Claudia am 03. September 2014 — 14 Kommentare

Freiheit statt Angst – eine Nachlese mit Gedanken zur fehlenden Utopie

Dieses Jahr war ich nicht auf der Demo „Freiheit statt Angst“ (#FsA), hab‘ sie nur „beworben“. Schon letztes Mal war ich nur auf der Startkundgebung, auf den „Spaziergang“ danach hab‘ ich verzichtet. Zu meiner Entschuldigung könnte ich anführen, dass ich nicht lange ohne Beschwerden laufen kann und mich spätestens nach 15 Minuten setzen muss. Aber auch davon abgesehen bin ich nicht sicher, ob ich diesmal dort gewesen wäre: Nicht mangels Interesse (das Thema empört mich durchaus!), sondern weil meine Samstage verplant sind und ich auch ein bisschen denke: das sollen jetzt mal die Jüngeren machen! :-)

Demo  Freiheit statt Angst

In der „Sammelmappe“ fand ich dann Claudias Bemerkung über ihr „ungutes Gefühl“, das sie bei dieser Demo empfindet. Sie fand keine Zeit, das auszuführen, postete jedoch Links zu Anderen, die sich entsprechend geäußert hatten:

Die Artikel hab‘ ich mit Interesse gelesen und dann einen ellenlangen Kommentar dazu verfasst, den ich jetzt einfach mal hier ‚rüber ziehe:

___________________Kommentar____________________

Habe all deine verlinkten Artikel durchgelesen

  • mspro – weil ich dort auch die Kommentare las, bin ich fast erschrocken, einen recht langen eigenen dort anzutreffen. Aha, das war eine Resonanz aus 2013! Klang für mich dennoch aktuell, da sein Unbehagen ähnlich dem ist, das gegen die Montagsdemos formuliert wurde – ein Phänomen, das wir erst seit einem dreiviertel Jahr haben, das also NACH der FsA 2013 stattfand. Verwirrende Zeitläufte….
  • Feminismus statt Angst – guter Rant! (selber war ich nicht auf der Demo, hab also keine eigenen Eindrücke) Wobei es wie eine verschärfte Illu zum Kommentargespräch bei Mspro wirkt, wo debattiert wurde, ob es nicht manchmal nötig ist, mit Andersdenkenden / auch mal Arschlöschern gegen eine Sache zu demonstrieren, in der man gleicher Meinung ist.
    Wenn die allerdings auch noch übergriffig werden, ist natürlich Schluss mit solcher hamonie-lastigen Denke!
  • Wie soll es weiter gehen? – klasse Text mit den richtigen Fragen. Umso mehr ärgert es mich, dass die Autorin / der Autor (wie wär denn hier die perfekt gegenderte Fassung?) sowas wie Kommentare unwichtig zu finden scheint, denn die sind dort nicht möglich.

Deshalb nehme ich die Gelegenheit war und sag hier was zu:

“Es wird Zeit, dass wir alle begreifen: Wir machen aus Ärztinnen, Sozialarbeitern, Grundschullehrerinnen, Busfahrern und Krankenschwestern keine Nerds.
Trotzdem muss zu diesen Menschen eine funktionierende Kommunikation aufgebaut werden. Denn – wir werden die Machtfrage stellen müssen, damit sich in diesem Land etwas ändert. Wir müssen deutlich machen, dass die Mehrheit die fortgesetzte Massenausspähung nicht hinnehmen wird. Und genau dafür brauchen wir Ideen – die eben kommunizieren: “Es geht auch Dich an! Und Du kannst etwas tun! Ein solcher Ansatz könnte die bevorstehende Ausweitung des Geheimdienst-Etats sein.”

Gäähhhhhhhhhnnnnnnnnnnnnn ! So ein guter Anlauf und dann wieder auf dem Bettvorleger gelandet! Die “Ausweitung des Geheimdienst-Etats” ist doch nur wieder ein neuen Hoffnungsthema, mit dem man meint, endlich ein paar mehr Menschen zu empören. Klar, die empören sich dann auch, mal so kurz beim Lesen der Info, aber dann wenden sie sich wieder anderen/dringlicheren Dingen zu – wie wir doch auch.

Was wirklich anstünde, wenn die Analyse ernst genommen würde, wäre persönliche Kommunikation (und Vermittlung verständlicher Info-Texte) in Kreisen außerhalb der imaginierten “Netzgemeinde” – nämlich überall dort, wo Menschen das Netz für IHRE Interessen nutzen.

Er schreibt (ich hab mittlerweile ins Impressum geschaut):

“Die meisten Menschen wissen nicht, worin der Vorteil freier Software besteht. Sie wissen ja noch nicht einmal, was Software überhaupt ist. Die Mehrheit dort draußen benutzt das Smartphone als nützliches Statussymbol, dass ihnen nahezu kostenlos einen niederschwelligen Einstieg in die globale Informationsgesellschaft bereit stellt. Sie haben kein Wissen darüber, dass sie damit die ursprünglichen Rechte des Subjekts an sich selbst abgeben und zum Objekt kapitalistischer und geheimdienstlicher Interessen werden.”

