Claudia am 28. November 2015 — 6 Kommentare

Mein ganz persönlicher Spendenaufruf – bitte helft mit!

Stammleser/innen wissen um mein Projekt „Formulare verstehbar machen“, das im Jahr 2014 die Arbeit aufgenommen hat: Freiwillige übersetzen wichtige Amtsformulare, damit Flüchtlinge und Migranten nicht am amtsdeutschen Regulierungswesen scheitern.
Damit es 2016 weiter gehen kann, bitte ich heute um Eure Spende! (ganz direkt und ohne weiter lesen hier)

Ich hätte früher anfangen wollen mit dem Spenden sammeln, doch war ich die letzten zwei Wochen so krank, dass ich nicht mal die normale Arbeit geschafft habe. Umso mehr hoffe ich auf Eure Unterstützung – sei es, weil Ihr das Übersetzungsprojekt toll findet, oder weil Ihr mir was Gutes tun wollt. Weihnachtsgeschenke brauche ich nicht, freu‘ mich aber riesig über jede Spende!

Und hier nun der Spendenaufruf – auch zum weiter geben:

Mehr als Erstversorgung: Das Projekt „Formulare verstehbar machen“ hilft bei der Integration und benötigt Spenden für die Weiterarbeit

Formulare verstehbar machen - Projektlogo

Hunderttausende Flüchtlinge haben hierzulande Schutz vor Krieg und Krisen gefunden. Die vielfältigen Probleme, mit denen die Ankommenden und ihre Helferinnen und Helfer konfrontiert sind, machen dieser Tage immer wieder Schlagzeilen. Zum Glück kümmern sich viele Initiativen mit großem Engagement um die Erstversorgung der Flüchtlinge, doch allen ist klar: damit ist es nicht getan!

Deutsch lernen dauert – Formulare warten nicht

Gerne wird über den aktuellen Ereignissen vergessen, dass Flüchtlinge nicht erst seit diesem Sommer ankommen und dass der Bedarf an Hilfe zur Integration riesig ist – in allen Stadien ihres Aufenthalts. Deutschkurse stehen (noch?) bei weitem nicht im benötigten Ausmaß zur Verfügung und auch wer Deutsch lernt, wird nicht über Nacht fähig sein, bundesdeutsche Amtsformulare zu verstehen. Lebensunterhalt, Arbeitsmöglichkeiten, Wohnungssuche, Beschulung der Kinder, Teilhabe am kulturellen Leben – all das muss organisiert werden, was vielfach nicht ohne das Ausfüllen von Anträgen und Formularen deutscher Ämter funktioniert. Eine riesige Hürde für Flüchtlinge, Migrantinnen und Migranten ohne deutsche Sprachkenntnisse!

Kaum ein Formular ist in die wichtigsten Sprachen übersetzt, meist gibt es nur deutsche Fassungen. Auch Beratende stoßen schnell an die Grenzen ihrer Kapazitäten, wenn sie beim Ausfüllen helfen sollen. Es müssten jedes Mal Sprachkundige der jeweiligen Sprache dazu geholt werden, die sich auch im Übersetzen schwer verständlichen Verwaltungsdeutschs auskennen müssen – ein schier nicht zu schaffender Aufwand.

Das „Formularprojekt“ übersetzt Formulare und veröffentlicht Ausfüllhilfen

Das Projekt „Formulare verstehbar machen“ arbeitet daran, diesen Missstand zu ändern. Anträge und Behördenformulare werden von ehrenamtlich Übersetzenden in die wichtigsten Sprachen übersetzt und auf einem Projektblog als Ausfüllhilfen zur Verfügung gestellt. Das „Formularprojekt“ läuft in Trägerschaft der KuB Berlin, ein gemeinnütziger Verein, der sich seit 30 Jahren für die Belange von Flüchtlingen, Migrantinnen und Migranten engagiert.
Bisher bezieht das Übersetzungsprojekt keinerlei Gelder von irgend einer Institution, sondern finanziert sich allein aus Spenden. Diese braucht es dringend, denn für die Organisation der kollaborativen Arbeit der Freiwilligen braucht es ein Mindestmaß an kontinuierlicher und professioneller Projektkoordination, die derzeit durch eine Teilzeit-Stelle gewährleistet wird. Alle anderen Arbeiten rund ums Projekt werden ehrenamtlich geleistet. Der Finanzbedarf pro Quartal beträgt daher nur 2550,- (3 x 850,- für Minijob plus Büro & Verwaltungspauschale) – ein kleiner Betrag mit großer Wirkung!

