Claudia am 20. Juli 2015 — 4 Kommentare

Alte Freunde – Gold wert?

Voraus geschickt: ganz wörtlich meine ich das nicht. Gold kann niemand essen, ist es doch nur eine Substanz, der Menschen einen – schwankenden – Tauschwert unterstellen. Für das Funktionieren unserer technisierten Welt ist es vermutlich entbehrlicher als die sog. „seltenen Erden“!

Aber davon abgesehen: Alte Freunde SIND „Gold wert“! Warum?

Weil es im Dialög mit ihnen keine automatenhaft „bösartige Lesart“ des jeweils Gesagten gibt. Man kennt sich ewig lange und hat keinen Grund, in irgend eine Form von Wettbewerb auszuarten – wofür auch? Man weiß um das viele Grau zwischen Schwarz und Weiss und ist lange darüber hinaus, in sich selbst oder im Gegenüber den „besseren Menschen“ zu sehen, sehen zu wollen oder gar zu müssen. Man tauscht sich jedoch offen aus über die Erfolge und Rückschläge auf dem Weg: dem zu sich selbst, zur Welt.

Diskussion

Kommentare abonnieren (RSS)
4 Kommentare zu „Alte Freunde – Gold wert?“.

  1. Es stimmt, alten Freunden gegenüber geht es nicht um Konkurrenz. Der alte Freund ist eingebettet in unsere Geschichte und wir in seiner.
    Man ist nicht gewillt, beim anderen Versagen festzustellen, eben weil in uns schlicht Mensch ist und es ihm so erlaubt ist, seinen Variante des Menschseins ausgelebt zu haben.

    Wodurch bekommt der alte Freund einen solchen Stellenwert? Man hat ihn oft längere Zeit nicht gesehen, aber er hat seine Wurzeln in einer Zeit mit uns, in der es für uns alle losging. Wir mussten hinaus und unser Leben leben. Aus dem selben Humus kommend, krochen wir los und weiter, ein jeder für sich und jeder im Grunde den gleichen Fragen ausgesetzt.
    Man weiß, er ist durch den gleichen Sturm gegangen, hat gelitten an der gleichen Kälte, hat sich erfreut an den gleichen Früchten oder davon geträumt. All das, was Mensch ausmacht, hat ihn vermutlich auch durchwandert, wie einen Zwillingsbruder.
    All das weiß man, wenn man ihn gegenüber tritt.

  2. https://www.youtube.com/watch?v=DAQ4sJZ5IsU

    Aber warum?

    Weil es im Dialog mit ihnen keine automatenhaft
    “bösartige Lesart” des jeweils Gesagten gibt
    Man kennt sich ewig lange und hat keinen Grund,
    in irgend eine Form von Wettbewerb auszuarten –
    wofür auch?

    als die combo damals die Bohemian Rapsodie rausbrachte,
    war das lied nur eines unter vielen der Meisterwerke.

    heute, 20 (30??) Jahre später
    denke ich die Jungs haben in diesen Song
    alles reingepackt was wesentlich zu „Freunden“
    zu sagen ist:)

    live long and prosper:)

    kurzgruss aus sz
    ingo

  3. autsch..
    korrektur:
    …heute, 40! Jahre später…
    au mann wie die zeit vergeht..:)

  4. Hallo Claudia,
    „Gold kann niemand essen,“ richtig, aber einen 500 Euro Schein auch nicht.

    Meine Oma war eine einfache Bauersfrau und erzählte mir, immer wenn sie eine gute Ernte hatten, kaufte sie ein paar russische Goldrubel ( Tscherwonez ), je 1/2 Unze. Als der Krieg zu Ende war, konnte sie die Familie mit einer Münze ( heute etwa 500,- Euro ) etwa 1 bis 1/2 Monat ernähren. Der Lederbeutel muß gut gefüllt gewesen sein, denn alle kamen durch.

    Gruß Hanskarl

Was sagst Du dazu?

*) Pflichtfelder. E-Mail wird nicht veröffentlicht