Claudia am 08. Mai 2006 — 16 Kommentare

Lunge entlasten mit Nikotintabletten

Endlich hab‘ ich etwas gefunden, das mich vom schier unwiderstehlichen Zwang zum Rauchen befreit. Frei vom Tabak, frei von Asche und Tabakkrümeln, muss ich auch nicht mehr soviel Geld ausgeben, nur um mir selbst zu schaden. „Niquitin“ heißt das Ersatzmittel – ich meine die LUTSCHTABLETTEN, nicht die viel bekannteren Kaugummis und Pflaster!

Im Moment reicht mir eine halbe Tablette alle paar Stunden, die ich langsam im Mund zergehen lasse. Eine enthält 4 Milligramm Nikotin, es gibt sie auch mit zwei Milligramm. 72 Tabletten kosten zwischen 19 und 24 Euro. Mit Niquitin der Sucht zu fröhnen ist also, wenn man sich zum Beispiel auf fünf Tabletten täglich beschränkt, billiger als per Glimmstengel – für mich gleich nach der Gesundheit ein wichtiger Teil der Motivation fürs Aufhören. Tabletten kann man zudem ÜBERALL lutschen: In der Sauna, in einer Besprechung, im Flugzeug und in jedem Nichtraucherbereich dieser Welt.

Besser als Kaugummis und Pflaster

Pflaster haben bei mir nicht funktioniert. Es fehlt ihnen die orale Komponente und die deutlich spürbar einsetzende Wirkung nach Anwendung. Auch bei Kaugummis hab ich mich gefragt, ob ich mir die Wirkung, nicht nur einbilde und letztlich doch wieder zur Zigarette gegriffen. Vielleicht hab‘ ich sie immer zu schnell zerkaut, so dass vom Nikotin nicht genug aufgenommen wurde. Im Beipackzettel der Tabletten steht auch etwas von „besserer Verfügbarkeit“, verglichen mit den Kaugummis.

Mir ist bewusst, dass ich damit keinen Schritt mache, der Sucht zu entkommen. Sie erscheint mir allerdings „pur“ als ein sehr viel kleineres Übel als die Teerlasten, die ich meiner Lunge aufbürde, wenn ich exzessiv rauche. Ich werde insgesamt fitter und gesünder werden, denn viele Beeinträchtrigungen verdanken sich den schädlichen Zusatzstoffen, die mit dem Rauch inhaliert werden, nicht dem Nikotin allein.

Warum alle Welt (sogar Apotheker!) nur die Plaster und die Kaugummis, nicht aber die Lutschtabletten kennt, ist mir ein Rätsel. Sie wirken sehr viel besser als die anderen Verabreichungsformen: binnen weniger Minuten breitet sich ein sattes, zufriedenes, vollständiges Gefühl in Körper uns Psyhe aus (das, was Nichtraucher IMMER haben!). Der „Schmacht“ nach dem nächsten Glimmstengel ist wirklich weg – wie wunderbar!

Erholung – keine Befreiung!

Die Gefahr der Tabletten liegt darin, dass es auch mit ihnen auf Dauer keinen „Frieden mit der Droge“ gibt. Freunde berichteten davon, dass sie die Anzahl der eingenommenen Tabletten langsam steigerten bis Nebenwirkungen (etwa Hautauschläge) auftraten. Setzt man dann die Tabletten ab und raucht wieder, hängt man wieder an der Kippe und vermisst zusätzlich (!) die Tabletten.

Im Moment ficht mich das aber nicht an. Der Lunge Erholung zu gönnen erscheint mir vordringlich, anderen Problemen widme ich mich, sobald sie sich zeigen. JETZT freue ich mich erstmal über die neue, entspannte Lage an der Suchtfront. Es hat mich ja so angewidert, täglich zweimal die Tastatur umdrehen und ausklopfen zu müssen, um sie von den angesammelten Tabakkrümeln und Aschepartikeln zu befreien. Ständig darauf achten müssen, immer genug Tabak, Blättchen und Drehfilter da zu haben, bzw. mit mir zu tragen, konnte auch ziemlich nerven.. Die häßliche gelbe Verfärbung an Mittel- und Ringfinger, zwischen die ich die Kippe immer klemmte, ist schon fast verschwunden und die Lust, raus zu gehen und mich zu bewegen nimmt spürbar zu.

