Claudia am 14. Juli 2011 — 6 Kommentare

Obszoleszenz: Kaufen für die Müllhalde

Nicht neu, nein – aber ein sehr eindrücklicher ARTE-Beitrag, den vielleicht nicht alle gesehen haben.

In der Doku (1 Std. 14 Min.) kommt eine Glühbirne vor, die noch nicht „optimiert“ bzw. laufzeitbegrenzt wurde: zu ihrem 100. Geburtstag gab es eine Riesenparty! Sie ist wohl vor den Zeiten des „Glühbirnen-Kartells“ produziert worden, das einst (illegal aber effektiv) die Glühzeit auf 1000 Stunden begrenzte.

Ich hab‘ gerade ziemlich die Nase voll von CANAN-Digitalkameras. Die dritte in 5 Jahren ist genau nach Ablauf der nur noch 1-jährigen Garantiezeit kaputt gegangen.

Könnte es nicht auch mal ein „Kartell der Verweigerer“ geben? Produzenten, die einfach mal ein paar „Dinge für die Ewigkeit“ produzieren. Dinge, die dann FERTIG sind: keine Innovation mehr, kein Wachstum, nur noch Reparaturen. Keine Verschwendung, kein Müll.
Einfach nachhaltig gut.

Diskussion

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6 Kommentare zu „Obszoleszenz: Kaufen für die Müllhalde“.

  1. Ein wunderschöner Werbefilm für Osram LED-Lampen. Ich selber bin begeisterter Nutztet dieser Lampen. Alle Firmen fürchten wie der Teufel das Weihwasser einen Ruf nur begrenzt haltbare Produkte herzustellen. (Frischmilch ist hier wohl auch eine Ausnahme!) Haltbarkeit, Ökologie und Schonung der natürlichen Ressourcen sind Schlagworte die heute alle Produzenten haben. Die genannten Beispiele sind genau die Produkte die wohl eine entsprechende Geschichte hinter sich haben. Zu beobachten ist der Vorteil des Ostblocks der diese Probleme nicht kannte. Die Ostbürger waren aber von ihrer Qualtität nicht überzeugt. Nach der Botschaft des Filmes hätte die Geschichte aber anders verlaufen müssen. Warum ist sie das nicht? Druckerhersteller verdienen mit Druckern kein Geld. Dazu sind diese Produkte zu günstig. Geld wird mit den Patronen verdient. Das Verhindern der Wiederauffüllung der Patronen das ist ein Dauerthema. Das Spannende ist der dauerhafte Wachstum. Wachstum ist ein gewaltiger Instabilitätsfaktor. Das weiss jeder. Aber wie das zu vermeiden ist, das ist noch offen. Auf jeden Fall, Claudia, ein lustiges Werbefilmchen das alle Verfolgungsfantasien bedient. Ich denke, die Mehrzahl der Leser wird dem zustimmen. Deswegen ist der Film auch in einem öffentlich-rechtlichen Sender angeboten worden.
    Ottmar

  2. Den Part über die hundertjährige Glühlampe erinnere ich – aber LEDs??
    In den 79 Minuten der Doku haben die jedenfalls keine dominante Rolle gespielt. Es geht doch um sehr verschiedene „Zerfallprodukte“ und alles, was damit zusammen hängt. (Aber ich gebe zu, den Film nicht bis ganz zu Ende gesehen zu haben!)

    „Haltbarkeit, Ökologie und Schonung der natürlichen Ressourcen sind Schlagworte die heute alle Produzenten haben“.

    So? Ja wo denn? Im Technik-Bereich kenne ich das GAR NICHT. Da wird auch getestet, ohne dass Haltbarkeit auch nur angeschaut wird (will ja anscheinend niemand, sondern nächstes Jahr das nächste Modell).

