Claudia am 20. Januar 2015 —

Neues Blog: Vom Rauchen zum Dampfen – das Umsteigerblog

Mal wieder was Konstruktives, statt der Klage über die Übel der Welt: Das musste einfach mal wieder sein! Zudem hab‘ ich immer ein neues Blog gestartet, wenn etwas Wesentliches mein Leben bereichert und verändert hat. So auch jetzt: Seit Mitte Dezember „dampfe“ ich, nutze die E-Zigarette, anstatt 20 bis 30 Tabakzigaretten pro Tag. Und ich bin glücklich damit, spare Unsummen, die ich sonst für Tabak etc. ausgegeben hätte, konnte schon nach 3 Tagen deutlich besser atmen und genieße die Abwesenheit des ganzen Drecks, der mit Rauchen nun mal verbunden ist.

Stammleser erinnern sich vielleicht: ich hab schon öfter versucht, aufzuhören. Im Intro-Artikel zum neuen Blog sind die einzelnen Versuche verlinkt, die ich jeweils mehr oder weniger ausführlich dokumentiert hatte, über die Jahre mit immer weniger Hoffnung auf ein nachhaltig rauchfreies Leben. Zuletzt sollte es nurmehr ein „Moratorium für die Lunge“ sein und auch die Ermunterungen eines engagierten Rauchstopp-Forums konnte daran nichts ändern.

Vom Rauchen zum Dampfen

Ich hatte mich also damit abgefunden, Raucherin zu bleiben. Nicht der körperliche Entzug war der Grund des Scheiterns sämtlicher Abgewöhnversuche, sondern die Zeit danach. Mir fehlte einfach etwas Wesentliches, das immer zu meinem Leben gehört hatte. Beim letzten Versuch hab‘ ich im Netz recherchiert, ob es nicht ein medizinisches Inhalationsgerät gibt, das ich mir, gefüllt mit irgendwelchen gesunden Kräutern, auf den Schreibtisch stellen könnte. Letztlich war das zu teuer, zu aufwändig und halt nicht transportabel. Auf die E-Zigarette bin ich seltsamerweise gar nicht gekommen, vermutlich deshalb, weil ich ja „auf null runter“ wollte und nicht wusste, dass man auch das sehr gut damit machen kann – unter Beibehaltung des Rauchrituals.

Dass ich nun dampfe, verdanke ich dem Bloggen und der Anfrage eines Händlers, ob ich nicht seine Werbung für E-Zigaretten einbinden wolle. Der Shop ist in Berlin und vertreibt E-Zigaretten und Zubehör. Der Link hier ist redlich verdient, denn wir kamen ins Plaudern: ich wollte nicht für etwas werben, das ich gar nicht kenne, doch war ich neugierig geworden. Könnte das ein neuer, „zufälliger“ Anstoß sein, an meinem Raucherelend (denn das ist es!) nun doch etwas zu ändern? Wir wechselten ziemlich viele Mails, die von „allem rund ums Dampfen“ handelten – ich staunte nicht schlecht über dieses weite Feld, von dem ich bisher gar nichts mitbekommen hatte. Als ich dann meine erste E-Zigarette in Händen hielt und einen Tag lang ausprobierte, wusste ich: mit der Methode kann es gelingen!

Aber hey, du dampfst doch weiter Nikotin, werden vermutlich jetzt einige denken. Ja, das mache ich, es ist sogar wichtig, mit genauso viel Nikotin „einzusteigen“, wie vorher per Tabak konsumiert wurde. Reduzieren kann man später immer noch. Es gibt Menschen, die nach und nach den Nikogehalt herunter fahren und dann aufhören, andere dampfen Liquids mit NULL Nikotin und bleiben dabei. Viele dampfen auch weiter mit Nikotin, doch immerhin ohne tausende Schadstoffe, ohne Teer, Chrom, Benzol, Arsen, Blei, Pollonium, Kohlenmonoxid, Blausäure, Stickoxide und Dioxin, die bei der Tabakverbrennung entstehen. Das ist doch schon mal was! Die Wirkungen hab‘ ich schon nach kurzer Zeit gespürt: endlich wieder besser atmen können! Kein Hüsteln mehr – und kein Dreck rund um die Tastatur!

