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	<title>Kommentare zu: Die LIEBE und das &#196;LTER WERDEN</title>
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	<description>Das philosophische Webtagebuch von Claudia Klinger: mal heiter, mal absurd, gelegentlich tiefsinnig, selten öd!</description>
	<lastBuildDate>Wed, 08 Feb 2012 19:39:43 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von: Antonio Krämer</title>
		<link>http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2006/11/25/die-liebe-und-das-aelter-werden/#comment-10220</link>
		<dc:creator>Antonio Krämer</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Feb 2010 10:31:08 +0000</pubDate>
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		<description>Wow, was du schreibst, finde ich echt klasse. Diese Ehrlichkeit ist echt hammer. Das k&#246;nnte ich irgendwie nicht. Aber wenn man seine eigene Geschichte schreibt, kennt mich sich irgendwie besser, denke ich.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wow, was du schreibst, finde ich echt klasse. Diese Ehrlichkeit ist echt hammer. Das k&#246;nnte ich irgendwie nicht. Aber wenn man seine eigene Geschichte schreibt, kennt mich sich irgendwie besser, denke ich.</p>
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		<title>Von: Mohnblume</title>
		<link>http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2006/11/25/die-liebe-und-das-aelter-werden/#comment-6598</link>
		<dc:creator>Mohnblume</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Oct 2007 07:47:55 +0000</pubDate>
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		<description>Sie ist 69, ich 67. Beide haben wir eine erste Ehe hinter uns. In zwei Monaten werden wir unsere silberne Hochzeit feiern. Und noch immer knistert es wie damals. Obwohl sich ueber diese Zeit so viel geaendert hat. 

Unsere Zeit war nicht nur von Harmonie begleitet. Oft flogen die Federn. Tun sie auch heute noch. Irgendwie haben wir gelernt Konflikte neben Freude und Hoehepunkte zu stellen und damit zu leben. Gluecklich zu leben! Vielleicht auch deshalb, weil wir die Veraenderungen mit in unser Zusammensein einbauen.  Dieses nicht als Ganzes zu sehen, sondern in Zeitabschnitten. Jeder ist wie eine Seite in einem Buch, das man durchblaettert um von Erlebnis zu Erlebnis zu gelangen. 

Das Ende, den Tod, verdraengen wir noch in die weite Ferne. Obwohl in unserer Umgebung einige sich auch schon verabschiedet haben. Angesichts dessen vertieft sich unsere Liebe. Wir kosten sie aus. Sie hat sich geaendert, vorab im erotischen Bereich. Nicht mal altersbedingt, sondern aus anderen Gruenden. Es gibt kein Einschlafen ohne einen Gutenachtkuss. Und dies erst recht, wenn wieder mal die Federn fliegen ...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sie ist 69, ich 67. Beide haben wir eine erste Ehe hinter uns. In zwei Monaten werden wir unsere silberne Hochzeit feiern. Und noch immer knistert es wie damals. Obwohl sich ueber diese Zeit so viel geaendert hat. </p>
<p>Unsere Zeit war nicht nur von Harmonie begleitet. Oft flogen die Federn. Tun sie auch heute noch. Irgendwie haben wir gelernt Konflikte neben Freude und Hoehepunkte zu stellen und damit zu leben. Gluecklich zu leben! Vielleicht auch deshalb, weil wir die Veraenderungen mit in unser Zusammensein einbauen.  Dieses nicht als Ganzes zu sehen, sondern in Zeitabschnitten. Jeder ist wie eine Seite in einem Buch, das man durchblaettert um von Erlebnis zu Erlebnis zu gelangen. </p>
<p>Das Ende, den Tod, verdraengen wir noch in die weite Ferne. Obwohl in unserer Umgebung einige sich auch schon verabschiedet haben. Angesichts dessen vertieft sich unsere Liebe. Wir kosten sie aus. Sie hat sich geaendert, vorab im erotischen Bereich. Nicht mal altersbedingt, sondern aus anderen Gruenden. Es gibt kein Einschlafen ohne einen Gutenachtkuss. Und dies erst recht, wenn wieder mal die Federn fliegen &#8230;</p>
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		<title>Von: Janes Make Up Blog</title>
		<link>http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2006/11/25/die-liebe-und-das-aelter-werden/#comment-6597</link>
		<dc:creator>Janes Make Up Blog</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Oct 2007 17:03:10 +0000</pubDate>
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		<description>Ich bin 21 Jahre alt und hatte dieselben Gedanken wie Du. Jedoch sind in meinem n&#228;heren famili&#228;rem Umfeld in letzter Zeit Dinge geschehen, die mich auch im &quot;h&#246;heren&quot; Alter auf die Liebe hoffen lassen. Deine Zeilen sind sehr bewegend und dr&#252;cken auch das aus, was ich in letzter Zeit erleben musste.


