Claudia am 30. September 2010 — 8 Kommentare

Weil’s halt so lecker ist – provozierend gelassene Brandrede über unseren Lebensstil

Ernsthaftes Polit-Kabarett ist also doch noch möglich!

Diskussion

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8 Kommentare zu „Weil’s halt so lecker ist – provozierend gelassene Brandrede über unseren Lebensstil“.

  1. Ja, Recht hat er. Für viele Tiere wäre es besser, ich würde kein Fleisch essen. Sie müssten dann nicht leiden. Würde kein Mensch Fleisch essen, so würden diese Tiere nichteinmal gelebt haben. Würde niemand mehr Milch trinken, Butter oder Käse essen, dann bräuchte keine Kuh mehr unter entzündetem Euter zu leiden. Würde keiner mehr irgendwo hin fahren oder fliegen und auch sonst nichts unternehmen, keine Flüsse kanalisieren, keine Atome spalten, keinen Chemiecocktail in das Grundwasser einbringen, dann wäre die Welt bestimmt viel besser und schöner.

    Das zu behaupten, ist ein ganz alter Hut. Schon Schopenhauer kam zu dem Ergebnis, daß es für jedes Lebewesen einfach viel besser wäre, von vorneherein nie gewesen zu sein und der war ganz sicher nicht der erste, der das herausgefunden hat. ;)

    Die Behauptung, alles würde besser, wenn einige WIRKLICH, wirklich intelligente Leute (Wer soll das sein? Rether?) die richtigen Gesetze erließen und der doofe Rest endlich mal so richtig gezwungen würde, sich daran zu halten, ist ebenfalls nicht neu und m.E. nicht wirklich intelligent. :)

  2. Mich hat nur erschreckt, wie wenig ein solches Stück noch aufzurütteln vermag. Wer kann sich schon 21 Hühner auf kleiner Fläche vorstellen? Die meisten gingen wohl gut unterhalten aus der Sendung,es gab ja doch einiges zum Schmunzeln.

  3. „Wer kann sich schon 21 Hühner auf kleiner Fläche vorstellen?“

    Das muss man sich heute nicht vorstellen, das kann man sich gleich jetzt mit nur zwei Mausklicks ansehen:

    1. Google-Suche mit den Wörtern: Video Massentierhaltung Hühner – und auf Plaz eins findet sich

    2. das Video Tierschutz Massentierhaltung Hinter den Kulissen

    Ruhig hingucken – ist nicht lang, nur ein Trailer.

  4. @Claudia, das war rein „rhetorisch“, ich kanns mir nat. vorstellen.
    Wohin der Billigwahn, grade bei Lebensmitteln führt, das ist offensichtlich.

  5. @Uwe:
    Man müsste ja gar nicht auf Fleisch und andere tierische Lebensmittel verzichten, um Nutztiere halbwegs anstständig und tiergerecht zu halten. Wir müssten nur bereit sein, faire Preise dafür zu zahlen und maßvoll konsumieren (dann könnten wir uns anständige Preise auch leisten – alle!). Aber dazu sind wir Menschen in den Überflussgesellschaften mehrheitlich scheint’s immer noch zu doof oder zu träge (wir sind nur bereit, gewissenhaft zu handeln, solange es uns keine Mühe macht). Wir fressen uns in unserer maßlosen Gier zu Tode. DAFÜR werden unzählige Tiere in der Massentierhaltung bestialisch zu Tode gefoltert.
    Und ja stimmt, unter Berücksichtigung unserer Lernresistenz und unserer mangelhaften Einsichtsfähigkeit wäre es aus meiner Sicht für unseren Planeten und unsere Mitgeschöpfe tatsächlich besser, die Menschheit würde aussterben.
    btw Trotz ist imo ein schlechtes Argument, sondern eher ein Indiz für Schuldbewusstsein.

    @Claudia:
    Wer diesen Trailer sieht, dem müsste schlagartig einleuchten, wieso Völlerei eine Todsünde ist.

  6. @Iris
    Natürlich habe ich nicht das Geringste gegen Deine Vision von anstständiger und tiergerechter Haltung, fairen Preisen und maßvollem Konsum einzuwenden. Ich selbst habe die freundliche Vision, friedlich und sehr maßvoll auf eigenem Land, in Einklang und in Harmonie mit der Natur, von selbst angebauten Pflanzen zu leben, wo ein paar befreundete Hühner vielleicht nur ein paar Eier und eine Ziege oder eine Kuh noch etwas Milch dazusteuerten, ohne gleich ihr Leben für mich geben zu müssen. Mit Preisen und der Frage, ob diese fair oder unfair, zu hoch oder zu niedrig sind, hätte ich dann nichts mehr zu tun. :)

    Teilweise ist meine Vision schon umgesetzt und die Chancen auf eine vollständige Umsetzung stehen nicht schlecht. Wie schätzt Du die Wahrscheinlichkeit ein, dieses widerspenstige und uneinsichtige „Wir“ der „Überflussgesellschaft“ zu anstständiger und tiergerechter Haltung, fairen Preisen und maßvollem Konsum zu überreden?

  7. @Uwe:
    Derzeit? Schlecht! Um wieder mehr Respekt vor den Nutztieren zu erzeugen, ist m.E. Konfrontation vonnöten. Die Leute sollen wissen, was sie essen und wie es erzeugt wurde. Die Erzeuger tierischer Nahrungsmittel müssen gesetzlich verpflichtet werden, die Konsumenten vollumfänglich über ihre ‚Produktionsweise‘ aufzuklären – und zwar lückenlos von der Geburt bis zum Transport zum Schlachthof und der Schlachtmethode. Das Mittäterbewusstsein muss auf breiter Front geweckt werden. Mit dem Gefühl, das Blut gequälter Kreaturen selbst an den Händen kleben zu haben, dürfte der maßlose Billigfleischkonsum nämlich für die meisten nicht mehr ganz so lecker sein…

  8. „Aber dazu sind wir Menschen in den Überflussgesellschaften mehrheitlich scheint’s immer noch zu doof oder zu träge (wir sind nur bereit, gewissenhaft zu handeln, solange es uns keine Mühe macht).“

    DASS esüberhaupt solche MÜHE MACHT, den ganzen Billigfleisch-Zirkus zu vermeiden, ist allerdings nicht Schuld des individuell zu trägen oder doofen Individuums! Ich merke das, seit ich versuche, weitgehend vegetarisch zu leben.

    Einerseits eröffnet sich ein Riesenkosmos wohlschmeckender Speisen, die ganz für sich und ohne Fleischkomponente super schmecken.
    Andrerseits muss man diese erst eigendynamisch erforschen und erlernen, sich also mehr aufs „selber kochen“ verlegen als heute allgemein üblich.

    All die Imbisse, Schnellrestaurants und auch die Halb- und Fertig-Gericht-Theke im Supermarkt bieten zu gefühlten 95% Gerichte mit Fleisch (plus evtl. Fisch). Genau dieses Billigfleisch aus Massentierhaltung, das man gerne meiden will.

    Da kann man natürlich mit Recht sagen, das sei eh alles nicht gesund und selber Kochen das einzig Wahre. Es ist aber durchaus auch eine Welt denkbar, die zumindest 50:50 Vegetarisch/Fleisch-Essen unterstützt. Und so dem ethisch motivierten Anders-Esser nicht soviel Unbequemlichkeiten/verstärkte Eigenarbeit und Verzichte zumutet.

    Insgesamt bin ich da trotzdem nicht so pessimistisch, da vielerlei verschiedene Motive in diesselbe Richtung weisen: ökologische, gesundheitliche, ethische und ästhetische.

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