Claudia am 15. Dezember 2008 — 15 Kommentare

Hallo Stammleser: Spenden in der Krise?

Es wundert mich nicht wirklich, dass in diesem Jahr die Spenden für meine Aktion „Brunnen für Kambodscha“ eher tröpfeln als sprudeln. Die Medien sind voller negativer Nachrichten über die Finanz- und Wirtschaftskrise, so dass der „gefühlte Reichtum“ der Menschen abnimmt, obwohl noch kaum jemand etwas von den Auswirkungen spürt.

2.Spendenaktion Brunnen für Tani Im Weihnachtsgeschäft wollen sich nur wenige mit dem Einkaufen zurück halten, doch wird dafür an anderen, scheinbar verzichtbaren Ausgaben gespart – zum Beispiel bei den Spenden.

Das aber ist äußerst fatal: Kambodscha hat noch nicht einmal eine Börse, doch ist das Land gleichwohl von der Krise betroffen. Investitionen aus dem Ausland können nicht mehr so leicht kredit-finanziert werden, der Dollar-Kurs und die Lebenshaltungskosten (Energie, Lebensmittel) sind immens gestiegen. Hinzu kommen die Einbußen im Tourismus aufgrund der Probleme in Thailand – und das alles bei einem bereits 2007 unsäglich niedrigen pro Kopf-Einkommen von 589 Dollar/Jahr!

Umso höher ist der Wirkungsgrad auch einer KLEINEN Spende! So ein Brunnen kostet nur 300 Euro und versorgt 8 bis 20 Großfamilien mit reinem Wasser, das die Menschen dann nicht mehr teuer kaufen oder aus brackigen, gesundheitschädlichen Tümpeln schöpfen müssen.

Gebt Euch also bitte einen kleinen Ruck und tragt etwas bei! Zehn oder zwanzig Euro haben oder nicht haben spüren die meisten von uns ja nicht wirklich… ist doch so! :-)

Und hier gehts zum Spendenformular.

Update: Die Liste der Spenderinnen und Spender ist jetzt online – herzlichen Dank allen, die sich beteiligt haben!

Diskussion

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15 Kommentare zu „Hallo Stammleser: Spenden in der Krise?“.

  1. Diese Bettlerei hier ist echt das allerletzte, 20 Euro sind 2 CDs weniger, da würde ich nie drauf verzichten. Kambodscha soll sich doch selbst helfen…

  2. Vielleicht hilft der Hinweis, dass man auch per Paypal spenden kann – so manch spontane Bereitwilligkeit schwindet bis zum nächsten Bankbesuch oder -login!
    Allerdings kann man da den vorgegebenen Verwendungszweck nicht in „DDiary-Brunnen“ ändern. Also zähl halt eine Person dazu…. ;-)

     

  3. @me:
    Ich finde deinen Kommentar völlig „neben der Spur“. Erstens ist es Claudias Blog, und wenn sie jeden Tag eine Spendenbitte für dieses Projekt schreiben würde, wäre es auch in Ordnung. Es steht dir frei, woanders zu lesen. Zweitens weiß Claudia, wo das Geld hingeht und schaut sich immer wieder vor Ort um. Ich finde eine Spende für dieses eine gezielte Objekt besser als hunderte von Bettelbriefen, -plakaten, -werbesendungen, die uns um diese Zeit erreichen wollen.
    @Claudia:
    Weiter so! Ich muss noch ein bisschen gucken, ob bzw. wann ich etwas geben kann, finde deine Aufrufe aber sehr gut.
    Liebe Grüße
    Gudrun (hier und heute ohne Link zum Blog, bin auch bei lebendig-sein… zu finden…)

  4. @me:  wenn deine „2 CDs mehr“ für dich so unverzichtbar sind, dann musst du sie kaufen und nicht spenden, ganz klar!

    Es gibt aber auch Menschen, die schon alle CDs haben, die sie sich wünschen. Und andere, die es einfach klasse finden, durch dasselbe Geld etliche bis dahin ohne sauberes Wasser lebende Menschen vor Krankheiten zu bewahren und ihr Leben sehr viel angenehmer zu machen.

    @Doris: danke, den Hinweis werde ich noch einbinden!

    und danke @Gudrun für die lieben Worte!!!

     

     

  5. Ich frage mich, weshalb Menschen wie „me“ & Co hier überhaupt lesen oder schreiben. Ich hoffe, sie wissen es selbst …
    Aber nu – ich will dir nur schnell sagen, dass ich eben meinen kleinen Obulus überwiesen habe. Dieses Mal hab ich nicht vergessen, den Verwendungszweck einzutragen. *lach*
    Im Übrigen schließe ich mich natürlich Gudrun an. ;-)

  6. ich bin bei zahlungen und spenden übers internet generell sehr vorsichtig, finde das projekt aber eine gute sache. kann man auch irgendwie anders spenden als über das internet-spendenformular? gruß moni

  7. Hallo Moni,
    über das Spendenformular kannste ja sowieso noch nicht richtig spenden, das ist lediglich eine Mitteilung, dass man spenden *wird* und eine Information über Kontonummer etc.
    Das Geld tatsächlich überweisen muss man dann bei seiner Bank – entweder vor Ort oder online – je nachdem wie man das halt handhabt.