Ja, ja – dann hilft es aber nichts, ein neues hoffentlich-mehr-vom-Hocker-reissendes Thema in der Filterblase zu promoten. Da muss man dann halt hinab steigen in die Niederungen der Hobby-Blogs, der Garten-, Mode- , Koch- und Test-Blogs – in die Foren der Interessengruppen, der von allerlei Übeln Betroffenen, der besonders Geneigten und speziell Interessierten.

  • Wo bleiben die Lösungen? – Auch ein sehr guter Rant, sprich mir punktuell aus dem Herzen. Seine Frage nach der fehlenden gesellschaftlichen Utopie trifft einen wunden Punkt, bzw. ein ganzes geistiges Geschwür.

Das pack ich aber heut nicht mehr an. Und zu “Frau Dingens” sag ich lieber nix.

______________Kommentar Ende________________

Staunen

Das mit der fehlenden Utopie ist wirklich eine spannende Frage. Wer wünscht sich heute noch etwas Anderes, als dass – „bei uns“ – doch möglichst alles so bleiben soll, wie es ist? Natürlich wünschen viele Verbesserungen im Detail, z.B. in der Hartz4-Gesetzgebung, in der Bildung, im Gesundheitssektor und (derzeit verschärft) eine andere EU- und Außenpolitik im Blick auf die kriegerischen Krisen (Ukraine, Nahost, IS). Einigkeit besteht über die gewünschten Veränderungen jedoch nicht und „Utopie-Charakter“ hat das alles ja doch nicht, oder?

Ich vermute, dass das Verschwinden der Utopien damit zusammen hängt, dass „wir“ in den entwickelten alten Industriestaten (ehemals 1.Welt) mittlerweile ein Bewusstsein dafür haben, wie privilegiert unsere „Wohlversorgtheit“ angesichts der Lage in vielen anderen Weltgegenden doch ist. Merkels Spruch von den „kommunizierenden Röhren“, mit dem sie schon vor Jahren die Wirkungen der Globalisierung beschrieb, zeigt eine für uns eher erschreckende Zukunft auf: Wohlstandsverluste auf allen Gebieten, Verlust von Sicherheiten und Wegschrumpfen der Sozialstaatlichkeit.

AngstDa bräuchte es dann schon einen besonders ignoranten Geist, um noch ein UTOPIA im alten Sinne auszumalen, das ja immer ein MEHR an Glück und Entfaltungsmöglichkeiten bedeutete als der Status Quo gerade bietet. Und alternative, globale Utopien sind kaum mehr formulierbar, weil wir gelernt haben, was Eurozentrismus ist und dass man nicht mal eben so eine Weltordnung ausdenken kann, die ALLEN Kulturen, ihren jeweiligen Werten und Konflikten gerecht würde.

So schauen wir also in verschiedene Abgründe und loben den Tag, an dem wir den Schritt vorwärts noch nicht machen müssen.

Winter is coming.

Diskussion

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14 Kommentare zu „Freiheit statt Angst – eine Nachlese mit Gedanken zur fehlenden Utopie“.

  1. Deine Vermutungen über das ‚Verschwinden der Utopien‘ scheinen mir auf ein moralisches Verbot von Utopien für die ‚Bessergestellten‘ (z.B. in Europa) hinaus zu laufen, denen als Obergrenze eines zu ‚Erträumenden‘ letztlich nur die Maßgabe des Niveaus der ‚Wenigergutgestellten‘ (z.B. in Indien) bleibt. Was durchaus konsequent ist, betrachte ich das Weltgeschehen als ein Nullsummen-Spiel (des einen Leid‘ ist des anderen Freud‘) und die Welt (genauer ihre Ressourcen) als endlich. Und es ist eine weitaus tiefere Einsicht in die Folgen der Globalisierung als die Milchmädchenrechnung, die uns von Medien und Politik aufgemacht wurde, nämlich daß es, wo schon nicht allen besser, zumindest doch aber niemandem schlechter gehen würde, muß erst jeder Facharbeiter mit Urlaubsanspruch und Eigenheimbesitz und zwei studierenden Kindern aus Deutschland den Preis seiner Arbeitskraft in Konkurrenz zu jedem Landflüchtigen in Indien festlegen lassen, dem die Garage seines Konkurrenten fast schon als Palast und die morgendliche Füllung dessen Katzennapfes als ein himmlisches Mahl erscheinen würde.

