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	<title>Kommentare zu: Privatheit ade: verschwindet die Anonymit&#228;t des Stadtlebens?</title>
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	<description>Das philosophische Webtagebuch von Claudia Klinger: mal heiter, mal absurd, gelegentlich tiefsinnig, selten öd!</description>
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		<title>Von: Claudia Klinger</title>
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		<dc:creator>Claudia Klinger</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Apr 2010 11:13:54 +0000</pubDate>
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		<description>Hier gehts zum neuen Artikel &#252;ber &lt;a href=&quot;http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2010/04/22/stadt-land-netz-veraendert-das-internet-unser-wohnen/&quot;&gt;Stadt, Land, Netz.&lt;/a&gt;
&lt;strong&gt;
Hinweis: &lt;/strong&gt; Es spricht nichts dagegen, unterm neuen Artikel auf Kommentare aus dieser Seite Bezug zu nehmen. Zitiere einfach ein kleines St&#252;ck Text, so dass man wei&#223;, auf was du dich beziehst.

Den Stopp hier hab ich gemacht, weil ich gef&#252;hlte Minuten brauchte, um hier noch einen Kommentar zu editieren - echt unzumutbar!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hier gehts zum neuen Artikel &#252;ber <a href="http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2010/04/22/stadt-land-netz-veraendert-das-internet-unser-wohnen/">Stadt, Land, Netz.</a><br />
<strong><br />
Hinweis: </strong> Es spricht nichts dagegen, unterm neuen Artikel auf Kommentare aus dieser Seite Bezug zu nehmen. Zitiere einfach ein kleines St&#252;ck Text, so dass man wei&#223;, auf was du dich beziehst.</p>
<p>Den Stopp hier hab ich gemacht, weil ich gef&#252;hlte Minuten brauchte, um hier noch einen Kommentar zu editieren &#8211; echt unzumutbar!</p>
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		<title>Von: Claudia Klinger</title>
		<link>http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2010/04/09/privatheit-ade-verschwindet-die-anonymitaet-des-stadtlebens/#comment-10612</link>
		<dc:creator>Claudia Klinger</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Apr 2010 10:06:33 +0000</pubDate>
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		<description>@all: bitte wartet mit weiteren Kommentaren einen Moment! Ich schreibe grade einen neuen Beitrag zur Fortsetzung dieses Themas - das Handling und die Wartezeiten sind unter DIESEM Artikel aufgrund der Textmassen langsam unzumutbar! (Binnen einer Stunde kann es dort dann weiter gehen - wenn Ihr m&#246;gt. :-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@all: bitte wartet mit weiteren Kommentaren einen Moment! Ich schreibe grade einen neuen Beitrag zur Fortsetzung dieses Themas &#8211; das Handling und die Wartezeiten sind unter DIESEM Artikel aufgrund der Textmassen langsam unzumutbar! (Binnen einer Stunde kann es dort dann weiter gehen &#8211; wenn Ihr m&#246;gt. :-)</p>
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		<title>Von: Claudia</title>
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		<dc:creator>Claudia</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Apr 2010 09:46:49 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;strong&gt;@alle, @Susanne:&lt;/strong&gt; Was f&#252;r ein wunderbarer Text &#252;ber das Erleben auf dem Land, wow! 

Ja, das kann ich voll unterschreiben und habe es ganz genau so erlebt: in den Weiten von Mecklenburg, im Blick auf die schier unendlichen Horizonte, im Wahrnehmen und auch BETROFFEN SEIN vom Wetter, das nicht mehr nur nach Gusto zur Kenntnis genommen wird, sondern dominante Umwelt darstellt, die mich beeinflusst und beeindruckt, auch wenn mir gar nicht danach ist. Das laute Heulen eines Sturms, die Gewalt, mit der er die B&#228;ume sch&#252;ttelt und neigt - nie zovor geh&#246;rt und gesehen. Denn in der Stadt gehe ich ja nicht aus, wenns auch nur regnet.. zudem ist da alles Wetter sehr ged&#228;mpft durch die H&#228;user, die den Wind abhalten und Temperatur speichern.

Ich verbinde Land mit Erde, Himmel, unabh&#228;ngiger Natur und gewaltigem Spiel der Elemente - und von alledem bin ich ein Teil, was man in der Stadt leichter vergisst. Denn dort hat man den zivilisatorischen Komfort derart auf die Spitze getrieben, dass man &quot;von selber&quot; von alledem nicht mehr viel mitbekommt. Es sein denn, man macht explizit einen &quot;Ausflug&quot; oder Spaziergang zum gelegentlichen Konsum befriedeter (Park-)Landschaft und sch&#246;nen Wetters. 

