Claudia am 21. März 2016 — 2 Kommentare

Vom Riss

Jetzt mal nur ein Zitat aus einem sehr lesenswerten Freitext:

Aber bei allem Willen, bei aller Ratio: Mit meinem Gefühl stimmt etwas nicht mehr richtig. Manchmal, wenn ich montags zufällig am Odeons- oder Marienplatz vorbeikomme, wo Pegida nun wieder verstärkt „Mahnwachen“ abhält, ertappe ich mich mit Schrecken bei dem Wunsch, vom Fahrrad zu steigen, ganz ruhig zu einem der Pegisten hinzugehen und ihm ansatzlos mit voller Wucht ins Gesicht zu schlagen – einfach weil er nach eineinhalb Jahren Diskussion hier immer noch steht und sein dummes, hundertmal widerlegtes Zeug herumplärrt und weil er deswegen nichts anderes ist als ein beschissenes rassistisches Arschloch.
Einfach nur zuschlagen. Vielleicht auch sich selber eine einfangen. Alles wäre dann Schmerz und Klarheit.
Natürlich, mir ist bewusst, dass das nur Affekte sind, kurze Entgleisungen, gegen die niemand gefeit ist. Andererseits: ist das nicht wenig. Der Riss ist jetzt auch in mir.

– Fridolin Schley-

Diskussion

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2 Kommentare zu „Vom Riss“.

  1. Das ist so ziemlich das, was ich mit „Die gespaltene Gesellschaft“ ausdrücken wollte. Ich hoffe, es bleibt bei den bloßen Fantasien auf beiden Seiten des Grabens.

  2. Der Zug ist doch längst abgefahren. Die eine Seite ist schon seit langem von der Fantasie zur Tat geschritten.

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