    Die Entwicklung lehrt inzwischen Anderes (ich scheue mich, hier das Wort ‚Besseres‘ zu verwenden) und scheint Dir Recht zu geben. Sofern ich unter Utopie im weitesten Sinne etwas verstehe wie, einem gegebenen Zustand die Differenz zwischen seinem Ist und seinem Soll vorzuhalten, wobei aber beides sich aus seinen akzeptierten Notwendigkeiten abzuleiten habe. Und es ist meiner Ansicht nach in der Tat der ‚globalisierten Wirtschaft‘ von heute kein Schlaraffenland für alle und kein Jammertal für niemand abzugewinnen, sondern auf lange Sicht wohl eher nur ein Paradies für die wenigsten und eine Hölle für die meisten Menschen dieser Erde.

    Anders sähe die Sache vielleicht (ich zumindest weiß es nicht) aus, würde jemand den Mut und die Umsicht aufbringen, Zustände und Systeme, kurz das schlecht Existierende nicht mit sich selbst, sondern mit einen ganz Anderen, dem nicht Existierenden zu konfrontieren, eben einem Nirgendwo, was für mein Gefühl weit eher der Idee einer Utopie entspräche. Mut bräuchte das, weil viele Versuche, so etwas zu machen, sich in ihren Resultaten im Laufe der Geschichte selbst auf das Übelste disqualifiziert haben. Und Umsicht, weil kein Algorithmus ein solch Nicht-Existentes extrapolieren könnte und der Verstand oder die Phantasie mir momentan viel zu sehr verpixelt zu sein scheinen, als daß jemand ihren Gesängen statt den Maschinenklängen vertraute.

    Bliebt als ‚Utopie‘ aktuell offenbar nur der Wunschtraum des Konsumenten: die billigere Ware mit dem höheren Spaßfaktor und den geringeren Entsorgungsproblemen. Egal, ob damit Waren im traditionellen Sinne gemeint sind (Elektroautos in der Garage, glückliche Rinde[r|n] auf dem Teller und nachwachsende Fußbodenheizungspellets im Keller) oder in einem erweiterten (fluktuierende Demokratie auf flüssigem display und optimierte Glückseligkeit im vernetzten Kühlschrank) oder gar in einem fast schon wieder einfallsreichen (das entäußerte Ich im verinnerlichten Wir einer Masse aus zu jeder Zeit die eigene Zukunft aus der anderen Vergangenheit Prognostizierenden).

    Ich möchte das allerdings nicht mehr ‚Utopie‘ nennen, sondern als ein ‚Ausfüllen des Volumens‘ bezeichnen, als Auskratzen aller Ränder und Ecken, bis der heilige Rahmen ein für alle Mal und schlußendlich – voll ist. Oder leer. Zwei Zustände, die sich womöglich gleichen wie ein Ei dem anderen.

  2. @Susanne: danke für deine umfangreiche Einlassung mit vielen Denkanstößen!

    Im Moment mal nur noch ein Link zum Thema: SAT1 nimmt sich der fehlenden Utopie an und will die (Fernseh-)Welt verändern:

    http://www.sat1.de/tv/utopia/videos/wir-suchen-pioniere-clip

    Was am zusammengecasteten und wohlüberwachten Dauercamp von 15 Leuten „utopisch“ sein soll, vermittelt sich mir zwar nicht, aber darauf kommts ja nicht an.

  3. Susanne schrieb:

    „Anders sähe die Sache vielleicht (ich zumindest weiß es nicht) aus, würde jemand den Mut und die Umsicht aufbringen, Zustände und Systeme, kurz das schlecht Existierende nicht mit sich selbst, sondern mit einen ganz Anderen, dem nicht Existierenden zu konfrontieren, eben einem Nirgendwo, was für mein Gefühl weit eher der Idee einer Utopie entspräche.“

    Grade bekam ich einen handschriftlich adressierten Brief, eine Methode, besonders sicher Aufmerksamkeit zu bekommen. Darin steht, dass weltweiter Friede nur eine Regierung schaffen könne, die im Herzen der Menschen etwas verändern kann. Gott habe versprochen, dass einmal eine einzige Regierung über die Menschheit herrschen werde. Jesus Christus würde als „Fürst des Friedens“ herrschen und die Erde von allem Bösen befreien. Etc. usw.

    Wie kann man nur so naiv sein? Selbst wenn Jesus Christus wieder auf dieser Erde wandeln würde, müsste er Miete zahlen – oder den Wohnraum verstaatlichen, was auch schon mal nicht viel geholfen hat bzw. andere Schäden nach sich zog.

    „Es gibt nichts Wahres im Falschen“, der Spruch von Adorno beschreibt die Dinge falsch! Im Reich der Dualität gibt es wahr nur, wenn es falsch gibt – und „gut“ nur auf dem Hintergrund des Bösen.

    Damit ist jedes „Utopia“ nichts als Illusion – und wer noch ernsthaft eine hat, ist vermutlich Fundamentalist, dem man MACHT besser nicht geben sollte.