Gleichwohl teile ich deine Bewertung der Stadt als &quot;l&#228;cherlich&quot; gar nicht. Stadt treibt andere Seiten des Menschen auf den Gipfel: das Denken, die Kultur, die Kreativit&#228;t - sie l&#228;sst Gegens&#228;tze auf engstem Raum erleben und versammelt ein gro&#223;e Vielfalt menschlicher Seinsweisen. Penner, Banker, Verwalter, Verk&#228;ufer, Schauspieler, K&#252;nstler, Freaks, Handwerker, Studierende, zufriedene und unzufriedene Arbeitslose, Einheimische und Zugewanderte aus vielen L&#228;ndern, die wiederum ihre Kultur mitbringen und damit die Vielfalt bereichern. Dazu die &quot;Schatz-Speicher&quot; mit dem kulturell Wertvollsten (Museen, Archive), die Orte des Forschens und Lernens (Universit&#228;ten, Institute, verschieden ausgerichtete Schulen), historische Geb&#228;ude / Architektur aller Zeiten, sowie jede Menge Gruppen, Initiativen, Vereine, Verb&#228;nde und Parteien, die um die &quot;&#246;ffentlichen Angelegenheiten&quot; ringen. Dann die Religionen, spirituelle Szenen, Sekten, Anders-Lebenden - und, na klar, auch die Shopping- und Wellness-Welten geh&#246;ren zur Stadt, wobei ich die erstere weitgehend ignoriere, die letztere aber durchaus nutze.

Das alles ist nicht l&#228;cherlich, sondern in der Gesamtheit schon schwer beeindruckend: ein riesiges Potenzial m&#246;glichen Tuns und Sich-Beteiligens, das durch sein blo&#223;es Da-Sein und Nah-Sein das Gef&#252;hl der Freiheit vermittet: ja, ich k&#246;nnte, wenn ich wollte, mich morgen neu erfinden und ganz andere Dinge tun - und definitiv auch OHNE reich zu sein!

Dass keiner vom Anderen, den man auf der Stra&#223;e oder in der U-Bahn sieht, wei&#223;, wo er/sich sich in diesem Spektrum bewegt, ist die Anonymit&#228;t der Stadt. Es liegt in meinem Belieben, sie gegen&#252;ber frei gew&#228;hlten Menschen aufzuheben, mit denen ich mich &quot;bekannt machen&quot; will - niemand wei&#223; von vorne herein, dass ich in Lichtenberg einen Garten habe und mehrere Blogs im Web. Klar kann man die Namenschilder anschauen und mal den einen oder anderen &quot;googeln&quot; - aber wer macht das schon ohne guten Grund? Und jenseits der physischen Adresse ist da erstmal gar nichts zu wissen...

