Claudia am 18. Juli 2014 — 8 Kommentare

Blogs abgreifen – natürlich kostenlos.

Immer wieder bekomme ich Anfragen, ob ich nicht meine Blogposts (vornehmlich aus den Themenblogs zu Garten und Ernährung) noch anderswo veröffentlichen möchte. Es sind Portale, die Beiträge von vielen Blogs im Volltext übernehmen, nach Rubriken sortieren und den Bloggenden MEHR LESER und größere Bekanntheit versprechen. Gnädig bekommt man einen Link aufs eigene Blog versprochen, wenn man mitmacht. Der sitzt dann nicht mal immer auf allen Artikeln, sondern nur auf einer „Profilseite“. Und wenn doch, ist er fast nie ein „richtiger“ Follow-Link, sondern irgendwie „maskierter“ Code, den die Suchmaschinen nicht fürs Ranking nutzen.

Dass gar kein Grund mehr besteht, das Quellen-Blog zu besuchen, wenn ALLE Artikel auch auf dem Portal erscheinen, wissen die Betreiber natürlich. Um das vergessen zu machen, sind die „Einladungen“ voll des Lobes über den tollen Schreibstil, die guten Infos, die den hohen Qualitätskriterien des Portals entsprechen und ganz sicher eine BEREICHERUNG dieses Portals darstellen würden – aber sicher, vor allem Letzteres!

Dass bei Google „duplizierter Content“ nicht gut ankommt und es – mal angenommen, das Portal tut viel für seine Bekanntheit – passieren kann, dass nurmehr die „ferne Version“ überhaupt gefunden wird, ist ein Effekt, den Mitmachende offenbar selten bedenken. Oder es ist ihnen egal, Hauptsache „mehr Leser“, egal wo.

Das ist natürlich ein Standpunkt, den man einnehmen kann. Vielleicht sehen mich solche Blogger/innen gar als egoistisch an, weil ich bei so etwas nicht mitmache. Aber ich hab‘ mich nun mal entschieden, eigene Blogs zu betreiben und nicht für einen kommerziell orientierten Massenbetrieb kostenlos Inhalte zu liefern. Zusammen mit der o.g. Linkpolitik sehe ich da durchweg nur Nehmen, kein Geben.

Und deshalb mache ich das nicht, da können sie loben und schmeicheln bis der Arzt kommt!

Diskussion

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8 Kommentare zu „Blogs abgreifen – natürlich kostenlos.“.

  1. Das klingt doch sehr verständlich!
    Und soviel Leserschaft steht doch eh per se nicht zur Verfügung, als daß da ein „Quantensprung“ stattfinden könnte ?!
    Daher: Schuster, bleib bei deinen Leisten.
    Tschuldigung, manchmal gefallen mir so alte Sprüche.

  2. Hallo Claudia,

    irgendwie kommt mir das bekannt vor! Ich habe tatsächlich schon E-Mails mit Angeboten bekommen, daß ich da und dort doch mitmachen bzw. meine Artikel veröffentlichen könnte.

    Einige dieser Sites habe ich mir auch mal angesehen und konnte dort feststellen, daß die beim Google PR entweder weit unter mir lagen oder auch beim Ranking gar keine Rolle spielen.

    Zum Teil gibt es da auch nur ein paar Besucher, die dann Kommentare bei den Artikeln hinterlassen. Oft ist es aber so, daß dort einfach nur Spam-Kommentare sind, die zum größten Teil mit den Artikeln gar nicht zu tun haben.

    Ich kann nur sagen: „Finger weg bei solchen Angeboten!“

    Grüße aus TmoWizard’s Castle zu Augsburg

    Mike, TmoWizard

  3. Da will vermutlich jemand möglichst viel Geld verdienen durch Werbe-Einnahmen ohne viel dafür zu tun – für den Inhalt sorgen andere. Damit jemand bereit ist, kostenlos Inhalte zu liefern, werden unsinnige Versprechen gegeben, die wie du darlegtest, für dich eher nachteilig sind.

    Ich habe einen informativen Site (kein Blog) und erhalte immer wieder Anfragen nach „Linktausch“, Werbung zu veröffentlichen oder auch, ob ich woanders „schreiben“ will. Weil mich solche Anfragen zu beantworten Zeit kosten, hatte ich extra in den FAQs Beiträge veröffentlicht, warum ich keinen Linktausch will (jedoch nichts gegen eine Verlinkung auf meine Inhalte habe und bei guter Begründung – Leser hat etwas davon – auch gerne verlinke), dass ich den Site als Hobby selbst finanziere und diesen lieber schließe, als Werbung zu veröffentlichen. Anfangs schickte ich noch Antworten mit Links auf die FAQ-Seiten auf E-Mails, die nicht den Eindruck erweckten, maschinell verfasst worden zu sein. Mittlerweile ist mir dafür meine Zeit zu schade.

