Claudia am 04. Juli 2014 — 14 Kommentare

Audio-Formate, Podcasts und so – soll ich?

Persönlich stehe ich auf Texte und höre mir nur selten etwas an. Texte kann ich „scannen“, kann Längen überlesen, sowie schnell einschätzen, ob mir der Text etwas sagen wird. Das Aufkommen der „Video-Blogger“ und Podcaster hab‘ ich bemerkt, doch fehlt mir meist die Geduld für diese Formate. Insbesondere Podcast-Plaudereien, die ich versuchsweise anhörte, strapazierten oft meine Geduld bis ins Unerträgliche: Himmel, wann kommen die endlich zum Punkt?

Selber zu „podcasten“ erschien mir deshalb bisher nicht als Möglichkeit der Wahl. Meine Stimme ist ja leider keine saubere Radio-Stimme. Wenn ich mich mal höre, ist das für mich eher erschreckend: So fremd – und irgendwie komisch! (Ein erstes Interview im Radio zum Thema „unverbissen vegetarisch“ war sprachlich für mein Empfinden ein echter Flop: nuscheln, schwäbeln, hüsteln – ich war damals auch verdammt nervös, hoffentlich ist das jetzige, das heute im MDR gesendet wird, besser!)

Mehr Datendurchsatz im Audio-Format?

Warum mir nun „Podcasten“ doch wieder bedenkenswert erscheint: Ich schaffe es bei weitem nicht, alle spannenden Themen, die mir einfallen, auch wirklich zu Diary-Artikeln zu machen! Das liegt an meiner derzeitingen Arbeitsbelastung, aber auch daran, dass wirklich ANDERE Gedanken, die vom Gewohnten abweichen, aus meiner Sicht eine „ordentliche Ausarbeitung“ erfordern, zu der ich dann aus Zeitgründen nicht komme. Die Idee, für einiges Angestaute entlang an einer Stichwortliste einfach mal drauf los zu reden, hat schon was Abenteuerliches! Auch interessiert mich, ob ich es selber schaffen würde, ohne große Längen „auf den Punkt zu kommen“ – schließlich sollte das Ergebnis für ungeduldige Menschen wie mich anhörbar werden!

Die meisten ähnlich text-orientierten Leserinnen und Leser würde ich mit Podcasts nicht erreichen – aber vielleicht andere? HARDY, ein lieber Stammleser, schüttet mich immer wieder mit Audio-Formaten zu – er würde es vermutlich immerhin anhören.

Momentan habe ich nicht mal ein Mikrofon und kenne mich mit den Modalitäten des Aufnehmens noch nicht bzw. nicht mehr aus. Damit hab ich mal in den 90ern experimentiert, einen eigenen bös-kritischen Text eingelesen (schwäbelnder Tonfall, Konsonanten-Ausdrucksprobleme.. seufz…), ein paar (postmoderne Philosophie-)Sätze über INFORMATION mit einem Freund aufgenommen, spielerisch kollagiert – und mich dann wieder dem Schreiben zugewendet.

Aber wer weiß, vielleicht wage ich demnächst doch mal das „ganz andere Format“. Nicht irgendwie literarisch bemüht, sondern als lockere Rede. Wie im Blog eben…

Diskussion

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14 Kommentare zu „Audio-Formate, Podcasts und so – soll ich?“.

  1. Der böskritische Text „Der Andere“ kommt ja mit einer unerwartet lieblichen Stimme daher, einer Stimme, die ich Dir wohl nie zuordnen würde.
    In diesem Text gibt es nur einige wenige sprachliche „Probleme“, Dialekt eben. Etwas, was unumgänglich ist, wenn man nicht extra dagegen trainiert. Aber Verschlucken von Wortenden oder Worten, Näseln ect konnte ich nicht feststellen.
    Heute Morgen unterhielt sich jemand mit einem Ausländer im Bus: Er nuschelte ein einzelnes Wort, sagen wir mal „beliebig“. Dieses Wort war aber in ein Gesums aus Artikulier-Geräuschen eingebettet, sodaß der Ausländer womöglich glaubte, einen kleinen Satz präsentiert zu bekommen und nur dieses Eine Wort irgendwie zu fassen bekam, was es denn ja auch war – für mich erkennbar.

