Claudia am 02. Oktober 2008 — 1 Kommentar

Anders bloggen – anders ordnen?

Heute hätte ich die letzten Einsendungen zum Blogprojekt Lebenskunst hier präsentieren sollen, doch bin ich nicht dazu gekommen- das muss bis morgen, gar übermorgen warten. Wer sich an einem solchen Projekt beteiligt, denk‘ ich mir, kann ein bisschen Entschleunigung verkraften und wird nicht gleich „vom Diary abfallen“. :-)

„Anders bloggen“ steht hier als Überschrift, gewählt aus der nicht zum ersten Mal verspürten Verlegenheit heraus, dass die Textsorte oder das Thema, das mich gerade zum Schreiben drängt, einfach nicht in die vorhandenen Schubladen passt. Und das, obwohl sechs Blogs von mir im Web stehen, mit ich weiß nicht wieviel Unterkategorien! (Wer das mal schnell überblicken will, kann auf Friendfeed die Überschriften „pro Blog“ mit nur einem Mausklick aus dem Klinger-Stream heraus filtern).

Politik und Wirtschaft zum Beispiel, dazu fällt mir, wen wundert’s, in letzter Zeit viel ein – aber wohin damit? In den letzten Monaten gab es im Digital Diary schon überproportional viel davon, was einem „persönlichen Blog“ auf Dauer nicht gut tut. Eine Mischung ist ok, aber wenn es zu einseitig wird, verliere ich Leser. Und wer jetzt meint, das könne mir doch egal sein, dem sag‘ ich: ist es nicht! Ich schreibe, um gelesen zu werden, nicht um mit Buchstaben-Ikebana zu glänzen oder mich an Traffic-Zahlen zu ergötzen (Surfer sind nämlich noch lange keine Leser!).

Ein eigenes Politblog also? Ohhhhh nein, nicht noch ein Projekt, das ich dann updaten, pflegen und „präsent halten“ muss! Da aktiviere ich doch lieber die Kategorien bzw. „Themen“ als eine Art „Blog im Blog“ – und damit hab‘ ich heute angefangen. Nicht mit der Politik, sondern mit „Kulturschock Kambodscha“: DAS Thema, mit dem in diesem Diary immerhin etwas Reales bewirkt wird, bekommt als Erstes ein neues Kleid!

„Selbsterkenntnis, Lebenskunst, Yoga „ werde ich als nächstes in themenspezifischeres Licht rücken, und aus Wirtschaft & Gesellschaft kann locker „Claudias Politblog“ werden.

Auf der Startseite könnte ich, nur mal so weiter ins Blaue gedacht, die jeweils letzten Artikel der Hauptkategorien unter ihrem Titel anzeigen. Das würde magaziniger aussehen und noch weiß ich nicht, ob ich das will.

Immerhin schaue ich so mal wieder auf die Themen, die blogtechnische Kategorien sind und frage mich, ob sie so bleiben sollen. Ist eine Rubrik „Alter, Krankheit, Tod“ wirklich nötig?? Diese Betitelung wirkt als eine Art „Flucht nach vorne“, doch im Grunde ist all das doch Teil des Lebens, warum also nicht unter „Lebenskunst“ einsortieren?? Oder in einer noch zu schaffenden Rubrik namens „Alltag“, damit es nicht immer so klingt, als hätte da jemand eine Botschaft. „Alltag“ war im übrigen bei einer geschlechtsspezifischen Auswertung aller auf dem Blog-Portal „Blogoscoop“ genutzten Stichwörter das von Frauen meist genannte – vielleicht werde ich ja auf die alten Tage noch weiblicher!

Netzwelt, bloggen, Webdesign – eine quasi historische Kategorie aus der Zeit, als ich das Webwriting-Magazin noch nicht wieder ins Leben gerufen hatte. Und doch würden nicht ALLE dort versammelten Beiträge ins WWMAG passen – dort schreibe ich unpersönlicher, wende mich mehr an die „Blogosphäre“ als an meine „gefühlten Stammleser/innen“, es ist nicht dasselbe.

Die Rubrik „Bücher-Tipps“ wird nur fortbestehen (bzw. überhaupt erstmal „belebt“), wenn ich mich dazu durchringe, Bücher, die ich mit Begeisterung gelesen habe, auch kurz zu rezensieren. Nach einer langen buchlosen Zeit sind mir in den letzten Monaten wieder ein paar Werke begegnet, die mich meine alte Faszination fürs Lesen wieder spüren ließen: zu keiner Zeit war ich vom bloß Literarischen fasziniert, sondern immer vom Inhalt (der natürlich umso mehr beeindruckt, wenn er auch noch gut geschrieben ist!). Der aber wird rar, wenn man ein paar Jahrzehnte alles mit- und nachgelesen hat, was zur Welt, zum Leben, zu den ersten und letzten Dingen so alles gedacht und geschrieben wurde – und zudem so Mitte/Ende dreißig festgestellt hat, dass weder Weisheit noch Glück aus Büchern kommt.
Und doch: Mal wieder ein Buch zu lesen, das mir Blickwinkel aufzeigt, auf die ich im Leben nie gekommen wäre, ist großartig. Das möchte ich schon gerne teilen!

Bleibt mir noch die Frage, ob ich nicht auch hier das „Tagging“ bzw. Verschlagworten einführen sollte. Da ich es selbst anderswo nicht als Navigation benutze, liegt mir das nicht so nahe. Was mich darauf bringt, dass eine Rubrik „Umfragen“ nicht schlecht wäre, in der ich Euch alles frage, was ich gerne wissen möchte. Ist ja Internet und kostet nichts! :-)

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Diskussion

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Ein Kommentar zu „Anders bloggen – anders ordnen?“.

  1. Kleine Info: Für alle, die mal etwas bloggen wollen, was z.B. nirgends rein passt oder, die selbst kein eigenes Blog betreiben wollen, hat Hans vor kurzem die offene-plattform.de ins Leben gerufen. Ich hoffe, das ist okay, wenn ich mal diesen Tipp abgebe?
     
    Dein Blog im Blog finde ich aber auch eine gute Idee. Kein Wunder, dass einem zu Politik und Wirtschaft in letzter Zeit so viel einfällt…

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