  3. :)
    ihr habt wohl beide den film nicht zu ende gesehen:)
    irgendwo zwischendrin wird ein erfinder vorgestellt
    der es zum gesetz machen wollte geräte nach einem bestimmten gebrauchszeitraum wegzuschmeissen

    wer ein gerät länger als *.* monate gebraucht oder gebrauchte oder nachgemachte/reparierte gebrauchte in umlauf bringt wird bestraft..

    aus dem gesetz wurde allerdings erstaunlicherweise nix.

    zum ende hin werden müllkippen gezeigt wo „wir“ „unseren“
    elektronikschrott in der „dritten“ welt entsorgen, getarnt als gebrauchtgerätelieferungen.

    gottseidank haben wir (mindestens) 2 welten im keller, kein grund zur sorge also.

    im

  4. Aufmunternde Wörter nachdenken und zeichnen,
    Provokation, Tabubruch, Skandale, alles versuchen,
    um zu verkaufen – und Geheimnisse hören:
    Mehr als tausend Wörter gibt ihre Rede.
    Wörter, nicht bloß „das Wort“.
    Die luftigen Boten, immer als Männer,
    Wahrheit, die Frucht bringt, eingeboren,
    heimatlich also. Genau.

    und hätt ich tausend worte
    und wären alle wahr
    es wird sie niemand hören
    s ist mir lang schon klar

    und hätt ich tausend taten
    und wären alle wahr
    es wird sie niemand sehen
    s ist mir lang schon klar

    und hätt ich tausend lügen
    und wären alle wahr
    s würd sie jeder kennen
    auch das ist leider wahr

    und doch dreht sie sich weiter
    rund um rund im sternenstaub
    s wird sich niemand scheren
    wenn ich auch das noch glaub

    thx to dirk

  5. Hallo Claudia, hallo Ingo,
    mir hat ein anderer Teil viel mehr gefallen. Da wird verkündet dass Produkte aus der DDR denen im Westen doch wesentlich überlegen waren. So wurde eine Waschmaschine vorgestellt, die darauf ausgelegt war 25 Jahre ihren Dienst zu erfüllen. Diese Waschmaschine läuft heute noch und kann mit einem Nylonstrumpf repariert werden. Klar, der Trabant war allen westlichen Rostlauben überlegen: Pappe rostet nicht. Deswegen hatten diese Fahrzeuge ein wesenlich längeres Leben. Das beweist die Überlegenheit der östlichen Planwirtschaft. 

    Der nächste spannende Punkt war die Möglichkeit den ausgefallenen Drucker wieder in Betrieb zu nehmen. Dazu fand sich dankenswerterweise ein russischer Hacker der hier ein geeigentes Programm zur Verfügung stellt den Drucker wieder lauffähig zu machen. Der Hacker kommt mit einem beeindruckenden Statement zu Wort. Auf der Arte-Hompage ist sicher einLink zu diesen menschenfreundlichen Programm geben. Leute: installieren, installieren. Und nicht vergessen: vorher den Virenscanner deaktivieren. ;-) 

    Der Film ist innsgesammt sehenswert auch wenn er Längen gerade im afrikanischen Teil hat. Es sieht aus wie Szenen aus Distrikt 9. 

    Lebensdauer für Elektronik hat schon einen Stellenwert. Wer billige und modernste Technologie verwenden will, bei Conrad oder Pearl kauft, der muss damit rechnen dass die Qualittät dort nicht die Rolle spielt. Wenn eine Schaltung fertig ist besteht der größte Aufwand darin zu untersuchen: funktioniert das bei allen Bauteilentolleranzen. Sind die Bauteile für diesen Einsatz richtig ausgelegt.  Und dann muß noch ein Lebensdauertest, am besten mit Temperaturwechsel durchgeführt werden. Ob ein Gerät nach 15 Jahren noch geht weisst du erst nach 15 Jahren. Und gilt das bei allen Bauteiltoleranzen? Und das macht richtig Arbeit. Das machen dann doch nur die großen Firmen und die Geräte werden teuer. Oder es kommt eine Wirtschaftskries wie vor 2 Jahren und es wird gespart. Und wo wird gespart: bei der Qualität.

    Ottmar

  6. […] Gesehen drüben bei Claudia […]

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