Claudia am 06. Juni 2014 — 7 Kommentare

Geiler Content

In Amsterdam sammeln Schaufensterpuppen Geld für Obdachlose. Spanien muss vakante Königsstelle EU-weit ausschreiben, meldet der Postillon. Focus online klaut der BILD die kostenpflichtigen Plus-Themen, die BILD-Macher sind echt sauer. Ein Fotoprojekt zeigt „die Schönheit der Verbrannten“, das Berliner Mahnmal zerbröckelt, aber wer dieser Katze beim Schlafen zuschaut, den ficht das alles nicht an.

Es wird heiß an diesem Pfingswochenende, SEHR heiß. Koalas umarmen Bäume zur Kühlung, guter Tipp! Wer nicht lügt, kann nicht fliegen, aber vielleicht noch das Rätsel lösen, weshalb an burgenländischen Motorrädern das Reifenprofil links mehr abgefahren ist als rechts. (Was tut man nicht alles für mehr Interaktion unter Bloggern!) Immerhin ist das Lesen von Online-Artikeln kein Urheberrechtsverstoß, danke EuGH!

Schon vom Massenfischsterben gehört? Macht nichts, du kannst immerhin den Bienen helfen, die haben es auch nicht leicht!

„Puh, so scheiß viele Gedanken schwirren durch meinen Kopf. Das muss alles raus. Aber eins nach dem anderen… „ Ist das jetzt eine Drohung?

„Ja, wir alle müssen in Zukunft ‚geilen Content‘ entwickeln. Am besten einen, ‚der direkt ins Hirn knallt‘, wie es Karl Kratz ausdrückt. Denn ohne geilen Content liest und sieht uns niemand mehr“, meint Mirko Lange und ruft zur Blogparade „geiler Content – aber wie geht das?“ auf.

Ich weiß es nicht, schreibe aber trotzdem.

Diskussion

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7 Kommentare zu „Geiler Content“.

  1. […] Geiler Content […]

  2. Mir gefällt es. Auch trotzdem.

  3. Wie dem auch sei, @Claudia, ich wünsche dir auf jeden Fall schöne und sonnige Pfingsttage und wenn es euch möglich ist, erholsame Stunden im Garten :)

  4. Danke Menachem! Ja, ich werde viel im Garten sein! :-)

  5. Bin auch noch im Garten! Wunderbar warm und sehr einladend.

  6. Schön. Ganz meine Meinung. Wir machen einfach weiter. Ob die anderen wollen oder nicht. Falls ich es noch lernen sollte, wie geiler Content geht, melde ich mich – ohne Vorankündigung.

  7. Du kannst dir das ja auch leisten. Denn du lebst nicht davon, Leuten Content zu verkaufen. Oder doch? So weit ich weiß, versuchst du davon zu leben, Leute zu unterrichten, wie man – ja, was? Anregend schreibt? Also doch „geiler Content“, also doch dein Thema? Ich hab zwar auch schon Geld mit Schreiben verdient, bin aber zum Glück noch nie in die Verlegenheit geraten, aus purem Monetarisierungszwang heraus schreiben zu müssen. Und ich bin sicher, dass mir, in so eine Enge getrieben, die Gabe zu schreiben sofort abhanden kommen würde.

    Ganz ehrlich – ich mag den Mirko Lange. Weil er offen thematisiert und reflektiert, wie sich Werbung und PR im digitalen Zeitalter ändern müssen, um auf Dauer zu überleben. Aber aus seiner Sicht bin ich letztlich ein hoffnungsloser Fall. Für mich sind Werbung und PR Begleiterscheinungen einer Produktangebotsdiktatur, unter der ich nicht mehr leben möchte. Und genau so geht es Millionen anderen Menschen. Sie sehen, wie die Manipulation funktioniert, und sie wollen die nicht mehr. Egal ob da Monsanto oder Bio beworben wird. Im Internet entsteht eine alternative, informelle PR-Kultur, die immer bedeutender wird. Rezensionen, Kommentare, Likes, Plusses, Shares … immer mehr Menschen verlassen sich bei Konsumentscheidungen darauf. Mirko will Wege zeigen, wie man diese Kultur im Eigeninteresse bzw. im Interesse eigener oder vertretener Produkte und Marken lenken könnte. Aber diese Kultur will das gar nicht. Und sie hat kluge Köpfe, die bei Lenkungsversuchen aller Art immer wieder Alarm schlagen. Es gibt zwar sicherlich viele kluge Profi-Ratgeber, wie man mit der social sphere richtig umgeht und sie für seine Interessen nutzt. Aber was nutzt der klügste Plan – es kommt doch meistens anders als man denkt. Die großen Social-Media-PR-Erfolge der meisten Unternehmen sind jedenfalls eher bescheiden.

    Ich bleibe dabei: Internet ist der Tod von Werbung und PR. Irgendwann. Zumindest, wenn die politisch-juristischen Rahmenbedingungen Internet wie gewohnt auch in Zukunft ermöglichen. „Geilen Content“ wird es immer geben. Aber dahinter wird sich keine Monetarisierungsabsicht mehr verschanzen können. Es läuft eher andersherum: jemand hat plötzlich wegen irgendeines Gimmicks zig Millionen Klicks auf YouTube und wird in Interviews gefragt, was er gerne macht, trägt, isst, glaubt usw. Und daraus entstehen dann Leit-Trends. Die aber auch Leid-Trends sind – aus Sicht der Marketing-Strategen, die solche Trends triggern wollen, statt immer wieder nur plötzlich mit ihnen konfrontiert zu werden, wie so oft in den letzten Jahren.

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