  4. ‚Es gibt nichts Wahres im Falschen‘ ist ja eine ziemlich abkürzende Rede. Ich stelle mir dabei immer ein Flugzeug vor, das nach Osten oder Westen fliegen kann und in dem Passagiere sitzen, die teils nach Osten und teils nach Westen wollen. Keiner weiß, wohin das Ding wirklich unterwegs ist, manche rennen zum Cockpit, weil sie denken, da wäre ihr Ziel, andere nach hinten, aus dem gleichen Grund, und andere bleiben brav an ihrem Platz sitzen.

    Und so gibt es für den, der nach Westen will, ‚objektiv‘ das Wahre, wenn das Flugzeug nach Westen fliegt, egal was er tut, oder ebenso das Falsche, wenn es in die andere Richtung unterwegs ist. Rennt er im ersten Fall zum Heck, macht er ’subjektiv‘ das Falsche, aber das Gefährt ist ja viel schneller, also spielt es keine Rolle, daß er verkehrt liegt. Bleibt er sitzen, haut alles prima hin, eilt er zur Kanzel, um so besser. Im zweiten Fall ist er natürlich dumm dran, doch immerhin scheint es ihm, läuft er zurück, als kämpfte er noch mit dem Richtigen gegen das Verkehrte, sitzt er dagegen nur herum, hat er schon resigniert, und hastet er vorwärts, geht er zumindest grandios dem Untergang entgegen.

    Ich weiß nun nicht, ob ein solches Flugzeug ein richtiges ‚duales‘ System ist, mir scheint diese Bezeichnung für ein solches Katastrophengefährt sehr dürftig zu sein, auch wenn es nur duale Merkmale aufweist. Es erinnert mich weit mehr an das Gewusel des üblichen Alltags oder – wem das Wort ‚Alltag‘ zu alltäglich klingt – an ein ‚multifaktorielles Bedingungsgeflecht‘. Und was es mit ‚Utopien‘ zu tun haben mag, entgeht mir, wie ich gerade merke, ebenfalls. Vielleicht ja dieses, daß es (wie immer) auf den Standort des Betrachters ankommt – und der Ort, der nirgendwo ist, der ist schon ein sehr spezieller..

  5. Dass wir dies alles wissen und sogar spontan empfinden, ist eben das Dilemma, aus der der Status Quo, aber keine Utopie entsteht!

    Dein Beispiel hebt die Frage des Wahren im Falschen auf die Höhe ordenlich anstrengender Komplexität, deren Details zur Diskussion einladen (wer sitzen bleibt hat m.E. in Sachen Wahrheit/Falschheit null Relevanz, „haut prima hin“ muss erst mal mit einem Wert für das „prima“ begründet werden).

    „Multifaktorielles Bedingungsgeflecht“ beschreibt etwas ganz Anderes als das, was ich mit dem Elend der Existenz in der Dualität meine.

    Das ist kurz gesagt, wenn man erkennt, dass das Gute, Schöne, Wahre nur dann pointiert und umrissen aufscheint und gespürt werden kann, wenn grade der Schmerz = das Leiden am Bösen, Hässlichen und Falschen nachlässt.

    Ohne das könnte man das nicht wahrnehmen. Was dann zu Dekandenz-Erscheinungen führ, wenn uns allen „zu gut geht“.

  6. @claudia

    ich glaube, ohne es zu googeln, es war „es gibt kein richtiges leben im falschen“ und das ist schon ein klitzekleines bißchen was anderes als „wahres im falschen“, das dann ja auch entsprechend „keine wahrheit in der lüge“ lauten müsste und das selbst das möchte ich dann doch bezweifeln.

    ansonsten: grummel!

    ich weiss jetzt nicht, wie ich _dich_ aus dieser schwermut rauszerren könnte, du sitzt halt nicht hier einen halben meter entfernt von mir und ich könnte dir diese dinge in dem ruhigen, fast geflüsterten ton, der hier gerade herrscht, so spiegeln, daß du _siehst_.

    natürlich gibt es weiterhin (zumindest) eine utopie und das ist die liebe, da möchte ich dann doch ganz energisch darauf bestehen. hier wären dann „das falsche“ die illusion & ihre schwester, die projektion. sie kann tausendmal für dich zerbrochen sein und doch … wir versuchen es ja immer wieder (nein, nicht ich gerade ganz konkret, nur damit hier kein falscher eindruck entsteht … ich rede nur darüber mit jemanden, der glaubt sie verloren zu haben und während sie darüber spricht, entdeckt, daß nur die illusion verloren gegangen ist)

    ich denke auch, daß alle anderen utopien weiterhin bestehen und akuter sind denn je, sie sind bloß nicht mehr die schilder, unter denen und hinter denen wir herlaufen. sie sind zu dem mutiert, was diese jungen menschen in sich tragen und die sie als gedanken für so selbstverständlich halten, daß ihnen als letztes der gedanke auftauchen würde, daß das, was sie hegen, eine „utopie“ ist.

