wert ist doch unsinnig, denn er macht keinen Unterschied zwischen Fett und Muskeln“. Ja, es stimmt, wer viel Muskeln aufgebaut hat, wird dafür evtl. als übergewichtig eingestuft, obwohl das Mehrgewicht nur an den Muskeln liegt, die nun mal schwerer sind als Fett. Das bedeutet aber auch: für alle, die ein eher unsportliches Sitzleben führen oder in Maßen Ausdauer- statt Kraftsport betreiben, ist der BMI ein durchaus nützlicher Anhaltspunkt.

Mein BMI auf Standard-BMI-Rechnern

Da ich über den Winter wieder gewichtiger geworden bin, bemühe ich mich seit einem Monat erneut darum, deutlich abzunehmen. Dieses Mal will ich – schon der Motivation wegen! – mal wissen und ausprobieren, ob ich es bis herunter zum Normalgewicht schaffe und wie sich das dann anfühlt. Leider bin ich noch satte 14 Kilo davon entfernt und kann mich nicht einmal mehr erinnern, in welchem Alter ich mal so „schlank“ war.

Heutige BMI-Rechner berücksichtigen neben der Größe (165) und dem Gewicht (80) mittlerweile auch das Alter (62). Mit diesen Werten sieht das Ergebnis dann in der Regel so aus:

BMI - übliches Ergebnis

Das Berechnungstool ist auf bmi-rechner.net zu finden, es steht bei Google auf Platz 1 der Suchergebnisse. Ich hab‘ auch schon andere genutzt, die alle dasselbe Ergebnis zeigen, da sie ja auf denselben Formeln und Kriterien basieren.

Der EDEKA-Rechner: „Nicht schlecht…“

Heute hab‘ ich nun versehentlich bei Google mal auf eine Anzeige geklickt, die für den BMI-Rechner von EDEKA wirbt. Und ich staunte: Mit denselben eingegebenen Daten ergab sich zwar derselbe BMI, aber die Bewertung liest sich sehr viel Fett-freundlicher:

29,4 – das ist Ihr BMI. Nicht schlecht, aber auch nicht ganz perfekt. Dieser Wert liegt für Ihre Altersgruppe leicht über dem Normalbereich von 23-28. Mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger Bewegung können Sie Ihr Gewicht langfristig reduzieren.“

Während mich also das BMI-Rechner.net wegen deutlichem Übergewicht zum Arzt schicken will, LOBT mich EDEKA sogar noch für den Wert knapp unterhalb der Adipositas-Grenze: „Nicht schlecht….“. Ich vermute mal, dass ein Lebensmittel-Konzern natürlich vermeiden muss, den Leuten den Appetit zu verderben. Bloß keine Aufregung wegen Übergewicht, das hat doch immerhin ordentlich Umsatz gebracht!

Dicke leben länger? Das Adipositasparadox

Lange hab‘ ich geglaubt, es sei normal, mit zunehmendem Alter an Gewicht zuzulegen. „Normal“ heißt allerdings nicht zwangsläufig auch „gesund“ und so hab‘ ich mich gefreut und bestätigt gefühlt, als so ab 2013 die frohe Botschaft durch die Presse ging:

Dicke leben länger!.

Immer mehr Studien und sogar eine große Meta-Studie hatten (vermeintlich) bewiesen, dass „mäßig Dicke“ eine um sechs Prozent niedrigere Sterbequote hatten als Menschen mit BMI zwischen 20 und 25. Schön zu lesen, wirklich, ich war begeistert und fühlte mich in meiner „Fat Acceptance“ bestätigt.

Allerdings helfen tröstliche Schlagzeilen nicht, wenn das Treppen steigen schwer fällt, der Blutdruck auf einmal zum Thema wird und die körperliche Trägheit so nach und nach jeden spontanen Elan erstickt. Ich wusste: ich war mittlerweile nicht mehr nur „leicht übergewichtig“, sondern tatsächlich zu dick, ungesund dick.