Kapitulation vor der Sucht

Der Umstieg auf die Tabletten ist eine Kapitulation vor der Sucht. Ich gebe erst einmal den Gedanken auf, irgendwelche Anstalten zu machen, davon weg zu kommen. 37 Jahre als Raucherin mit nur kurzen Unterbrechungen entfalten physisch und psychisch eine formende Kraft, gegen die mein Wille nicht viel ausrichtet. Es heißt ja immer: Man wird vom Rauchen nur frei, wenn man wirklich will. Was aber ist dieser Wille? Wer ist es, der ihn „hat“???

Bei mir war der Wunsch, mit dem Rauchen aufzuhören, immer aus Angst geboren: ein Risiko mindern, Schäden vermeiden, etwas weglassen, was belastet, nicht etwas gewinnen, wonach es mich verlangt. Also insgesamt ein vernünftiger Gedanken, aber kein intensiv gefühlter Wunsch, aus dem ein fester Wille und dann eine neue Wirklichkeit entstehen kann. Nikotin ist ja eine Joker-Droge, die immer gerade so wirkt, wie es der Süchtige braucht: entspannend, anregend, konzentrierend, inspirierend, Aufmerksamkeit erhöhend (letzteres steht sogar unter „Nebenwirkungen“ im Beipackzettel der Tabletten!). Ich hab mir nie wirklich gewünscht, diese Wirkungen nicht mehr „auf Knopfdruck“ zur Verfügung zu haben – es ist der Ausdruck eines tief sitzenden Kontrollbedürfnis: was gerade nervt, will ich ändern, nicht etwa mich darin üben, die Dinge hinzunehmen, wie sie gerade sind. „Ich“ kann derzeit also gar nicht vom Nikotin loskommen wollen, denn das, was ich als „ich“ wahrnehme, ist bereits eine Symbiose mit der Droge. Die „Nikotinbestie“, die ich bei einem früheren Versuch, nicht zu rauchen, als etwas von außen kommendes ansah, ist in Wahrheit ein Teil von mir – und nicht so einfach abzuspalten oder gar zu vernichten, wie ich (bzw. die Vernünftige) es gerne hätte.

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Update Januar 2014:
Ich hab‘ nun endlich etwas gefunden, das mich vom Rauchen befreit, ohne dass ich das, was mir daran gefällt, aufgeben müsste. Lies mehr in meinem neuen Umsteigerblog!

Diskussion

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16 Kommentare zu „Lunge entlasten mit Nikotintabletten“.

  1. Klingt interessant – hilft es denn und wie schmeckt das wohl?

  2. Es hilft – der Schmacht ist weg! Der Geschmack ist neutral bis ein klein wenig „beissend“ – man spürt, dass da ein giftiges Stöffchen drin ist, ohne dass es direkt abstoßend schmecken würde. Find ich gut so!

  3. Okay – dann werde ich mich mal zuur Apotheke aufmachen ;)

  4. „Nikotin ist ja eine Joker-Droge, die immer gerade so wirkt, wie es der Süchtige braucht: entspannend, anregend, konzentrierend, inspirierend, Aufmerksamkeit erhöhend“

    Du schreibst das so, als wäre das ein Fakt. In Wirklichkeit ist Nikotin aber nur in Deiner Vorstellung eine ‚Joker-Droge‘. Nur Dein Glaube macht es zu Deinem Joker. In Wirklichkeit tut Nikotin gar nichts für Dich – außer, Dich körperlich und psychisch süchtig zu machen und Dich zu zwingen lebenslänglich Entzugserscheinungen zu lindern, die Du ohne es gar nicht hättest. In Wirklichkeit ist ein Raucher niemals völlig entspannt oder konzentriert, denn ein Teil seiner Aufmerksamkeit ist permanent abgelenkt – vom Gedanken an die nächste Zigarette (bzw. den nächsten Nikotinschuss). Nikotin bringt Dich bloß für kurze Zeit wieder in einen Zustand, in dem ein Nichtraucher sowieso ständig ist: Frei von Entzugserscheinungen (Schmacht).