    da ist nur im politischen oder öffentlichen diskurs etwas entwertet worden, systematisch hintertrieben und verächtlich gemacht.

    aber, des sei gewiss: sie hegen weiterhin die vorstellung von einem besseren platz und versuchen nun, ihm in ihrem praktischen leben näher zu kommen.

    auch wenn das quasi-religiöse vorstellungen erzeugt: wohin denn sonst läuft diese idee, vegan zu leben? ist das keine – und zudem sehr intensiv gelebte – utopie? ist der gedanke an frieden, der manchen in geradezu bizarre „aluhütlerische“ löcher oder mahnwachen treibt, nicht auch eine utopie?

    angesichts der faktenlage eine zudem sehr unwahrscheinliche.

    sei so lieb, claudia, und „halt an deiner liebe fest“ (bitte als übung drei mal täglich hören, bis es dein herz erreicht hat …)

    ach ja: gehbeschwerden. hölle und verdammnis, seit ich nicht mehr mit dem auto einkaufen fahre und nun gehen muss, weiss ich, wie übel mir mein körper, gerade die oberschenkel, meine rumhockerei nimmt.

    und, h&v, „das sollen jetzt mal die Jüngeren machen!“ für den satz kriege ich seit 10 jahren haue von meinen kids, aber so ist das, die sollen mal den hintern hochkriegen und es ÜBEN! ÜBEN! ÜBEN!

    ansonsten: ich würde dir gerne von meiner aktuell geradezu überschwappenden unbekümmertheit was gegen deine melancholie abtreten, aber leider kann ich es nicht in dosen füllen und auf die post geben – so daß ich nur das rezept weitergeben kann: menschen, die traurig sind, daran erinnern, daß das, was sie so traurig macht, sich in etwas helles verwandeln kann, wenn sie denn nur an ihrer „utopie“ a.k.a. ihrer liebe festhalten.

    also nicht an dem, den sie lieben, sondern an ihrer liebe zu ihm und sich selbst. ich erlebe grade, wie aus schmerz und trauer, aus einer raupe, die sich versponnen hat, ein schmetterling wird.

    in diesem sinne: halt dich an deiner liebe fest, claudia!

  7. komm, ich schenk‘ dir noch ein lied:

    https://www.youtube.com/watch?v=Yg36Y7gt4_E

    bemerkenswerter text …

  8. Vor diesen Sätzen: „Das [das Elend der Existenz in der Dualität, S.S.] ist kurz gesagt, wenn man erkennt, dass das Gute, Schöne, Wahre nur dann pointiert und umrissen aufscheint und gespürt werden kann, wenn grade der Schmerz = das Leiden am Bösen, Hässlichen und Falschen nachlässt.
    Ohne das könnte man das nicht wahrnehmen.
    “ stehe ich ein wenig ratlos.

    Willst Du damit sagen, daß zum Beispiel nur der befreite oder seiner Befreiung mit berechtigter Hoffnung entgegen sehende Gefangene sich ein Leben außerhalb des Gefängnisses ‚wahrhaft‘ („pointiert und umrissen“) vorstellen kann (etwa als Utopie oder als Erinnerung an die Zeit vor der Gefangenschaft), während dem hoffnungslos Gefangenen der Blick auf das Licht verwehrt bleibt (sowohl in der Vorwegnahme wie als Reminiszenz an eine verlorene Freiheit)?

    Wenn dem so wäre, beschränkte sich Utopie auf das (Wieder-)Finden eines Verlorenen (mit der technischen Bedingung, daß das Suchen nicht allzu schwierig ausfallen darf, sondern ein vages Gefühl für den Fundort und die möglichen Fundstücke gleich mitgeliefert werden muß), was mir als ein bestürzend statisches Modell menschlichen Denkens vorkommt. Vielleicht aber mißverstehe ich Deinen Bezug auf die ‚Existenz in der Dualität‘ und Du erklärst ihn mir, Zeit und Lust vorausgesetzt, nochmals.

    BTW: Mit ‚prima raus‘ ist in meinem kleinen Beispiel oben natürlich gemeint, daß ein Passagier in die Richtung fliegt, in die er will, unabhängig davon, ob er sitzt, selbst in die korrekte Richtung läuft oder die entgegengesetzte.

    Ob die Sitzenbleibenden keine Relevanz für die Frage wahr/falsch (hier: Richtung paßt zur Absicht) besitzen, ist für mich fraglich. Das Beispiel sollte ja nicht nur eine überschaubare Fallunterscheidung für Wahr/Falsch geben, sondern ebenfalls deutlich machen, daß jede solche Bewertung ganz wesentlich vom Rahmen der Betrachtung abhängt. Ist er zu eng, tragen die bloß Hockenden in der Tat nichts bei, da sie sich nicht zu bewegen scheinen. Trete ich aus dem Flugzeug hinaus, bewegen sie sich jedoch auf einmal.