Wenn aber mal &quot;alle&quot; z.B. bei Facebook sind und das Netz mehr mobil als station&#228;r genutzt wird, wenn die Begeisterung f&#252;rs GEO-Targeting in Gestalt einer &quot;Bewegungsmeldung&quot; sich so weiter entwickelt, dann rechne ich damit, dass die Anonymit&#228;t der Stadt tendenziell den Bach runter geht. Damit meine ich nicht, dass WIR hier uns das ganz pers&#246;nlich demn&#228;chst antun werden (wir sind vermutlich zu alt und zu old school), aber der gesamtgesellschaftliche Trend k&#246;nnte sich durchaus SO entwickeln.
Ob das gut oder schlecht ist, werden die Sp&#228;teren wissen - vermutlich ist es beides, vor allem aber ANDERS.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><strong>@alle, @Susanne:</strong> Was f&#252;r ein wunderbarer Text &#252;ber das Erleben auf dem Land, wow! </p>
<p>Ja, das kann ich voll unterschreiben und habe es ganz genau so erlebt: in den Weiten von Mecklenburg, im Blick auf die schier unendlichen Horizonte, im Wahrnehmen und auch BETROFFEN SEIN vom Wetter, das nicht mehr nur nach Gusto zur Kenntnis genommen wird, sondern dominante Umwelt darstellt, die mich beeinflusst und beeindruckt, auch wenn mir gar nicht danach ist. Das laute Heulen eines Sturms, die Gewalt, mit der er die B&#228;ume sch&#252;ttelt und neigt &#8211; nie zovor geh&#246;rt und gesehen. Denn in der Stadt gehe ich ja nicht aus, wenns auch nur regnet.. zudem ist da alles Wetter sehr ged&#228;mpft durch die H&#228;user, die den Wind abhalten und Temperatur speichern.</p>
<p>Ich verbinde Land mit Erde, Himmel, unabh&#228;ngiger Natur und gewaltigem Spiel der Elemente &#8211; und von alledem bin ich ein Teil, was man in der Stadt leichter vergisst. Denn dort hat man den zivilisatorischen Komfort derart auf die Spitze getrieben, dass man &#8220;von selber&#8221; von alledem nicht mehr viel mitbekommt. Es sein denn, man macht explizit einen &#8220;Ausflug&#8221; oder Spaziergang zum gelegentlichen Konsum befriedeter (Park-)Landschaft und sch&#246;nen Wetters. </p>
<p>Gleichwohl teile ich deine Bewertung der Stadt als &#8220;l&#228;cherlich&#8221; gar nicht. Stadt treibt andere Seiten des Menschen auf den Gipfel: das Denken, die Kultur, die Kreativit&#228;t &#8211; sie l&#228;sst Gegens&#228;tze auf engstem Raum erleben und versammelt ein gro&#223;e Vielfalt menschlicher Seinsweisen. Penner, Banker, Verwalter, Verk&#228;ufer, Schauspieler, K&#252;nstler, Freaks, Handwerker, Studierende, zufriedene und unzufriedene Arbeitslose, Einheimische und Zugewanderte aus vielen L&#228;ndern, die wiederum ihre Kultur mitbringen und damit die Vielfalt bereichern. Dazu die &#8220;Schatz-Speicher&#8221; mit dem kulturell Wertvollsten (Museen, Archive), die Orte des Forschens und Lernens (Universit&#228;ten, Institute, verschieden ausgerichtete Schulen), historische Geb&#228;ude / Architektur aller Zeiten, sowie jede Menge Gruppen, Initiativen, Vereine, Verb&#228;nde und Parteien, die um die &#8220;&#246;ffentlichen Angelegenheiten&#8221; ringen. Dann die Religionen, spirituelle Szenen, Sekten, Anders-Lebenden &#8211; und, na klar, auch die Shopping- und Wellness-Welten geh&#246;ren zur Stadt, wobei ich die erstere weitgehend ignoriere, die letztere aber durchaus nutze.</p>
<p>Das alles ist nicht l&#228;cherlich, sondern in der Gesamtheit schon schwer beeindruckend: ein riesiges Potenzial m&#246;glichen Tuns und Sich-Beteiligens, das durch sein blo&#223;es Da-Sein und Nah-Sein das Gef&#252;hl der Freiheit vermittet: ja, ich k&#246;nnte, wenn ich wollte, mich morgen neu erfinden und ganz andere Dinge tun &#8211; und definitiv auch OHNE reich zu sein!</p>
<p>Dass keiner vom Anderen, den man auf der Stra&#223;e oder in der U-Bahn sieht, wei&#223;, wo er/sich sich in diesem Spektrum bewegt, ist die Anonymit&#228;t der Stadt. Es liegt in meinem Belieben, sie gegen&#252;ber frei gew&#228;hlten Menschen aufzuheben, mit denen ich mich &#8220;bekannt machen&#8221; will &#8211; niemand wei&#223; von vorne herein, dass ich in Lichtenberg einen Garten habe und mehrere Blogs im Web. Klar kann man die Namenschilder anschauen und mal den einen oder anderen &#8220;googeln&#8221; &#8211; aber wer macht das schon ohne guten Grund? Und jenseits der physischen Adresse ist da erstmal gar nichts zu wissen&#8230;</p>
<p>Wenn aber mal &#8220;alle&#8221; z.B. bei Facebook sind und das Netz mehr mobil als station&#228;r genutzt wird, wenn die Begeisterung f&#252;rs GEO-Targeting in Gestalt einer &#8220;Bewegungsmeldung&#8221; sich so weiter entwickelt, dann rechne ich damit, dass die Anonymit&#228;t der Stadt tendenziell den Bach runter geht. Damit meine ich nicht, dass WIR hier uns das ganz pers&#246;nlich demn&#228;chst antun werden (wir sind vermutlich zu alt und zu old school), aber der gesamtgesellschaftliche Trend k&#246;nnte sich durchaus SO entwickeln.<br />
Ob das gut oder schlecht ist, werden die Sp&#228;teren wissen &#8211; vermutlich ist es beides, vor allem aber ANDERS.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Iris</title>
		<link>http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2010/04/09/privatheit-ade-verschwindet-die-anonymitaet-des-stadtlebens/#comment-10610</link>
		<dc:creator>Iris</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Apr 2010 08:56:39 +0000</pubDate>
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		<description>@Gerhard:

