Claudia am 13. Februar 2009 — 15 Kommentare

PC-Crash klaut mir die halbe Woche

Dass es hier in den letzten Tagen so ruhig war, verdankt sich einem PC-Crash, der mich am Dienstag früh kalt erwischt hat: Am Vorabend lief noch alles ganz normal, morgens dann war die Maus „eingefroren“, als ich starten wollte. Mir blieb nur, den Stecker zu ziehen – tja, und das war es dann erstmal! Beim erneuten Hochfahren konnten die Festplatten nicht gelesen werden, nichts ging mehr.

Ich habe ZWEI physische Platten, die sich mittels eines RAID-Systems gegenseitig spiegeln, damit keine Datenverluste auftreten, wenn eine davon schrottet. Hätte mich also relativ sicher fühlen können, denn wie wahrscheinlich ist es wohl, dass beide Platten auf einmal den Geist aufgeben? Verrückterweise beruhigte mich der Gedanke nicht wirklich.

An Arbeiten war ja nun nicht zu denken: Urplötzlich war ich abgetrennt von meinem „Welt-Zugang“, exiliert in den physischen Umraum, heraus gerissen aus allen laufenden Arbeiten – drastisch spürte ich die immense Abhängigkeit von meinem Equipment, das mich nun so schnöde im Stich gelassen hatte!

In Sorge um die Daten

Datensicherung? Klar, die gibt es, doch die war alles andere als aktuell und insgesamt nur bruchstückhaft vorhanden. Alle meine Werke, die eigenen und die für Kunden, stehen ja im Netz – da drohte also erstmal kein Verlust. ABER der Festplatteninhalt! Seit 1992 historisch gewachsen, zwar gelegentlich ausgemistet, doch insgesamt so umfangreich, dass ich selber kaum überschaue, was da alles noch ist. Meine gesamte persönliche Geschichte am PC – mein Verstand scannte fieberhaft die Erinnerungen und suchte nach „schlimmen Folgen“, wenn dies oder jenes nun wirklich unwiederbringlich weg wäre.

Tatsächlich fand sich da kaum etwas mit echtem Katastrophenpotenzial – und trotzdem war ich ziemlich durch den Wind. Mit zwei Sicherungs-CDs fürs Allernötigste machte ich mich auf in die Wohnung eines Freundes, um an dessen PC wieder Verbindung zur Netzwelt aufzunehmen: rudimentär zumindest, denn mir fehlten allerlei Zugangsdaten. Noch hoffte ich darauf, dass der Mensch, der meinen Computer Anfang 2008 zusammen gebaut hatte, mir weiter helfen würde, doch zerschlug sich diese Hoffnung im Lauf des Tages. Ich erspare der Welt weitere Details der zwei Tage, die ich „in der Fremde“ verbrachte, voll verunsichert durch die Ungewissheit, was mit den Daten ist. Vorgestern Abend kam dann ein sehr kundiger, zügig arbeitender Experte, der mein Vertrauen mit seinen Webseiten namens mein-pc-wieder-ok gewonnen hatte, und erweckte das Gerät tatsächlich binnen einer halben Stunde wieder zum Leben! Welch eine Erleichterung! :-)

Vom RAID-System hat er mir mit guten Gründen für die Zukunft abgeraten, ich brauche jetzt also ein anderes Konzept zur Datensicherung. Gestern und heute früh war ich wie man sich denken kann damit beschäftigt, allerlei auf DVD zu brennen, doch ist das keine Dauerlösung. Auf jeden Fall will ich mir jetzt auch ein wirklich benutzbares Mobil-Gerät zulegen – ein Netbook oder Subnotebook, genau weiß ich das noch nicht. Und vermutlich werde ich in Zukunft auch virtuelle Festplatten im Netz nutzen: meine Daten sind zum allergrößten Teil nicht geheimhaltungsbedürftig und Zugang von überall hat schon was Verlockendes!

Diskussion

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15 Kommentare zu „PC-Crash klaut mir die halbe Woche“.

  1. oh, wie gut ich das kenne, diese plötzliche panik, wenn der pc sich mit einem mal totstellt. ein wahnsinn, obwohl es in den allermeisten fällen ja „nur“ ein technisches problem ist. datenverlust gab es dabei bei mir zum glück auch noch nie. nur einmal, als eine festplatte schlicht und einfach kaputtging. aber das war in dem büro, in dem ich damals arbeitete, da ist das nur halb so schlimm. ;-)
    ein mobiler zweitrechner ist auf jeden fall empfehlenswert. für echtes arbeiten ist meiner meinung nach aber ein notebook besser geeignet. die subnotebooks sind in meinen augen eher notizbücher und gut transportable internetmaschinen. für wirkliches arbeiten sind sie einfach zu klein, selbst wenn sie über eine festplatte verfügen. allein die minitastatur. ganz zu schweigen von dem bildschirm, der zwar gestochen scharf ist, aber eben trotzdem eine winzige schrift liefert.
    virtuelle festplatten im netz würden mich übrigens auch interessieren. da bin ich mal gespannt. einstweilen hab ich gerade schleunigst meine regelmäßig vernachlässigte komplettsicherung auf die externe gestartet. gleich nachdem ich das hier gelesen hatte. ach, und dann wären ja da noch emails und bookmarks …

