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	<title>Kommentare zu: Finanzkrise: Wann kommt der Google?</title>
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	<description>Das philosophische Webtagebuch von Claudia Klinger: mal heiter, mal absurd, gelegentlich tiefsinnig, selten öd!</description>
	<lastBuildDate>Mon, 06 Feb 2012 20:15:25 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von: Adminator</title>
		<link>http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2009/02/26/finanzkrise-wann-kommt-der-google/#comment-9895</link>
		<dc:creator>Adminator</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Dec 2009 11:49:49 +0000</pubDate>
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		<description>Geniale Idee.

Sich einfach aus dem bestehenden System verabschieden und ein neues nutzen.

Wenn das neue (systemisch betrachtet) besser ist und damit einen Strukturbruch oder Paradigmenwechsel verursachen kann, wird das alte, &#252;berholte oder anachronistische System von ganz alleine bedeutungslos werden und zurecht ins Museum oder auf das Mittelalterfestival verschwinden.

Siehe zum Beispiel der gebundene Brockhaus vs. Wikipedia oder der Buchhandel vs. Amazon oder der Bibliotheken-Karteikasten vs. Google Books oder das Kleinanzeigenblatt vs. eBay oder das Typenrad vs. Microsoft Word, oder der CCD vs. den Kleinbildfilm oder die Pferdekutsche vs. das Kraftfahrzeug oder die Ganzk&#246;rperbehaarung vs. Hennes &amp; Mauritz etc. pp. ad infinitum.

Achtung: das neue System muss nicht unbedingt &quot;moralisch&quot; besser sein als das alte -- es muss einfach effizienter sein und besser funktionieren, so dass die Leute nur noch das neue System nutzen und das alte schlicht mit Verachtung bedenken.

Also ich finde den Denkansatz wenn auch noch unausgereift so doch &#228;u&#223;erst erfrischend. Warum soll ausgerechnet ein jahrtausendealtes Geldsystem f&#252;r die aktuelle Zeit noch sinnvoll sein, wenn schon ganz andere Traditionen zu Recht den Bach hinunter gegangen sind (siehe Beispiele oben).

Ich frage mich sowieso schon lange, warum ich einem promovierten Volkswirtschaftler* Tausende von Euro pro Jahr hinterherwerfen muss, damit ich &#252;berhaupt noch meine Steuern bezahlen kann?

Oder warum ich f&#252;r die Verlegung von mehreren Quadratmetern Marmorfu&#223;boden in diversen Wolkenkratzern zust&#228;ndig sein soll, damit ich ein Online-Girokonto haben kann?

Wie krank ist das eigentlich?