&lt;blockquote&gt;Auf dem Land wird auch ins Gesicht geschaut – und dort schaut man i.d.R. genauer hin, meine ich. Weil man das Gesicht kennt und vielleicht wissen m&#246;chte, ob sich Ver&#228;nderungen gem&#252;tsm&#228;ssiger Art darin zeigen.&lt;/blockquote&gt;

Nein, ich denke, dieses genauere Hinschauen bei allt&#228;glichen Begegnungen mit Menschen hat grunds&#228;tzlich erst mal nichts damit zu tun, ob man sie pers&#246;nlich kennt oder nicht. Ich vermute vielmehr, dass es unwillk&#252;rlich geschieht, weil es ein Mensch ist (Artgenosse, Spiegelbild).</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Gerhard:</p>
<blockquote><p>Auf dem Land wird auch ins Gesicht geschaut – und dort schaut man i.d.R. genauer hin, meine ich. Weil man das Gesicht kennt und vielleicht wissen m&#246;chte, ob sich Ver&#228;nderungen gem&#252;tsm&#228;ssiger Art darin zeigen.</p></blockquote>
<p>Nein, ich denke, dieses genauere Hinschauen bei allt&#228;glichen Begegnungen mit Menschen hat grunds&#228;tzlich erst mal nichts damit zu tun, ob man sie pers&#246;nlich kennt oder nicht. Ich vermute vielmehr, dass es unwillk&#252;rlich geschieht, weil es ein Mensch ist (Artgenosse, Spiegelbild).</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Gerhard</title>
		<link>http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2010/04/09/privatheit-ade-verschwindet-die-anonymitaet-des-stadtlebens/#comment-10609</link>
		<dc:creator>Gerhard</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Apr 2010 07:49:49 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo Susanne,
das Verhalten des Gef&#252;hls der Anonymit&#228;t, je nachdem ob Du in der Stadt bist (beruflich, privat?) oder nicht - wie ist das genauer zu erkl&#228;ren? Ich verstehe Deine Ausf&#252;hrungen nicht grunds&#228;tzlich. Auch tauchte Widerspr&#252;chliches auf: In Deinen Texten zeigst Du Dich sehr weit und Dir macht es nichts, wenn es zig Leute lesen &quot;und Dir dabei ins Gesicht schauen&quot;.
Auf dem Land wird auch ins Gesicht geschaut - und dort schaut man i.d.R. genauer hin, meine ich. Weil man das Gesicht kennt und vielleicht wissen m&#246;chte, ob sich Ver&#228;nderungen gem&#252;tsm&#228;ssiger Art darin zeigen.

Gru&#223;
Gerhard</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Susanne,<br />
das Verhalten des Gef&#252;hls der Anonymit&#228;t, je nachdem ob Du in der Stadt bist (beruflich, privat?) oder nicht &#8211; wie ist das genauer zu erkl&#228;ren? Ich verstehe Deine Ausf&#252;hrungen nicht grunds&#228;tzlich. Auch tauchte Widerspr&#252;chliches auf: In Deinen Texten zeigst Du Dich sehr weit und Dir macht es nichts, wenn es zig Leute lesen &#8220;und Dir dabei ins Gesicht schauen&#8221;.<br />
Auf dem Land wird auch ins Gesicht geschaut &#8211; und dort schaut man i.d.R. genauer hin, meine ich. Weil man das Gesicht kennt und vielleicht wissen m&#246;chte, ob sich Ver&#228;nderungen gem&#252;tsm&#228;ssiger Art darin zeigen.</p>
<p>Gru&#223;<br />
Gerhard</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Susanne</title>
		<link>http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2010/04/09/privatheit-ade-verschwindet-die-anonymitaet-des-stadtlebens/#comment-10608</link>
		<dc:creator>Susanne</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Apr 2010 19:53:04 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.claudia-klinger.de/digidiary/?p=469#comment-10608</guid>
		<description>Ich sehe leider nicht, worin eigentlich der Unterschied zwischen Stadt und Land nun liegen soll. Nicht allzu schnell und ohne Auto irgendwo hin zu kommen trifft doch auf uns Landpomeranzen mittlerweile ebenso zu wie auf das st&#228;dtische Prekariat. Die einen hindert die Entfernung, die anderen das fehlende Geld oder die mangelhafte Wartung von Maschinen. Und das Internet und der Mobilfunk bieten sich beiden wohlfeil an.