  2. Hallo Claudia:)
    für mich als schwaben (aus dem schwäbischen Nabel der Welt/Stuttgart Bad Cannstatt) wär ein gelegentlich verschluckter oder verschwäbelter Wort/Satzbestandteil garantiert kein Fehler sondern ein Feature:)!

    Die Idee ist für mein Empfinden garnicht so verkehrt,
    und auf jeden Fall einen Versuch wert.

    Dazu kommt noch (die andere Disskussion hier–Vertrauen im WEB–) ein mherwert, was den „original“beweis via Stimme
    liefert. (für Leute die dich kennen, jedenfalls)

    einfach mal machen:)
    gruss aus sz
    ingo

  3. Podcasts höre ich nur, falls sie kurz sind und es um persönliche Ansichten geht (ist hier der Fall) und mir die Stimme angenehm ist: Locker, gut verständlich, melodisch – „natürliche“ Betonung, Stimmhöhe variierend, nicht monoton („leiernd“). Leichter Dialekt ist nicht schlimm.

    Da ich auch fachspezifische Blogs aus der IT und meine Hobbys betreffend lese (meist englischsprachig), höre ich hin und wieder in dort verlinkte Podcasts hinein und stelle diese nach kurzer Zeit wieder ab. Häufig ist mir die Stimme unangenehm oder schwer verständlich oder sie dauern zu lange. Noch schwerer wiegt, dass – wie von dir angesprochen – es erheblich länger dauert, bis der Sprecher „zum Punkt“ kommt und diesen nicht immer klar herausstellt. Ärgerlich ist das, wenn erst nach mehreren Minuten klar ist, dass Weiterhören nicht lohnt. Bei einem Text weiß ich das durch Querlesen sehr schnell.

    Texte, informieren sind wesentlich schneller durchzuarbeiten und außerdem über eine Suchmaschine (wieder) gut aufzufinden und der Inhalt prägt sich mir besser ein.

    Ist Information nicht der Hauptzweck, ist ein Podcast in Ordnung, jedoch sollte er nicht so lange dauern, 5 bis maximal 15 Minuten sind für mich in Ordnung. Das mag ein Publikum mit mehr Freizeit anders sehen/wollen.

  4. schon alleine wegen des „lieben“ ;-)

    lass mich mal kurz an den podcast einer bloggerin erinnern, in dem sie und ihr gesprächspartner sich „verquatschen“, probleme haben mit der technik, das ende abgeschnitten ist etc etc … ein echtes ärgernis.

    wenn du an der stelle auf mich hörst, würde ich folgendes vorschlagen: mach dir zuerst ein skript, einen text, an dem du dich entlang hangelst. gib‘ dir mühe, zu betonen. dank immer dran, daß es leute wie mich gibt, die gut gesprochene texte mögen und schlecht gesprochene hassen wie die pest.

    aber an der stelle fragst du dich wahrscheinlich selbst, wo denn bitte der „mehrwert“ eines podcasts liegen soll – und das ist dann wohl auch der kern der sache. es ist ja nicht so, als ob du damit (einmal von blinden, die man ja bitte nicht vergessen sollte) eine größere reichweite erzielen könntest. ein videopod hätte ja noch den vorteil, daß du dich als person optisch präsentieren präsentierst, bei einem audio podcast könntest du immerhin mit dem klang deiner stimme eine „wärme“ und einen persönlicheren bezug zu deinen lesern erreichen.

    während ich hier so brainstorme: ich sehe für dich konkret zwei optionen. die eine ist ein videoblog, in der du deine texte sprichst. das andere ist eine art gesprächs-audio format. dazu brauchst du einen gesprächspartner, dem du oder er dir die „bälle zuspielen“ kann.