    Und was genau sind eigentlich diese Entzugserscheinungen, die alle Raucher so fürchten? Es ist nur der Schmacht …der ganz normale Schmacht, den der Raucher sowieso in regelmäßigen Abständen spürt und der ihn dazu bringt, die nächste zu rauchen. Nicht mehr. Keine Schmerzen, kein Kreislaufkollaps, kein Nervenzusammenbruch – nur Schmacht. Wenn man den einfach hinnimmt und sich sagt: Okay, das sind jetzt die Entzugserscheinungen, mit denen die Nikotinbestie mich zum Rauchen zwingen will, verschwindet dieser Schmacht auch ohne Zigarette nach einer kurzen Weile wieder. Okay, bis zu 3 Wochen nach der letzten Zigarette tritt er zwischendurch immer mal wieder auf, aber man kann ihn problemlos aushalten, und danach ist man für immer FREI. Frei von Atemnot, Raucherhusten, vergilbten Wänden und Möbeln, stinkenden Kleidern und Haaren, Mundgeruch, dreckigen Aschenbechern… Du willst Kontrolle? Warum lässt Du Dich dann vom Rhythmus der Nikotinbestie kontrollieren und bezahlst auch noch viel Geld dafür, sein Sklave zu sein?

    Eingangs schrieb ich, dass der Joker nur in Deiner Vorstellung existiert, die angebliche Schwere des Nichtrauchens auch. Nur wenn Du glaubst, es wäre schwer, ist es schwer. Wenn Du Dir stattdessen bewusst machst, wie einfach es in Wirklichkeit ist (wie gesagt, maximal 3 Wochen ab und zu den Schmacht aushalten), die Nikotinbestie ein für allemal abzuschütteln, wird es ganz leicht sein. Ich weiß es – denn ich war selbst 22 Jahre eine starke und regelmäßige Raucherin und bin seit einigen Wochen Nichtraucherin. Und ich weiß genau, ich werde es bleiben, denn ich werde nie wieder auch nur eine einzige Zigarette anrühren (denn mit einer einzigen Zigarette, die widerlich schmeckte, hat ja der ganze Teufelskreis überhaupt erst angefangen). Dazu ist mir meine neugewonnene Freiheit viel zu wertvoll.

  5. Liebe Iris,

    auch ich habe meinen Alan Carr durchaus gelesen, sogar 1998 mal damit aufgehört: siehe „The Power of Now – Tagebuch
    vom Leben ohne Zigarette“
    http://home.snafu.de/klinger/glueck/nrdiryfs.htm

    Als ich damals aufhörte, mich gedanklich mit dem „Nichtrauchen“ zu befassen, hab ich bald wieder angefangen. Ich vermute, Carr konnte clean bleiben, indem er zum Propheten wurde – aber es gibt ihn ja nun schon, die Stelle ist besetzt.

    Was du schreibst, könnte ein Zitat aus diesem Nichtraucherdiary sein. Ich hab da auch nette Bildchen von der Nikotinbestie! :-) Und ja, es ist der Schmacht, eine Entzugserscheinung, die Nichtraucher nicht haben. Ein Leiden, das tatsächlich weit weniger schlimm ist als eine ordentliche Erkältung oder all das, was du aufzählst! Man kann aufhören und nach zwei Wochen ist es nicht mehr weiter schlimm mit dem Schmacht, ich weiß.

    Etwas anderes ist der Habitus, die Gewohnheit, das Selbstbild, die FUNKTIONEN, die das Rauchen im Lauf eines Raucherlebens eingenommen haben – das geht nicht so leicht weg, sondern bedarf ständigen Engagements, wenigstenst bei mir. Da ich aber nicht dazu im Stande bin, mein Leben „mich am Riemen reißend“ zuzubringen, sondern gerne meinen Impulsen folge (lieben, arbeiten, spielen), bin ich noch immer Raucherin und bemühe mich halt, phasenweise per Tablette die Lunge ein bisschen zu entlasten. Damit verhält es sich wie mit dem Methadon bei Fixern: wunderschön, den Schmacht auf diese Weise wegzukriegen, kein „Zwang“ mehr, man kann „ein normales Leben führen“ – aber bald gönnt man sich dann „zur puren Lust“ doch zwischendurch wieder mal das „Echte“, denn es gibt den gewohnten Kick und das Ritual ist ja auch was.

    Dir wünsche ich gleichwohl viel Erfolg! Mögest du es schaffen! Ich rechne damit, daran zu sterben.