Die Diskussion hier fokussiert auch (wie ich sie lese) mehr die Frage, wie Einzelne an der Allgemeinheit teil haben k&#246;nnen. Wozu sicherlich auch das Beobachten von Kaninchen und anderen Populationen geh&#246;rt.

Aber geht es dabei um Stadt versus Land? Oder um Armut und Ohnmacht versus Reichtum und Macht?

F&#252;r mich liegt eine sehr bedeutsame Erfahrung des Lebens auf dem Lande (zugegeben,  begleitet von ziemlichem Luxus und mit viel Zugang zum urbanen Leben) im blo&#223;en Anschauen von Landschaft, die da ist. Etwas, das ich zuvor nie so erlebt habe. 

Ich habe zuvor Landschaft (Gestr&#252;pp, Sand, Brachen usw.) als Moment meines Daseins immer nur dann erfahren, wenn es meinen Gef&#252;hlen (Angst, Einsamkeit, Verliebtheit, Eifersucht, Gier usw.) entsprach. Ich habe Landschaft konsumiert.

Seit ich &#039;auf dem Lande&#039; lebe, schlich sich anderes ein. Manchmal sitze oder stehe ich irgendwo und gucke (vermutlich ziemlich bl&#246;de dabei aussehend) in die Gegend. Und sie kommt mir ganz anders vor, n&#228;mlich als etwas Eigentliches.

Das hat nichts mit Artenvielfalt (die ich nur theoretisch wahrnehme, ich kann kein Wiesel von einem Marder unterscheiden und V&#246;gel sehen mir fast alle gleich aus) zu tun. Ich g&#228;rtnere gerne, wie ein Kind, das Eis macht, weil es Spa&#223; macht, der Maschine dabei zuzugucken. Ich rieche gerne Erde, die ich mit dem Spaten aufgeworfen habe, wie ich gerne Leute gucke, die durch die Stadt flannieren. Ich sehe aber darin nicht den Unterschied zwischen Stadt und Land.

Stadt scheint mir ein lokales, vor&#252;bergehendes Ph&#228;nomen zu sein. Weil Stadt nur bleibt, wenn ihre Physik gesichert ist. Ohne Strom, ohne Markt, ohne Technik wird sie schnell wieder Land. Land aber kann warten. Stadt eben nicht. 

Was also w&#228;re das Besondere von Land? Blicke bis zum Horizont, ohne Geb&#228;ude dazwischen? Die Ahnung, da&#223; die Erde unter mir mich nur duldet, mich aber jederzeit absch&#252;tteln k&#246;nnte, wenn ein Trafo versagte, ein Relais fehl schaltete, eine Kettenreaktion au&#223;er Kontrolle geriet?

Ich gucke oft in den Filter beim Kaffeekochen und stelle mir vor, wie sich Flu&#223; und Meer und See bilden. Wie Landschaft entsteht und bleibt. Etwas nicht Menschliches wirkt dabei, etwa Schwerkraft. Keine Bagger, kein Dynamit, eine einfache, gelassen wirkende Kraft. Ich versuche, Gegend zu sehen, weiche, lange Linien und Fl&#228;chen. Und zu riechen, wie sie ist. Das mag alberne Sentimentalit&#228;t sein. Wie das Entz&#252;cken, wenn die Zwiebeln zu Bl&#252;ten werden und die Stauden, m&#252;hsam &#252;berwintert und beh&#252;tet, Bl&#252;ten ergeben.

Land ist mir etwas sehr Wildes und Gewaltiges. Stadt ist mir eher l&#228;cherlich. Ein Gef&#252;hl, das ich nicht gerne umdrehe, weil ich nicht wei&#223;, was es mir bedeutet. Aber es ist eine Ahnung von einer Gewi&#223;heit, die kein grelles Licht braucht und keine regelbare Heizung und kein Taxi um die Ecke.