  2. Ich bin jahrelang gut mit einer externen USB-Festplatte gefahren, auf die ich meine Daten per rsync überspielt habe. Dieses Unix-Tool sichert inkrementell die Daten beliebiger Verzeichnisse. (Apple hat das Prinzip jetzt Time Machine genannt und einige Leute kommen damit wohl gut zurecht.) Um Daten auch im Katastrophenfall zu retten, kopiere ich einiges auf meinen Server. Wirklich Arbeit macht das Brennen von alten Daten, die ich dann aber auch von der Festplatte lösche. Ich habe bisher noch keine Erfahrung mit dem direkten Nutzen von entfernten Festplatten im Netz. Ich hab ein wenig mit Wuala gespielt, konnte mich aber noch nicht wirklich dafür erwärmen. http://www.wuala.com/de/ (Apple bietet natürlich kommerziell etwas an, was sicher recht bequem ist. Ich nutze es aber nicht) Meines Wissens plant Google auch etwas in dieser Richtung. 
    Backup ist jedoch nicht alles. Ich möchte mittlerweile meine Arbeiten auch einer Versionskontrolle unterwerfen. Wenigstens einige. Da gibt es mittlerweile feine Tools, wie Bazaar http://bazaar-vcs.org/ . Für Code ist das Standard, für Literatur noch Neuland. Mit Bazaar und ähnlichen Distributed Version Control Systems kann man lokales Backup und Sicherung auf einem Server im Netz gut kombinieren.  
    Es bleibt schwierig. ;-)
    Wenn du ein bequemes Notebook haben möchtest, mit dem man auch Kunden beeindrucken kann, dann fällt die Wahl wohl auf ein MacBook. ;-)
     

  3. @engl: bezüglich der Wahl eines Mobilgeräts hab ich mir eh vorgenommen, dafür mal in einen physischen Laden zu gehen – nur so entsteht ein echter Eindruck davon, was man mit der jeweiligen Größe anfangen kann. Schön, dass ich dich zur Datensicherung inspiriert habe! :-)

    @juh:  danke für deine Infos! Was das Mobilgerät angeht, muss ich keine Kunden beeindrucken und bin als Jahrzehnte-lange PC-Userin nicht so geneigt, für das Zweitgerät eine andere Rechner-Welt zu betreten – so schön die auch sein mag! Und ja, die Teile sehen toll aus, das kleine MacBook Air ist auch nur 1,3 Kilo leicht… trotzdem wär es umständlich, die beiden Welten zu verbinden. (Geht schon damit los, dass man QuickTime braucht, um das Werbevideo anzuschauen…)

     

  4. Vor ca. einem Jahr habe ich mir endlich eine externe Festplatte angeschafft. Auf die ziehe ich ab und zu meine Verzeichnisse.
    Aber da fällt mir ein: Das muss ich möglichst bald mal wieder tun.

  5. Du weißt nicht, was dir entgeht. ;-) Mit dem Mac Book Air konnte man letztes Jahr auf der CeBIT noch Mädchen aufreißen, arbeiten kann man damit leider nicht. Es ist ziemlich langsam. 
    Was PC-Notebooks betrifft, so habe ich von einigen Leute gehört, dass Dell und da auch der Support ganz gut sein soll. Vielleicht erkundigst du dich in dieser Richtung mal. Einem Bekannten fiel das Display im Urlaub irgendwo in Skandinavien aus. 24h später kam ein Techniker bei ihm vorbei und flanschte ein neues dran. Die Kosten für diesen Support waren damals vor ca. 2 Jahren wesentlich günstiger als ein teilweise vergleichbarer Support von Apple. Falls man das aber nicht braucht, ist es auch egal.

  6. Liebe Claudia
    ich fühle mit Dir, ich habe das auch schon erlebt, im letzten November ist mein Computer in die ewigen Jagdgründe gegangen, ich musste einen neuen kaufen.  Da ich kein Computer Spezialist bin, war ich natürlich schockiert, da weiss man wieder für was Freunde gut sind, Zum Glück hatte ich den Comp. in drei Teile (partitioniert)aufgeteilt und so habe ich nur die Programme verloren. Die Daten im Internet waren OK. Heute habe ich eine Externe Festplatte und mache regelmässig ein Backup. Ich hoffe damit in Zukunft einen Absturz zu verhindern und meine Daten zu sichern.
    Liebe Grüsse zentao