  8. Den Hinweis von Ulrike/Ulinne finde ich sehr wichtig:
    Bei Zahlungen und Spenden im Internet bin ich nämlich auch sehr vorsichtig, Gestern habe ich dann einfach mal das Spendenformular angeklickt, um mich über die Vorgehensweise zu informieren.

    Auch die Information in Claudia´s neuem Beitrag, dass ein Brunnen 300 Euro kostet und 8 bis 20 Großfamilien mit reinem Wasser versorgt, vermittelt anschaulich die Höhe der Investition. Gestern habe ich einen kleinen Beitrag überwiesen, mit dem Gedanken, dass jedes noch so kleine Steinchen zum Bau eines Brunnens beitragen kann!

    Wünsche wie „2 CDs“ in der Erfüllung warten zu lassen – das ist auch etwas sehr Wertvolles. Dann freut man sich umso mehr, wenn man sich zu einem späteren Zeitpunkt diese leisten und erfüllen kann, vor allem, wenn man mit dem Warten-Können auch noch anderen Menschen helfen konnte…

  9. Ach Leute,
    wenn’s um Geld geht, verändert sich plötzlich die Stimmung – Gutmenschen duellieren sich mit Ewig Gestrigen oder schlau daher Redenden, die es einfach nicht besser wissen…
    Dabei ist es doch ganz einfach – Geben und Nehmen sollten in allen Bereichen ausgeglichen sein. Das ist einfach gesund für’s persönliche Wohlbefinden. Ich zum Beispiel gebe seit Monaten so gut wie keine Spende. Es ist allerdings noch gar nicht so lange her, da habe ich Geld verschenkt, einfach deswegen, weil mir auch Geld geschenkt worden war. Na und. Derzeit fühle ich mich eher in meiner finanziellen Unabhängigkeit bedroht, also halte ich mein Cash bisschen zusammen.
    Was will ich sagen – nix, nur paar Sprechblasen.
    Aber ein Brunnen ist etwas Schönes. Wenn ich mich wieder etwas reicher fühle, schieb ich bisschen Geld rüber. Hut ab vor Deinem Einsatz liebe Claudia und viel Freude beim Freude und Wasser schenken in Kambodscha.
    ganz liebe Grüße
    Hermann

  10. Kann es sein, dass der Kommentar von ‚me‘ als Diskussionsanheizer benutzt worden ist? Nun, auch wenn die Spende etwas ruhmhaftes und kurzfristig sinnvolles ist, bin ich dennoch der Meinung, dass das Land sich selbst helfen muss. Leider liegt es auch in unserer Verantwortung, dass es dies nicht kann, da es leider nicht mit den Gütern am Weltmarkt konkurrieren kann. Eigentlich stellt sich mir die Frage, weshalb wir diesen Ländern nicht helfen sich selbst zu helfen, anstatt sie unbedingt als Absatzmärkte mit missbrauchen zu müssen und dann humanitäre Hilfe leisten zu müssen, damit einige wenige Unternehmen einen minimal höheren Gewinn erwirtschaften.
     

  11. @Sven: falsch vermutet. Die anderen Kommentare von „me“ hab ich zwischenzeitlich gelöscht, weil es sich um üble Hetze handelte und andere Leser echt genervt waren!

  12. Ich hatte ja nur gefragt;) Dennoch ist es natürlich schade. Ich finde die Aktion im Grunde ja wie gesagt ehrenhaft und bewundere Dich dafür. Auch wenn ich eine distanziertere Position einnehme (als Volkswirt wird man nunmal so erzogen den Gesamtwirtschaftlichen Kontext zu sehen), so kann man seine Meinung auch auf einem anderen Niveau äußern.

  13. Lieber Sven,
    danke für deine nette Bemerkung – und für die Relativierung deines Einwands durch die Wahrnehmung mehrerer Ebenen!

    Du hast zudem völlig recht, wenn du fragst:
    „Eigentlich stellt sich mir die Frage, weshalb wir diesen Ländern nicht helfen sich selbst zu helfen…?“

    „Wir“ tun das durchaus! Nämlich zum einen als Entwicklungshilfe unter Federführung von Wieczorek-Zeul, zum anderen in Gestalt von tätiger Unterstützung durch Institutionen wie der GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit), die eine Vielzahl sinnvoller Projekte zusammen mit den ansässigen Kräften anstößt und begleitet!

    Mein Gastgeber in Phnom Penh arbeitet für die GTZ und von daher bekam ich umfangreichen Einblick – erlebte z.B. den ellenlangen komplexen Prozess punktuell mit, der statt fand, um die Reisbauern zum Anpflanzen von Jatropha zu bewegen… und zwar so, dass sie das als „ihr Ding“ begreifen und selber weiter betreiben. SEHR interessant – und alles andere als einfach!