    Utopisch übrigens würden in meinem Beispiel Reisende denken, welche die Tür zum cockpit öffnen und mit der Besatzung darüber verhandeln, wohin die Reise gehen soll und was die Instrumente als Richtung anzeigen. Was nahelegt, daß Utopie gleichzeitig das Falsche im Wahren wie das Wahre im Falschen sein kann.

  9. Nein nein, da hat mein Versuch einer Zuspitzung offenbar nicht dem besseren Verständnis gedient, ganz im Gegenteil. Und sie war auch falsch in den Worten „wenn gerade…“. Da bin ich übers Ziel hinaus geschossen. :-)

    Auch von einem Gefühlsteppich gepflegter Langeweile oder aus dem gewöhnlichen Funktionieren des Alltag heraus lässt sich das Gute/Wahre/Schöne durchaus ersehnen und (natürlich subjektiv) erkennen.

    Dennoch ist die Erkenntnis frustrierend, dass das große Ganze des Lebens eben in der Dualität stattfindet und es da keinen Weg hinaus gibt. Noch in jeder „alternativen“ und/oder spirituell motivierten Kommune hat sich „das Böse“ eben doch wieder eingefunden – auch in den Mönchs- und Nonnenorden ist es nicht weg, sondern existiert weiter.

    Oder auch im Kleinen: nichts schmeckt je so gut wie die erste Frucht nach einer Fastenwoche. „Leben, wo andere Urlaub machen“ bringt nicht etwa ein besseres Lebensgefühl, denn „Urlaub“ ist auch eine Veranstaltung, die auf den Kontrast zum weniger schönen Arbeitsalltag angewiesen ist.
    Jeder hat mal eine heftige Erkältung und weiß, wie schön das ganz normale Dasein auf einmal ist, wenn man wieder gesundet. Ich denke, es braucht nicht noch mehr Beispiele, um zu verdeutlichen, warum ich mir in dieser Gebundenheit in die Dualität keine echte Utopie vorstellen kann.

    Schön, dass es in deinem Beispiel utopisches Handeln immerhin noch gibt!

    Wie wäre das auf die Welt zu übertragen? Verhandeln mit dem „einen Prozent“? Hätten die Verschwörungstheoretiker recht, wäre das zumindest denkbar, wenn auch nicht chancenreich (Utopie ist ja „Nirgendwo“).
    Da sie aber – aus meiner Sicht – nicht recht haben, schwebt auch jedes Mitglied des einen Prozents isoliert in seinem Rahmen, von dem aus die Welt nicht so aussieht, als gäbe es etwas (mit den 99%) zu verhandeln.

    Hier übrigens ein guter Artikel in der Süddeutschen, der beschreibt, warum es keine Revolution mehr geben kann:

    Kommunismus als Ware, das ist das Ende der Revolution

    und einer von Sascha Lobo, der darauf Bezug nimmt:

    Sharing Economy: Auf dem Weg in die Dumpinghölle

  10. @Claudia: Gut, jetzt sehe ich klarer, was Du sagen wolltest.

    Allerdings ist anscheinend für mich keineswegs im gleichen Maße wie für Dich „die Erkenntnis frustrierend, dass das große Ganze des Lebens eben in der Dualität stattfindet“ und sich überall “’das Böse‘ eben doch wieder eingefunden“ hat – das Gute ohne das Böse schiene mir schlicht undenkbar (genau das besagt ja der Begriff Dualität ebenfalls). Typischerweise leiden nun aber Utopien, sobald wir sie uns (konkreter jedenfalls denn als ‚Friede, Freude, Eierkuchen für die ganze Familie und alle Nachbarn auch‘) ausdenken, daran, daß sie eben nicht ’nirgendwo‘ sind, sondern stets ‚irgendwo‘ sein müssen (in der Zukunft, auf einer fernen Insel, im Himmel usw.).

    Und das Böse ist, wie wir aus der Philosophie und der Populärmusik mittlerweile ‚gesichert‘ wissen, immer und überall, folglich auch in der Utopie, zumindest sobald sie im ‚Irgendwo‘ statt im ‚Nirgendwo‘ liegt. Das mag die Puristen jucken, es macht aber die Sache deutlich lebendiger und weniger einseitig. Zumindest ich möchte nicht in einem Paradies des Guten leben (selbst Münchner im Himmel haben ja irgendwann das ewige Frohlocken und Hosianna-Singen satt), wie, versteht sich, ebenso wenig in einer Hölle des Bösen (welcher Titan an geistiger Indolenz könnte sich bei klarem Verstand am laufend Band einen block buster nach dem anderen reinziehen, von den täglichen Übertragungen der Tagesschau einmal ganz zu schweigen?) ;-)

    Aber Spaß beiseite: in dem hübschen Flugzeug-Bildchen wäre eine andere Utopie doch die, sich einmal zu überlegen, daß wer nach Osten reisen möchte, das auch schafft, indem er nach Westen reist, quasi auf den Spuren Cristoforo Colombos. Er braucht eventuell nur etwas mehr Treibstoff, und falls das ein Problem darstellt, könnte er auf die Idee kommen, die Windkraft zu nutzen, die (praktisch) endlos zur Verfügung steht, er müßte dazu allerdings kreuzen lernen, was ein Reisen nach (und damit eine Idee von) Norden und Süden ins Spiel brächte oder, falls das Flugzeug ein Ballon wäre, das Steigen und Sinken (und damit eine Idee von Oben und Unten) erfordern würde. Lauter Erweiterungen seines Horizontes, welche die Fixierung auf Ost und West in Frage und damit vielleicht sogar das Reiseziel zur Disposition stellten.