Viele Gr&#252;sse

Jane</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin 21 Jahre alt und hatte dieselben Gedanken wie Du. Jedoch sind in meinem n&#228;heren famili&#228;rem Umfeld in letzter Zeit Dinge geschehen, die mich auch im &#8220;h&#246;heren&#8221; Alter auf die Liebe hoffen lassen. Deine Zeilen sind sehr bewegend und dr&#252;cken auch das aus, was ich in letzter Zeit erleben musste.</p>
<p>Viele Gr&#252;sse</p>
<p>Jane</p>
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	<item>
		<title>Von: Claudia Klinger</title>
		<link>http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2006/11/25/die-liebe-und-das-aelter-werden/#comment-5720</link>
		<dc:creator>Claudia Klinger</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 May 2007 07:28:09 +0000</pubDate>
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		<description>@collecteur,

freut mich, dass dir meine Zeilen etwas sagen! Warum sollte es &quot;unnormal&quot; sein, Sex bis ins hohe Alter zu haben? Wenn es Freude macht... ich glaube, da &#228;ndert sich zur Zeit doch einiges im gesellschaftlichen Verst&#228;ndnis!

Ein Workshop mit mir? Ich will diese Woche endlich meinen n&#228;chsten Kurs &quot;Kraft zur Ver&#228;nderung&quot; terminieren - vielleicht hast du ja dazu Lust!

Lieben Gru&#223;
Claudia</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@collecteur,</p>
<p>freut mich, dass dir meine Zeilen etwas sagen! Warum sollte es &#8220;unnormal&#8221; sein, Sex bis ins hohe Alter zu haben? Wenn es Freude macht&#8230; ich glaube, da &#228;ndert sich zur Zeit doch einiges im gesellschaftlichen Verst&#228;ndnis!</p>
<p>Ein Workshop mit mir? Ich will diese Woche endlich meinen n&#228;chsten Kurs &#8220;Kraft zur Ver&#228;nderung&#8221; terminieren &#8211; vielleicht hast du ja dazu Lust!</p>
<p>Lieben Gru&#223;<br />
Claudia</p>
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	<item>
		<title>Von: collecteur (w)</title>
		<link>http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2006/11/25/die-liebe-und-das-aelter-werden/#comment-5719</link>
		<dc:creator>collecteur (w)</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 May 2007 02:51:30 +0000</pubDate>
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		<description>hallo  liebe claudia, ich freue mich sehr, deine seite entdeckt  zu haben, denn auf beiden gebieten, dem schreiben und der erotik, bin ich begeisterte dilettantin.
zu dem thema &#228;lterwerden und sexualit&#228;t gibt es &#252;brigens ein sehr sch&#246;nes buch (passt allerdings nicht ganz zu dem inhalt deines textes) :
die verschwiegene lust, frauen &#252;ber 60 erz&#228;hlen von ihrer sexualit&#228;t.
ich habe es als taschenbuch gefunden (inzwischen ohne wiederkehr verliehen), es sind aber auch teile davon in einer frauenzeitschrift ver&#246;ffentlicht worden.
es war mir zu einer zeit, als meine lust &#252;berhand zu nehmen schien und ich mir sehr unnormal vorkam, ein trost und hat mich sozusagen wieder in die gemeinschaft von frauen zur&#252;ckgef&#252;hrt.
mehr zu mir vielleicht in einem workshop mit dir ?!