    Ja, WIR – diese Aktivitäten sind nationalstaatlich organisiert und ich bin durchaus stolz, dass unser Land so spannende und hilfreiche Dinge voran schiebt! Aber heißt das, dass ich selber GAR NICHTS ANDERES tun soll als konsumieren? Bisschen Angkor-Wat Sight-Seeing und weiter?

    Das in die Ferne reisen ist Dank billiger Flüge ein Massenphänomen geworden – und natürlich auch Wirtschaftsfaktor in den Zielländern. Wenn nun die Reisenden – über das bloße „Besichtigen“ und es sich gut gehen lassen hinaus – hier oder da noch eine konkrete Verbesserung (mit IHREN jeweiligen Mitteln) fördern würden, dann wäre der Gesamtwirkungsgrad deutlich höher!!!

    Und schon der Wirkungsgrad kleiner privater Initiativen beeindruckt mich – unser Geld ist dort so unglaublich viel wert! Bald kauf ich mir z.B. einen neuen Kühlschrank für ca. 250 Euro – das verdient ein kambodschaniersch Lehrer in acht Monaten nicht. Und ist fast soviel wie eine „Baumaßnahme Brunnen“.

    Wenn man solche Umrechnungen öfter anstellt, bekommt man Lust, DORT zu investieren, wo der „Beglückungsfaktor“ noch richtig HOCH ist – anstatt hier irgendwelches Zeug zu kaufen, das man nicht wirklich braucht (und das in kurzer Zeit kaputt ist oder durchs nächste Modell ersetzt werde muss, um „dran“ zu bleiben…) 
     
     

  14. Liebe Claudia,
    ich bin vollkommen auf Deiner Seite. Bezüglich des Tourismus ist nun aber so, dass die Reisenden ja oft gar nicht mit den tatsächlichen Umständen konfrontiert werden, sondern dass ihnen eben der Erholungsurlaub suggeriert wird. Sie bekommen eben genau das, was sie haben möchten: Ihre heile Urlaubswelt ohne Elend und Begegnungen mit individuellem Leid. Neben Kamodscha sind die Dominikanische Republik oder Rio de Jenairo Paradebeispiele für die krassen Gegensätze zwische der heilen Urlaubs- und Luxusidylle auf der einen Seite und schlichter Armut auf der anderen. Auch wenn Touristen egoistisch motiviert nichts von der Armut mitbekommen möchten, so helfen sie, wie du bereits angesprochen hast, durch ihren Beitrag zum Tourismussektor.
    Oft werden Menschen dadurch vom Spenden abgehalten, dass sie nicht wissen wieviel von Ihren Geldern den wirklich Bedürftigen zukommt. Ich persönlich war Zeuge, wie jemand mit einem UN-Jeep vor ein Luxushotel vorfuhr und sich mit einer augenscheinlich bezahlten Begleitung dort ein schönes Wochende gemacht hat. Nach dieser Erfahrung kann ich wirklich ruhigen gewissen sagen, dass ich mit dem Geld, dass ich für den Urlaub in Afrika ausgegeben hab mehr bewirkt habe, als jemand der sein Gewissen mit einer 5 Euro spende beruhigt weiß, von denen 3 Cent dann wirklich ankommen.
    Da habe ich mich mehr darüber gefreut, dass das Zimmermädchen überglücklich gewesen ist, dass wir ihr ein ganzes Laib Brot überlassen haben, weil es einfach unseren Geschmack nicht getroffen hat.
    Zum Glück kann man bei Deiner Aktion getrost davon ausgehen, dass man wirklich etwas bewirkt.
    DIe Entwicklungshilfe, die heutzutage betrieben wird ist meiner Meinung nach langfristig wirkungslos, da sie zwar Elend punktuell mindert, jedoch keiner einheitlichen Strategie zur Unabhängigkeit der betroffenen Staaten verfolgt. Es ist schlicht scheinheilig auf der einen Seite Geld für Entwicklungshilfe auszugeben, auf der anderen Seite Bauer zu subventionieren, die mit dem Angebot ihrer Produkte auf dem Weltmarkt eine Entwicklung der heimischen Volkswirtschaften verhindern.
    Ich danke Dir dennoch für den tieferen Einblick in Deine Arbeit, die moralisch vollkommen unterstütze. Betroffen macht mich eben nur, dass Du zwar einigen Menschen hilfst, Deine Mühen aber systematisch koterkariert werden, bildlich gesehen:
    http://www.youtube.com/watch?v=1hhW76BIwP4&eurl=http://www.papascott.de/archives/2008/12/13/kittens-on-a-slide/
    LG,
    Sven
     
     

  15. Hallo Claudia,
    Wir machen bei unserer Initiative „Mach’s grün!“ ganz gute Erfahrungen mit dem Paypal-Spenden (nach erfolgter Aufkleber-Bestellung). Vielleicht wäre das wirklich eine gute Ergänzung zu Eurem Formular. Das macht es für viele einfacher und unkompliziert kurz einmal ein paar Euro zu spenden.
    Grüße Tim

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