kampf-um-den-dampf

Vom Kampf um den Dampf

Wer hier öfter mitliest weiß, dass ich ein politisch interessierter Mensch bin und an allem, was vorgeht, eher mehr als weniger Anteil nehme. Da hatte ich also grade meine Lösung für ein Jahrzehnte altes Problem gefunden, sah eine zufriedene Dampferzukunft vor mir: zwar nicht ganz „ohne was“, aber doch sehr viel gesünder – und was muss ich feststellen? Es passt mächtigen Interessengruppen gar nicht, dass Rauchende sich per Dampfen so einfach von dem ganzen Dreck befreien können. Sie lobbyieren was das Zeug hält und haben es tatsächlich fertig gebracht, dass die EU im Rahmen einer neuen „Tabakverordnung“ das E-Dampfen massiv „zu Tode regulieren“ will. Immerhin ist es nicht gelungen, das Dampf-Equipment als „Arzneimittel“ in die Apotheken zu verbannen, was definitiv das Ende gewesen wäre. Dem hat ein Gericht einen Riegel vorgeschoben – wie überhaupt die Gerichte die einzigen sind, die derzeit PRO Dampfen entscheiden.
Vor allem jene Varianten des Dampfens, die die größte Geldeinsparung mit sich bringen, sollen weggeregelt werden – ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Kurzum: Die Welt ist in Folge dieses „Kampfs um den Dampf“ voller Desinformationen – ein Grund mehr, darüber zu bloggen! Wer die Angelegenheit mitverfolgen will, sei es aus eigenem Interesse oder um evtl. Freunde und Bekannte vom Rauchen wegzumotivieren, findet dazu in Zukunft einiges auf dem Umsteigerblog – und schon jetzt in den Medien, die unter „Dampflinks“ aufgelistet sind.

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Diskussion

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4 Kommentare zu „Neues Blog: Vom Rauchen zum Dampfen – das Umsteigerblog“.

  1. Das liest sich sehr gut, Claudia. Auf jeden Fall, ich werde folgen.

  2. Menachem, heut war ich in Gedanken mitfühlend bei dir – muss ja der Teufel los gewesen sein in Leipzig!

  3. Hallo, Claudia. Ich habe gestern Abend nicht zu den Helden der No-Legida Demo gehört.
    Als ich gestern um 18:46 aus Ffm in Leipzig auf dem Hauptbahnhof eintraf: Geschlossene Hauptein-/ausgänge und gespenstische Ruhe. 1 Minute nach Demobeginn eintreffend und nur 500 mtr. von der Hauptdemo entfernt: kaum ein Mensch auf der Strasse, leere Parkplätze, geschlossene Geschäfte, kein öffentliches Verkehrsmittel,- zwei Taxi`s von gefühlten 500, die sonst immer dort stehen. Jeder der 480.000 nicht aktiven ca. 20000 Gegendemonstranten war wohl schon früh im „sicheren“ Heim. Eine Stadt, die abtaucht, und mit all den Krawallen nichts zu tun haben möchte. Verständlich, wenn schon der Oberbürgermeister sagt, dass er Schiss vor diesem Tag hat.

    Ein ganz seltsames Gefühl meine Fahrt gestern Abend durch die Geisterstadt. Ich dachte schon, ich hätte ein wenig Distanz zu den Turbulenzen der letzten Wochen bekommen. Aber nein. Schon komisch, ob in Leipzig mitten im Trubel oder abseits in der Stille der Stadt – es sucht Antworten in mir, die mir äußerst kompliziert erscheinen.

    Aber gut. Nun fahren die Straßenbahnen, Schnee fällt auch schon wieder, Bachmann ist zurückgetreten und die ersten Frühlingsboten drücken sich durch den Boden der Sonne entgegen, die sich bei uns noch etwas sehr bedeckt hält.

    Zeit, mich jetzt einmal intensiv deinem neuen Nichtdampf-blog zu widmen :)

    Grüße aus einem wieder alltäglichen Leipzig,
    Menachem

  4. Also ich persönlich finde es einfach angenehmer zwischen Dampfern zu stehen, als zwischen Rauchern. Es riecht nicht so unangenehm und setzt sich nicht in der Kleidung fest. Von Tabakrauch bekomme ich auch Kopfschmerzen, vom Dampf hingegen nicht. Letztlich muss jeder selbst entscheiden wie er mit der Dampfgeschichte umgeht 🙂