Mein Gefühl hat mich nicht getäuscht. Dass Dicke länger leben, hat sich schon bald als fehlerhafte Auswertung der diversen Studien heraus gestellt. So heißt es im Artikel „Fett tötet Männer schneller“ in der ZEIT (Blendle-Link, kostenpflichtig)

…ein internationales Forscherteam um Emanuele Di Angelantonio von der Universität Cambridge hat jetzt das Adipositasparadox näher unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass es in der Faktenlage auf unzulässigen Verzerrungen basiert. „Vor allem wurde nicht berücksichtigt, dass chronische Krankheiten sowie das Rauchen zwar das Gewicht senken, dafür aber für sich genommen das Leben verkürzen können“, erklärt Di Angelantonio.

Raucher und chronisch Kranke müssten also aus der Gruppe der Schlanken herausgerechnet werden, weil ihr frühes Ableben letztendlich nicht auf ihre Schlankheit zurückgeht. Und genau mit dieser Vorgabe hat dann Di Angelantonios Team das Adipositasparadox noch einmal abgeklopft, wobei man sogar insgesamt 239 Studien in seiner Analyse berücksichtigte.

Dabei zeigte sich, dass bereits Menschen mit einem BMI zwischen 25 und 27,5 ein um sieben Prozent erhöhtes Sterberisiko haben. 1,80 Meter große Männer mit 85 kg oder 1,65 Meter große Frauen mit 70 kg Körpergewicht sind also schon gesundheitlich gefährdet. Bei einem BMI von 27,5 bis 30 steigt das Sterberisiko sogar um 20 Prozent. [Hervorhebung von mir]

Vor diesem Hintergrund betrachtet, ist der EDEKA-BMI-Rechner äußerst kritikwürdig, wenn ich auch wegen Übergewicht nicht extra zum Arzt gehen werde, wie es die anderen Tools empfehlen.

Abnehmen ist ja nicht etwa ein Hexenwerk, sondern lediglich eine Frage der Kalorienmenge, die man so zu sich nimmt. Eigentlich einfach, doch gibt es rund um dieses leidige Thema eine ganze Menge Mysterien und Illisionen, Falschbehauptungen und Legenden, dass man sich leicht in diesen „Fettlogiken“ verstrickt, die letztlich vor allem dazu dienen, zu erklären, warum man NICHT abnimmt bzw. gar nicht abnehmen kann. Zur Klärung im Kopf hat mir da das Buch Fettlogik überwinden von Nadja Hermann viel geholfen, die all diese Dinge auf wissenschaftlicher Grundlage untersucht und das allermeiste als Märchen entlarvt (manche wollen das Buch extra nicht lesen, um ihren Glauben an den Hungerstoffwechsel o.ä. nicht zu verlieren!).

Wie Normalgewicht zur Gesundheitsgefahr wird

Noch einmal zurück zu den BMI-Rechnern. Interessehalber hab‘ ich mal ausprobiert, was denn zu einem Ergebnis gesagt wird, das auf einem Gewicht von 60 Kilo basiert – also in der oberen Mitte meiner Normalgewicht-Bandbreite von 52 bis 66 Kilo. Das BMI-Rechner.net gibt dazu aus:

Ihr BMI: 22.0 – das bedeutet Normalgewicht
Grundumsatz: Ihr Grundumsatz beträgt 1.237 kcal pro Tag.
Normalgewicht: Ihr Normalgewicht liegt gerundet zwischen 52kg und 66kg.

Der EDEKA-BMI-Rechner meint dagegen:

22. Das ist Ihr BMI. Dieser Wert liegt für Ihre Altersgruppe unter dem Normalbereich von 23-28. Die Ursache dafür kann verschiedene Gründe haben. Bitte beachten Sie: Der BMI-Wert bietet eine Orientierungshilfe, sollte aber immer individuell betrachtet werden. Wir empfehlen Ihnen, ein Gespräch mit Ihrem Arzt oder einer Ernährungsberatungsstelle in Ihrer Nähe zu führen.

Schon richtig gefährlich, so ein mittleres Normalgewicht! Dass das nicht nur Rechentools, sondern auch Menschen so sehen, erfahren alle, die tatsächlich bis auf ihr Normalgewicht abnehmen oder auch nur ansagen, dass sie das vorhaben. Ich lese in vielen Kommentaren und Foren, dass dieses offenbar brisante Vorhaben nicht selten von der Familie, Freunden und Kolleginnen als ungesund, ja Magersucht-verdächtig eingestuft wird.