    wenn du hilfe brauchst, sagen wir mal jemanden, der die beiträge schneidet, nachbearbeitet etc – just call on me ;-)

  5. args, fehler im text einfach ignorieren, das kommt davon, wenn man das so nebenher macht :-)

  6. @Gerhard: das war vor ca. 15 Jahren. Ganz so lieblich ist die Stimme nicht mehr.. :-)

    @Ingo: Mensch, deine schwäbischen Wurzeln merkt man aber deiner Stimme nicht an (@alle: Ingo hat mich schon mal besucht)

    @Elmar: danke für deine Meinung, die ich voll und ganz teile.

    @Hardy: Die Fehler sind eher meine Schuld, denn ich hätte längst die Editierfunktion einführen sollen. Danke für das Angebot!

    Videos, die einen Sprecher oder eine Sprecherin zeigen, finde ich irgendwie anmaßend und eitel. Damit will ich nichts über die Leute sagen, die das so machen, nur begründen, warum es für mich nichts ist. Hab‘ auch TV schon mehrfach verweigert, Radio aber akzeptiert – ich will einfach nicht so auf dem Präsentierteller sitzen und angestarrt werden… :-)

    Die Sinnfrage ist natürlich virulent! „Mehr Leute“ erreiche ich damit gewiss nicht, aber vielleicht mal ein paar andere, die lieber hören als einen längeren Text lesen – die soll es ja geben!
    Dass ich überhaupt daran denke, liegt wie gesagt am Datendurchsatz. Ein 10-minütiges Telefongespräch kann viel mehr Inhalt umfassen als eine Mail, bzw. man müsste schon recht lange hin und her mailen, um dem zu entprechen. Ein Podcast könnte quasi den Arbeitstitel haben: Zu was ich in dieser Woche wieder nicht gekommen bin.. :-)

    Was die Professionalität angeht, so würde ich da nicht so einen Mega-Anspruch stellen, sondern eher den, dass es nicht langweilen soll, dass das Engagement fürs Thema gut rüber kommt.

  7. [..] anmaßend und eitel.

    das könnte von mir sein … ich gucke so was nicht, aus genau diesen gründen, aber ich mag stimmen

    [..] die soll es ja geben!

    man denkt immer, alle leute sind so wie man selbst, naja, ich denke das nicht, ich denke eher, daß ich dinge tue, die aus der zeit gefallen sind. aber, so unzeitgemäß meine hörspielhörerei in den 90ern noch war … mit meinen angeboten bei napsters & co habe ich wohl mitgeholfen, eine ganze industrie aus dem boden zu stampfen, die leute waren aj überraschenderweise wie irre, als sie bei mir hörbücher runterladen konnten, die ich aus dem radio aufgenommen hatte.

    es gibt heute eine immer größer werdende gemeinschaft von leuten, die lieber zuhört als zu gucken oder zu lesen und auch wenn du das jetzt selbst nicht machst: andere leute sind anders.

    ich fand deine versuche ja auch gar nicht schlecht, wenn du dich erinnerst. denk noch ein bißchen drüber nach, wie gesagt, ich verfüge da ja als audionarr, der alles, was nicht still hält, aufzeichnet, schneidet und aufhebt, über ein gewisses know how (das war „mein licht unter den scheffel stellen“ …)

  8. @Hardy: momentan hab ich nicht mal ein Mikro. Du könntest mir sagen, was ich da bräuchte… (gern per Mail, hier muss es ja nicht in Kaufberatung ausarten!)

    Und wie ich überhaupt aufnehmen kann, mit welchem Programm – müsste ich auch erst neu erforschen. Evtl. kennst du eine Seite mit Tipps?