Deine Frage, Claudia, war, ob die Anonymit&#228;t des Stadtlebens verschwindet. Ich verstehe diese Frage nicht wirklich. In der Stadt f&#252;hlte ich mich nie anonym, sondern viel mehr her gezeigt. Jeder hatte das Recht und die Macht, mich zu beschauen. Weil Stadt ein emsiges Machen und Tun mir schien. Menschen, die sich Bedeutsamkeit zusammen rafften und einander vor zeigten, was sie geschafft hatten, sich zu nehmen. Seht her, wie ich bin! Und all das. 

Auf dem Land f&#252;hle ich mich ruhiger. Einsamer, vielleicht, aber diese Einsamkeit ist nicht schlimm. In meiner Stadtwohnung war Einsamkeit eine t&#246;dliche Gefahr. Ein Mangel. Hier ist Einsamkeit etwas Einfaches. Ich brauche keine fremde Buntheit, um dem, was ich sehe, Farbe zu verleihen. Ich brauche keinen fremden Klang, um dem, was ich h&#246;re, Melodie einzuschreiben. Vielleicht ist das dumme Gef&#252;hlsduselei, ich wei&#223; das nicht. Aber f&#252;r mich ist Pflaster nur zu ertragen, wenn ich wei&#223;, da&#223; darunter Strand ist. 

