Claudia am 14. Juli 2016 — 2 Kommentare

Bombenalarm, Stromausfall – aus dem Friedrichshainer Alltag

Mit Arbeiten war gestern nicht viel! Um 11 läutete es an derTür, eine recht ungewohnte Zeit für Besuche, selbst die Zusteller kommen meist später. Es war ein Polizist, der mich über einen Fliegerbombenfund auf der Baustelle gegenüber informierte. Ich solle eine Tasche packen und das Haus verlassen! Ok, dass kannte ich aus den Nachrichten, kommt in Berlin alle Nase lang vor. Schließlich wurden so viele Bomben auf Berlin geworfen wie auf keine andere Stadt.

Aber wozu „Tasche packen“? Einen Moment dachte ich darüber nach, dass diese Weisung nur Sinn macht, wenn das Mietshaus beim Entschärfungsversuch versehentlich weggesprengt werden würde. Dann wäre es tatsächlich gut, ein paar wichtige Dokumente nicht in einem Mega-Schuttberg suchen zu müssen, ohne viel Aussicht auf Erfolg.

Da ich von einem solchen Fall noch nie gehört hatte, setzte ich darauf, dass mir auch jetzt nicht der Himmel auf den Kopf fallen würde. Ich nahm also nur die Komposttüte mit und fuhr in den Garten. Wie gut, dass es den gibt, danke Bundeskleingartengesetz! Sonst hätte ich stundenlang im Café sitzen oder das Angebot zum Aufenthalt in einer Turnhalle annehmen müssen. Statt dessen einfach in den Garten wechseln, halt ein bisschen früher als normalerweise.

Und was war mit dem Stromausfall?

Vor 10 Tagen hat sich mein extra abgesichertes Arbeitszimmer vom Strombezug verabschiedet. Bischen Gebrissel, Strom aus, an, aus, an, aus! Ich meldete das der Hausverwaltung, denn die Sicherung ließ sich nicht wieder rein drücken. Dann verkabelte ich meinen PC-Arbeitsplatz neu (PC, Monitor, Drucker, Scanner, Fritzbox, externe Festplatte, Lautsprecher, Subwoofer, der Zweit-PC für den Fall des Falles..), natürlich nur das Nötigste. Zum Glück hatte ich genug Verlängerungskabel, so dass ich weiter arbeiten konnte, jetzt mit Strom aus dem Wohnzimmer.

Das hielt dann so eine gute Woche, dann fiel der Strom auch dort aus. Jetzt wurde es langsam eng, ich machte Druck bei der Hausverwaltung und kabelte mir den Strom aus dem Flur ans Gerät, doch brauchte es jetzt abendliches Kabel-Ikebana, um TV (Wohnzimmer) und WLAN (im Arbeitszimmer) gleichzeitig mit Strom zu versorgen.
Heute Mittag dann die Erlösung in Gestalt eines Elektrikers, der auf nochmaliges Beschweren bei der Hausverwaltung endlich geschickt wurde. Vorher hatten sie meinen Stromausfall ganz offensichtlich vergessen, ignoriert, wg. Urlaub oder sonsstwas liegen lassen.

Nun stimmt alles wieder, die Bombe ist entschärft, das Haus steht noch, der Strom fließt.
Was für ein komfortables, friedliches Leben! Man vergisst so schnell, dass es auch ganz anders sein könnte.

Diskussion

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2 Kommentare zu „Bombenalarm, Stromausfall – aus dem Friedrichshainer Alltag“.

  1. Das ist zu schön erzählt, Claudia. Stimme dir absolut zu. „Was für ein komfortables, friedliches Leben!“ Und zum Wochenende wird selbst das Wetter dein Statement kräftig unterstützen.
    Genießen wir es!

  2. Du, Claudia: „Was für ein komfortables, friedliches Leben!“
    Ich: „Genießen wir es!“

    Schade, schon wieder vorbei. Diesmal ging es so schnell.

    Nizza, und jetzt noch diffuse Türkei-Putsch-Meldungen. Was für eine Zeit!

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