Früher hab‘ ich geglaubt, wir lebten in einer Gesellschaft im Magerwahn, heute sieht es ganz nach dem Gegenteil aus: „Übergewicht ist das neuen Normal“ – ich wette, Ihr habt das auch schon gehört oder gelesen. Mir ist das jetzt egal, ich will endlich wieder weniger werden und das dann auch beibehalten. Knapp 5 Kilo hab‘ ich binnen vier Wochen immerhin schon geschafft, bei einer moderaten durchschnittlichen Kalorienaufnahme um die 1300 Kalorien/Tag. Sogar ganz ohne Hungergefühl… geht doch!

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Diskussion

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9 Kommentare zu „EDEKA schönt Adipositas-nahen BMI. Damit der Appetit nicht vergeht?“.

  1. Liebe Claudia,
    Ich denke und da bin bin ich auch mehrmals von kompetenter Seite bestätigt worden, daß diese ganze Rechnerei nicht absolut zu nehmen ist.
    Ich hatte gehört, daß ein BMI von 29 im vorgerückten Alter im Normbereich liegt. 30 und darüber sollte er natürlich nicht sein. Das glaube ich. Zurück zu meinem Gewicht als junger Erwachsener will ich nicht und kann ich auch nicht.
    Von meinen Bekannten werde ich nun als sehr schlank angesehen, selbst meine kritische Partnerin bestätigt mir das. Doch zeigt der BMI bei mir 29,5.
    Durch die jetzt 22 kg (24 zum Höchstgewicht) Gewichtsabnahme seit Mitte Dezember und durch mein Training bin ich richtig wendig und beweglich geworden, leistungsfähig fast wie ein Junger. Das auch mit 62.
    In den letzten 8 Monaten habe ich nie mehr zugenommen, sondern immer etwas abgenommen, wenn auch es in den letzten 4 Monaten nur 2 kg Gewichtsverlust waren.
    Es gehört regelmässiges „Training“ dazu. Das ist bei mir zu 90 % schnelleres Gehen, was etwas eintönig sein kann. Gerne würde ich spielerische Elemente einbauen: Ballspiele, Tischtennis. Das einzige was ich aber neben den Spaziergängen machen „kann“, ist Tanzen zu DJ-Musik, gelegentlich kurz auf einen Stepper gehen, gelegentlich Hanteln und auch ganz selten Tischtennis oder Fahrrad. Wie gesagt würden mir spielerische Elemente gut tun, aber dazu braucht man einen willigen Partner. Zwar kann man auch mit einem Rackett einen Softball gegen eine Wand schlagen und den unregelmässig abspringenden Ball versuchen zu erwischen, aber da fehlt mir noch ein guter, geigneter Softball, der nicht zu elastisch ist.
    Noch etwas: Diese Abnehmerei und das Daraufzielen ist Stress und nervt auf Dauer, nach mittlerweile 8 Monaten. Ich möchte daher zwar regelmässig was machen, aber nicht mehr mit Druck. Steter Druck erzeugt ja auch das Bedürfnis, sich durch Trinken und Essen abzureagieren.
    Die Balance ist hier nicht leicht!
    Noch etwas: Diese 20 Prozent mehr Gefährdung bei einem BMI von 29 („Bei einem BMI von 27,5 bis 30 steigt das Sterberisiko sogar um 20 Prozent.“ )will ich nicht glauben.
    Seit ich so viel abgenommen habe und viel Bewunderung dafür erhielt (ich will die erstaunlichen Komplimente der Frauen im Einzelnen jetzt nicht wiedergeben) betrachte ich meine Mitmenschen etwas näher: Auf der Strasse begegnet man erstaunlich oft sehr schlanke Menschen. Davon gibt es mehr als man gemeinhin denkt. Und viele davon sehen – für mich – im Ganzen unvorteilhaft aus. Ich finde extreme Schlankheit, auch wenn sie drahtig daherkommt, nicht vorteilhaft. Oft sind diese Leute auch nicht unbedingt sportlich, sondern einfach nur dünn.
    Diese Dünnheit sieht oft ungesund aus. „Ein Hungertuch“, sagt man. Unlängst auch einen Mann in meinem Alter oder knapp darunter, gesehen mit einer regelrechten Knabenfigur und einem großen Kopf. Wenn ein Mann in diesen Jahren die Figur eines Jugendlichen oder Kindes hat, das sich ohnehin ständig draussen auf Spielplätzen und Strassen herumtreibt und dadurch per se enorm schlank ist, dann wirkt das – auf mich (!) – „deplaziert“. Es ist kein Neid dabei, das sage ich gleich vorneweg!
    Also, das waren meine Beobachtungen und Wertungen. Kann jemand anderes natürlich ganz anders werten.