Gr&#252;&#223;e vom Adminator

* auch bekannt unter dem Begriff &quot;Steuerberater&quot;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Geniale Idee.</p>
<p>Sich einfach aus dem bestehenden System verabschieden und ein neues nutzen.</p>
<p>Wenn das neue (systemisch betrachtet) besser ist und damit einen Strukturbruch oder Paradigmenwechsel verursachen kann, wird das alte, &#252;berholte oder anachronistische System von ganz alleine bedeutungslos werden und zurecht ins Museum oder auf das Mittelalterfestival verschwinden.</p>
<p>Siehe zum Beispiel der gebundene Brockhaus vs. Wikipedia oder der Buchhandel vs. Amazon oder der Bibliotheken-Karteikasten vs. Google Books oder das Kleinanzeigenblatt vs. eBay oder das Typenrad vs. Microsoft Word, oder der CCD vs. den Kleinbildfilm oder die Pferdekutsche vs. das Kraftfahrzeug oder die Ganzk&#246;rperbehaarung vs. Hennes &amp; Mauritz etc. pp. ad infinitum.</p>
<p>Achtung: das neue System muss nicht unbedingt &#8220;moralisch&#8221; besser sein als das alte &#8212; es muss einfach effizienter sein und besser funktionieren, so dass die Leute nur noch das neue System nutzen und das alte schlicht mit Verachtung bedenken.</p>
<p>Also ich finde den Denkansatz wenn auch noch unausgereift so doch &#228;u&#223;erst erfrischend. Warum soll ausgerechnet ein jahrtausendealtes Geldsystem f&#252;r die aktuelle Zeit noch sinnvoll sein, wenn schon ganz andere Traditionen zu Recht den Bach hinunter gegangen sind (siehe Beispiele oben).</p>
<p>Ich frage mich sowieso schon lange, warum ich einem promovierten Volkswirtschaftler* Tausende von Euro pro Jahr hinterherwerfen muss, damit ich &#252;berhaupt noch meine Steuern bezahlen kann?</p>
<p>Oder warum ich f&#252;r die Verlegung von mehreren Quadratmetern Marmorfu&#223;boden in diversen Wolkenkratzern zust&#228;ndig sein soll, damit ich ein Online-Girokonto haben kann?</p>
<p>Wie krank ist das eigentlich?</p>
<p>Gr&#252;&#223;e vom Adminator</p>
<p>* auch bekannt unter dem Begriff &#8220;Steuerberater&#8221;</p>
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	<item>
		<title>Von: Claudia</title>
		<link>http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2009/02/26/finanzkrise-wann-kommt-der-google/#comment-8665</link>
		<dc:creator>Claudia</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Mar 2009 09:35:45 +0000</pubDate>
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		<description>@Manfred:  das wird ziemlich unwichtig, wenn die derzeitigen W&#228;hrungen zusammen brechen - was ich nat&#252;rlich nicht hoffe!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Manfred:  das wird ziemlich unwichtig, wenn die derzeitigen W&#228;hrungen zusammen brechen &#8211; was ich nat&#252;rlich nicht hoffe!</p>
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		<title>Von: Manfred</title>
		<link>http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2009/02/26/finanzkrise-wann-kommt-der-google/#comment-8664</link>
		<dc:creator>Manfred</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Mar 2009 08:45:41 +0000</pubDate>
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		<description>Die Idee mit dem &quot;google&quot; ist ja nicht so schlecht, allerdings finde ich, dass der Gockel schon jetzt viel zu m&#228;chtig ist. Jetzt noch im Finanzsystem einen derma&#223;en gro&#223;en Hebel in die Hand zu bekommen, w&#228;re &#228;u&#223;erst bedenklich.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Idee mit dem &#8220;google&#8221; ist ja nicht so schlecht, allerdings finde ich, dass der Gockel schon jetzt viel zu m&#228;chtig ist. Jetzt noch im Finanzsystem einen derma&#223;en gro&#223;en Hebel in die Hand zu bekommen, w&#228;re &#228;u&#223;erst bedenklich.</p>
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		<title>Von: Birgit</title>
		<link>http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2009/02/26/finanzkrise-wann-kommt-der-google/#comment-8578</link>