Spendenaufruf für 2016

Damit die Arbeit 2016 weiter gehen kann, werden weitere Spenden benötigt. Mehr Formulare, regelmäßige Aktualisierungen, mehr Sprachen – jeder Betrag ist willkommen und kann sehr einfach über die bekannte Spendenplattform bei Betterplace (www.betterplace.org/p16145) gespendet werden. Alle Spenden sind steuerlich absetzbar!

Vielleicht könntet Ihr den Aufruf an Freunde und Bekannte weiter reichen? In Euren Netzwerken verteilen? Hier steht er zum Download oder zum Verlinken:
Spendenaufruf „Formulare verstehbar machen“ (PDF)

Update: Nun geht das Spenden auch hier – den Betrag könnt Ihr natürlich selbst eintragen/verändern!

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Diskussion

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6 Kommentare zu „Mein ganz persönlicher Spendenaufruf – bitte helft mit!“.

  1. Sie möchten deutsche Formulare für Nicht-Muttersprachler verstehbar machen, können sich dann aber nicht dazu durchringen, selbst auf die sprachverhunzende, nachweislich falsche und durch Eingriff von „oben“ uns allen aufgepresste Gender-Schreibweise („Stammleser/innen“) zu verzichten.

    Klares nope.

  2. Vielleicht ist eine Welt, in welcher das Ersuchen um konkrete Hilfe für Bedürftige mit Verweis auf eine nicht genehme Sprachweise der Bittstellerin entrüstet von sich gewiesen werden kann, ohne daß auf der Stelle ein Blitz aus dem Himmel (von mir aus jenes der göttlichen Abschnorchelei) oder wenigstens irgendein wütender Bergfex im schicken Kampfanzug bzw. eine wütende Bergfexin im kleinen Schwarzen dazwischen fährt, in der Tat dem Ende ihrer moralischen, ethischen und sozialen Entwicklung nahe. Und dieses Ende, denke ich dann leider stets, sieht nicht so aus, als könnte es mir gefallen…

  3. @m: Na klar, sowas kommt natürlich wieder als anonymes Stänkern daher…

    Dies ist mein PERSÖNLICHER Spendenaufruf und keinerlei Formulierung darin ist mir vor irgendwo „oben“ aufgezwungen! (Wer bitte hätte denn eine solche Macht? Mir fällt da niemand ein…).

    Witzig finde ich, dass ich von Seiten meiner linken, Gender-engagierten Mitstreiter/innen kritisiert wurde, dass ich nicht richtig gendere: also Mitsteiter_innen, Stammleser_innen… :-)

    Tja, die Welt muss mit meiner Schreibe leben oder es eben lassen!

  4. „Stammleser/innen“ ist gerade keine „Gender-Schreibweise“, sondern bis ins bürgerliche Lager hinein gebräuchlich.

    Claudia Klinger hat recht, in einer Sprache zu schreiben, die möglichst viele lesen können und auch wollen. Wer auf breiter Basis Menschen ansprechen will, ist gut beraten, dies nicht in Sprachcodes zu tun, die nur innerhalb einer bestimmten Szene akzeptiert sind.
    Das gelingt ihr recht gut. Der Preis ist, dass an beiden Rändern Leute abspringen. Den einen ist „Stammleser/innen“ zu gegendert, den anderen nicht gegendert genug.

  5. Hab gerade gespendet und den Aufruf in unserem Bloggerforum (500 Blogger) gepostet.
    Schoene und wichtige Idee .
    Wuensche dir viel Durchhaltewillen.

    Gruss
    Wolfgang

  6. 1000 Dank Wolfgang! Es geht nichts über das persönliche Engagement in den eigenen Kreisen – es sind daraufhin 3 Spenden eingegangen!

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