    Fürs erste will ich nurmal testen, nicht gleich Unsummen ausgeben und dann nach zwei Versuchen doch keine Lust haben…

  9. claudia,

    weil in öffentlichem interesse: alles was du ggf. brachst findest du hier für lau

    http://www.gitarrenlinks.de/musprog.htm

    na gut, ein mikro ist scher nicht varkehrt, aber warum die sache nicht mit einem handy aufnehmen, deren mikes sind so gut wie früher profi dinger ;-)

    aber frag mich nicht nach der richtigen app.

    isch ‚abe keine handy.

  10. schon wieder sauviel fehler … aber ich bin einfach zu faul noch mal nachzulesen bevor ich auf senden drücke

    toll ist zb. KRISTAL AUDIO ENGINE

    das ist ein im grunde professionelles MEHRSPUR aufnahmeprogramm. und für videos reicht im grunde der moviemaker, der bei windowsinstallationen immer dabei, aber meistens nicht aktiviert ist. nettes, einfach zu bedienendes programm, mit dem man easy film und ton zusammenbringen kann.

    an die arbeit …

  11. Wahrscheinlich haben die meisten Podcasts solche Längen, weil die Macher nicht von einem ordentlichen Manuskript ablesen. ;-)

  12. Ich weiß nicht, wie viel Deiner Arbeits- oder Lebenszeit Du auf Dein(e) blog(s) verwendest, ich könnte mir aber vorstellen, daß es nicht beliebig viel sein kann. Wenn podcasts ein damit kompatibler, zusätzlicher Zugang zu dem, was Du in Deinen Beiträgen ansprichst, sind, sehe ich keinen Grund, warum Du es nicht ausprobieren solltest (und auf das breite Echo der Zustimmung spekulieren solltest, das Du sicherlich ernten wirst). Die Verlegenheit ob eigener medialer Präsenz vergeht meistens schnell und die performance wird durch Übung immer besser (auch wenn solche Vorführungen wie die Klagenfurter heuer mich etwas nachdenklich stimmen diesbezüglich).

    Mich würde die Ausschließlichkeit des einen Mediums stören, da ich mir nicht professionell produzierte podcasts mit nicht ausgebildeten Sprechern nur in Ausnahmefällen antue und die Schriftform immer vorziehe. Bild und Ton eine Authentizität beizumessen halte ich wiederum für vergeblich dort, wo vor allem das Gesagte anregen oder überzeugen soll, nicht die oder der Sprechende. Ich würde zum Beispiel die amerikanische Unabhängigkeitserklärung nach wie vor für ein grandioses Dokument halten, selbst wenn ein Mr. Rumsfeld sie verläse.

    Allerdings träume ich gelegentlich davon, verantwortliche Technikerin für Übertragungen der Bundespressekonferenz zu sein, da ich dann dem Herrn Seibert grundsätzlich die Stimmlage von Donald Duck unterlegen würde, weil ich es liebe, wenn Form und Inhalt tendenziell zusammen wachsen…

  13. @Juh – mag sein, ich hätte den Anspruch, entlang an einer Stichwortliste frei zu reden. Keine „Lesung“, sondern eben Rede… :-)

    @Susanne: mir gehts genauso, ich ziehe Text immer vor. Vielleicht find ich es gerade deshalb interessant… na, wenn man bedenkt, dass ich bisher das Theme nicht zu wechseln geschafft habe, steht die Umsetzung so einer Idee sowieso in den Sternen! Ein Mikro schaff ich mir aber an…

  14. Hallo Claudia,
    als Blogger der hauptsächlich technisches Wissen vermittelt werde ich in meinen Beiträgen Videos mit Text und Bildern kombinieren. Ich setze für die Produktion die OpenSource Software CamStudio ein, mit der ich alle Aktionen auf dem Bildschirm aufzeichnen kann. Anschließend schneide und vertone ich die Videos mit Microsofts MovieMaker.
    Klassiche Blogbeiträge sind für mich aber immer noch Text und Bild. Diesen Weg gehe ich auch mit meinem neuen Blogprojekt.
    Gruss Michael

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