Kurz noch zum Internet: ich mag es, mir gef&#228;llt es, wie ein spannendes Buch. Aber viel Realit&#228;t w&#252;rde ich ihm nicht zumessen. All das &#039;virtuelle Miteinander&#039; ist f&#252;r mich nichts anderes als das zuf&#228;llige Miteinander einer Gruppe Feiernder, Reisender. Jeder kehrt fr&#252;her oder sp&#228;ter dennoch heim. Seufzt und sagt sich, was es doch f&#252;r ein netter Abend, eine nette Reise war. Und da&#223; der Hund noch mal raus mu&#223; und wo die Katzen nur bleiben. Und schl&#228;ft dann beruhigt ein, wenn alles an seinem Platz ist.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sehe leider nicht, worin eigentlich der Unterschied zwischen Stadt und Land nun liegen soll. Nicht allzu schnell und ohne Auto irgendwo hin zu kommen trifft doch auf uns Landpomeranzen mittlerweile ebenso zu wie auf das st&#228;dtische Prekariat. Die einen hindert die Entfernung, die anderen das fehlende Geld oder die mangelhafte Wartung von Maschinen. Und das Internet und der Mobilfunk bieten sich beiden wohlfeil an.</p>
<p>Die Diskussion hier fokussiert auch (wie ich sie lese) mehr die Frage, wie Einzelne an der Allgemeinheit teil haben k&#246;nnen. Wozu sicherlich auch das Beobachten von Kaninchen und anderen Populationen geh&#246;rt.</p>
<p>Aber geht es dabei um Stadt versus Land? Oder um Armut und Ohnmacht versus Reichtum und Macht?</p>
<p>F&#252;r mich liegt eine sehr bedeutsame Erfahrung des Lebens auf dem Lande (zugegeben,  begleitet von ziemlichem Luxus und mit viel Zugang zum urbanen Leben) im blo&#223;en Anschauen von Landschaft, die da ist. Etwas, das ich zuvor nie so erlebt habe. </p>
<p>Ich habe zuvor Landschaft (Gestr&#252;pp, Sand, Brachen usw.) als Moment meines Daseins immer nur dann erfahren, wenn es meinen Gef&#252;hlen (Angst, Einsamkeit, Verliebtheit, Eifersucht, Gier usw.) entsprach. Ich habe Landschaft konsumiert.</p>
<p>Seit ich &#8216;auf dem Lande&#8217; lebe, schlich sich anderes ein. Manchmal sitze oder stehe ich irgendwo und gucke (vermutlich ziemlich bl&#246;de dabei aussehend) in die Gegend. Und sie kommt mir ganz anders vor, n&#228;mlich als etwas Eigentliches.</p>
<p>Das hat nichts mit Artenvielfalt (die ich nur theoretisch wahrnehme, ich kann kein Wiesel von einem Marder unterscheiden und V&#246;gel sehen mir fast alle gleich aus) zu tun. Ich g&#228;rtnere gerne, wie ein Kind, das Eis macht, weil es Spa&#223; macht, der Maschine dabei zuzugucken. Ich rieche gerne Erde, die ich mit dem Spaten aufgeworfen habe, wie ich gerne Leute gucke, die durch die Stadt flannieren. Ich sehe aber darin nicht den Unterschied zwischen Stadt und Land.</p>
<p>Stadt scheint mir ein lokales, vor&#252;bergehendes Ph&#228;nomen zu sein. Weil Stadt nur bleibt, wenn ihre Physik gesichert ist. Ohne Strom, ohne Markt, ohne Technik wird sie schnell wieder Land. Land aber kann warten. Stadt eben nicht. </p>
<p>Was also w&#228;re das Besondere von Land? Blicke bis zum Horizont, ohne Geb&#228;ude dazwischen? Die Ahnung, da&#223; die Erde unter mir mich nur duldet, mich aber jederzeit absch&#252;tteln k&#246;nnte, wenn ein Trafo versagte, ein Relais fehl schaltete, eine Kettenreaktion au&#223;er Kontrolle geriet?</p>
<p>Ich gucke oft in den Filter beim Kaffeekochen und stelle mir vor, wie sich Flu&#223; und Meer und See bilden. Wie Landschaft entsteht und bleibt. Etwas nicht Menschliches wirkt dabei, etwa Schwerkraft. Keine Bagger, kein Dynamit, eine einfache, gelassen wirkende Kraft. Ich versuche, Gegend zu sehen, weiche, lange Linien und Fl&#228;chen. Und zu riechen, wie sie ist. Das mag alberne Sentimentalit&#228;t sein. Wie das Entz&#252;cken, wenn die Zwiebeln zu Bl&#252;ten werden und die Stauden, m&#252;hsam &#252;berwintert und beh&#252;tet, Bl&#252;ten ergeben.</p>
<p>Land ist mir etwas sehr Wildes und Gewaltiges. Stadt ist mir eher l&#228;cherlich. Ein Gef&#252;hl, das ich nicht gerne umdrehe, weil ich nicht wei&#223;, was es mir bedeutet. Aber es ist eine Ahnung von einer Gewi&#223;heit, die kein grelles Licht braucht und keine regelbare Heizung und kein Taxi um die Ecke.</p>
<p>Deine Frage, Claudia, war, ob die Anonymit&#228;t des Stadtlebens verschwindet. Ich verstehe diese Frage nicht wirklich. In der Stadt f&#252;hlte ich mich nie anonym, sondern viel mehr her gezeigt. Jeder hatte das Recht und die Macht, mich zu beschauen. Weil Stadt ein emsiges Machen und Tun mir schien. Menschen, die sich Bedeutsamkeit zusammen rafften und einander vor zeigten, was sie geschafft hatten, sich zu nehmen. Seht her, wie ich bin! Und all das. </p>
<p>Auf dem Land f&#252;hle ich mich ruhiger. Einsamer, vielleicht, aber diese Einsamkeit ist nicht schlimm. In meiner Stadtwohnung war Einsamkeit eine t&#246;dliche Gefahr. Ein Mangel. Hier ist Einsamkeit etwas Einfaches. Ich brauche keine fremde Buntheit, um dem, was ich sehe, Farbe zu verleihen. Ich brauche keinen fremden Klang, um dem, was ich h&#246;re, Melodie einzuschreiben. Vielleicht ist das dumme Gef&#252;hlsduselei, ich wei&#223; das nicht. Aber f&#252;r mich ist Pflaster nur zu ertragen, wenn ich wei&#223;, da&#223; darunter Strand ist. </p>
<p>Kurz noch zum Internet: ich mag es, mir gef&#228;llt es, wie ein spannendes Buch. Aber viel Realit&#228;t w&#252;rde ich ihm nicht zumessen. All das &#8216;virtuelle Miteinander&#8217; ist f&#252;r mich nichts anderes als das zuf&#228;llige Miteinander einer Gruppe Feiernder, Reisender. Jeder kehrt fr&#252;her oder sp&#228;ter dennoch heim. Seufzt und sagt sich, was es doch f&#252;r ein netter Abend, eine nette Reise war. Und da&#223; der Hund noch mal raus mu&#223; und wo die Katzen nur bleiben. Und schl&#228;ft dann beruhigt ein, wenn alles an seinem Platz ist.</p>
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