liebe gr&#252;&#223;e
collecteur (ein mir aus anderen zusammenh&#228;ngen trotz des falschen geschlechts lieb gewordener nick )</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>hallo  liebe claudia, ich freue mich sehr, deine seite entdeckt  zu haben, denn auf beiden gebieten, dem schreiben und der erotik, bin ich begeisterte dilettantin.<br />
zu dem thema &#228;lterwerden und sexualit&#228;t gibt es &#252;brigens ein sehr sch&#246;nes buch (passt allerdings nicht ganz zu dem inhalt deines textes) :<br />
die verschwiegene lust, frauen &#252;ber 60 erz&#228;hlen von ihrer sexualit&#228;t.<br />
ich habe es als taschenbuch gefunden (inzwischen ohne wiederkehr verliehen), es sind aber auch teile davon in einer frauenzeitschrift ver&#246;ffentlicht worden.<br />
es war mir zu einer zeit, als meine lust &#252;berhand zu nehmen schien und ich mir sehr unnormal vorkam, ein trost und hat mich sozusagen wieder in die gemeinschaft von frauen zur&#252;ckgef&#252;hrt.<br />
mehr zu mir vielleicht in einem workshop mit dir ?!</p>
<p>liebe gr&#252;&#223;e<br />
collecteur (ein mir aus anderen zusammenh&#228;ngen trotz des falschen geschlechts lieb gewordener nick )</p>
]]></content:encoded>
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	<item>
		<title>Von: Su</title>
		<link>http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2006/11/25/die-liebe-und-das-aelter-werden/#comment-5438</link>
		<dc:creator>Su</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jan 2007 10:52:18 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo Claudia,

es freut mich zu sehr, da&#223; meine Anmerkungen deinen Beifall fanden. Noch viel mehr, da&#223; du dich mit ihnen so intensiv auseinander gesetzt hast.
Was mich dazu verleitet, wiederum ein wenig darauf einzugehen.

Sehr beeindruckt hat mich das ganze Thema &quot;Bewu&#223;theit&quot;, vor allem die Nachdr&#252;cklichkeit, mit der du dich ihrer bem&#228;chtigen zu k&#246;nnen scheinst. Etwas, das mir nie gelingen will. Momente klarer Bewu&#223;theit schwimmen mir eher im Kopf herum wie Filetst&#252;cke in Irish Stew, die Regel ist ein Potpourri aus halbwegs verifizierten Annahmen, groben Vermutungen, lieb gewonnenen T&#228;uschungen, irgendwie wichtigen Maskierungen, m&#252;hsam verteidigten Tabus und peinlichen Verboten. Von einer Ann&#228;herung an das Ziel offener Bewu&#223;theit keine Rede. Die so sch&#246;n von dir beschrieben Spirale aufw&#228;rts sehe ich f&#252;r mich eher als geschlossene Kreisbewegung.

Schauen wir uns das mal genauer an!

Du schreibst, &quot;..die Vorstellung, man werde &#039;rationaler&#039;, je bewusster man lebt, liegt nahe, trifft es aber nicht wirklich. Rationalit&#228;t ist bereitwillige Dienerin jeglicher Antriebe,...&quot;.

Ja, ich glaube, da&#223; du damit vollkommen richtig liegst und den Finger auf einen Fehler legst, den ich zumindest immer wieder und gerne mache und gemacht habe, n&#228;mlich &quot;rational&quot; mit bewu&#223;t, mit offen zu verwechseln. Jedoch -- wie nur zu solchen Einsichten kommen wie dieser:
&quot; Wenn man aber erlebt und erlitten hat, wie ein bestimmtes eigenes Denken &amp; Verhalten immer wieder zu leidvollen Ergebnissen f&#252;hrt ..&quot;.

