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Wieder und wieder wird hierzulande bewiesen und verkündet, daß Teleworking eine Schimäre sei und daß die Rede von den "Wissensarbeitern" nur auf ganz wenige zuträfe. Der Zuwachs an Telearbeitsplätzen sei bei weitem nicht so groß, wie von Ethusiasten prophezeit. Ja, es würden sogar Telearbeitsplätze wegfallen, weil die Kosten zu hoch seien.
Was wirklich anliegt, ist ein Umdenken in Richtung Selbständigkeit: der Arbeitnehmer, der von 9 bis 16.30 Uhr Anweisungen folgt und sich ansonsten mit Fragen der Freizeitgestaltung beschäftigt, wird bald der Vergangenheit angehören. Das von großen Institutionen durchorganisierte Arbeitsleben wird uns im Rückblick als das 'goldene Zeitalter' erscheinen, aber es liegt an uns, ob wir nur verlieren oder auch etwas gewinnen! Wer heute als Freiberufler oder Selbständiger arbeiten will, sieht sich einer Flut von Gesetzen und Vorschriften gegenüber. Es lohnt kaum, überhaupt anzufangen, sofern man nicht gleich so groß einsteigt, daß Zuarbeit Dritter (Steuer, Buchhaltung, Rechtsangelegenehiten, Rechnungswesen, etc.) finanzierbar ist. Die Berater der Existenzgründer und die Banken sind mit großer Wahrscheinlichkeit die Einzigen, die vom Umstieg in die Selbständigkeit wirklich profitieren. Solange diese Situation nicht durch radikale Vereinfachungen und Ent-Regelungen verbessert wird, ist eine neue Kultur selbständiger Teleworker, die eine reale Perspektive neben den verschwindenden Arbeitsplätzen bieten könnte, nicht in Sicht. Die verbreitete und oft auch berechtigte Angst vor der Unsicherheit außerhalb traditioneller Arbeitsstrukturen sollte nicht nur dazu führen, daß diese alten Strukturen nutzlos und ermüdend verteidigt werden. Wesentlich erfolgversprechender wäre es, würden alle daran mitwirken, das selbständige Arbeiten zu erleichtern und besser abzusichern. |