    Wie schon TmoWizard schrieb, sind die Anfrager meistens inkompetent. So wie früher, als ich noch aktiv war – Google honoriert anscheinend Aktualität – und einige erste Treffer hatte (Erster Ergebnis-Link zeigt auf meine Seiten, sowie weitere unter den ersten zehn) – ist es aktuell nicht mehr. Aber gerade nach 2 wichtigen Begriffen bei Google gesucht, habe ich immer noch einen 12. und einen 9. Treffer. Davon sind solche Anfrager *weit* entfernt, abgesehen vom fehlenden Fach-Know-How, schaue ich mir deren Sites an (1996 war mein Site im WWW, HTML schreibe ich immer noch selbst: Extrem schnell geladen, zukunftssicher, kein Missbrauch durch SQL-Injection o.ä., frei von Syntaxfehlern anhand W3C-Check etc. und dank geeigneten Tools auch leicht erstellt).

    Ich sehe das als Hobby an und für mich ist es viel wichtiger, dass jemand mit meinen Infos ein Fachproblem lösen kann, als Geld zu verdienen oder kurzzeitig Pseudo-Ruhm zu ernten via Seitenaufrufanzahl („Likes“ etc.). Ein Hobby kostet eben häufig Geld und so viel ist das nicht. Der Spaß ginge mir verloren, wären mir Seitenaufrufanzahlen wichtig (nicht dass es irrelevant wenige sind).

  4. Liebe Claudia.
    Es gibt halt viele, so Kommerzielle Seiten, die sich gerne mit fremden Federn schmücken, so ein Beitrag ist halt doch Arbeit, auch wenn es ein Hobby ist und Spass macht. Ich denke, dass ich lieber etwas wenige Leser habe, dafür treue und wenn ich nichts zum schreiben weiss, so lasse ich das lieber sein. Zur Zeit bin ich wieder mehr beim Fotografieren , siehe http://erwinphoto.wordpress.com/
    Liebe Grüsse zentao

  5. Danke Euch für die Kommentare!

    @Gerhard: ich kenne eigentlich niemanden, der Blogs auf solchen Sammelseiten mit MASSENHAFT Blogs liest – da sind in aller Regel Null Kommentare.

    @TmoWizard: !

    @Elmar: aha, auch so ein Web-Urgestein! Du kannst deine Seite gerne unterm Namen verlinken.

    @Zentao: ! Und danke für den Link. Derzeit beginnen meine Gedanken mal wieder um eine neue DigiCam zu kreisen – DSRL kommt allerdings nicht in Betracht, das ist mir zu massig.

  6. Bei mir fragen sie gar nicht erst, sondern klauen komplette Texte. Die finde ich dann in dubiosen Wikis, in Soaps, Foren und sogar bei Facebook. Manchmal sogar als eigenen Blogpost ohne Verlinkung. Da kannste fast froh sein, wenn sie fragen und du ihnen eine Abfuhr geben kannst. :)

  7. @kiezneurotiker Mit der Suche nach Plagiaten könnte ich unnütz viel Zeit verbringen und ein eventueller minimaler Geldgewinn wiegt nicht den Aufwand und den Ärger auf.

    Ein dreistes Beispiel ist mir um 2000 aufgefallen, wo noch Geld für den Plagiats-Text verlangt wurde, den mir die Verkaufs-Plattform umgehend zurückerstatte, nachdem ich sie auf das Plagiat hinwies. Es ist ein aus heutiger Sicht langweilig geschriebener und technisch veralteter Text. „Druckversion“ zeigt diesen komplett an. Er enspricht nicht mehr 1:1 dem plagiierten Original, da ich Teile hin und wieder umschrieb. Der damals als PostScript/PDF-Druckversion aus LaTEX erzeugte Text ist noch heute noch im Web hier und da aufzufinden, hier ein Beispiels-PDF-Dokument.

    Ob die in allen Kopfzeilen eingefügte E-Mail-Adresse die Plagiatoren sind, weiß ich nicht, aber es war schon damals ungeschickt, einen Text 1:1 zu kopieren und nur meinen Namen zu entfernen, damals noch ersetzt deren. Mir war und ist meine Zeit zu schade, dagegen vorzugehen, wenngleich ich ohne größere Probleme ein Programm schreiben könnte, das permanent eine Plagiats-Suche automatisiert durchführt für alle meiner aktuell mehreren tausend Seiten.

    Ich sage mir, was im Web ist, kann von jeden auf jede Weise benutzt werden und die einzige Möglichkeit, das zu verhindern, ist, nichts zu veröffentlichen. Das betrifft auch die Fotos meiner Galerie. Zum Glück sind Plagiate der Ausnahmefall und ich hatte noch nie ein Problem damit, dass Privatpersonen, Vereine, Behörden etc. nach höflicher Anfrage die Texte für nichtkommerziellen Bedarf über die Druckversion (automatisch erzeugt von einem durch mir programmierten Perl-Skript) für sich ausdruckten und nutzten/verteilten oder einige Bilder. Diese versprachen, nicht den Urheber zu verbergen.

  8. Danke für die interessanten Ausführungen. Zwar ignoriere ich Anfragen ohnehin, aber der Artikel erläutert sachliche Kriterien warum dies auch gut so ist.

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