    Liebe Grüße

    Claudia

  6. Hier noch ein paar FAKTEN zu Nikotinsucht aus Wikipedia – das ist nicht etwa alles bloße Einbildung!

    Zitat:

    „Nikotin ist eine der am schnellsten süchtig machenden Substanzen. Es hat nicht nur psychostimulierende Wirkungen wie Kokain oder Amphetamin, sondern stößt im Gehirn die gesamte Breite der Neuromodulatoren an und wirkt wie der Dirigent in einem Konzert auf viele Instrumente ein“, erläuterte Professor Lutz Schmidt aus Berlin auf der 2. Nikotin-Konferenz der Deutschen Gesellschaft für Nikotinforschung in Erfurt. Nikotin greift an zwei verschiedenen Kompartimenten an, den präsynaptischen und postsynaptischen Acetylcholinrezeptoren („Nikotinrezeptoren“). Bei Bindung an die Rezeptoren kommt es zur Ausschüttung unterschiedlicher Neurotransmitter [chemische Stoffe, die dem Informationsaustausch zwischen den einzelnen Nervenzellen dienen] wie Dopamin, Serotonin, Noradrenalin und Endorphinen. Diese beeinflussen verschiedene funktionale Strukturen des Gehirns, wobei es individuelle Variationen gibt. Die nikotinergen Rezeptoren haben einen sehr engen Bezug zum präfrontalen Cortex. „Dadurch wird verständlich, dass Hirnfunktionen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Lernen durch Nikotin verbessert werden“, so Professor Lutz Schmidt aus Berlin.

    Außerdem bestehe eine enge räumliche Beziehung zum dopaminergen Belohnungssystem, einer entwicklungsgeschichtlich entscheidenden Struktur. Sie wirkt auf Funktionen wie Essen, Trinken und Sexualität, die notwendig sowohl für die Existenz des einzelnen Menschen als auch für das Überleben der Art sind. Beim Rauchen belohnt sich der Mensch also ebenso wie bei der Ausführung existentieller Handlungen. (2)

    Die besondere Wirkung des Nikotins auf das Gehirn besteht in einer Catecholamin-Freisetzung in den so genannten Belohnungsarealen der Großhirnrinde. Dies in Verbindung mit dem sensiblen oralen Reiz des Rauchens bewirkt die „positiven“ Gefühle des Rauchens. (12)
    Zigaretten enthalten eine ganze Reihe von Substanzen, die sich in ihrer Suchtwirkung potenzieren. Ammonium (dem Tabak bei der Verarbeitung künstlich zugesetzt) beispielsweise wirkt wie ein Beschleuniger für das Nikotin. Der im Tabakblatt enthaltene bzw. künstlich zugesetzte Zucker verbrennt beim Rauchen, wobei u. a. das ebenfalls süchtigmachende Acetaldehyd entsteht. Dieser Stoff bewirkt eine Reduzierung des Enzyms MAO-B (Monoaminooxidase B), das im Gehirn Neurotransmitter wie Dopamin und Serotonin abbaut. Man hat festgestellt, dass Raucher bis zu 40 Prozent weniger MAO-B haben als Nichtraucher. Dementsprechend mehr Dopamin und Serotonin wirken auf das Gehirn ein, was wie beim Nikotin als angenehm empfunden wird und somit das Suchtpotential erhöht.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Nikotinsucht

  7. Liebe Claudia,

    mir ist durchaus bewusst, dass die körperliche Abhängigkeit vom Nikotin keine Einbildung ist. Schließlich ist Nikotin eine Droge. Aber die körperliche Abhängigkeit ist (wie Du ja auch selbst schriebst) relativ leicht zu überwinden und der regelmäßige Nikotinschub fehlt einem schon nach kurzer Zeit nicht mehr.

    Natürlich werde auch ich immer wieder ans Rauchen erinnert. Aber ich habe nicht das Gefühl, mir etwas zu versagen. Ich rufe mir dann oft die Freiheiten in Erinnerung, die ich gewonnen habe, seit ich nicht mehr rauche. Wenn ich andere rauchen sehe, freue ich mich darüber, dass ich nie mehr als erstes nach einem Tisch mit Aschenbecher Ausschau halte, wenn ich ein Restaurant oder ein Café betrete oder ungeduldig darauf lauere, dass die anderen endlich ihre Teller leer haben, damit ich mir eine anzünden kann. Ich werde mir auch nie wieder die Finger abfrieren, nur weil ich im Winter beim Einkaufsbummel vorm Laden schnell eine rauchen muss oder eine Gesellschaft von Nichtrauchern als einzige verlassen, um vor der Tür schnell verstohlen eine ‚durchzuziehen‘ oder auf Feiern, wo fotografiert wird, ständig darauf achten, dass man mich nicht mit der Kippe im Mund ablichtet (finde ich sehr unästhetisch). Was ich sagen will ist, ich habe nicht das Gefühl, mich JETZT ‚am Riemen reißen‘ zu müssen, sondern ich hatte im Gegenteil als Raucherin oft das Gefühl, unter Zwang zu stehen, indem ich meine Zeiteinteilung und mein Verhalten meiner Nikotinsucht anpassen musste. Ich fühle mich als wenn ich mich endlich von einer Last befreit hätte, die ich ewig lange mit mir rumgeschleppt hab‘.

