Eyjafjallajoküll
Wie eigenartig: da hat man sich ausgiebig an die menschengemachten Katastrophen gewöhnt, da zeigt uns ein Vulkan, dass es auch noch anderes zu fürchten gibt. Sogar mitten in Europa, das bisher den Erdbeben und Vulkanausbrüchen eher von Ferne mitleidig zusah.
Kein Flugverkehr mehr wegen zuviel Asche am Himmel – es klingt wie eine kurzzeitige Maßnahme, aber wer will wissen, wie lange der Vulkan so weiter machen wird? Die Wolke sei jetzt schon etwas “reiner”, heißt es im SPIEGEL, doch bedeute das kein baldiges Ende des Ausbruchs.
Ist das Fliegen eigentlich unverzichtbar? Für mich natürlich nicht, ich steige eh nur sehr selten und mit unguten Gefühlen in ein Flugzeug. Es wundert sowieso, dass angesichts der möglichen Echtzeit-Verbindungen mit allüberall soviel herum geflogen wird. Weil man “das ganz Andere” sehen und erleben will, das man zuhause gar nicht haben wollen würde?
Meinhard Miegel schreibt in seinem Buch Exit – Wachstum ohne Wohlstand
“Oder wie oft müssen Häuserfassaden frisch gestrichen werden? Dort, wo am häufigsten gepinselt wird, nehmen die Menschen oft große Strapazen auf sich, um in Läder zu reisen, wo dies recht selten geschieht. Hier lassen sie sich dann verzaubern vom Charme des Alten, Ursprünglichen Echten.”
Im Mai werde ich auch wieder fliegen: nach Barcelona, um eine Woche an Spaniens Küste bei lieben Freunden zu verbringen. Der erste “Urlaub” seit meiner Kambodscha-Reise Anfang 2008. Das muss an sich keinen hier interessieren, ich sag’s nur, damit niemand denkt, ich nähme mich von der Sünde des “einfach so mal rumfliegens” aus.
Aber vielleicht raucht der Vulkan ja dann immer noch….


Hallo Claudia,
ich bin von 2004 – 2008 nahezu nicht verreist – letztes Jahr bin ich zum 1. Mal wieder in einen Flieger gestiegen.
Kleine Ausflüge haben im übrigen auch einen Charme: Wie letztes Jahr etwa mit dem Zug nach Hannover oder Bonn für 2, 3 Tage zwecks Ausstellungsbesuch.
In den 70ern wurden bei uns auch Urlaube bei Verwandten realisiert: Auf einem Bauernhof des Cousins meines Vaters oder in Nürnberg.
Es gibt da halt zig Varianten. Man muß nicht immer die “großen” Ziele ansteuern.
Gruß
Gerhard
16. April 2010 at 09:06 Uhr
“Sogar die Regierungsmaschine von Kanzlerin Angela Merkel (auf USA-Reise) ist vom tobenden Gletscher-Vulkan beeinträchtigt.”
Nicht auszudenken! Der Mensch begrenzt und abhängig!? Sein natürliches und selbstverständliches Bedürfnis nach Urlaubsreisen und/oder dringenden Geschäftsreisen unerfüllt? Unvorstellbar!
16. April 2010 at 10:09 Uhr
Ja, das ist schon echt schlimm! Eine Provokation für die technische Zivilisation!
Gestern hörte ich bei der Berichterstattung angesichts all der Probleme und hängen gebliebener Reisender, sowie bei der Diskussion um Schäden und wer die zahlt immer mal wieder den Spruch “und niemand ist schuld”.
Da entfällt eine übliche psychische Entlastung: die Suche nach dem Schuldigen, den man für das Erlittene verantwortlich machen und in die Pfanne hauen kann.
17. April 2010 at 09:59 Uhr
Ja, Claudia, die Suche nach dem Schuldigen für den Vulkanausbruch entfällt. :) Was jedoch bald losgehen wird, ist die Suche nach dem Schuldigen für die lästigen Flugverbote.
17. April 2010 at 20:40 Uhr
in meiner höhle ist ein kleines löchlein,
offenbar scheint draussen licht
die wand zeigt mir ein döchlein
warum nur glaub ichs nicht?
der spiegel ists, vermalmedeit
verhagelt widrum raum und zeit
und oink ne neue sau
ich mach heute blau
die paar gramm realen dreck
grund genug die fahrt zu lassen
(darf nicht mehr in alle gassen)
werden jetzt ganz gross gespart
ich finds apart.
ach wie schön ist wirklichkeit
die so schreit so laut so klar
in lauer luft so wunderbar
wenn ich verlier gewinn ich nur
stets gewinn bedingt verlust
bei Nebelzeit mit Tröten
klammheimlich grinse ich mir zu
geht gewinnlern auch was flöten
ach meine höhle ist so klein
wie lieb ich diesen feinen schein
an der wand dort gegenüber
und doch ich bin noch hier
20. April 2010 at 07:47 Uhr
Hi Ingo, schön, mal wieder was von dir zu lesen! :-))
20. April 2010 at 08:38 Uhr