		<dc:creator>Birgit</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Mar 2009 09:51:13 +0000</pubDate>
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		<description>Also das mit dem Google Ersatzgeld kann ich mir auch nur sehr schwer vorstellen. Im Endeffekt w&#228;re es doch auch nicht viel mehr wert, als der Euro. Au&#223;erdem hatte doch Deutschland schon von 1914 bis 1923 eine Inflation, da hat das Geld sein Wert verloren. In den folgenden Jahren besserte sich zwar die Situation wieder, doch als dann 1929 die Weltwirtschaftskrise kam, sah es wieder nicht so rosig aus. Da kann man nur abwarten, ob sich das ganze noch einmal wiederholt, ich hoffe es nicht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Also das mit dem Google Ersatzgeld kann ich mir auch nur sehr schwer vorstellen. Im Endeffekt w&#228;re es doch auch nicht viel mehr wert, als der Euro. Au&#223;erdem hatte doch Deutschland schon von 1914 bis 1923 eine Inflation, da hat das Geld sein Wert verloren. In den folgenden Jahren besserte sich zwar die Situation wieder, doch als dann 1929 die Weltwirtschaftskrise kam, sah es wieder nicht so rosig aus. Da kann man nur abwarten, ob sich das ganze noch einmal wiederholt, ich hoffe es nicht.</p>
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		<title>Von: Claudia Klinger</title>
		<link>http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2009/02/26/finanzkrise-wann-kommt-der-google/#comment-8569</link>
		<dc:creator>Claudia Klinger</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Feb 2009 10:28:34 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;Danke Michael! Ein sehr erhellender Kommentar! Und verr&#252;ckt ist es schon, dass nun &#252;berall &quot;der Staat&quot; es richten soll, angesichts der von dir aufgezeigten blau&#228;ugigen Mitwettereien der &#246;ffentlichen H&#228;nde zu Lasten der Steuerzahler. Solche Spekulationen sollte m.E. im &#246;ffentlich-rechtlichen Bereich schlicht verboten werden!&lt;/p&gt;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Danke Michael! Ein sehr erhellender Kommentar! Und verr&#252;ckt ist es schon, dass nun &#252;berall &#8220;der Staat&#8221; es richten soll, angesichts der von dir aufgezeigten blau&#228;ugigen Mitwettereien der &#246;ffentlichen H&#228;nde zu Lasten der Steuerzahler. Solche Spekulationen sollte m.E. im &#246;ffentlich-rechtlichen Bereich schlicht verboten werden!</p>
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		<title>Von: Michael Schröpl</title>
		<link>http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2009/02/26/finanzkrise-wann-kommt-der-google/#comment-8565</link>
		<dc:creator>Michael Schröpl</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Feb 2009 04:12:29 +0000</pubDate>
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		<description>Das mit dem Missverh&#228;ltnis zwischen Wertsch&#246;pfung und Geldmenge w&#252;rde ich eher regional betrachten. Der US-amerikanische Konsument &#252;bernimmt sich bei einer Sparquote von nahe Null seit vielen Jahren hemmungslos, und dass etwa China seine W&#228;hrungsreserven trotz permanentem exzessivem Au&#223;enhandelsdefizit der USA nach wie vor in Dollar anlegt, ist wohl nur durch die gegenseitige Abh&#228;ngigkeit zwischen beiden Volkswirtschaften (wenn der Yuan gegen&#252;ber dem Dollar zu stark aufwertet, verliert China seinen Exportvorteil gegen&#252;ber Osteuropa) und den mangelnden Glauben an die politische Stabilit&#228;t des Euro-Raums (Stichwort: Lissabon-Vertrag) erkl&#228;rbar. Aus rein w&#228;hrungstechnischer Sicht w&#228;re China mit einem Euro-Guthaben viel besser beraten; erste vorsichtige Tendenzen in diese Richtung hat China ja bereits angedeutet, und es ist ein durchaus geschicktes Timing, jetzt seinen Dollar-Stapel zu verkaufen und den Erl&#246;s in die Stimulierung der eigenen Wirtschaft zu stecken, solange die ver&#228;ngstigte Welt &lt;em&gt;ausgerechnet&lt;/em&gt; den Dollar als sicheren Hafen betrachtet, und das trotz einer Netto-Kreditaufnahme der Amis von gut 12% im laufenden Jahr.