Wie denn dieses Denken &amp; Verhalten bestimmen und eingrenzen, ist es doch immer eingebettet in eine chaotische Vielf&#228;ltigkeit desselben. Mir liegt es eben nicht (immer) auf der Hand, WELCHE Quellen die mir so unangenehmen Flu&#223;l&#228;ufe speisen. Auch bin ich nicht bereit, den -- zumeist oder doch oft - interessierten Zuschreibungen Anderer sofort Glauben zu schenken. An dieser Stelle ist &quot;rationales&quot; Abw&#228;gen f&#252;r mich eine, wenn nicht die prominente M&#246;glichkeit, um die Bewu&#223;theit meiner Selbst zu erreichen, in der ich mich aufgehoben wei&#223; und sicher meine
Urteile f&#228;llen kann. Und mir pers&#246;nlich immer noch lieber als der Gang zum gerade angesagten Guru. Oder die empirischen Feldversuche, mit denen ich mir Lebensfreude und Spontaneit&#228;t vorgegaukelt habe und die direkt
in die S&#252;mpfe f&#252;hrten.

Letztlich, so vermute ich, kommt niemand darum herum, sich ein kleines Modell seiner Selbst zu basteln, unterst&#252;tzt von ehrw&#252;rdigen Autorit&#228;ten, kleinen Alltagstheorien, bequemen Vorlieben, naiven Sehns&#252;chten und heimlichen Neigungen, in dem sich &quot;Ursachen&quot; identifizieren und &quot;Folgen&quot; antizipieren lassen. Und hier ist Rationalit&#228;t ein Werkzeug. Viele andere kenne ich nicht. Und zwischen all den Urschreien, Gestalten und Mythen entdecke ich auch wenig mehr.

Deine Aussage: &quot;Ich liebe es mittlerweile, die Wurzeln der Konflikte in mir selbst zu finden&quot;, wie auch schon dein Text &lt;a target=&quot;_blank&quot; href=&quot;http://www.claudia-klinger.de/digidiary/05_05_04.shtml&quot;&gt;&quot;Der Andere, der T&#228;ter - ich armes Opfer!&quot;&lt;/a&gt;, ber&#252;hren mich sehr.

Zun&#228;chst, weil ich zu oft genau das Gegenteil tue, meinen Anteil leugne (sei es aus Scham oder vermeintlicher Raffinesse, es hat ja oft Vorteile, sich als klein, schwach und dumm zu stilisieren) oder mir schlichtweg keinen solchen zutraue (aus Mangel an Selbstvertrauen). Die Bereitschaft, sich selbst als T&#228;ter in seinem Leben zu sehen, ist in der
Tat ein Schl&#252;ssel, der viele T&#252;ren &#246;ffnet.

Aber: nun war es f&#252;r mich durchaus ein Akt der Befreiung oder Selbstfindung, einmal NICHT mich als diejenige zu sehen, die alle FEHLER begeht, sondern diese -- ziemlich vehement, nun ja -- endlich einmal ANDEREN in die Schuhe zu schieben. Das duckm&#228;userische Mea-Maxima-Culpa konnte ich recht gut, schon immer. Mich davon gel&#246;st zu haben war eine der wenigen positiven Leistungen, die ich mir ans Panier geheftet habe. Und nun soll ich mit der alten Schuldfrage wieder nach Hause kommen?
Schwierig, schwierig! Dennoch kann ich deiner Argumentation folgen, aber - Hallo! -- was mu&#223; ich dazu an Ego haben und zeigen!

Und dann, ja, es ist bestimmt so, wie du schreibst, &quot;ich kann so ODER so vorgehen - in aller Freiheit der Wahl. Ist das nicht wunderbar??&quot; Ist es! Doch hier ist starker pers&#246;nlicher Mut und viel Vertrauen in die eigene Z&#228;higkeit gefordert, die wiederum von Anderen - je nach Situation leicht und gerne - als Gef&#252;hlsarmut, H&#228;rte, Egoismus oder Arroganz mi&#223;deutet werden kann.

Insgesamt, so habe ich das bange Gef&#252;hl, ein Resultat eines langen und holprigen Weges. Und niemand tr&#228;gt mich auf H&#228;nden dahin! Und klatschen alle Applaus? Streicht mir jemand bei Erfolg freundlich und gn&#228;dig l&#228;chelnd &#252;ber den Kopf?