  7. Oh, ich kennen den Schrecken sehr gut, der einem in die Knochen fährt, das Fieberhafte der Rettungsversuche, das Drama, das plötzlich ausbricht und das einen die Grundfesten seines Lebens in der Virtualität bedenken läßt. Seit Monaten habe ich PC-Probleme. Zuzeiten stürzt der Rechner ab und ist dann nur mühsamst wieder startbar; selbst Ubuntu hängt sich erstmal auf; nur einige Tricks (wie komplettes Berefeien vom Stromzugang und Abkühlen des Rechners) mit erneutem Hochfahren läßt das System wieder auferstehen. Und dann die Angst vor dem nächsten Mal. Ein neuer PC steht unausgepackt da, aber die Bedenken vor dem komplizierten Neuaufsetzen eines neuen Systems, das bekanntlich Tage dauern kann,läßt einen den Schritt immer wieder herauszögern. Backup- und Sicherungsstrategien sind noch nebulös. Erstmal immer alle sensiblen Daten (bei mir nicht SO viele) möglichst täglich auf USB-Stick synchronisieren. Das Leipziger Bücherlei ist glücklicherweise immer aktuell im Netz. Solche technischen Querelen nerven. Vor Jahren las ich das Buch „Die Tücken der Technik. Wenn der Fortschritt sich rächt“ von Edward Tenner, an das ich immer wieder denken muß und das mir eine gesunde Skepsis gegen allzu naivem Fortschrittsglauben eingeimpft hat.

  8. […] alte Netzfüchsin Claudia Klinger hats auch getroffen. Daraufhin schrieb ich in ihre Kommentare: “Oh, ich kenne den Schrecken sehr gut, der einem […]

  9. […] dieser Woche war es hier technisch bedingt ziemlich ruhig, doch die Tipps zum Wochenende sind ein Muss – los […]

  10. Hallo Claudia,
    ich persönlich halte nicht so besonders viel von Datenspeicher im Netz, da die Transferraten doch noch relativ gering sind (im Vergleich zu USB oder auch DVD). Auch wenn Du sagst, Deine Daten wären „nicht geheimhaltungsbedürftig“, so sollte man sich trotzdem darüber bewusst sein, dass man der Firma, die diesen Dienst anbietet eine Menge persönlicher Informationen überlässt. Bei den ganzen Datenpannen in letzter Zeit sollte man sich nicht wundern, wenn alles früher oder später mal öffentlich einsehbar sein könnte.
    Auch die AGBs würde ich mir ganz genau durchlesen.

    Dann lieber externe Platten. Wenn man ganz sicher gehen will, kann man mit 2 (externen) Festplatten arbeiten, wovon man immer nur eine zu Hause hat während die andere bei einem Bekannten oder in einem Bankschließfach liegt. (Diese sollten natürlich regelmäßig gewechselt werden.)

    Ansonsten denke ich ist eher das Problem daran zu denken, Backups zu machen. Ich bin da sehr für automatisierte Lösungen (was mit DVD’s – wenn überhaupt – nur mit recht hohem Aufwand möglich ist). Da sollte es eine Reihe von Programmen geben, die das erledigen. rsync finde ich auch sehr praktisch dafür in Verbindung mit cronjobs (unter Linux) bzw. dem Windowspendant.

    Interessant könnten für Dich die Artikel über NAS (Network Attached Storage) in der aktuellen c’t sein. Diese externen Festplatten werden über das Netzwerk angesprochen statt über USB. Siehe auch: http://www.heise.de/ct/09/05/104/ (in der Printausgabe sind noch weitere Infos und Programme vorgestellt)

    Gruß
    zimon

  11. Hallo Claudia,
    mein „Beileid“, bin ich versucht zu sagen. Für die Zukunft ein Hinweis auf Acronis TrueImage, Version 10 (nicht 12), ist preiswerter. Drei Ext-HDs ( im Wechsel ). Datensicherung planbar ( z. B. nachts ). Habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht – mit 3 PCs in der Familie. Bisher keine Probleme. Programm ist zwischenzeitlich ausgereift. Die Ext-HDs ( 2,5″ ) sind gut zu handhaben und leicht zu transportieren. Einmal im Jahr überprüfe ich diese HDs mit einem Festplattentestprogramm auf Zuverlässigkeit.
    Viel Erfolg und Gruß, Hanskarl.
     
     
     

  12. Ich danke Euch für die umfangreichen Tipps! Werde mir das alles mal genauer zu Gemüte führen und mich dann für die für mich ergonomischste Version entscheinde.

  13. Darüber mach ich mir auch langsam Gedanken, zumal die Attacken auf einen Server ja immer mal wieder auftauchen. Eine Externe Lösung halte ich fuer nicht akzeptabel, da diese mir zu unsicher ist. Bei meinen Recherchen bin ich dann auf folgende Lösung gestoßen, die mir recht gut gefällt, auch wegen der Einfachheit.
    HP Home Server
    ok, der Link ist etwas lang. Sollte aber fuer deine Zwecke mehr als ausreichend sein, zumal das Ganze auch noch gut erweiterbar (bis 4 Platten) ist.

  14. Ohje, das hört sich echt bescheiden an, wenn die Daten weg sind. Ist einem das aber einmal passiert, weiß man ganz genau, wie wichtig die ständige Datensicherung ist, muss ich sagen. Ich denke, dass du jetzt erst einmal eine wirklich gute Lösung finden musst, ich habe Gott sei Dank nicht ganz so viele Daten, mir reicht es, die von Zeit zu Zeit auf DVD oder Stick zu ziehen.

  15. […] PC-Crash klaut mir die halbe Woche […]

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