Die Weg-Inflationierung der Schulden halte auch ich f&#252;r ein nahe liegendes Szenario. Verlierer der Aktion w&#228;ren diejenigen, die aus ihren bestehenden Geldanlagen nicht herausk&#246;nnen - in erster Linie die Rentner (deren Anspr&#252;che mit abgewertet werden, wie wir in den letzten Jahren ja beobachten konnten), in zweiter Linie die K&#228;ufer niedrig verzinslicher Staatsanleihen und die Anleger von Lebensversicherungen mit einer garantierten Rendite, die dann unterhalb der Inflationsrate liegen w&#252;rde. Sachwerten wie Aktien und Immobilien tut eine Inflationierung nicht sonderlich weh; insofern w&#252;rden sich die &quot;alten Finanzm&#228;chte&quot; mit einer solchen Situation prima zu arrangieren wissen.
Regionalw&#228;hrungen wie &quot;den Google&quot; gibt es in Deutschland ja bereits (http://www.chiemgauer.info/). Es ist eine Frage des Vertrauens der B&#252;rger, wo sie ihr Geld anlegen (Gold ist letzten Endes auch nur eine Art W&#228;hrung, sein praktischer Nutzen f&#252;r den Normalb&#252;rger ist gering). Um ein solches Vertrauen im gro&#223;en Stil zu rechtfertigen, m&#252;sste Google allerdings eine Art &#252;berstaatliche Institution sein - andernfalls droht dem Unternehmen in Krisenzeiten genauso eine Verstaatlichung wie jetzt den Finanzunternehmen. Insofern ist das mit der milit&#228;risch begr&#252;ndeten Macht des US-Dollars durchaus plausibel. Den Verschuldungsgrad kann man mit einer Alternativw&#228;hrung tats&#228;chlich nicht reduzieren - man kann lediglich durch W&#228;hrungsspekulationen die Besitzverh&#228;ltnisse umverteilen: Wer auf die richtige W&#228;hrung setzt, profitiert zu Lasten derjenigen, die falsch geraten haben und deren W&#228;hrung an Kaufkraft verliert.
Das mit dem &quot;Geld drucken und in Asien hochverzinslich anlegen&quot; ist nicht so einfach. Carry-Trader machen es bisher genau umgekehrt: Sie &quot;drucken&quot; in Japan bzw. der Schweiz Geld (sie nehmen niedrigverzinsliche Kredite in japanischen Yen bzw. Schweizer Franken auf) und legen das Geld hochverzinslich in westlichen W&#228;hrungen an. Das Problem an der Sache ist, dass man dabei W&#228;hrungsverluste machen kann - was diverse deutsche Gemeinden bereits an den Abgrund des Bankrotts gebracht hat (und diejenigen deutschen Landesbanken, die hochverzinsliche Island-Anleihen in Landesw&#228;hrung gekauft haben, gucken derzeit ziemlich bedr&#246;ppelt aus der W&#228;sche). G&#228;be es tats&#228;chlich eine &lt;em&gt;risikolose&lt;/em&gt; Methode zum Geldverdienen, dann w&#228;ren die Investmentbanken die Ersten gewesen, sie zu nutzen - sie h&#228;tten ja einfach Anlegergeld mit ihren Hedgefonds einsammeln k&#246;nnen. Die von den amerikanischen Rating-Argenturen mit &quot;AAA&quot; eingestuften Subprime-Kreditverbriefungen mit ihren hohen Kupons &lt;em&gt;sahen f&#252;r Dilettanten so aus&lt;/em&gt;, als w&#228;ren sie eine solche Methode, weshalb ja so viele deutsche Landesbanken dort hemmungslos zugeschlagen haben... Rendite gibt es aber &lt;em&gt;niemals&lt;/em&gt; ohne Risiko, und der deutsche Steuerzahler darf nun u. a. mit der Fast-Pleite von Schleswig-Holstein die Rechnung daf&#252;r bezahlen, dass unsere Staatsbeamten im gro&#223;en Casino mitspielen wollten, ohne die Regeln zu beherrschen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das mit dem Missverh&#228;ltnis zwischen Wertsch&#246;pfung und Geldmenge w&#252;rde ich eher regional betrachten. Der US-amerikanische Konsument &#252;bernimmt sich bei einer Sparquote von nahe Null seit vielen Jahren hemmungslos, und dass etwa China seine W&#228;hrungsreserven trotz permanentem exzessivem Au&#223;enhandelsdefizit der USA nach wie vor in Dollar anlegt, ist wohl nur durch die gegenseitige Abh&#228;ngigkeit zwischen beiden Volkswirtschaften (wenn der Yuan gegen&#252;ber dem Dollar zu stark aufwertet, verliert China seinen Exportvorteil gegen&#252;ber Osteuropa) und den mangelnden Glauben an die politische Stabilit&#228;t des Euro-Raums (Stichwort: Lissabon-Vertrag) erkl&#228;rbar. Aus rein w&#228;hrungstechnischer Sicht w&#228;re China mit einem Euro-Guthaben viel besser beraten; erste vorsichtige Tendenzen in diese Richtung hat China ja bereits angedeutet, und es ist ein durchaus geschicktes Timing, jetzt seinen Dollar-Stapel zu verkaufen und den Erl&#246;s in die Stimulierung der eigenen Wirtschaft zu stecken, solange die ver&#228;ngstigte Welt <em>ausgerechnet</em> den Dollar als sicheren Hafen betrachtet, und das trotz einer Netto-Kreditaufnahme der Amis von gut 12% im laufenden Jahr.<br />