    Ich für mich halte ein moderates Gewicht für erstebenswert. Ist der Körper dabei leistungsfähig, was soll denn dagegen sprechen?
    Und noch etwas: Dieses Auf und Ab im Gewicht, das resultiert doch davon, daß ständige Kontrolle und Aufmerksamkeit aufs Gewicht schwierig ist, also lässt man es irgendwann los und legt wieder zu.
    Liebe Claudia, ich gönne Dir den Versuch, diese noch 14 kg abzunehmen. Nur um des Versuchs wegen. Da ich Dich und mich auf bestimmte Weise werte/ansehe, dann sehe ich diesen möglichen Gewinn nur als temporären Gewinn an. Das sollte dich aber nicht abhalten!

    Was ich für mich möchte, jenseits aller Rechnerei und aller Gewichtskontrolle: Ich möchte, daß Bewegung weiter ein wichtiger Teil meines Lebens bleibt. Ich bin dankbar, daß ich wieder Bewegungsmensch geworden bin und daran deutlich Spaß habe.
    Mit 30 hatte ich folg. Gedanken : Joggen, das kann mir niemand nehmen, das ist reines Glück! Nun, das Joggen musste ich sehr bald danach dann doch abgeben, wegen Gelenkbeschwerden. Zu früh gefreut! Und ein wahrhaft herber Verlust damals! Jetzt aber freue ich mich wieder sehr an Bewegung, wenn auch Joggen nachwievor nicht drin ist. Muss es auch nicht. Es gibt ja diverse Bewegungsmöglichkeiten, die man je nach Eignung ausprobieren kann, wenn man wirklich will.

    Ein sehr langer Post, sonst nicht meine Art, aber in diesem Fall wohl „zu verzeihen“.

  2. Was hälst du vom ABSI: https://zes-muc.de/absi.html ? Danach habe ich eine sehr gute Prognose – ich war schon immer eher Birne als Apfel, auch in dicken Phasen. Aber ich fürchte, wenn die den Zigarettenkonsum noch mit einrechnen würden, hätte ich meinen Vorsprung verspielt…

  3. @Gerhard: verzeihen? Hey, ganz im Gegenteil bin ich begeistert und freue mich über deinen ausführlichen Bericht! Und meine Bewunderung für deine zurück gewonnene Bewegungsfreudigkeit ist gar grenzenlos, denn genau da hapert es bei mir gewaltig! Ich hoffe, dass ich da alsbald einen neuen Einstieg schaffe, wenn ich schon deutlich fühlbar leichter bin…. Zwar spüre ich die fast 5 Kilo weniger schon ein bisschen, aber angesichts des Gesamtgewichts ist das noch sehr marginal.

    Hach, du weißt nicht, wie sehr ich selbst dazu neige, zu denken, wie du! Und natürlich: wenn ich mich mit 70/75 wohl fühle, wer weiß, was ich dann entscheide… . :-) Dass ich auf die Idee kam, es mal mit einem „ambitionierten Ziel“ zu versuchen, verdankt sich einem lieben Freund, dem ich das Buch von Nadja mitgegeben hatte. Eigentlich zum Weitergeben, denn er selbst erschien mir normalgewichtig. War er aber nicht, sondern ca. 10 Kilo darüber, die er aufgrund des Buches ratzfatz abgenommen hat (auch etwa in unserem Alter). Jetzt fühlt er sich großartig und hilft mir, die Motivation aufrecht zu erhalten, was ich alleine nicht so wirklich schaffe.

    Der Meta-Studie nicht glauben? Immerhin war es eine neue Auswertung von 239 Studien, das ist ja doch mehr als das übliche „Studien haben bewiesen…“. Was mir dazu aber einfällt: wie wäre das Ergebnis wohl gewesen, wenn man zwischen jenen unterschieden hätte, die ihr ganzes Leben lang „naturschlank“ waren und jenen, die sich im höheren Alter „herunter diätet“ haben? Womöglich mit dem üblichen Auf-und-Ab? Vielleicht sähe das Ergebnis dann wiederum anders aus.
    Zudem: es gibt ein Leben vor dem Tod! Und dessen Qualität hängt ja auch davon ab, wieviel „Druck“ ich mir mache, wie sehr ich meine, „an der Gesundheit arbeiten“ zu müssen… und wie sehr das den Lebensgenuss einschränkt.