    Wir wir sehen, bietet auch ein übersimplifiziertes Modell Kapazitäten zu einer unendlichen Menge an Komplikationen. Was an verrückten, die gewohnten Zusammenhänge (womöglich von den Füßen) auf den Kopf stellenden Innovationsschüben müßte da erst in einer überkomplizierten Welt stecken, wie sie lediglich eine handverlesene Schar atlantisch bestens vernetzter Chef-Redakteure großer Print-Medien wahrhaft (und dann stellvertretend für uns, ist ja klar) verstehen kann – es sei denn, es hielten finstere Bösewichte ihre Daumen darauf, daß niemand – schon gar kein Volkswirtschaftler mit Jodel-Diplom – auf die so abwegige Idee kommt, es könnte z.B. jenseits des durch Geld vermittelten Tausches noch etwas anderes geben, des Einen hungrigen Magen mit den Früchten der Arbeit des Anderen zu füllen, ohne daß ein Dritter sich dabei den größten Batzen vom Geld – genauer: gleich das Doppelte, besser sogar weit mehr, am besten noch viel, viel mehr! – in die Taschen lügen kann, weil etwa unsere überlichtschnelle, Kollisions-erprobte und Paket-verpackte Kommunikationstechnik doch zu irgend etwas anderen gut sein könnte als gangman-style clips mehr als eine Milliarde Mal übers Netz zu jagen, dicht gefolgt von Justin Bieber und Konsorten.

    Nun also, langer Rede kurzer Sinn: mit den Utopien ist das alles nicht (mehr) so einfach wie noch zu Zeiten unserer Vormünder, seien sie nun Mütter oder Väter. Entwürfe eines ganz Anderen haben, so weit ich es sehe, immer als Zentrum ihrer Entfaltung recht wenige Begriffe verwendet, um die herum sie sich als ‚das Andere‘ aufbauten (meist aus dem Umkreis von Frieden, Glück, Gleichheit, Freiheit und Wohlstand), die sich oft aus den Mängeln des Bestehenden heraus erklärten (vielleicht mit Ausnahme rein religiöser Heilsversprechen wie ewiges Leben und paradiesische Wohngemeinschaften mit freiem Gruppensex). Die Mängel des für uns Bestehenden sind jedoch offenbar zugleich unbedingter Teil seiner Heilsversprechen – denn Sicherheit, Wohlstand und Gesundheit hier in Deutschland erkaufen wir uns mit Kriegen, Armut und Krankheit in Afrika, am Hindukusch oder im Zweistromland, und ein absurdes Kalifat juckt uns erst richtig, wenn die ersten weißen Nordamerikaner von ihm enthauptet werden, während Tausende mißhandelter Afrikaner, Araber und Asiaten scheinbar noch ganz prima unterhalb der Schmerzgrenze bleiben.

    Kein Wunder! Zum Beispiel das große Gespräch (via Medien und internet), ein möglicher Ort für Utopien, führen vor allem die Vorteilsnehmer des Bestehenden. Daran ändert nichts, daß es sehr verschiedene Grade der Vorteilsnahme gibt. Auch wer sich hierzulande vom unbezahlten Praktikum zum ausbeuterischen Gelegenheitsjob durchs Leben hangelt, ja selbst jeder Empfänger von Transferleistungen ist so ein Vorteilsnehmer (deswegen riskiert die halbe Welt ja Lein und Leben, um irgendwie hierher zu kommen). Ich weiß nicht, wie gut das Verdrängen dieser Tatsache individuell klappt, ich fürchte, besser als ich es mir einbilden mag, aber das Verdrängte, lehrt uns die Psychologie, ist niemals das nicht-existente, es ist stets weiter wirksam, weil es permanente Verdrängungsprozesse benötigt.