Die Weg-Inflationierung der Schulden halte auch ich f&#252;r ein nahe liegendes Szenario. Verlierer der Aktion w&#228;ren diejenigen, die aus ihren bestehenden Geldanlagen nicht herausk&#246;nnen &#8211; in erster Linie die Rentner (deren Anspr&#252;che mit abgewertet werden, wie wir in den letzten Jahren ja beobachten konnten), in zweiter Linie die K&#228;ufer niedrig verzinslicher Staatsanleihen und die Anleger von Lebensversicherungen mit einer garantierten Rendite, die dann unterhalb der Inflationsrate liegen w&#252;rde. Sachwerten wie Aktien und Immobilien tut eine Inflationierung nicht sonderlich weh; insofern w&#252;rden sich die &#8220;alten Finanzm&#228;chte&#8221; mit einer solchen Situation prima zu arrangieren wissen.<br />
Regionalw&#228;hrungen wie &#8220;den Google&#8221; gibt es in Deutschland ja bereits (<a href="http://www.chiemgauer.info/" rel="nofollow">http://www.chiemgauer.info/</a>). Es ist eine Frage des Vertrauens der B&#252;rger, wo sie ihr Geld anlegen (Gold ist letzten Endes auch nur eine Art W&#228;hrung, sein praktischer Nutzen f&#252;r den Normalb&#252;rger ist gering). Um ein solches Vertrauen im gro&#223;en Stil zu rechtfertigen, m&#252;sste Google allerdings eine Art &#252;berstaatliche Institution sein &#8211; andernfalls droht dem Unternehmen in Krisenzeiten genauso eine Verstaatlichung wie jetzt den Finanzunternehmen. Insofern ist das mit der milit&#228;risch begr&#252;ndeten Macht des US-Dollars durchaus plausibel. Den Verschuldungsgrad kann man mit einer Alternativw&#228;hrung tats&#228;chlich nicht reduzieren &#8211; man kann lediglich durch W&#228;hrungsspekulationen die Besitzverh&#228;ltnisse umverteilen: Wer auf die richtige W&#228;hrung setzt, profitiert zu Lasten derjenigen, die falsch geraten haben und deren W&#228;hrung an Kaufkraft verliert.<br />
Das mit dem &#8220;Geld drucken und in Asien hochverzinslich anlegen&#8221; ist nicht so einfach. Carry-Trader machen es bisher genau umgekehrt: Sie &#8220;drucken&#8221; in Japan bzw. der Schweiz Geld (sie nehmen niedrigverzinsliche Kredite in japanischen Yen bzw. Schweizer Franken auf) und legen das Geld hochverzinslich in westlichen W&#228;hrungen an. Das Problem an der Sache ist, dass man dabei W&#228;hrungsverluste machen kann &#8211; was diverse deutsche Gemeinden bereits an den Abgrund des Bankrotts gebracht hat (und diejenigen deutschen Landesbanken, die hochverzinsliche Island-Anleihen in Landesw&#228;hrung gekauft haben, gucken derzeit ziemlich bedr&#246;ppelt aus der W&#228;sche). G&#228;be es tats&#228;chlich eine <em>risikolose</em> Methode zum Geldverdienen, dann w&#228;ren die Investmentbanken die Ersten gewesen, sie zu nutzen &#8211; sie h&#228;tten ja einfach Anlegergeld mit ihren Hedgefonds einsammeln k&#246;nnen. Die von den amerikanischen Rating-Argenturen mit &#8220;AAA&#8221; eingestuften Subprime-Kreditverbriefungen mit ihren hohen Kupons <em>sahen f&#252;r Dilettanten so aus</em>, als w&#228;ren sie eine solche Methode, weshalb ja so viele deutsche Landesbanken dort hemmungslos zugeschlagen haben&#8230; Rendite gibt es aber <em>niemals</em> ohne Risiko, und der deutsche Steuerzahler darf nun u. a. mit der Fast-Pleite von Schleswig-Holstein die Rechnung daf&#252;r bezahlen, dass unsere Staatsbeamten im gro&#223;en Casino mitspielen wollten, ohne die Regeln zu beherrschen.</p>
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