Jedoch, jedoch, jedoch: &quot;..dahinter/darunter ist ein Ort gelassener Schau, der niemals verschwindet. Es liegt an mir, wo ich mich heimisch mache&quot;. Ja, wahrhaft wundersch&#246;n. Das ist nun wirklich einmal eine Vorstellung, der mit aller Kraft nachzueifern sich lohnt.

Fatto. Eine gute Stelle, um mit dem Reden aufzuh&#246;ren.

Liebe Gr&#252;&#223;e
Susanne</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Claudia,</p>
<p>es freut mich zu sehr, da&#223; meine Anmerkungen deinen Beifall fanden. Noch viel mehr, da&#223; du dich mit ihnen so intensiv auseinander gesetzt hast.<br />
Was mich dazu verleitet, wiederum ein wenig darauf einzugehen.</p>
<p>Sehr beeindruckt hat mich das ganze Thema &#8220;Bewu&#223;theit&#8221;, vor allem die Nachdr&#252;cklichkeit, mit der du dich ihrer bem&#228;chtigen zu k&#246;nnen scheinst. Etwas, das mir nie gelingen will. Momente klarer Bewu&#223;theit schwimmen mir eher im Kopf herum wie Filetst&#252;cke in Irish Stew, die Regel ist ein Potpourri aus halbwegs verifizierten Annahmen, groben Vermutungen, lieb gewonnenen T&#228;uschungen, irgendwie wichtigen Maskierungen, m&#252;hsam verteidigten Tabus und peinlichen Verboten. Von einer Ann&#228;herung an das Ziel offener Bewu&#223;theit keine Rede. Die so sch&#246;n von dir beschrieben Spirale aufw&#228;rts sehe ich f&#252;r mich eher als geschlossene Kreisbewegung.</p>
<p>Schauen wir uns das mal genauer an!</p>
<p>Du schreibst, &#8220;..die Vorstellung, man werde &#8216;rationaler&#8217;, je bewusster man lebt, liegt nahe, trifft es aber nicht wirklich. Rationalit&#228;t ist bereitwillige Dienerin jeglicher Antriebe,&#8230;&#8221;.</p>
<p>Ja, ich glaube, da&#223; du damit vollkommen richtig liegst und den Finger auf einen Fehler legst, den ich zumindest immer wieder und gerne mache und gemacht habe, n&#228;mlich &#8220;rational&#8221; mit bewu&#223;t, mit offen zu verwechseln. Jedoch &#8212; wie nur zu solchen Einsichten kommen wie dieser:<br />
&#8221; Wenn man aber erlebt und erlitten hat, wie ein bestimmtes eigenes Denken &#038; Verhalten immer wieder zu leidvollen Ergebnissen f&#252;hrt ..&#8221;.</p>
<p>Wie denn dieses Denken &#038; Verhalten bestimmen und eingrenzen, ist es doch immer eingebettet in eine chaotische Vielf&#228;ltigkeit desselben. Mir liegt es eben nicht (immer) auf der Hand, WELCHE Quellen die mir so unangenehmen Flu&#223;l&#228;ufe speisen. Auch bin ich nicht bereit, den &#8212; zumeist oder doch oft &#8211; interessierten Zuschreibungen Anderer sofort Glauben zu schenken. An dieser Stelle ist &#8220;rationales&#8221; Abw&#228;gen f&#252;r mich eine, wenn nicht die prominente M&#246;glichkeit, um die Bewu&#223;theit meiner Selbst zu erreichen, in der ich mich aufgehoben wei&#223; und sicher meine<br />
Urteile f&#228;llen kann. Und mir pers&#246;nlich immer noch lieber als der Gang zum gerade angesagten Guru. Oder die empirischen Feldversuche, mit denen ich mir Lebensfreude und Spontaneit&#228;t vorgegaukelt habe und die direkt<br />
in die S&#252;mpfe f&#252;hrten.</p>