    Was mich aber interessieren würde ist, was Du am Ritual des Rauchens so lustvoll findest, dass Du darauf nicht verzichten willst.

  8. All diese Zwänge sind wirklich blöde – und mit den Niquitin-Tabs, meine neue Entdeckung, links abgehakt. Die kann man sogar in der Sauna lutschten…
    Hey, ich wünsch dir wirklich, dass du es schaffst! Die Rituale sind die vielen Pausen, die Besinnung, der Break zwischen diesem und jenem, die Pausenzigarette halt – 30 Äpfel anstatt sind bisschen schwer.

    LG

    Claudia

  9. Die Einstellung von Iris beeindruckt mich und ich würde auch liebend gerne mit diesem Blödsinn aufhören. Aber ich kann es nicht. Immer wenn ich einen Versuch unternommen habe, kam ein sehr unangenehmes Gefühl der Traurigkeit auf, das mich völlig vereinnahmte. So, als hätte ich einen besten Freund verloren.

    Letztens sah ich einen Film, in dem ein Mann nachts alleine in seinem Bett saß und wußte, daß seine Frau gerade fremd ging. Er sinnierte vor sich hin und spontan dachte ich, mit einer Zigarette wäre er wenigstens nicht so alleine. Solange ich diese Denkweise nicht aus der Birne bekomme, kann es niemals klappen.

  10. Vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen zu wissen, wie es anderen beim Ausstieg dabei geht. Bob hat unter http://www.3066euro.de/ sein Aussteigerblog eröffnet, auch wenn es mich persönlich noch nicht zum Aufhören motivieren konnte.

  11. @ Jings: Studiere Psychologie und habe gelernt: Nikotinentzug kann vorübergehend zu Depressionen führen…

  12. Hallo,
    versuche momentan auch aufzuhören.
    Angefangen habe ich gestern damit, nachdem mir meine Eltern klar machten, was ich mir mit dem Rauchen antue. Leider wurde ich gestern dann schwach, und habe eine halbe Zigarette geraucht. Dann dachte ich mir, ich schaue mal nach einem Mittelchen, das mir die Lust auf eine Zigarette nimmt und ich bin kurzentschlossen in die Apotheke gefahren. Gedacht hatte ich daran, mit Nikotinkaugummis zu kaufen. Der Apotheker machte mich dann auf das oben genannte Niquitin aufmerksam. Kurzentschlossen, auch weil es so billig war (20 Tabletten/je 1,5 mg Nikotin/8,97 €), kaufte ich eine Packung, um es einfach mal zu testen. Als ich dann Lust bekam zu Rauchen, lutschte ich also eine Tanlette: und ich sah, es funktioniert. Nach kurzer Zeit hat man keine Lust mehr auf die vorher ersehnte Zigarette.
    Gestern habe ich 3 Tabletten genommen, heute bisher nur eine. Probleme wie extreme ‚Schmacht‘ hat man dann nicht mehr und man schont die Lunge.
    Natürlich gehört auch eine Menge Willen dazu, aufzuhören. So kann man aber von vorne rein Geld sparen und die Gesundheit schonen. Ich kann noch nicht beurteilen, wie es auf lange sicht funktioniert, aber die ersten zwei Tagen lassen mich zuversichtlich sein, in einem Gewissen Zeitraum komplett ohne Nikotin aus zukommen. Ich weiß auch nicht, ob es bei jedem so klappt, aber ein Versuch ist es sicherlich Wert.

  13. Habe mir auch diese Lutschtabletten gekauft. Brauche am Tag 5 Stück. Rauche seit sage und schreibe 3 Wochen nicht mehr. Aber es wird noch ein langer Kampf.
    Die Tabletten kann ich nur empfehlen.