    Die Energie, die diese absorbieren, der mentale Treibstoff, der in persönliche und gesellschaftliche Ausfluchtarbeit zu stecken ist, fehlt dann vielleicht dort, wo sie in Renovierungsarbeit zu stecken wäre, so daß es weniger an Intelligenz und Einfallsreichtum, welche Utopie dringend benötigt, fehlt, sondern ganz einfach an emotionalem Interesse und Zeit. Nichts kann eine Utopie endgültiger zunichte machen als das gelangweilt genervte ‚Jaja, und die gebratenen Tauben fliegen mir dann in den geöffneten Mund‘, mit dem jedem, der sie überhaupt noch zu äußern wagt, diejenigen begegnen, denen zwar keine gebratene Taube, bei Bedarf aber beliebig big-mac, coffe2go und die happy pill für nach 4 Uhr morgens hinein gestopft wird. Utopien sind, so mein Eindruck, weder gänzlich verschwunden noch unmöglich zu denken – aber sie verkaufen sich nicht mehr, sie sind Ladenhüter in einer bunten Einkaufsmall, wo erst das Übergießen mit Eiswasser die Sinne überhaupt wieder reizt.

    Und offen gesagt weiß ich gar nicht, ob das nun gut oder schlecht ist. Die nicht zu zählenden Opfer vieler vergangener Utopien (ob sie sich um die unbefleckte Empfängnis oder den einzig reinrassigen Menschen oder den Götzen Gosplan drehten) sprechen für das erstere. Aus dem Gefühl heraus und bei Gelegenheit der Lektüre solcher Artikel denke ich dagegen, daß auch diese (Welt-)Gesellschaft früher oder später sich selbst zerstören wird, denn ich sehe absolut keinerlei Ansätze zu einer Neugestaltung der zentralen Allokationsaufgabe (Arbeit und Rohstoffe und Konsum halbwegs in Deckung zu bringen) jenseits des Geldes (und damit seiner vielfältigen Konsequenzen, die uns eine Suche nach Ersatz eigentlich auf den Nägeln brennen lassen sollten) und so gut wie keine größeren Interessengruppen weltweit, die sich zu einer globalen pressure group gegen das Weiterwursteln aka ‚westlicher Wertegemeinschaft‘ (die mir eher ein Altherrenclub aus lauter Uncle Scrooge Gestalten im privaten Sauerstoffzelt zu sein scheint) zusammen tun könnten.

    Natürlich hoffe ich, daß ich mich irre. Und um meinen Abscheu vor manchen Momenten der Gegenwart zu ertragen, schaue ich sie mir meistens nicht allzu genau und allzu intensiv und nach Möglichkeit nicht allzu häufig an. Noch ein subtiler Mechanismus, der individuell das Denken von Alternativen erschwert. Und stattdessen – zum Leidwesen der geplagten Leser – zu solchen grotesken rants wie diesem führen kann, den zu Schreiben hoffentlich nicht weit mehr Spaß machte, als ihn zu lesen.

  11. Wow, Susanne, da hast du aber mal wieder losgelegt! :-)

    Das Schicksal sehr langer Kommentartexte ist es, dass sie das Kommentieren erschweren bzw. zum Vertagen motivieren. Einfach deshalb, weil es schwierig ist, so einer Textmenge GERECHT ZU WERDEN – vielleicht ein blöder Impuls, aber wahr.

    Nun ja, ich pick mir was raus: Das Verdrängen der Tatsache, ein Vorteilsnehmer zu sein, ist m.E. keine besonders problematische Sache. Schließlich sind wir alle in dieses bevorzugte Leben hinein geboren und haben die Strukturen der Ausbeutung nicht selbst geschaffen – wir halten sie „nur“ am Leben durch unseren Konsum, von dem herunter zu kommen (Stichwort „Minimalismus“) ein nur begrenzt effektives Verhalten ist angesichts der Größe der Probleme.

    Den potenziell belastenden Aspekt „Schuld“ kann man so leicht abwehren, nicht aber die ANGST, die angesichts der Zustände und Konflikte aufkommt – bzw. aufkommen könnte, wenn man nicht ein gehöriges Maß an Ignoranz pflegt und sich hauptsächlich für „Promis“ u.ä. interessiert.

    Den Artikel hab ich gelesen und getwittert. Aber zur Weltrettung fällt mir im Moment auch nichts ein, leider!

  12. ok stop meide nunmehr worte stop nutze ;-) für laune und :-( für weltlage stop susanne

  13. Aber bitte nicht nur noch so!!! :-)

  14. Zu Verdrängung stop Gefährliche Momente us-amerikanischer/europäischer Gesellschaften als Folge kollektiver Verdrängungsarbeit: Ängste vor Pauperisierung, Terrorismus, Islamismus, Einwanderung… stop Folge Aggressionen: Destabilisierung nach Außen, Militarisierung nach Innen stop Spaßfaktor Promis, Party, Pop, Sport schleift sich da Verdrängungsarbeit langfristig erfolglos ab stop zunehmend hysterische Momente: Gewalt, rasantere Abfolge von hypes stop Zusammenhang kulturelle Entwicklung / überbordender Problemdruck stop Verdrängung wird selbst Gegenstand von Verdrängung stop Hoffnung keimt aber wegen: it ain’t dead, it just smells funny… stop Susanne ;-)

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