    Also du siehst: meine Motivation, „Normalgewicht um jeden Preis“ erreichen zu wollen, ist nicht gerade in Stein gemeiselt! :-) Aber die Erfahrung vom letzten Jahr: ca. 9 Kilo weniger und davon 7 über den Winter wieder zugelegt, spricht einfach dafür, es mal „weiter runter“ schaffen zu wollen… Momentan leide ich auch nicht unter dem Abnehm-Regime, sondern staune eher, wieviel MENGE ich tatsächlich essen kann, wenn ich drauf achte, kalorienarme Dinge zu wählen!

    Die schlanken Menschen, die nach „Hungertuch“ aussehen, bespricht Nadja im Buch ja auch. Stichwort „Skinny Fat“: Normalgewicht oder darunter, aber mit hohem Fettanteil – die sollen durchaus ähnliche Risiken haben wie Übergewichtige!
    Kannst du bitte nochmal beschreiben, wie genau du das „zügige Gehen“ praktizierst? (Dauer, Tageszeit, Regelmäßigkeit, wohin?)

    @Doris: diesem Wert nach (ABSI-Z -0.8) habe ich gegenüber der Allgemeinbevölkerung ein 20% niedrigeres Sterberisiko. Das ging mir ähnlich mit dem „Taille Hüfte Verhältnis„, das mir im Ergebnis glatt „Normalgewicht“ bestätigt – absurd, wenn du mich sehen würdest! Der Bauch fängt eben erst unterhalb der Taille so richtig an…. und wenn ich den Fettanteil-Rechner bemühe, komme ich gar auf katastrophale 42% Fettanteil!
    Äußerst widersprüchlich, nicht?

  4. Auch von mir, lieber Gerhard, ein ganz großes Kompliment und Danke für deinen ausführlichen Kommentar. Huiii…., mit 22 kg weniger, ich glaube, ich würde jeden Abend in die Ü-60-Disco gehen, weil ich dann auch könnte, wie ich wollte :)
    Ich denke das schöne daran ist, dass du dich jetzt gut und wohlfühlst. Das wünsche ich dir auch für die Zukunft. Und so lange es dir Freude macht, ist es doch die perfekte Win-Win Kombination.
    Liebe Grüße, Menachem

  5. „Kannst du bitte nochmal beschreiben, wie genau du das „zügige Gehen“ praktizierst? (Dauer, Tageszeit, Regelmäßigkeit, wohin?)“
    Nun ganz einfach: Nach dem Kantinenessen mache ich manchmal, nicht immer, einen flotten Spaziergang ums Werksgelände, durch einen kleinen Park. Das sind so 15 Minuten. Oft sitzen da leute auf den Bänken, fast immer die gleichen, um etwas Abstand zu gewinnen.
    Abends mache ich oft einen 20-Minutenwalk um den Block, später als 21:30. Man trifft selbst da noch manchmal Leute von unserem Ort, aber die meisten sitzen wohl vor dem TV.
    Am Wochenende laufe ich machmal in die Stadt, zum Buchladen und einem Cd-Laden ganz individueller Prägung. Das Auto stelle ich quasi beim Eingang zur Stadt ab.
    Dann habe ich noch bei meiner Partnerin ein Laufband, das ich sehr sehr gerne benutze, lege dazu DJ-Musik auf, entweder vom Netz (Resident Advisor, Fact Magazine o.ä.) oder von meinem MP3-Player, der mit Lautsprecheranlage dort abgestellt ist. Da könnte ich manchmal endlos drauf verbringen, zu anderen Zeiten aber bleibe ich knapp 20 Minuten.
    Das alles ist mehr als genug. Dennoch ist es meist nur EINE solche Aktivität am Tag – das möchte ich eigens betonen!!
    Wichtig bei allem ist, daß ich ja Bewegung an sich gerne habe, also muß ich mich nicht sonderlich dazu knüppeln!
    Und es kann auch sein, daß ich mal 4 Tage am Stück ganz wenig mache, weil ich anderweitig ausgelaugt bin. Allzu zwanghaft will ich das „Training“ nicht handhaben, nur hat Bewegung wieder einen wichtigen Stellenwert für mich gewonnen und bringt mich so immer zu ihr zurück.