  14. Ja, die Sucht – sie lässt mich selbst nach 7 Jahren als Nichtraucher nie ganz los. Gut, die Sucht ist natürlich lange nicht mehr so fordernd als nach den ersten Wochen und Monaten, aber ich befinde mich, seit dem Tag, an dem ich das Rauchen aufgab, immer in einem diffusen Zustand der Müdigkeit und Traurigkeit. Ich habe sehr viel zugenommen und weiß, dass ich meine Sucht in gewisser Form verlagert habe. Ich esse sehr viel, vor allem Süßes, um einen gewissen Kick zu erreichen, der sich dann aber niemals einstellt. Wochen, nachdem ich das Rauchen aufgab, und der Zustand der Depression und des Verlangens (sicherlich auch eingeredet) unerträglich wurde, entschied ich mich für NiQuitin Lutschtabletten (erst 4 mg, dann 2 mg). Ich rauchte früher ca. 40 Zigaretten täglich, brauchte jedoch nie die Menge NiQuitin, die der Hersteller empfiehlt, um sich von der Droge loszusagen. Im Gegenteil, ich lutschte immer nur eine halbe Lutschtablette, um Stunden später die nächste Hälfte zu lutschen. Bei mir stieg der Konsum der Lutschtabletten eher nicht. Am Schluss (immerhin 2 Jahre, nachdem ich das Rauchen aufgegeben hatte) brauchte ich maximal 3 x je 1/4 NiQuitin 2 mg täglich. Irgendwann entschied ich mich dann, die Lutschtabletten abzusetzen, was mir auch erstaunlich gut gelang. Dennoch muss ich sagen, dass mir auch heute noch hin und wieder die Wirkung des Nikotins fehlt. Diese Wachheit, wenngleich sehr kurz, die ich durch die Zigaretten und Lutschtabletten erreichte, hat sich bei mir nie wieder eingestellt. Ich hatte über 30 Jahre geraucht und bin davon überzeugt, dass die Nikotinsucht im Gehirn des Rauchers etwas bewirkt, was sich tief in unsere Erinnerung eingräbt und dadurch ein gewisses Verlangen aufrecht erhält. Menschen sind individuell veranlagt und so kann es durchaus sein, dass ich zu den Suchtrauchern gehöre, die für den Rest Ihres Lebens mit diesem, zugegebenermaßen inzwischen sehr schwachen Verlangen kämpfen müssen.
    Rückblickend kann ich jedoch sagen, dass ich es ohne NiQuitin wahrscheinlich nicht geschafft hätte.
    Mögen andere moralisieren oder die Allen-Carr-Keule schwingen, ich finde, dass ein süchtiger Mensch das Recht hat, auf für ihn erträgliche Weise von der Sucht loszukommen. Und genau das kann man mit den Lutschtabletten schaffen. Das ist allemal besser als der Glimmstengel. Gänzlich von der Sucht befreien kann ich mich wahrscheinlich nie. Aber es ist tröstlich zu wissen, dass – bevor ich je wieder rauchen würde – ich lieber ein kleines Stückchen NiQuitin auf meiner Zunge zergehen lass würde. Noch kann ich jedoch widerstehen. Viel Kraft wünsche ich allen, die sich noch mitten im Kampf befinden. Es ist zu schaffen!

  15. Die Tabletten waren für mich eine gute „Substitutionstherapie“. Als ehemals starker Raucher (bis zu 40 Zigaretten am Tag über viele Jahre) konnte ich mich dank der Nikotintabletten (anfangs 4mg-Tabletten mehrfach am Tag, später allenfalls sporadisch 1,5 mg-Tabletten) konsequent von der Sucht befreien. Seit der ersten Tablette (inzwischen 4 1/2 Jahre her) habe ich nie wieder eine Zigarette angefasst. Ohne diese Möglichkeit hätte ich es sicher nicht, zumindest nicht so einfach geschafft. Inzwischen reicht mir eine Packung Niquitin mit 1,5 mg ein Jahr oder länger aber es gibt schon Situationen (Stress, Ärger etc.) da würde ich zu einer Zigarette greifen wollen, wären die Tabletten nicht genauso effektiv. Nebenwirkungen waren gering.

  16. […] nun demütig geworden, was die “geistigen Methoden” angeht, wollte ich es mit Nikotintabletten schaffen. Damit war der “Schmacht” zwar weitgehend im Zaum gehalten, doch nach wie vor […]

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