<p>Letztlich, so vermute ich, kommt niemand darum herum, sich ein kleines Modell seiner Selbst zu basteln, unterst&#252;tzt von ehrw&#252;rdigen Autorit&#228;ten, kleinen Alltagstheorien, bequemen Vorlieben, naiven Sehns&#252;chten und heimlichen Neigungen, in dem sich &#8220;Ursachen&#8221; identifizieren und &#8220;Folgen&#8221; antizipieren lassen. Und hier ist Rationalit&#228;t ein Werkzeug. Viele andere kenne ich nicht. Und zwischen all den Urschreien, Gestalten und Mythen entdecke ich auch wenig mehr.</p>
<p>Deine Aussage: &#8220;Ich liebe es mittlerweile, die Wurzeln der Konflikte in mir selbst zu finden&#8221;, wie auch schon dein Text <a target="_blank" href="http://www.claudia-klinger.de/digidiary/05_05_04.shtml">&#8220;Der Andere, der T&#228;ter &#8211; ich armes Opfer!&#8221;</a>, ber&#252;hren mich sehr.</p>
<p>Zun&#228;chst, weil ich zu oft genau das Gegenteil tue, meinen Anteil leugne (sei es aus Scham oder vermeintlicher Raffinesse, es hat ja oft Vorteile, sich als klein, schwach und dumm zu stilisieren) oder mir schlichtweg keinen solchen zutraue (aus Mangel an Selbstvertrauen). Die Bereitschaft, sich selbst als T&#228;ter in seinem Leben zu sehen, ist in der<br />
Tat ein Schl&#252;ssel, der viele T&#252;ren &#246;ffnet.</p>
<p>Aber: nun war es f&#252;r mich durchaus ein Akt der Befreiung oder Selbstfindung, einmal NICHT mich als diejenige zu sehen, die alle FEHLER begeht, sondern diese &#8212; ziemlich vehement, nun ja &#8212; endlich einmal ANDEREN in die Schuhe zu schieben. Das duckm&#228;userische Mea-Maxima-Culpa konnte ich recht gut, schon immer. Mich davon gel&#246;st zu haben war eine der wenigen positiven Leistungen, die ich mir ans Panier geheftet habe. Und nun soll ich mit der alten Schuldfrage wieder nach Hause kommen?<br />
Schwierig, schwierig! Dennoch kann ich deiner Argumentation folgen, aber &#8211; Hallo! &#8212; was mu&#223; ich dazu an Ego haben und zeigen!</p>
<p>Und dann, ja, es ist bestimmt so, wie du schreibst, &#8220;ich kann so ODER so vorgehen &#8211; in aller Freiheit der Wahl. Ist das nicht wunderbar??&#8221; Ist es! Doch hier ist starker pers&#246;nlicher Mut und viel Vertrauen in die eigene Z&#228;higkeit gefordert, die wiederum von Anderen &#8211; je nach Situation leicht und gerne &#8211; als Gef&#252;hlsarmut, H&#228;rte, Egoismus oder Arroganz mi&#223;deutet werden kann.</p>
<p>Insgesamt, so habe ich das bange Gef&#252;hl, ein Resultat eines langen und holprigen Weges. Und niemand tr&#228;gt mich auf H&#228;nden dahin! Und klatschen alle Applaus? Streicht mir jemand bei Erfolg freundlich und gn&#228;dig l&#228;chelnd &#252;ber den Kopf?</p>
<p>Jedoch, jedoch, jedoch: &#8220;..dahinter/darunter ist ein Ort gelassener Schau, der niemals verschwindet. Es liegt an mir, wo ich mich heimisch mache&#8221;. Ja, wahrhaft wundersch&#246;n. Das ist nun wirklich einmal eine Vorstellung, der mit aller Kraft nachzueifern sich lohnt.</p>
<p>Fatto. Eine gute Stelle, um mit dem Reden aufzuh&#246;ren.</p>
<p>Liebe Gr&#252;&#223;e<br />
Susanne</p>
]]></content:encoded>
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