  6. Danke Gerhard! Ich werd‘ versuchen, mir an dir ein Beispiel zu nehmen – und wenn nicht mit gehen, dann wenigstens per Rad!

  7. Also ich seh das mit dem „schönen“ relativ.
    Wenn ich bei EDEKA ein Alter von 20 eingebe, hab ich zwar natürlich immer den gleichen BMI-Wert (ist ja reine Mathematik) doch einen ganz anderen Text, als wenn ich 60 eingebe. Der Idealbereich schwankt altersabhängig – und so ergibt es auch einen Sinn, das Alter einzugeben.
    Dagegen ist beim BMI-Rechner von bmi-rechner.net die ALtersangabe ein komplett überflüssiger Wert .. das wird nämlich später nirgends mehr aufgeführt. Egal ob 20 oder 60: Normalgewicht und Übergewicht wird immer gleich definitiv.

    Meiner Meinung nach „schönt“ hier nicht einfach nur EDEKA – sondern in anderem Sinne schummelt bmi-rechner.net!
    Weil: wozu lassen die sich überhaupt ein Alter eingeben, wenn sie es eh nciht beachten? Einfach weg lassen, wie viele andere BMI-Rechner wäre da ehrlicher ;)

  8. @barbarella: Was die Frage aufwirft: wer hat recht? Ist es denn in Stein gemeiselte Wahrheit, dass man im Alter übergewichtig wird? Dass manche Rechner evtl. „die Norm“ im Sinne der Mehrheit ihren Texten zu Grunde legen, muss ja nicht heißen, dass diese Norm auch das „gesunde Gewicht“ repräsentiert.

    Wenn ich mal die Zahlen aus dem Mikrozensus 2013 zu Grunde lege, sieht die Gewichtsverteilung bei den 60 bis 65-Jährigen so aus:

    BMI unter 18,5: 1,0 %
    BMI 18,5 bis 25: 33,8 %
    BMI 25 bis 30: 42,5 %
    BMI 30 und mehr: 22,7 %

    Nach allgemeiner BMI-Lesart sind hier also mehr als die Hälfte übergewichtig, 22,7% sogar adipös.
    Beachten wir auch mal die Erkenntnisse in Sachen Grundumsatz:

    “ Im Alter sinkt der Grundumsatz, da Stoffwechselvorgänge langsamer ablaufen und sich die Zusammensetzung des Körpers ändert. Weil sich der Hormonhaushalt verändert und die körperliche Aktivität sinkt, nimmt die Muskelmasse ab einem Alter von 30 Jahren kontinuierlich ab. Statt dessen lagert der Körper mehr Fett ein. Ab dem 40. Lebensjahr verringert sich der Grundumsatz um 10 Prozent, ab dem 60. gar um 20 Prozent. Der Kalorienbedarf sinkt zwischen dem 25. und 75. Lebensjahr bei Männern um etwa 375 Kilokalorien und bei Frauen um 200 Kilokalorien. „

    …dann wird im Grunde klar, warum so viele mit zunehmendem Alter übergewichtig werden: Wir stellen unsere Essgewohnheiten ja nicht zwangsläufig um, essen also zunehmend mehr als verbraucht wird. Der eigentlich ungesunde Zustand wird so zwar zur Normalität, aber eben nicht zu einer gesunden.

  9. Ich habe für euch hier meine Anti Jo-Jo Formel mit der ihr euren Grundumsatz berechnen könnt. Die Formel richtet sich immer nach dem Normalgewicht, nicht nach dem aktuellen Körpergewicht und ist deshalb auch bei übergewichtigen Menschen nicht höher als bei schlanken. Euer Normalgewicht ermittelt ihr, indem ihr von eurer Körpergröße die Zahl 100 abzieht. Beispiel: 176cm-100=76kg Normalgewicht.
    So lautet nun die Anti Jo-Jo Formel :

    -für Frauen: 1,1 x Normalgewicht in Kilogramm x 24 = Grundumsatz

    – für Männer: 1,2 x Normalgewicht in Kilogramm x 24 = Grundumsatz

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